Theologie

Leerformel

Der Präses des Evangelischen Gnadauer Gemeinschaftsverbandes erörterte auf der Mitgliederversammlung des Dachverbandes die »Bibelkritik von rechts«:

Nach Ansicht Morgners drücken Begriffe wie bibelgläubig, bibeltreu und schriftgläubig nicht nur hohen Respekt gegenüber der Heiligen Schrift aus, sondern signalisieren auch eine Schwerpunktverlagerung: Die Bibel bekomme für den Glauben denselben Stellenwert wie Jesus Christus. Die Vertreter dieser Überzeugung konzentrierten sich auf den Nachweis, dass die Bibel keine Fehler und Widersprüche enthalte. Damit werde die Bibel zu einem Buch degradiert, dessen Geheimnisse man mit Hilfe der Vernunft entschlüsseln könne. »Das ist Bibelkritik von rechts«, so Morgner.

Ob er sich wohl selbst verstanden hat?

Hier der vollständige Beitrag: www.idea.de.

Eine neue Umwelt des Neuen Testamentes

51mv7CWrurL._SL160_.jpgDer Verlag Zondervan hat eine neue »Umwelt« zum Neuen Testament veröffentlicht. Das Buch wurde von Gary M. Burge, Lynn H. Cohick und Gene L. Green vom Wheaton College erarbeitet.

Wegen der guten didaktischen und gestalterischen Aufmachung wird das Buch von NT-Experten bereits geschätzt.

Craig L. Blomberg vom Denver Seminary schreibt:

… one of the best introductions and surveys in recent times. Remarkably attractive in its layout, with color pictures, color pictures, charts, diagrams and sidebars galore … If it’s backgrounds you want to highlight in a one-semester introduction to the New Testament, this is the text to assign.

Scot McKnight von der North Park University und Betreiber des Blogs Jesus Creed, bekennt:

… for years I have searched in vain for a book that would introduce students to the New Testament – with clear outlines, graphic images, historical contexts, timelines, maps, and bibliographies. My search is over; this is that book.

Eine PDF-Datei, die Titelei, Inhaltsverzeichnis und einen Beispieltext enthält, kann hier herunter geladen werden: www.zondervan.com.

Das Buch:

wird nach Angaben des Verlages ab März ausgeliefert.

Einkaufsmöglichkeit

Der Evangelikalismus und die Schrift

41mKuUdnXTL._SL160_.jpgGreg Beale’s neues Buch The Erosion of Inerrancy in Evangelicalism ist vor wenigen Wochen bei Crossway erschienen.

Beale ist Professor für Neues Testament am Wheaton College. Als exzellenter Exeget und reformierter Theologe weiß er um die Bedeutung einer belastbaren »Lehre von der Heiligen Schrift« und untersucht die aktuellen Trends in den evangelikalen Kreisen.

Der Verlag schreibt über das Buch:

Examines recent postmodern efforts to redefine the traditional evangelical view of scriptural authority and counters with sound logic that supports inerrancy.

Due to recent popular challenges to evangelical doctrine, biblical inerrancy is a topic receiving an increasing amount of attention among theologians and other scholars. Here G. K. Beale attempts vigorously and even-handedly to examine the writings of one leading postmodernist, Peter Enns, whose writings challenge biblical authority. In support of inerrancy, Beale presents his own set of challenges to the postmodern suppositions of Enns and others.

How can the Bible be historically inaccurate while still serving as the authoritative word on morality and salvation? Beale concludes that it cannot, and his work will aid all who support biblical inerrancy in defending their position against postmodern attacks. This is an issue that affects the entire body of Christ.

Das Reformed Forum hat eine Gesprächsrunde zum Buch aufgezeichnet. Beale erklärt dort, warum er das Buch geschrieben hat und weshalb es wichtig ist, sich mit dem Thema auseinander zu setzen. Die mp3-Datei mit dem ca. 42 Minuten-Gespräch kann hier herunter geladen werden: www.reformedforum.org.

Vor allem lege ich evangelikalen (und reformierten) Theologen nahe, das Buch von Greg Beale selbst zu lesen:

Einkaufsmöglichkeit

Why We’re Not Emergent

DeYoung+-+URC-MSU+Website+-+2009+-+01-07.JPGKevin DeYoung, Pastor an der »University Reformed Church« und Co-Autor des Buches Why We’re Not Emergent, hat einen eigenen Blog eröffnet: www.revkevindeyoung.com.

