Autorenname: Ron

John Stott: Geistliche Erfahrungen sind nie Kriterium für die Wahrheit

John Stott schreibt zum Verhältnis von Gottes Wort und geistlichen Erfahrungen (Ich glaube an den Heiligen Geist, 1986, S. 6)

Den Willen Gottes können wir in der Bibel entdecken. Gottes Wille für sein Volk ist in seinem Wort verankert. Wir erfahren dort seinen Willen und nicht in erster Liene durch unsere Erfahrungen und Erlebnisse mit anderen Christen. Wir sollten uns weder nach dem ausstrecken, was Gott vielleicht anderen gegeben hat, noch sollten wir anderen aufzwingen, was er uns zugedacht hat, es sei denn, aus der Bibel geht eindeutig hervor, daß es sich um etwas handelt, was alle seine Kinder haben sollten. Was wir für uns selbst suchen, und was wir andere lehren, soll einzig und allein vom Wort Gottes bestimmt werden. Nur wenn das Wort Gottes „reichlich unter uns wohnt“, sind wir in der Lage, die Erfahrungen, die wir und andere machen, auch richtig auszuwerten und zu beurteilen. Erfahrungen dürfen nie das Kriterium für die Wahrheit sein, sondern umgekehrt: unsere Erfahrungen müssen an der Wahrheit gemessen werden und ihr standhalten.

Genderstern nicht im Regelwerk

Der Gender-Lobbyismus hat dazu geführt, dass in immer mehr Behörden, Unternehmen und Medienanstalten die „gendergerechte Sprache“ eingeführt wird. Glücklicherweise hat sich der Rat für deutsche Rechtschreibung erst einmal dagegen entschieden, das Gendersternchen in das amtliche Regelwerk aufzunehmen.

DIE ZEIT meldet: 

Bis auf Weiteres wird das Genderstern nicht in das amtliche Regelwerk der deutschen Sprache aufgenommen. Dies geht aus einem Zwischenbericht hervor, den der Rat für deutsche Rechtschreibung beschlossen hat. Demnach will das Expertengremium die Entwicklung des Schreibgebrauchs zunächst weiter beobachten.

Der Rat wolle sich in seiner Bewertung geschlechtergerechter Schreibweisen an der Lesbarkeit und Verständlichkeit orientieren, heißt es in dem Papier. Ziel sei es, „einem unkontrollierten Nebeneinander unterschiedlichster Variantenschreibungen entgegenzuwirken“ und „die Einheitlichkeit der Rechtschreibung in allen deutschsprachigen Ländern zu erhalten“.

Mit neuen sprachlichen Formen wie etwa dem Genderstern („Student*innen“) oder dem Unterstrich („Bürger_innen“) sollen auch Menschen angesprochen werden, die sich weder dem männlichen noch dem weiblichen Geschlecht zugehörig fühlen. Immer mehr Unternehmen, Hochschulen, Stadtverwaltungen und Behörden verwenden solche Formen. Laut dem Rechtschreibrat kann die Verwendung solcher Sonderzeichen zu Folgeproblemen und grammatisch nicht korrekten Lösungen führen.

Mehr: www.zeit.de.

Gott, Gier und Geld

Danny Fröse hat das Buch Gott, Gier und Geld von Costi W. Hinn gelesen und seine Eindrücke veröffentlicht. Costi Hinn gehörte einst als Neffe von Benny Hinn zu den Anhängern des Wohlstandsevangeliums. Da er immer mehr Ungereimtheiten entdeckt hat und von seiner Frau auf „wunde Punkte“ aufmerksam gemacht wurde, hat er mit Gottes Hilfe den Ausstieg geschafft und die eigentliche Bedeutung des Evangeliums sehen können.

Danny Fröse schreibt: 

Viel interessanter ist für den Leser jedoch das Zeugnis Costi Hinns über sein eigenes Leben. Hinn wuchs in dieser charismatischen Prägung des Wohlstandsevangelium auf und genoss ein von Reichtum geprägtes Leben. Als Predigerkind war er natürlich fest überzeugt, dass auf seinem Onkel und seinem Vater eine ganze besondere Salbung lag. Aber in der Schule musste er Anfeindungen erleben, weil man seinen Onkel als Irrlehrer beschimpfte. Hinn scheut sich nicht, zu beschreiben, wie schwierig sein eigenes Verhalten in der Schule war. Er war arrogant, überheblich und dachte von sich selbst, die Salbung zu haben, die anderen fehlte. Doch der Glaube an das Wohlstandsevangelium begann zu bröckeln, als einer seiner Onkel an Krebs starb. Immer wieder bekommen wir einen Einblick, wie Hinns Zweifel wuchsen: „Ich erinnere mich an den Moment, als ich das erste Mal realisierte, dass unser Lebensstil dadurch ermöglicht wurde, dass wir andere ausnutzen und von Freiwilligen und Mitarbeitern unterstützt wurden, die nicht wie wir lebten. […] Irgendwas schien nicht zu stimmen. Aber ich war noch Jugendlicher und so wischte ich die Zweifel und Bedenken fort“ (S. 56).

