Apologetik

Seminar: Das Evangelium für Atheisten

Das Europa des 21. Jahrhunderts ist im Kern pluralistisch und säkularisiert. Hat das Evangelium hier also keine Chance mehr? Am 8. Juli 2020 veranstaltet Daniel Vullriede vom Bibelseminar Bonn um 20.00 Uhr ein Seminar zum Thema: Das Evangelium für Atheisten. Teilnehmerbeitrag liegt bei 15,- Euro.

Hier geht es zur Anmeldung: zoom.us.

Was wir aus Entkehrungsgeschichten lernen können

Die Musikerin Alisa Childers hinterfragt die Entkehrungsgeschichten der prominenten Komödianten Ricky Schröder und Ralph Macchio und zeigt, dass nicht die Argumente, sondern die medialen Vermarktungen zählen. 

Nachdem er das Christentum auseinandergenommen hatte, hatte Rhett allerdings keine glaubhafte Alternative zur Erklärung der Wirklichkeit anzubieten. Er sprang quasi nicht vom christlichen Boot in ein anderes, sondern in ein „Meer der Ungewissheit“. An die Stelle seines Christseins sind nun, nach seinen eigenen Worten, „Offenheit und Neugierde“ getreten. Er beschreibt, wie befreiend das Loslassen des „Appetits auf Gewissheit“ gewesen sei. Dem aufmerksamen Beobachter wird nicht entgangen sein, dass Rhett einfach die eine Weltanschauung durch eine andere ersetzt hat, namentlich das Christentum durch die Postmodernität mit all ihrer Skepsis, der Ablehnung absoluter Werte und ihrem Relativismus.

Hier: www.evangelium21.net.

Tim Keller schwer erkrankt

Tim Keller gab gestern bekannt, dass bei ihm Bauchspeicheldrüsenkrebs (Pankreaskarzinom) diagnostiziert wurde. TC schreibt:

Timothy Keller
Tim Keller (Bild: Wikipedia)

Tim Keller bat seine Follower [bei Twitter] um Gebet, da er mit der Chemotherapie gegen Bauchspeicheldrüsenkrebs beginnt. Der beliebte christliche Autor und Pastor gab die Nachricht von seiner Diagnose in einem Update auf Instagram und Twitter am Sonntagmorgen bekannt. „Vor weniger als drei Wochen wusste ich nicht, dass ich Krebs habe“, schrieb Keller. „Heute gehe ich zum National Krebs-Institut der National Institutes of Health, um weitere Tests durchzuführen, bevor ich nächste Woche in New York City mit der Chemotherapie gegen Bauchspeicheldrüsenkrebs beginne.“

Ein Grund, in der Fürbitte an ihn und seine Familie zu denken.

Erst am Wochenende hat Evangelium21 einen Artikel von Tim Keller veröffentlicht, in dem er sich dazu äußert, wie der postchristliche Westen wieder mit dem Evangelium erreicht werden kann. Er schreibt dort:

Wir betreten eine neue Ära. Christ zu sein bringt nicht nur keinen sozialen Nutzen mehr, sondern es kostet tatsächlich einen sozialen Preis. Vielerorts wird unsere Kultur zunehmend glaubensfeindlich und bei immer mehr Menschen schwindet der Glaube an Gott, Wahrheit, Sünde und das Leben nach dem Tod. Unsere Kultur produziert somit Leute, für die das Christentum nicht nur anstößig ist, sondern schlichtweg unbegreiflich.

Gemeindeleiter müssen daher neue Wege finden, um Menschen zu erreichen, die weit davon entfernt sind, es überhaupt nur in Betracht zu ziehen, zur Kirche zu gehen, und die noch nicht einmal die grundsätzlichsten Lehren des Christentums glauben. Und wir müssen Wege finden, wie wir inmitten dieser ganz anderen Kultur Menschen als Gemeindeglieder und Christen prägen können. Lasst uns das die „nach außen gerichtete Bewegung“ und die „nach innen gerichtete Bewegung“ einer missionarischen Begegnung mit der westlichen Kultur nennen.