Das Buch von Kevin DeYoung und Ted Kluck gehört zu den den Top 10 beim Christianity Today Book-Award 2009. Christianity Today schreibt dazu:

WWNE - Small Cover - Moody.jpgDeYoung and Kluck use Scripture carefully and even mix in some humor in this thoughtful critique. They also manage to express what is attractive about the emerging movement in a way an older generation can understand!

Die Literaturangaben zum Buch:

Einkaufsmöglichkeit

VD: JT

Machte ein Übersetzungsfehler Maria zur Jungfrau?

180px-Stefan_Lochner_007.jpgGernot Facius hat unter Berufung auf einige Theologen, die jüngst die Herausgabe einer Deutschen Septuaginta besorgten, die alte These wiederbelebt, nach der die Jungfrauengeburt des Gottessohnes bei der griechischen und ägyptischen Mythologie erschlichen und durch einen Übersetzungsfehlers kultiviert wurde.

Er schreibt er am 28. Februar 2008 in seinem Beitrag »Übersetzungsfehler machte Maria zur Jungfrau« für DIE WELT:

Ohne die Septuaginta ist das Motiv Jungfrauengeburt nicht zu verstehen. Im (älteren) hebräischen Bibeltext heißt es noch beim Propheten Jesaja im 7. Kapitel: »Darum wird der Herr selbst euch ein Zeichen geben: siehe, die junge Frau wird schwanger werden und einen Sohn gebären. Und sie wird ihn Immanuel nennen.“

In der Septuaginta ist unter Jesaja 7 zu lesen: »Darum wird der Herr selbst euch ein Zeichen geben: sie, die Jungfrau wird schwanger sein und einen Sohn gebären. Und du wirst ihm den Namen Emmanuel geben.«

Der Unterschied sticht ins Auge. In der hebräischen Textfassung spricht der Prophet von einer »jungen Frau«, die einen Sohn gebären wird. In der Septuaginta wird die »junge Frau« mit dem griechischen Wort »parthenos« übersetzt – es steht für »Jungfrau«.

Im ägyptischen und hellenistischen Mythos war die Vorstellung einer wunderbaren göttlichen Zeugung nichts Ungewöhnliches. So war göttliches Eingreifen in die Geschicke der Menschen zu verdeutlichen, noch mehr die göttliche Legitimität von Herrschern zu beweisen.

»Bei hellenistischen Königen«, schreibt der Bamberger Theologe Volker Eid, ein Kenner Israels und der christlichen Archäologie, „»war es nicht unüblich, sich auf göttliche Zeugung zu berufen und so eine despotische Herrschaft zu begründen.?

Als unter heidenchristlichem Einfluss die Gottessohnschaft Jesu immer stärker betont wurde, lag die hellenistisch geprägte Vorstellung nahe, Jesus sei durch göttliches Einwirken empfangen und ungeschlechtlich-jungfräulich geboren worden.« Es ist der Evangelist Matthäus, der die Vorstellung von der Jungfrauengeburt, die aus dem griechischen Judentum Syriens stammen dürfte, aufgreift und damit der christlichen Theologie eine Richtung weist.

Klaus Berger ist mit dieser Behauptung gar nicht einverstanden. Unter dem Titel »Bei Jungfrau Maria zählt die geistliche Wahrheit« veröffentlichte heute DIE WELT seine Entgegnung.

Bergers Argumentation erinnert an Überlegungen, die ich vor vielen Jahren in einer Vorlesung bei Carsten Peter Thiede vernommen habe. Das hebräische ›alma‹ ist kein Fachausdruck für virgo intacta, kann aber durchaus ›Jungfrau‹ bedeuten. (Übrigens kann das hebräische ›betula‹ auch so viel wie ›junge Frau‹ heißen (vgl. Dtn 32,25), obwohl es meist für ›Jungfrau‹ steht, vgl. z.B. Gen 24,16 oder Lev 21,3).

Berger schreibt:

Nun aber zu dem Zitat beim Propheten Jesaja selbst (in Kap 7, Vers 14). Im hebräischen Text ist da die alma genannt, zu deutsch eine junge Frau. Das kann alles heißen, auch Jungfrau. Doch man bedenke: Nach Jesaja soll das ein besonderes Zeichen Gottes sein, dass eine alma empfängt und ein Kind bekommt.