So wurde Hinn Teil von einem Team, das mit seinem Vater und Benny Hinn um die Welt reiste. Er war voll in die Arbeit integriert und fühlte sich gut dabei, einen sehr verschwenderischen Lebensstil zu führen. An einer Stelle führt er die Liste der edelsten und teuersten Hotels auf, in denen er während dieser Zeit gastierte. Ein Abschnitt beschreibt ausgezeichnet die Diskrepanz des Wohlstandsevangeliums mit dem biblischen Evangelium.

Mehr: www.evangelium21.net.

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Wir können Gott niemals überraschen

John Stott eröffnet seine Einführung in das Christentum für Nichttheologen mit folgenden Worten (Der Christliche Glaube: Eine Einführung, R. Brockhaus, 2010, S. 13):

„Am Anfang schuf Gott..Diese ersten Worte der Bibel sind mehr als nur der Einstieg in die Schöpfungsgeschichte oder das erste Buch Mose (Genesis). Sie bieten den Schlüssel für unser Verständnis der ganzen Bibel. Sie besagen, dass in einem in der Bibel begründeten Glauben Gott die Initiative ergreift.

Die Sache ist die: Wir können Gott niemals überraschen, geschweige denn ihm zuvorkommen. Er macht immer den ersten Schritt. Er steht immer „am Anfang“. Bevor es uns gab, war Gott schon am Werk. Bevor wir uns auf den Weg machen, um Gott zu suchen, geht Gott uns schon entgegen. Es geht in der Bibel nicht darum, dass Menschen versuchen, Gott zu entdecken, sondern dass Gott sich nach uns ausstreckt, um uns zu finden.

Viele stellen sich einen Gott vor, der bequem auf einem fernen Thron sitzt – unnahbar, reserviert und desinteressiert. Ein Gott, der sich nicht wirklich um unsere Belange kümmert und den man erst bedrängen muss, damit er sich unseretwegen um etwas bemüht. Doch ist solch eine Sichtweise ganz und gar falsch. Die Bibel zeigt uns einen Gott, der schon lange die Initiative ergriffen hatte, bevor die Menschen überhaupt nur daran dachten, sich ihm zuzuwenden. Während sie noch in der Dunkelheit verloren und in ihren Sünden versunken waren, hat er die Initiative ergriffen und ist von seinem Thron aufgestanden. Er hat seine Herrlichkeit abgelegt und sich erniedrigt, um die Menschen zu finden.

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John Stott: Deep Work

Mark Meynell, ein ehemaliger Mitarbeiter von All Souls in Langham (England), berichtet darüber, wie John Sott (1921–2011) seine Vormittage verbracht hat: 

Es war Stotts lebenslange, tägliche Praxis, früh aufzustehen, um eine beträchtliche Zeit im Gebet zu verbringen und dann vom Frühstück bis zum Mittag an seinem Schreibtisch zu arbeiten. Diese Studienzeit war unantastbar. Frances [Stotts Sekretärin, R.K.] beschrieb mir einmal, wie beschämt sie sich gefühlt habe, als sie es bei einer Gelegenheit für nötig empfunden hatte, ihn zu unterbrechen, nachdem jemand mit einer dringenden Frage angerufen hatte (sie konnte sich nicht erinnern, was es war). Als sie die Tür öffnete, brütete Stott gerade über einem Buch, die Ellenbogen auf den Tisch gestützt und den Kopf in den Händen. Ohne seine Position zu verändern drehte er den Kopf und murmelte etwas wie „Sie haben keine Ahnung, wie schwierig es ist, wenn mein Gedankengang unterbrochen wird“. Es blieb das einzige und letzte Mal, dass sie Stott in seiner Studienzeit unterbrach.

