Wie hat die frühe Kirche getauft?

In der Taufdiskussion kommt man meiner Meinung nach nicht an der „Aland–Jeremias-Kontroverse“ vorbei. Joachim Jeremias hat die frühe Säuglingstaufe differenziert verteidigt. Kurt Aland widersprach und entwickelte eine starke historisch-exegetische Kritik der Säuglingstaufe.

Die wichtigen Publikationen dazu sind:

  • Joachim Jeremias, Hat die älteste Christenheit die Kindertaufe geübt?, Göttingen, 1938.
  • Joachim Jeremias, Die Kindertaufe in den ersten vier Jahrhunderten, Göttingen, 1958.
  • Joachim Jeremias, Nochmals: Die Anfänge der Kindertaufe. Eine Replik auf Kurt Alands Schrift „Die Säuglingstaufe im Neuen Testamen und in der alten Kirche”, München, 1962.
  • Kurt Aland, Die Säuglingstaufe im Neuen Testament und in der alten Kirche. Eine Antwort an Joachim Jeremias, München 1961.
  • Kurt Aland, Die Stellung der Kinder in den frühen christlichen Gemeinden – und ihre Taufe, München 1967.
  • Kurt Aland, Taufe und Kindertaufe. 40 Sätze zu Aussagen des Neuen Testaments, Gütersloh, 1971.

Aus baptistischer Sicht ist noch das Buch Baptist in the New Testament aus dem Jahr 1962 interessant, das später auch in deutscher Sprache herausgegeben wurde als: 

  • Beasley-Murray, George R., Die christliche Taufe: Eine Untersuchung über ihr Verständnis in Geschichte und Gegenwart, Kassel, 1968.

Nicht jeder wird die Zeit haben, viele Bücher zur Frage der Taufpraxis in der frühen Kirche zu lesen. Um sich einen ersten Überblick zu verschaffen, kann man sich einen Blogbeitrag von Wyatt Graham zum Thema anschauen. Der Einstieg jedenfalls klingt spannend:

Kaum eine Lehre trennt die Christen so sehr wie die Lehre von der Taufe. Und doch haben Christen stets betont, dass die Taufe uns zu einem Leib vereint. Wie können wir also diesen unschönen Zustand überwinden? Nun, durch Gottes Gnade, durch viel Gebet, Besinnung und den Heiligen Geist. Als möglichen ersten Schritt in diesem Prozess könnten wir uns auch damit befassen, wie Christen in den ersten zweihundert Jahren des Christentums tauften. Zum größten Teil waren sie sich trotz regionaler Unterschiede über die Bedeutung der Taufe einig.

Vielleicht finden wir in ihnen ein Vorbild dafür, wie man Meinungsverschiedenheiten ausräumen und gleichzeitig in den wesentlichen Punkten vereint bleiben kann. Aber selbst wenn nicht, kann uns diese historische Betrachtung helfen, besser zu verstehen, was Christen unter der Taufe verstanden haben. Das scheint mir an sich schon lohnenswert zu sein.

Im Folgenden skizziere ich daher, wie die frühen Christen die Taufe verstanden und praktiziert haben. Ich erhebe keinen Anspruch auf Vollständigkeit, sondern möchte lediglich aufzeigen, wie einige repräsentative christliche Gemeinschaften in den ersten beiden Jahrhunderten des Christentums die Taufe verstanden und praktiziert haben.

Methodisch habe ich versucht zu erklären, wie Christen in den ersten Jahrhunderten die Taufe mit ihren eigenen Worten beschrieben haben. Die Gläubigen in diesen frühen Jahrhunderten sahen keine Notwendigkeit, die Mechanismen der Taufe übermäßig zu nuancieren oder zu artikulieren. Sie hatten keine jahrhundertelangen Taufdebatten wie wir.
Aus diesem Grund bekräftigen sie die Notwendigkeit der Taufe in biblischer Sprache, unbeeinträchtigt von späteren Debatten. Ich hoffe, dass dieser Artikel den Lesern hilft, sowohl die grundlegende Kontinuität zu erkennen, die wir mit den frühen Christen teilen, als auch wahrzunehmen, wie anders diese Welt ist.

Vor diesem Hintergrund beginnt dieser Artikel kurz mit einer Erörterung der Taufwaschungen vor dem Neuen Testament, bevor er sich mit dem Neuen Testament und auch mit christlichen Schriftstellern bis etwa 250 n.Chr. zum Thema Taufe befasst.

Hier: www.wyattgraham.com.

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