Autorenname: Ron

Die 10 Gebote der Postmoderne

Die nachfolgenden 10 Gebote der Postmoderne habe ich mit freundlicher Genehmigung des Autors übersetzt:

Die 10 Gebote der Postmoderne

I. Du sollst nur das wertschätzen, was zum Gedeihen deines Lebens beiträgt, so wie du es siehst.

II. Du sollst keine andere Person, keine Institution und auch keine Werte hochachten oder dich ihnen unterordnen – nur du zählst.

III. Du sollst dich keinen sprachlichen Konventionen unterwerfen, die dich in irgendeiner Weise beleidigen.

IV. Du sollst den Zeitplan und den Rhythmus deines Lebens allein daran ausrichten, wonach du dich gerade fühlst.

V. Du sollst dich und deine Komfortzone wichtiger nehmen als alle anderen Menschen.

VI. Du sollst jeglichen Kollateralschaden, der aus dem Projekt deines Lebens folgt, in Kauf nehmen.

VII. Du sollst niemals unfair gegenüber deinen eigenen Gefühlen und Wünschen sein.

VIII. Du sollst dir all das zunutze machen, womit du durchkommen kannst.

IX. Du sollst die Wahrheit formen, um dir selbst oder was auch immer zu dienen.

X. Du sollst nicht begehren, dir einen Wert anzueignen, der nicht deinem inneren Selbst entspringt.

(c) Ellis Potter

Seminar: Das Evangelium für Atheisten

Das Europa des 21. Jahrhunderts ist im Kern pluralistisch und säkularisiert. Hat das Evangelium hier also keine Chance mehr? Am 8. Juli 2020 veranstaltet Daniel Vullriede vom Bibelseminar Bonn um 20.00 Uhr ein Seminar zum Thema: Das Evangelium für Atheisten. Teilnehmerbeitrag liegt bei 15,- Euro.

Hier geht es zur Anmeldung: zoom.us.

„Predigt-Sprache ist verkommen“

Die Schriftstellerin Sibylle Lewitscharoff wirft den Kirchen in Deutschland vor, „lendenlahm“ zu predigen. „Als würde die Predigt in Lenor gewaschen“, sagte Lewitscharoff im Gespräch mit dem DLF:

Die Kirchen sind ja so was von lendenlahm im Predigen. Die verstehen ja vom Tod eigentlich gar nichts mehr. Das ist ja schrecklich. Die sind ja so aufs Diesseits fixiert, die Protestanten noch schärfer als die Katholiken. Aber die Katholiken sind ganz auf diesem Wege auch. Im Grunde hat sich eine areligiöse Gesellschaft in den Kirchen breitgemacht, weil sie vom Jenseits überhaupt keine Vorstellung mehr haben.

Haben Sie mal eine Predigt gehört, die irgendwie von da oben überhaupt handelt? Also, ich wüsste nicht. Also, ich höre die im Radio immer an. Ich gehe manchmal auch in die Kirche, auch mal in katholische Kirche. Das kommt nicht vor. Es gibt die Hoffnung auf Erlösung nicht in irgendeiner Form – sei es wunschnaiv, sei es schönheitstrunken, sei es in Gedichtform irgendwie ausgekleidet. Das gibt es nicht.

Das Gottvertrauen wird beschworen. Ja. Aber worauf vertraut man denn, wenn es nicht ein wirkliches Leben und ein erfülltes Leben nach dem Tod gibt? Und was bedeutet überhaupt Erlösung? Das ist doch eine interessante Frage. Darüber kann man doch predigen.

Mehr: www.deutschlandfunk.de.