Dies war das Geheimnis seiner Klarheit in der Lehre. Sie kam selten in Form von Geistesblitzen, sondern war hart erkämpft und wurde durch ständiges geistliches Ringen geschärft. Nur durch mühsame Anstrengung entstand seine scheinbar mühelose Klarheit.

Mehr: www.evangelium21.net.

Fragmente aus biblischen Zeiten

Die SZ meldete am Dienstag, wie andere Medien auch, dass in Israel Forscher Münzen, einen Korb und Fragmente einer fast 2000 Jahre alten Schriftrolle gefunden haben. Die Schriftrolle enthält biblische Texte in griechischer Sprache verfasst. Peter Münch meldet aus Tel Aviv (Israel):

In einer Höhle nahe des Toten Meers haben israelische Forscher einen archäologischen Schatz geborgen. Als wichtigste Fundstücke gelten dabei nach Angaben der nationalen Altertumsbehörde die Fragmente einer fast 2000 Jahre alten Schriftrolle mit biblischen Texten auf Griechisch. In der gleichen Gegend waren vor rund 60 Jahren durch Zufall die sogenannten Qumran-Rollen mit den ältesten bekannten Bibeltexten gefunden worden, die zu den wichtigsten archäologischen Entdeckungen des 20. Jahrhunderts gezählt werden.

Hier ein DLF-Bericht dazu:


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Wage es nicht, dich genderkritisch zu äußern

Der Berliner Sozialphilosoph Robin Celikates ist Dauergast beim Deutschlandfunk und hat vor einigen Tagen davon gesprochen, dass in Deutschland selbst ernannte „Verteidiger der Wissenschaftsfreiheit ideologische Nebelkerzen werfen und vom vermeintlichen Siegeszug von Political Correctness, Cancel Culture und Identitätspolitik fabulieren“. Kurz: Wer an den Universitäten die Meinungsfreiheit bedroht sieht, „reproduziert ein gefährliches Muster“.

Leider liegt Celikates völlig daneben, wie ich hier im Blog schon oft belegt habe. Über ein jüngstes Beispiel informiert die heutige Ausgabe der FAZ. Die Verteidiger der Diversität haben eine Kampagne gegen die Philosophin Kathleen Stock gestartet, weil sie sich zusammen mit vielen anderen erlaubt zu behaupten, die trans­ak­ti­vis­ti­sche Vorstel­lung einer ange­bo­re­nen nichtbiologischen Geschlechts­iden­ti­tät sie falsch.

Die FAZ scheint (17.03.2021, Nr. 64, S. N4):

Denn derselbe Robin Celikates hat sich im Januar mit rund 600 anderen Dozenten aus dem In- und Ausland an einer privat orchestrierten Attacke beteiligt, die als „Offener Brief gegen Transphobie in der Philosophie“ euphemisiert war, sich aber einzig gegen eine Wissenschaftlerin richtete: die Britin Kathleen Stock. Die an der University of Sussex lehrende Professorin für analytische Philosophie gehört gemeinsam mit ihren Kolleginnen Sophie Allen, Mary Leng, Jane Clare Jones, Rebecca Reilly-Cooper und Holly Lawford-Smith zu den Protagonistinnen des genderkritischen Feminismus, der im akademischen Rahmen die Grundüberzeugungen des Gender-Paradigmas revidiert.

Die Denkerinnen widersprechen der transaktivistischen Vorstellung, dass es eine „angeborene Geschlechtsidentität“ gebe, der das biologische Geschlecht ohne medizinischen Befund anzupassen sei. Solche Einwände werden als „transphob“ abgetan, was in manchen Milieus als fast noch niederträchtiger als eine für „rassistisch“ befundene Aussage gilt. Um sich das Stigma der „Transphobie“ einzufangen, reicht es, die gegengeschlechtliche Hormoneinnahme bei Vierzehnjährigen oder die angeblich „inklusiv“ gemeinte misogyne Bezeichnung „Menstruierende“ für Frauen abzulehnen. Wer einmal als „transphob“ gescholten wurde, muss mit Dauerattacken und immensen Reputationsschäden rechnen.

Ein weiterer Absatz zeigt, wie schlimm es um die Wissenschaftsfreiheit bestellt ist:

Unter den Unterzeichnern des verleumderischen Schreibens finden sich nun zahlreiche Namen von Philosophie-Dozenten und -Doktoranden aus Deutschland. Tätig sind sie unter anderem an der FU und HU Berlin, der Ruhr-Universität Bochum, der LMU München, den Universitäten Augsburg, Bielefeld, Erfurt, Hannover, Köln, Konstanz, Leipzig, Münster, Potsdam, Tübingen sowie an der RWTH Aachen. Sie beteiligten sich an einer orchestrierten Aktion gegen eine Einzelne, was zugleich unmissverständlich kommunizierte: Wage es nicht, dich genderkritisch zu äußern, denn damit legst du dich mit Hunderten von uns an, quer durch ebenso viele Institutionen in mehreren Ländern.