Nun ist bekannt, dass zu über 99% aller Kinder von jungen Frauen empfangen und geboren werden. Worin soll das Besondere, das Zeichen, liegen, wenn lediglich eine junge Frau ein Kind bekommt? Das wäre kein Zeichen, sondern normal. Der Sinn dieser Schriftstelle bei Jesaia [sic] wäre damit schon nach dem hebräischen Wortlaut verpufft.

Klaus Berger bleibt insgesamt – wie so oft – zweideutig und mich kann seine Argumentation im Ganzen nicht überzeugen (wen wundert es, vgl. hier). Doch leuchtet mir diese Begründung ebenso gut ein, wie die folgende Erklärung:

Matthäus und Lukas lassen keinen Zweifel an der biologischen Gottessohnschaft Jesu. Darin waren sich Orthodoxe, Katholiken, reformatorische Christen und sogar Moslems stets einig – bis man eben seit dem 19. Jahrhundert grundsätzlich Gottes Wirken aus der Welt verbannen wollte und die biblischen Geschichten als Märchen erklärte.

John Frame: Einführung in die biblische Ethik

41ZWWQNM7XL._SL160_-1.jpgJohn M. Frame (geb. 1939, U.S.A.) unterrichtet derzeit als reformierter Theologe am Reformed Theological Seminary in Orlando (Florida, U.S.A.) Systematische Theologie und Philosophie.

In den nachfolgend aufgeführten Videolektionen (je ca. 6 Minuten) erklärt er die Grundlagen seiner Ethik. Eine gute Möglichkeit, sich einführend mit seinem Ansatz vertraut zu machen.

Als schriftliche Einführung in seine Ethik eignet sich besonders das Buch:

Ebenfalls erschienen ist inzwischen John Frames Ethik The Doctrine of the Christian Life.

Atheistische Kampagnen weiten sich aus

Wahrscheinlich gibt es keinen Gott – hört auf, euch Sorgen zu machen und genießt das Leben:

Dieser Spruch prangt inzwischen nicht nur auf zahlreichen Bussen in Großbritannien, sondern auch in Barcelona, mitten im katholischen Spanien. Und nicht nur dort trauen sich Atheisten inzwischen, ihre Überzeugung offen zur Schau zu stellen: In Italien und Kanada sind ähnliche Kampagnen in Planung. In Australien hat sich inzwischen eine »NoToPope Coalition« formiert, die nicht nur nein zum Papst sagt, sondern auch zum christlichen Glauben überhaupt.

Hier gibt es mehr: www.spiegel.de.

Generation Porno

Pornografie ist omnipräsent, schon bei Schülern. Heute muss man sie nicht mehr heimlich suchen, sie kommt von allein. Und sie findet dich.

»Was ist daran denn so schlimm?«, fragen viele.

Nebenbemerkung: Manchmal denke ich: »Wird es irgendwann einen Verein geben, der sich um eine menschenfreundliche, christliche Pornografie bemüht?« Die argumentative Begründung dieser neuen diakonischen Dienstleistung stelle ich mir so vor: »Zwar kommt der Begriff ›porneia‹ im Neuen Testament vor. Aber das Konzept, welches die Menschen damals mit dem Begriff verbunden haben, hat wenig mit dem zu tun, was wir heute unter Pornografie verstehen. Außerdem gab es damals weder Internet noch DVDs. Deshalb brauchen wir heute eine Pornografie mit einem christlichen Ethos!«

Aber zurück zum Thema: Pornographie verletzt die Seele und ihr Konsum macht auf die Dauer nicht nur süchtig, er verstellt den Zugang zum wirklichen Leben. Der Ethiker Thomas Schirrmacher vom Institut für Lebens- und Familienwissenschaften (Bonn) hat eine rapide abnehmenden Beziehungsfähigkeit unter jungen Menschen festgestellt. Grund dafür sei die sich ausbreitende sexuelle Verwahrlosung insbesondere unter Jugendlichen. Eine wesentliche Ursache für die mangelnde Beziehungsfähigkeit sieht er in einem ausufernden Pornokonsum selbst unter Kindern:

Im Internet oder auf Videos wird ihnen eine Welt vorgegaukelt, in der Frauen allzeit bereit sind und Männer sich nehmen, was sie wollen. Kinder nehmen so etwas dann für bare Münze, es prägt ihr Bild von einer Beziehung.