Illustrierter Atlas zur Geschichte des Christentums

51WxPuO9ZdL SX392 BO1 204 203 200Der Buchhinweis erschien zuerst in Glauben und Denken heute (1/2020, S. 83):

Tim Dowley ist Historiker und Autor von Der Atlas zur Reformation in Europa (siehe dazu die Rezension in Glauben und Denken heute, 2/2016, S. 40–41) sowie anderer Nachschlagewerke über die Bibel und Religion. 2019 ist sein Illustrierter Atlas zur Geschichte des Christentums auch in deutscher Sprache erschienen. Dieser Atlas veranschaulicht die Anfänge, das Wachstum und die weltweite Ausbreitung und Entwicklung des Christentums. Der christliche Glaube breitete sich schnell vom römisch besetzten Palästina über die Mittelmeerregion bis nach Europa und später fast weltweit aus. Dabei musste sich die christliche Kirche vielen intellektuellen und politischen Herausforderungen stellen. Wichtige Ereignisse, Länder und Städte sind bei der Zusammenstellung des Werkes berücksichtigt worden. Die Reformation in Europa spielt nur eine kleine Rolle, da sich Der Atlas zur Reformation in Europa ausführlich mit dieser Epoche befasst. Wie dieser Atlas enthält auch das hier vorgestellte Buch eine Zeittafel, die die geschilderten Ereignisse kontextualisiert. Es beginnt mit den Reisen der Apostel und schließt mit einer Karte zum weltweiten Christentum heute. Die Karten sind der Erwartung entsprechend sehr ästhetisch und übersichtlich gestaltet. Besonders fasziniert haben mich die Karten zur Alten Kirche. Der Ausdruck alte Kirche, frühe Kirche oder manchmal auch Frühchristentum bezeichnet die ersten Jahrhunderte der Kirchengeschichte bis ungefähr 500 nach Christus. Die Karte 5 zum Thema „Konstantin der Große und die christliche Kirche“ (S. 26–27) zeigt etwa die beim Konzil von Nicäa vertretenen Kirchen und die vom Konzil anerkannten Bischofssitze. Die Karte 6 über die „Ausbreitung des Arianismus“ (S. 30–31) macht beeindruckend anschaulich, wie weit der Arianismus verbreitet war. Der Arianismus geht auf den Presbyter Arius (ca. 260–327 n. Chr.) zurück. Seine Anhänger betrachteten die im Bekenntnis von Nicäa (325 n. Chr.) behauptete Wesensgleichheit von Vater und Sohn als Irrlehre, da der Sohn Gottes bei seiner Kreuzigung „leiden musste – was ein allmächtiger Gott aber nicht kann“ (S. 30). Doch auch andere Karten, etwa die zur Erweckungsbewegung des „Great Awakening“ und „Second Great Awakening“ in der amerikanischen Kolonialzeit (Karte 42 u. 43, S. 116–119) finde ich sehr hilfreich, da sie die Ereignisse bemerkenswert visualisieren.

Der Illustrierte Atlas zur Geschichte des Christentums ist insgesamt hervorragend gelungen. Ich empfehle das Buch allen, die sich für Kirchengeschichte interessieren. Der Band eignet sich, wie schon der Atlas zur Reformation in Europa, auch als Geschenk für Freunde, die sich für die Geschichte des Christentums interessieren.

Moral statt Wahrheit

Die Philosophin Maria-Sibylla Lotter (Ruhr-Universität Bochum) mahnt in ihrem Essay „Moral statt Wahrheit: Allzu oft wird Wissenschaft als Wiedergutmachungsprojekt betrieben“ vor einem Moralismus an den Universitäten, der die freie Forschung gefährdet. 

Eine besondere Bedrohung für eine funktionierende Wissenschaftskultur stellen daher politische Warnungen vor bestimmten Themen oder Begriffen dar, die mittlerweile in kulturwissenschaftlichen Kontexten nicht selten zu hören sind, wie «Wenn du das ansprichst, dann spielst du der Rechten in die Hände». Äusserungen moralischer Empörung ­– «Wie kannst du nur so etwas sagen?!» ­– gehören in manchen Disziplinen mittlerweile sogar zum guten Ton, indem man sich als eine engagierte Person präsentiert, die nicht nur ein karrierebewusstes Hirn, sondern auch Herz aufweist.

Das ist hochgefährlich für die Meinungsbildung, denn solche Signale zielen auf die Person der Sprecherin und implizieren, dass mit dieser Person etwas moralisch nicht in Ordnung ist. Sie sind äusserst wirksam, um Menschen zum Schweigen zu bringen. Wir alle sind soziale Tiere und reagieren mit hochempfindlichen emotionalen Antennen auf alle Warnzeichen, die uns mit dem Ausschluss aus dem Kreis der anständigen Menschen bedrohen.