Einfalt statt Vielfalt

Alexander Zinn war von 1996 bis 2010 Pres­se­spre­cher und Geschäfts­füh­rer des Lesben- und Schwu­len­ver­bands. Ich bin ihm dankbar, dass er in der heutigen FAZ-Ausgabe darlegt, dass die einschlägigen Verbände inzwischen ins Fahrwasser der Identitätspolitik geraten sind und zunehmend totalitärer auftreten. 

Er schreibt (FAZ, 16.03.2021, Nr. 63, S. 11):

Die seit eini­gen Jahren zu beob­ach­ten­de Orien­tie­rungs­lo­sig­keit der Inter­es­sen­ver­bän­de hat sie zu einem leich­ten Opfer radi­ka­ler Ideo­lo­gen werden lassen. Prag­ma­ti­sche Poli­tik­an­sät­ze wurden zurück­ge­drängt, statt­des­sen über­nah­men Akteu­re das Ruder, die in den akade­mi­schen Blasen der Univer­si­tä­ten in Fragen von Queer-Theory, Post­ko­lo­nia­lis­mus und inter­sek­tio­na­ler Diskri­mi­nie­rung geschult worden sind. Mangels ande­rer Berufs­aus­sich­ten drän­gen sie bevor­zugt in Nicht­re­gie­rungs­or­ga­ni­sa­tio­nen und Medien, wo sie in den letz­ten Jahren an vielen Stel­len tonan­ge­bend wurden. Im „ideo­lo­gi­schen“ Gepäck haben sie all jene Vorstel­lun­gen, die viele wie Caro­li­ne Fourest in ihrem Buch „Gene­ra­ti­on Belei­digt“ als links­iden­ti­tär bezeich­nen: Die Redu­zie­rung der komple­xen moder­nen Gesell­schaf­ten auf ein triba­lis­ti­sches Konzept iden­ti­tär bestimm­ter Grup­pen, die für sich eine „ange­mes­se­ne“ Reprä­sen­tanz fordern, was letzt­lich nur in einer neuen Form des Stän­de­staa­tes enden kann … Wie regres­siv die links­iden­ti­tä­ren Konzep­te sind und wie wenig sie noch mit der Vision einer Gesell­schaft freier Indi­vi­du­en zu tun haben, in der jeder nach seiner Façon glück­lich werden kann, haben in der LGBTI-Bewe­gung bislang nur die wenigs­ten verstan­den. Dabei lässt sich kaum über­se­hen, dass mit der neuen „Iden­ti­täts­po­li­tik“ hoher Konfor­mi­täts­druck einher­geht.

Auch diesen Satz finde ich klasse: „Dass die Welt nicht nur aus Freund und Feind besteht und es auch wohl­wol­len­de Kritik aus der Mitte der Gesell­schaft geben könnte, scheint für einige Akteu­re unvor­stell­bar zu sein.“

Rückbesinnung auf die Heiligkeit Gottes

Https cdn evbuc com images 123244435 423116324693 1 originalIn diesem Interview habe ich mit Alexander Reindl, dem Geschäftsführer von Evangeliums21, über die anstehende E21-Hauptkonferenz gesprochen, die vom 22.–24. April als Hybrid-Konferenz geplant wird. Wir freuen uns auf die Konferenz mit Dr. Stephen Nichols (Ligonier Ministries) sowie Dr. Michael Reeves (Union School of Theology). 

Der erste Teil des Gesprächs behandelt vor allem organisatorische Fragen, denen im Kontext der Corona-Maßnahmen eine herausgehobene Stellung zukommt. Wir können ja nicht, wie sonst, eine Konferenz mit über 1000 Leuten vor Ort austragen. 

Im letzten Drittel des Interviews spricht Alexander darüber, welche Bedeutung das Konferenzthema „heilig“ für ihn hat. Ich empfehle, dort mal reinzuhören (besonders ab Minute 17:00):

 

Für die Konferenz, für die in diesem Jahr keine Teilnahmegebühren eingenommen werden, kann man sich hier anmelden: www.eventbrite.de.



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