„Herrlichkeitstheologie“ oder „Kreuzestheologie“?

Die Heidelberger Disputation (Disputatio Heidelbergensis) war ein von Johann von Staupitz an der Heidelberger Universität einberufenes Generalkonvent für den Zeitraum vom 25. bis zum 27. April 1518. Es fand also vor 500 Jahren statt. Luther gewann damals etliche Anhänger unter den Studenten und Magistern der Artistenfakultät. Spätere Reformatoren wie Martin Bucer oder Johannes Brenz waren […]

Von „Abendmahl“ bis „Zweifel“

Reinhold Rieger, Akademischer Oberrat und außerplanmäßiger Professor für Kirchengeschichte an der Ev.-Theologischen-Fakultät Tübingen, hat in akribischer Arbeit ein bemerkenswert hilfreiches Lehrbuch für die Lutherforschung geschaffen. Das Buch Martin Luthers theologische Grundbegriffe bietet eine Auswahl der wichtigsten Grundbegriffe Luthers und erklärt diese ausschließlich anhand von Aussagen des Reformators. Damit füllt das Werk die Lücke zwischen Konkordanzen […]

Das Wort Gottes treiben

Gerhard Ebeling beschreibt in seiner Einführung zu Luther, wie dieser im Anschluss an die Zeit auf der Wartburg nach Wittenberg zurückkehrte, um das Wort zu predigen (Gerhard Ebeling, Luther: Einführung in sein Denken, Tübingen: Mohr Siebeck, 1965, S. 67): In Wittenberg aber geht Luther auf die Kanzel, Tag für Tag, eine Woche lang, und hat […]

Vom Vertrauen in die Schrift

Gottfried Hermann fragt in seinem ausgezeichneten Artikel zur Reformation („Mehr als ein Kinderspiel“, Theologische Handreichung und Information, Nr. 4, 11/2017, S. 3–16, hier S. 15), woher der Martin Luther sein Gottvertrauen nahm? Die Antwort: Es beruhte auf seinem unerschütterlichen Vertrauen in die Heilige Schrift als unverbrüchliches Wort Gottes. In diesem Wort fand er Halt in […]

Lebendiger Glaube

Martin Luther schreibt zu Röm 3,28: So halten wir nun dafür, dass der Mensch gerecht wird ohne des Gesetzes Werke, allein durch den Glauben. in seinen „Thesen für fünf Disputationen über Römer 3,28 (1535–1537)“ (G. Wartenberg, W. Härle, & J. Schilling (Hrsg.), Christusglaube und Rechtfertigung: Deutsche Texte, Leipzig: Evangelische Verlagsanstalt, Bd. 2, S. 403–405): 1. Glaube muss […]

Luther auf dem Reichstag zu Worms

Martin Luther auf dem Reichstag zu Worms im Jahre 1521: Wenn ich nicht durch Zeugnisse der Schrift und klare Vernunftgründe überzeugt werde; denn weder dem Papst noch den Konzilien allein glaube ich, da es feststeht, daß sie öfter geirrt und sich selbst widersprochen haben, so bin ich durch die Stellen der heiligen Schrift, die ich angeführt […]

Luther als Psalmbeter

Philipp Melanchthon, beschrieb 1546 in seiner Beerdigungsrede für Luther den Reformator als Psalmbeter: Ich bin selbst oft dazu gekommen, dass er mit heißen Tränen für die ganze Kirche sein Gebet gesprochen hat; denn er nahm sich täglich besondere eigene Zeiten und Weilen, etliche Psalmen zu sprechen, darunter mengte er mit Seufzen und Weinen sein Gebet zu […]

Der Mensch sei Gott

Martin Luther (Disputation gegen die scholastische Theologie, These 17–18: Der Mensch kann von Natur aus nicht wollen, dass Gott Gott ist. Vielmehr wollte er, er sei Gott und Gott sei nicht Gott.

Die schlimmste Versuchung

Martin Luther in seiner Auslegung von Psalm 78 (Digitale Bibliothek Band 63: Gesammelte Werke, Bd. 1, 100–101). So ungläubig und widerspenstig sind sie, dass sie lieber die ganze Schrift leugnen oder zuschanden machen und gegen die Kirche so vieler Geschlechter kämpfen, als dass sie ihre Gedanken gefangen nähmen unter den Gehorsam Christi (2. Kor. 10, […]

Die christliche Gerechtigkeit des Glaubens

Luther schreibt in seinen Anmerkungen zum Galaterbrief  (WA, Bd. 40, 40,19–41, 26): Es gibt viele Arten von Gerechtigkeit. Die eine ist politisch, die der Kaiser, die Fürsten der Welt, die Philosophen und Juristen behandeln. Eine andere ist eine zeremonielle, die menschliche Traditionen, wie die Traditionen des Papstes und ähnliche, lehren. Diese verfolgen ohne Gefahr die Familienväter […]