Um es klarzustellen: Eine missionarische Begegnung ist alles andere als ein Rückzug in kleine Gemeinschaften, die von der Kultur losgelöst sind und kaum Verbindungen zum Rest der Gesellschaft pflegen. Eine missionarische Begegnung ist auch nicht darum bemüht, politische Macht zu gewinnen, um christliche Standards und Glaubenssätze einer unwilligen Bevölkerung aufzuzwingen. Und es geht ihr auch nicht darum, relevant zu sein – also die Gemeinde weitestgehend an die Kultur anzupassen, um von dieser assimiliert zu werden.

Stattdessen sucht eine missionarische Begegnung das Verbindende (anders als die Rückzugsstrategien), konfrontiert dabei allerdings (anders als die Assimilationsstrategien), was dazu führt, dass Leute tatsächlich bekehrt werden (anders als bei allen anderen Strategien, die Strategie der politischen Übernahme eingeschlossen). Eine Gemeinde, die eine missionarische Begegnung sucht, behält ihre Besonderheit bei (was das Ziel des Rückzugsansatzes ist), ist ihren Nächsten häufig eine Ermutigung und stets bemüht, ihnen zu dienen (was das Ziel des Assimilationsansatzes ist), und ruft die Leute zur Buße und Veränderung auf (was der Ansatz der politischen Etablierung möchte).

Mehr: www.evangelium21.net.

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Ravi Zacharias (1946–2020)

Ravi ZachariasDer Apologet Ravi Zacharias starb am Dienstag, zwei Monate nachdem er bekannt gegeben hatte, dass bei ihm Krebs diagnostiziert worden war. Er wurde 74 Jahre alt. Der beliebte Schriftsteller und christliche Lehrer war durch Ravi Zacharias International Ministries (RZIM) für seine Arbeit bekannt, die sich auf apologetische Argumente für die Existenz Gottes und die Vernünftigkeit des Christentums konzentrierte. In seiner 48-jährigen Karriere predigte er in mehr als 70 Ländern und verfasste mehr als 30 Bücher. Er lehrte Christen, sich mit Skeptikern auseinanderzusetzen, und argumentierte, dass die christliche Weltanschauung robuste Antworten auf die existentiellen Fragen der Menschheit hat.

Hier geht es zur ausführlichen Meldung von CT: www.christianitytoday.com.

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Nachtrag vom 12.02.2021: Obwohl wir die bedrückenden Enthüllungen zum sexuellen Missbrauch in den Kommentaren bereits diskutiert haben, hier der ergänzende Verweis auf einen Artikel bei idea und einen ausführlichen und sehr aktuellen Beitrag bei CT. Außerdem der Hinweis auf diesen Kommentar: www.evangelium21.net.

Wir feiern heute den „Tag der Erde“: Zeit, Buße zu tun

Hugh Roberts hat einen bemerkenswerten Artikel zum „Tag der Erde“, der am 22. April begangen wird, in der NYT veröffentlicht. In „Dieser Tag der Erde, wir sollten Buße tun“, plädiert er dafür, dass die Völker der Erde die Natur um Vergebung bitten.

Es ist ein interessanter Text aus mindestens zwei Gründen. Zum einen stemmt sich Roberts, der früher bei den Vereinten Nationen gearbeitete hat, gegen die postmoderne Vorstellung, Natur sei nur ein soziales Konstrukt. Nein! Wenn wir gewisse Grundsätze missachten, führt das zu echten und nicht nur zu scheinbaren Problemen. Wir können also nicht einfach so leben wie wir das wollen. Zum anderen illustriert der Essay sehr schön, dass der Kampf für den Umweltschutz so etwas wie eine säkularisierte christliche Erzählung aufnimmt. Hugh Roberts spiegelt das nicht nur indirekt, sondern geht direkt darauf ein, wenn er schreibt:

Natürlich wird es Einwände geben. Zum Beispiel: Alles, was auch nur im Entferntesten der Buße ähnelt, muss ein bedrückendes Relikt des Christentums sein und sollte daher disqualifiziert werden. Dies wäre ein folgenschweres Argument. Erstens würde es uns daran hindern, jemals wirklich etwas zu bereuen. Zweitens würde es viele der Hauptgrundsätze der säkularen westlichen Gesellschaft disqualifizieren, die eindeutig dem Christentum entlehnt sind oder wiederverwendet werden. Die Idee einer universellen, linearen Bewegung zur Erlösung ist einzigartig jüdisch-christlich.