Mehr: www.nzz.ch.

Die andere Seite der Freiheit

Hermann Scheer in seinem Vorwort zu dem Buch: Gewohnheiten des Herzens von Robert N. Bellah (Bellah, Robert N., Richard Madsen, William M. Sullivan, Ann Swidler, u. Steven M. Tipton, Gewohnheiten des Herzens, Köln: Bund-Verlag, 1987, S. 7):

Wenn es um Gefahren für die Freiheit des Individuums ging, so haben wir uns in den vergangenen Jahrzehnten auseinandergesetzt mit direkten Freiheitsbedrohungen durch Faschismus, Militärdiktaturen, sozialistische Zwangsherrschaft, mächtige Bürokraten und neuerdings durch staatliche Kontroll- und Überwachungsapparate mit den Mitteln der elektronischen Datenverarbeitung. Demgegenüber ist die Gefahr der Zerstörung von individueller Freiheit und Demokratie durch eine immer bindungslosere individuelle Freiheitssteigerung noch kaum ein Thema.

Ausgabe Nr. 25 (1/2020) der Zeitschrift „Glauben und Denken heute“ online

GuDh2020 1Die Ausgabe Nr. 25 (1/2020) der Zeitschrift für Theologie und Gesellschaft Glauben und Denken heute ist erschienen.

Der Rektor des Martin Bucer Seminars, Dr. Frank Hinkelmann, schildert die Pest als große Pandemie des Mittelalters und fragt nach dem, was wir heute daraus lernen können.

Prof. Dr. Thomas Schirrmacher befasst sich mit dem „Menschensohn“-Verständnis von Prof. Dr. Siegfried Zimmer.

Dr. Markus Till hat mit viel zeitlichem Aufwand 11 Vorträge der 9. Worthaus-Tagung nachgehört und fasst in seinem Beitrag „Quo Vadis Worthaus? Quo Vadis evangelikale Bewegung?“ die wesentlichen Inhalte zusammen und ergänzt diese mit kurzen Kommentaren.

Die Entstehung des Neuen Testaments war Gottes größtes Geschenk an seine Kirche nach dem Kommen Jesu und der Ausgießung des Heiligen Geistes. Dr. Franz Graf-Stuhlhofer blickt in das geheimnisvolle Jahrhundert, in dem der neutestamentliche Kanon entstanden ist.

Dr. Christian Bensel fordert in seinem Beitrag mehr Apologetik im pastoralen Dienst.

In der Rubrik „Von den Vätern lernen“ drucken wir diesmal eine Predigt über die Buße ab, die der Baptistenpastor Charles Haddon Spurgeon gehalten hat.

Wie gewohnt enthält diese Ausgabe zahlreiche Rezensionen und Buchhinweise.

Hier der Inhalt:

Artikel

  • Editorial: Predige das Wort (Ron Kubsch)
  • Die Pest – die Pandemie des Mittelalters (Frank Hinkelmann)
  • Siegfried Zimmer und der „Menschensohn“ (Thomas Schirrmacher)
  • Quo Vadis Worthaus? Quo Vadis evangelikale Bewegung? (Markus Till)
  • Das geheimnisvolle Jahrhundert in Bezug auf den neutestamentlichen Kanon … (Franz Graf-Stuhlhofer)
  • Apologetik im pastoralen Dienst (Christian Bensel)
  • Von den Vätern lernen: Buße und Glaube (Charles Haddon Spurgeon)

Rezensionen

  • Johannes Fried: „Kein Tod auf Golgatha“ (Fabian F. Grassl)
  • Joel R. Beeke u. Mark Jones: Systematische Theologie der Puritaner (Ron Kubsch)
  • Gerhard Kardinal Müller: Der Glaube an Gott im säkularen Zeitalter (Ron Kubsch)
  • Don Kistler (Hrsg.): Allein die Schrift … warum eigentlich? (Tanja Bittner)
  • John Lennox u. David Gooding: Was ist der Mensch? (Ron Kubsch)
  • Ludwig Neidhart: Gott und Zeit (Franz Graf-Stuhlhofer)
  • John Nicholas Gray: Seven Types of Atheism (Daniel Vullriede)