Luther-Programm mit umfassendem Harmoniebedürfnis

Über Jahre hat Margot Käßmann für das Reformationsjubiläum geworben, annähernd eine halbe Milliarde Euro sind für das Ereignis investiert worden. Doch die Zwischenbilanz ist ernüchternd, denn die Interessenten bleiben aus. Ralph  Bollmann hat ein seinem Artikel „Luther ist die Pleite des Jahres“ den Theologen Friedrich Wilhelm Graf zitiert: Der Münchener Theologe Friedrich Wilhelm Graf glaubt, dass die […]

Der Islam in den Werken Martin Luthers

Welche Beurteilungskriterien benutzte der Reformator Martin Luther, um den Islam und die Türkenkriege seiner Zeit zu beurteilen? Wo sah er die Hauptunterschiede zwischen den von ihm entdeckten Wahrheiten und einer Religion, die die Christenheit im Glauben und das Heilige Römische Reich militärisch zu bedrohen schien? Und welche der von Luther genannten Kriterien sind heute für […]

Seine Wunden und Leiden sind deine Sünde

Martin Luther (1519): Dann aber wirfst du deine Sünde von dir auf Christus, wenn du fest glaubst, dass seine Wunden und Leiden deine Sünde seien, damit er sie trage und bezahle, wie es Jes 53 heißt: Gott hat unser aller Sünde auf ihn gelegt, und bei Petrus: Er hat unsere Sünde auf seinem Körper getragen […]

Kreuz, Rechtfertigung und Werke

Der Reformator Martin Luther sagt in Thesen für fünf Disputationen über Röm 3,38 (1535–1537), (in: G. Wartenberg, W. Härle, & J. Schilling (Hrsg.), Christusglaube und Rechtfertigung: Deutsche Texte, Bd. 2, Leipzig: Evangelische Verlagsanstalt, 2005, S. 405–407): Die Schrift aber bezeugt, dass unser aller Sünden auf ihn gelegt sind und er für die Sünden des Gottesvolkes […]

Das Apfelbäumchen

„Wenn ich wüsste, dass morgen die Welt unterginge, würde ich heute noch ein Apfelbäumchen pflanzen“, soll Martin Luther einmal gesagt haben. Oft wird der Reformator entsprechend zitiert. Dieser Satz lässt sich allerdings bisher bei Luther gar nicht nachweisen. „Mit Luther“, so der Lutherforscher Martin Schloemann in der FAZ, „hat der Spruch nichts zu tun“ (Ausgabe […]

Die verschlagenen Feinde des Kreuzes

Luther sagte 1515/1516 in seiner Vorlesung zu Römer 5,3: Aber es ist zu beachten: Es gibt zwei Arten von Feinden des Kreuzes Christi. Die einen gehen gewalttätig zu Werk und die anderen verschlagen. Gewalttätig sind, die mit Gewalt das Kreuz Christi entleeren wollen und mit allen ihren Hörnern dagegen stoßen. Das sind, die nach Vergeltung […]

„Räume dies ‚mein‘ hinweg“

Luther sagte 1515/1516 in seiner Vorlesung zu Römer 8,28: Hart ist es und jammervoll, dass Gott seine Herrlichkeit in meinem Elend sucht. Siehe, das ist die Stimme des Fleisches: »Mein, mein«, sagt sie. Räume dies »mein« hinweg und sag’ dafür: Ehre sei dir, Herr, und du wirst selig sein. So sucht die Klugheit des Fleisches […]

Gott wahrhaft lieben

Luther sagte 1515/1516 in seiner Vorlesung zu Römer 9,3: Einer über die Maßen herrlichen und wahrhaft apostolischen Liebe entstammt also dies Wort: »Ich habe gewünscht« usw., einer Liebe sowohl zu Christus als zu den Juden. Denn er wünscht Christus aus dieser überschwänglich großen Liebe zu ihm großen Ruhm von den Juden. Und damit er diesen […]

Wer schützt Luther?

Eine zutreffende Beobachtung von Ulrike Jureit aus ihrem Artikel „Wer schützt Luther vor seinen Lobrednern?“ (FAZ vom 17.03.2017, Nr. 65, S. 14): Die aktuellen Anstrengungen zum Reformationsjubiläum 2017 verdeutlichen hinlänglich den Wunsch, sich identifikatorisch auf den 31. Oktober 1517 zu beziehen. Es scheint kaum noch möglich, historische Großereignisse zu vergegenwärtigen, ohne danach zu fragen, welches […]

Die Waldenser und Luther

Der DLF publizierte vor einigen Tagen einen Beitrag über die Waldenser und Martin Luther. Leider fallen dort etliche Dinge unter den Tisch, während auf der anderen Seite die heute überwiegend liberalen Strömungen der Bewegung unkritisch, ja wohlwollend, präsentiert werden. Es fehlt etwa der Hinweis, dass die Waldenser eine Bibelbewegung waren, die die Evangelientexte in den Volkssprachen […]