Dass Luther keine billige Gnade verkündigte, stellt Albrecht Peters im folgenden Zitat heraus (Rechtfertigung, 1984, S. 34–35):
Weil sie uns aufmerksam macht auf unseren faktischen Ort unter Gottes Gerichtsurteil im Gesetz und unter Gottes Gnadenzusage im Evangelium, wird bei Luther die Rechtfertigung weder zu einer dogmatischen Lehre unter anderen Lehrpunkten noch zu einem denkerischen Axiom für systematische Schlußfolgerungen. Zugleich leitet uns die Rechtfertigungsverkündigung an, angesichts des unerbittlichen Gerichtsurteils des heiligen Gottes unermüdlich zur Christusgnade Zuflucht zu nehmen. Als solenne Lehre entwickelt der Reformator die Rechtfertigung nur im spezifischen Gegenüber zur Werkfrömmigkeit. Ähnlich wie sich beim Apostel Paulus die klassischen Kontroversformeln „ohne des Gesetzes Werke – allein durch den Glauben“ fast nur im Galater- und Römerbrief finden, so tauchen sie auch bei Luther primär an der „Mönchsfront“ auf, dort also, wo es den Pharisäer der Werkgerechtigkeit, der mitten in der Christenheit erneut sein Haupt erhoben hat, zu ersäufen gilt. Der Luther an der „Bauernfront“ hingegen scheint jene zugespitzten Antithesen zu vermeiden. Sie treten zurück bei dem lehrenden und ermahnenden Visitator, der auf dem steinigen Boden seiner sächsischen Ackerbürger rechte Glaubensfrüchte ernten soll. Den Luther an der „Mönchsfront“ muß man suchen in den Auslegungen des Römer- und Galaterbriefes sowie der Psalmen; den Luther an der „Bauernfront“ findet man in den Dekalog- und Credo-Auslegungen oder in den Wochenpredigten. Beide Fronten sind miteinander im Blick vorzüglich in den großen Disputationen zur Rechtfertigung sowie gegen die Antinomer. Der Reformator an der „Mönchsfront“ gegen die Werkgerechtigkeit thematisiert wie der Apostel im Ringen mit kosmologischen Spekulationen, asketischer Gesetzlichkeit und enthusiastischer Gnosis judaisierender Gruppen das schroffe Nicht-Sondern des Articulus stantis aut cadentis Ecclesiae; der Reformator an der „Bauernfront“ gegen eine libertinistische Dickfelligkeit rückt jene polemische Alternative etwa mit dem Zeugnis des Epheser- und Kolosserbriefes hinein in den übergreifenden Bogen des göttlichen Schöpfer- und Erlöserwirkens und dringt auf eine tat- hafte Glaubensantwort. Und doch ist beides ein und derselbe Luther, ob auch ein und derselbe Paulus?
Wir werden durch unseren Glauben an Jesus Christus und Seine Gnade gerecht von Verfehlungen, ohne dass wir dafür eine Leistung erbringen müssen (Römer 3, 22-24; Epheser 2, 8-10). Aber zwischen gerecht werden (aus Gnade) und gerecht bleiben (durch Taten) besteht ein großer Unterschied! Bitte lesen Sie dazu die folgenden Bibelaussagen: -laue Christen wird Jesus aus seinem Mund ausspucken (Offenbarung 3, 14-22) und -wer keine reiche Frucht bringt, wird von Jesus getrennt (Johannes 15,1-8) und damit Faulpelze und Taugenichtse (Matthäus 25,14-30). Bitte lesen Sie auch Jakobus 2,24; Matthäus 6,19. 20; 19,30 und die Gemeinsame Erklärung (GE) zur Rechtfertigungslehre des Lutherischen Weltbundes und der Kath. Kirche. Im Internet finden Sie den Text und auch Kommentierungen. Wie können Sie sich also tatkräftig für Jesus Christus engagieren? Gott hat alles, was wir tun sollen, vorbereitet; an uns ist es nun, das Vorbereitete auszuführen (Epheser 2,10). Bitten Sie IHN um Erkenntnis (Jakobus 1,5-8). Jesus spricht in Matthäus 25,31-46 „Was ihr einem meiner geringsten Brüder getan… Weiterlesen »