VD: WH

Notwendige Begriffsklärungen

Francis Schaeffer schrieb 1975 (dt. Der Schöpfungsbericht, 1976, S. 7) etwas über die Bedeutungsabwertung von Begriffen:

Manche Wörter haben heute eine solche Bedeutungsabwertung erfahren, daß man oft auf schwerfällige Begriffe ausweichen muß, um eindeutig verständlich zu machen, was man meint. So kann das Wort »Tatsache« heute alles oder nichts bedeuten. Wer von »Tatsachen« spricht, kann damit nichts weiter als nicht verifizierbare »religiöse Wahrheit« meinen, und deshalb müssen wir um der Klarheit willen einen unschönen Begriff wie »bruta facta« benutzen (nur ungenau zu übersetzen mit »nackte Tatsachen). Mit »bruta facta« meinen wir nicht irgendein kartesianisches Konzept von »ewigen Tatsachen«. Es gibt keine Tatsachen über oder hinter Gott, ebensowenig wie es eine Ethik oder Werte über oder hinter Gott gibt. Es gibt keine autonomen Tatsachen, die unabhängig von Gott existieren. Aber nachdem Gott etwas geschaffen hat, besitzt dieses Geschaffene objektive Wirklichkeit. Und weil Gott die Geschichte mit ihrer Bedeutung in Raum und Zeit geschaffen hat, besitzt auch das, was sich in der Geschichte vollzieht, objektive Wirklichkeit.

Die Geschichtlichkeit des Sündenfalls ist hier ein treffendes Beispiel. Der geschichtliche Sündenfall ist keine Interpretation, er ist ein »brutum factum«. Hier bleibt kein Raum für Hermeneutik, wenn Hermeneutik in diesem Fall bedeutet, daß der Sündenfall als tatsächliches Geschehen (im Sinne eines »brutum factum«) wegerklärt wird. […] Es ist eine logisch begründete Aussage über ein geschichtliches, in Raum und Zeit geschehenes »brutum factum«. Vor dem Fall gab es die Zeit, und es gab eine Geschichte in Raum und Zeit; und dann wandte sich der Mensch aufgrund einer freiwilligen Entscheidung von seinem angemessenen Bezugspunkt ab, und damit verursachte er einen ethischen Bruch – der Mensch wurde abnorm.

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Die Bibelfrage

Francis Schaeffer schrieb 1975 (dt. Der Schöpfungsbericht, 1976, S. 7):

Meiner Überzeugung nach ist die entscheidende Frage, die die Evangelikalen in den nächsten Jahren durchdiskutieren müssen, die Frage nach ihrer Stellung zur Heiligen Schrift. Daran wird sich erweisen, ob der Evangelikalismus evangelikal bleiben wird.

Ranald Macaulay: Die Krise des Evangelikalismus

Ranald Macaulay hat mit EVANGELICALS NOW über die Krise des Evangelikalismus gesprochen. Hier ein Auszug:

Die Kirche befindet sich an einem kritischen Punkt der Geschichte. Die gesamte Kultur rast auf einer gefährlichen Schiene: Sie glaubt nicht an die Existenz Gottes; Jesus ist völlig irrelevant, nur eine Geschichte aus dem ersten Jahrhundert in Palästina. Ich nenne das manchmal das „Plausibilitätsproblem“ – die Botschaft des Christentums scheint unserer Kultur einfach nicht einleuchtend zu sein. Gleichzeitig haben wir eine Technologie, die sich mit einer Million Meilen pro Minute weiterentwickelt. Das beschleunigt die Wirkung des „Plausibilitätsproblems“ ganz erheblich.

Was den Ernst der Situation, der wir uns gegenübersehen, ausmacht, ist die „doppelte Verwirrung“ dieser beiden Dinge: die wahrgenommene Unwahrscheinlichkeit des Christentums und die Auswirkungen der Technologie.

Ein Beispiel für die beschleunigende Wirkung der Technologie ist David Attenboroughs Enthüllung auf dem Planeten Erde II, dass Kunststoffe unsere Ozeane zerstören. Dies ist eine von unzähligen Arten, wie die Technologie die Welt verändert hat. Und es ist mit einer solchen Geschwindigkeit geschehen. Hinzu kommen die Auswirkungen von Fernsehen, Internet, Telefonen, sozialen Medien und so weiter.