Wer wissen möchte (und starke Nerven hat), wie heute junge Leute Pornografie konsumieren, sollte sich diesen Artikel und dieses Interview im Stern durchlesen.

Außerdem empfehle ich zum Thema zwei ausgezeichnete Bücher:

Das Buch beschreibt die Erfahrungen, die die beiden Autoren während ihrer Arbeit mit Kindern in dem Sozial-Projekt »Die Arche« in Berlin gesammelt haben. Das Angebot richtet sich an Kinder und Jugendliche, die Ansprechpartner suchen oder Kontakt zu anderen Jugendlichen finden wollen. Die Autoren skizzieren die Lebensläufe und sexuellen Erfahrungen, die aus den Kindern das gemacht haben, was sie nun sind. Und diese Geschichten sind häufig sehr erschreckend und regen zum Nachdenken an.

Das andere Buch widmet sich der Internetpornografie:

Schirrmachers Buch setzt sich mit der Pornoindustrie auseinander und untersucht eingehend die Folgen der Internetpornografie und Pornografie auf die Psyche ihres Nutzers. Dafür hat er mehr als 1000 Quellen und Studien ausgewertet. Das Buch zeigt außerdem Lösungswege auf und enthält ein sehr ausführliches Literaturverzeichnis.

Origenes und die »Gerechtigkeit Gottes«

200px-origen3Lee Irons arbeitet gerade an seiner Promotion in Fachbereich Neues Testament am Fuller Theological Seminary. Im Rahmen seiner Studien ist er bei Origenes (185–254 n.Chr.) auf einen Text gestoßen, der Röm 3,21–22 und 10,3 im Lichte von 1Kor 1,30 auslegt. Demnach ist Christus – ganz im Sinne der Alten Paulusperspektive – die Gerechtigkeit Gottes.

Origenes kommentiert Röm 3,12 (Migne, Patrologiae Graecae, Bd. 14, Absatz 944):

We can now see what »righteousness« it is that has been manifested apart from natural law. It is the same which the apostle Paul says concerning Christ, that »he has been made unto us wisdom from God, and righteousness, and sanctification, and redemption.« Therefore, this righteousness of God, which is Christ, has been manifested apart from the natural law, but not apart from the law of Moses or the prophets. Natural law teaches us about equity among men or to know that there is a God. But that Christ is the Son of god, who is able to come to know this by nature? Therefore, apart from that law, the righteousness of God, which is Christ, has been manifested, testified to by the law of Moses and the prophets.

Doch ist Christus nicht nur Gottes Gerechtigkeit. Diese Gerechtigkeit Gottes wird all jenen frei geschenkt, die sich Jesus Christus im Glauben anvertrauen. Auf diese Weise, nicht durch Werke, werden gläubige Juden oder Griechen gerechtfertigt. Origenes (Absatz 945):

There is, he says, no distinction between Jews and Greeks, since all stand equally made under sin, as he had previously made clear, and now the righteousness of God, supported by the testimonies of the law and prophets, through faith in Jesus Christ is equally given to all … For that reason, the righteousness of God through faith in Jesus Christ coming to all who believe, whether they are Jews or Greeks, justifies those who have been purified from their prior crimes and makes them fit for the glory of God; and it makes them such, not by their merits, nor for their works, but freely offers glory to those who believe.

Hier die ganze Geschichte: www.upper-register.com/blog.

VD: JT

Weißes Haus: Politikwende in ethischen Fragen

Kurz nach der Vereidigung von US-Präsident Barack Obama am 20. Januar hat das Weiße Haus eine Politikwende in ethischen Fragen signalisiert. Erklärungen zur Abtreibung, zur Familienpolitik und zu Rechten von Homo-, Bi- und Transsexuellen wurden auf der Internetseite geändert. Die neue Regierung möchte durch mehrere Maßnahmen besonders einkommensschwache Familien stärken und gleichzeitig die traditionell ausgerichtete zivilrechtliche Politik der abgewählten Regierung korrigieren.

Weitere Informationen hier: www.idea.de.

Nach oben scrollen
DSGVO Cookie Consent mit Real Cookie Banner