Buchhinweise

  • Michael J. Kruger: The Ten Commandments of Progressive Christianity (Tanja Bittner)
  • Tim Dowley: Illustrierter Atlas zur Geschichte des Christentums (Ron Kubsch)
  • Elijah Hixson u. Peter J. Gurry (Hrsg.): Myths and Mistakes in New Testament Textual Criticism (Thomas Kinker)

Ein technischer Hinweis zur Lektüre: Der Acrobat-Reader eignet sich für das digitale Lesen unserer Zeitschrift besonders gut. Falls sich im Text Links auf Internetseiten befinden, können diese aufgerufen werden, indem einfach auf den entsprechenden Link geklickt wird.

Die Zeitschrift kann hier heruntergeladen werden: gudh_1_2020_final.pdf.

J.K. Rowling unter Druck

Auch wenn ich mich wiederhole und damit einige Leute langweile: Es ist bedrückend, mit welchen Methoden die neuen Toleranten Andersdenkende diffamieren und mitunter kriminalisieren. Dies lässt sich an den jüngsten Ereignissen rund um die Autorin Joanne K. Rowling zeigen. Die Frau, die Harry Potter erfunden hat, bricht ein Tabu, indem sie darauf besteht, dass es wirklich Frauen und Männer gibt. Sie pocht darauf, dass Frauen als Frauen bezeichnet werden, nicht als „Personen, die menstruieren“. All das passt der Transgender-Lobby überhaupt nicht. Nun gibt es sogar in ihrem Verlag Hachette Probleme.

Die FAZ berichtet:

Erst wenden sich die Schauspieler gegen Joanne K. Rowling, denen sie mit ihren „Harry Potter“-Büchern eine Weltkarriere ermöglicht hat, nun britische Mitarbeiter der Verlagsgruppe, der sie immer wieder ein kräftiges Umsatzplus beschert hat und in der ihr nächstes Kinderbuch „The Ickabog“ erscheinen soll: Bei Hachette, so berichtet die „Daily Mail“, weigern sich junge, politisch linksliberal und „woke“ eingestellte Angestellte, weiter an der Print-Publikation der von Rowling angekündigten, in Teilen als Pandemie-Trost schon online erschienenen Geschichte mitzuarbeiten – als Zeichen des Protests gegen die als vermeintlich transphob gebrandmarkten Äußerungen der Autorin.

Das hat alles mit Diskursen und dem Ringen um Wahrheit und den richtigen Weg nichts mehr zu tun. Dieser Aktivismus der „pressure groups“ treibt einen Keil zwischen die Menschen, die trotz ihrer unterschiedlichen Meinungen friedlich und ganz gut miteinander auskommen könnten.

Mehr: www.faz.net.

Was wir aus Entkehrungsgeschichten lernen können

Die Musikerin Alisa Childers hinterfragt die Entkehrungsgeschichten der prominenten Komödianten Ricky Schröder und Ralph Macchio und zeigt, dass nicht die Argumente, sondern die medialen Vermarktungen zählen. 

Nachdem er das Christentum auseinandergenommen hatte, hatte Rhett allerdings keine glaubhafte Alternative zur Erklärung der Wirklichkeit anzubieten. Er sprang quasi nicht vom christlichen Boot in ein anderes, sondern in ein „Meer der Ungewissheit“. An die Stelle seines Christseins sind nun, nach seinen eigenen Worten, „Offenheit und Neugierde“ getreten. Er beschreibt, wie befreiend das Loslassen des „Appetits auf Gewissheit“ gewesen sei. Dem aufmerksamen Beobachter wird nicht entgangen sein, dass Rhett einfach die eine Weltanschauung durch eine andere ersetzt hat, namentlich das Christentum durch die Postmodernität mit all ihrer Skepsis, der Ablehnung absoluter Werte und ihrem Relativismus.

Hier: www.evangelium21.net.

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