Ich denke, das ist der Kern des Problems. Wir haben es hier mit der wahrscheinlich gravierendsten Veränderung in der Geschichte der Menschheit zu tun, die es je gegeben hat. Die Veränderungen, die sich intellektuell und praktisch vollzogen haben, sind seismisch. Die westliche Zivilisation sieht die Realität jetzt ganz anders, nicht mehr als eine „Schöpfung“, sondern als eine mechanische Sache. Die Technologie verschärft dies noch weiter, und zwar mit 100-facher Potenz. Das ist es, was die Postmoderne so mächtig macht. Trotz der Tatsache, dass ihr jede intellektuelle Kohärenz fehlt, ist die Stimmung der Postmoderne – ihre Atmosphäre, ihre Sorgen und die Geschwindigkeit des Wandels – sehr, sehr mächtig. Und die Richtung, in die sie geht, ist für den ganzen Planeten giftig. Sogar säkulare Schriftsteller sind besorgt. Nehmen Sie Douglas Murray, den Autor von The Strange Death of Europe, oder Leute wie Roger Scruton oder Melanie Phillips (die gerade eine Rede in Israel gehalten hat). Sie sind zutiefst beunruhigt darüber, wohin wir uns bewegen. Es ist sehr ernst.

Und, das ist der Punkt: Die Kirche scheint mir nicht sehr viel damit zu tun zu haben. Sie macht weiter, als ob sich nichts geändert hätte. Die meisten Evangelikalen scheinen den Kopf in den Sand zu stecken. Natürlich gibt es bemerkenswerte Ausnahmen, aber diese finden sich meist in überkirchlichen Organisationen. Im Großen und Ganzen scheinen sich die Kirchen selbst nicht über den Ernst der Lage im Klaren zu sein. Deshalb bin ich so beunruhigt.

Mehr: www.e-n.org.uk.

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Was ist nur mit den Evangelikalen los?

Die evangelikale Bewegung wirkt zunehmend zerrissen. Sie streitet um das Bibelverständnis und die Ausrichtung. Die Evangelische Nachrichtenagentur idea (Wetzlar) hat ein Gespräch zwischen Jürgen Mette und Thomas Jeising moderiert. Ich bin dankbar für die Stellungnahmen von Thomas Jeising: 

Dem Verlagsleiter zufolge nimmt ein Teil der Evangelikalen an der Krise der Volkskirchen teil. So schrumpften der Evangelische Gnadauer Gemeinschaftsverband (Vereinigung Landeskirchlicher Gemeinschaften), die Methodisten und Teile des Baptismus. Dazu komme eine Krise der Verkündigung. Teilweise würden Elemente des Evangeliums aufgegeben und zunehmend evangelikale Überzeugungen infrage gestellt. Die Bibel werde nicht gründlicher, sondern beliebiger gelesen. Jeising: „Der christliche Glaube hat Grenzen, und wenn man ihn verkünden will, dann muss man auch von diesen Grenzen reden, um nicht beliebig zu sein.“ Wenn beispielsweise auch evangelikale Theologen sagten, auf das leere Grab komme es gar nicht so sehr an, sei eine Grenze erreicht. Jeising forderte zudem, auch vom Zorn Gottes zu predigen. Diese Botschaft sei im Alten wie im Neuen Testament gleichermaßen vorhanden: „Wir können nicht einfach darüber schweigen, weil es nicht in die Zeit passt. Der Zorn Gottes hat noch nie in die Zeit gepasst.“

Mehr: www.idea.de.

Wunder, Jungfrauengeburt und Auferstehung – heute noch glauben?

Bei einem ideaHeute-Interview hat man ungefähr eine Minute, um sich mitzuteilen. Das kurze Zeitfenster zwingt, enorm komprimiert zu formulieren. Deshalb stelle ich hier die Folien zu dem dazugehörigen Vortrag „Wunder, Jungfrauengeburt und Auferstehung – heute noch glauben?“ zur Verfügung. Der Vortrag wurde am 27. Oktober auf der Bibelbund-Tagung 2019 gehalten.

Hier: Wunderkritik.pdf.

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