Wissenschaft

Der „Berg der Kreuze“

Der sogenannte Kreuzberg liegt in Litauen ca. 12 km nördlich der Stadt Šiauliai, an der Straße, die nach Riga führt. Es ist ein beeindruckendes Monument.

Da wir als Familie mehrere Jahre ganz in der Nähe gewohnt haben, bin ich oft dort gewesen, meist gemeinsam mit Touristen aus Deutschland. Einerseits betrübte mich der Gang durch die Doppelhügel, ist doch diese Stätte nicht nur Ausdruck der Sehnsucht nach Gott, sondern auch abergläubische Folklore. Andererseits stehen die Kreuze auch für den Widerstand der Litauer gegen das aufdringliche Sowjetregime. Noch heute löst der „Kryžių kalnas“ – wie die Litauer sagen –, bei mir zwiespältige Gefühle aus: Traurigkeit und Staunen.

Der DLF stellt den Kreuzberg mit einigen O-Ton-Beiträgen vor. Besonders gefällt mir das Statement des lutherischen Pfarrers Jonas Lioranèas am Schluss:

„Dieses Phänomen hat eine lange Geschichte. Anfang war als Kampf gegen sowjetisches Regime und jetzt bekommen das ein bisschen als Popkultur. Das ist ideenlos: Ehepaare gehen nach Trauung zum Kreuzberg. Das ist tatsächlich auch solch ein bisschen Pop.“

Hier noch einige alte Fotos. Mehr schöne Bilder aus Litauen gibt es bei Holger Lahayne: lahayne.lt.

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Kinseys Pädophile

Der Kinsey-Report über die Sexualität der Frau wird 60 Jahre alt. Die Presse feiert diesen Auslöser der sexuellen Revolution und berichtet meist auf der Grundlage eines dpa-Beitrages. Immerhin wird darin angedeutet, dass es bei der Kinsey-„Forschung“ nicht mit rechten Dingen zuging. So schreibt n-tv:

Die Kritik ist nicht verstummt. Religiöse und Feministinnen gehen in seltener Eintracht dagegen vor und Experten kritisieren, dass Kinsey seine Folgerungen über sexuelle Gefühle von Kindern auf die Erfahrungen eines Pädophilen stützte. War er besessen von Sex? Oder von der Forschung? Er ließ 2000 Männer sich vor der Kamera aufreiben, um herauszufinden ob Sperma spritzt oder tropft. Und er veranstaltete Gruppensex zwischen seinen Mitarbeitern, deren Ehepartnern und anderen Freiwilligen, und beobachtete das. Seine Frau klagte: „Seit mein Mann mit dem Sex angefangen hat, sehe ich ihn kaum noch.“

Die Wirklichkeit ist viel schlimmer. Kinsey stand regelmäßig in Kontakt mit pädokriminellen Lehrern, Eltern sowie mit pädophilen Organisationen innerhalb und außerhalb der USA. Die meisten Daten über das „sexuelle Verhalten“ von Kindern erhielt er von einem einzigen Mann: „Mr. Green“, der auch die „sechs Orgasmus-Typen“ bei Säuglingen und kleinen Jungen erfand. Heute wissen wir, dass Mr. Green ein bekannter Serienvergewaltiger war, der mehr als 800 Jungen und Mädchen sexuell missbraucht hatte.

Insbesondere Judith Reisman hat die „Forschungsarbeit“ Kinseys untersucht. Eine Zusammenfassung der Ergebnisse ist hier zu finden. Empfehlen möchte ich zudem die BBC-Dokumentation „Kinsey’s Pädophiles“ aus dem Jahr 1998. In der Dokumentation kommen ehemaliger Mitarbeiter zu Wort.

Betreuungswahn: „Ich bleibe lieber zu Hause“

Für Brigitte MOM erklärt eine Redakteurin, weshalb sie sich dafür entschieden hat, ihre Kinder zu Hause zu erziehen. Richtig: Was für Menschen der Betreuungswahn hervorbringt, werden wir erst in ein paar Jahren wissen. Erahnen können wir es jetzt schon.

Hier ein Auszug:

Ich bin in den Siebzigern geboren. Meine Mutter ist Apothekerin und richtete ihre Arbeitszeiten nach uns Kindern, nicht umgekehrt. Das hat auch keiner von ihr erwartet. Um eins war sie immer zu Hause. Dort gab es Mittagessen, dann Hausaufgaben und Holunderblütenmatsche.

30 Jahre später bin auch ich um eins zu Hause und koche. Wie herrlich altmodisch! Alles wie früher. Nur dass ich im Gegensatz zu meiner Mutter gar nicht arbeite, weil mich mit 15 Stunden pro Woche keiner will. Und noch etwas ist anders: Meine Töchter sind nachmittags die einzigen Kinder im Hof. Wie die ganz alten Menschen verschwinden auch die ganz jungen aus dem Stadtbild. Sie sind immer betreut. Die Alten im Heim, die Jungen im Kindergarten und in der Schule. Wohin führt dieser Weg? Dass wir irgendwann mit unbequemen Schreihälsen und Bettflüchtern gar nicht mehr umgehen können? Hauptsache, untergebracht und bespaßt? Kinder brauchen auch Leerlauf und Langeweile. Ein Gefühl, aus dem sie Kraft und Ideen schöpfen. Ich liebe dieses Gewurstel in den Kinderzimmern: Fünfmal hintereinander dasselbe Buch angucken, fünfmal hintereinander denselben Pfosten runterspringen, fünfmal hintereinander denselben Satz sagen – das ist das Privileg der Kindheit. Luxus, den sich viele Familien heute nicht mehr leisten können, ich weiß, wie gut wir es da haben.

Mehr: mom.brigitte.de.

VD: BK

John Lennox: Naturwissenschaft hat Gott nicht begraben

Prof. John Lennox hat zum Parlamentarischen Gebetsfrühstück in Großbritannien am 25. Juni 2013 eine Ansprache zur Schöpfungswissenschaft gehalten, die freundlicherweise von Cornelia Imming für Wort & Wissen übersetzt wurde. Lennox sagte:

Aber die Naturwissenschaft hat Gott nicht begraben. Ironischerweise war es die Bibel, die Europa mit dem Gedanken erfüllte, dass ein rationaler, intelligenter Gott das Universum geschaffen hat und erhält. Sie bereitete damit den Boden für die moderne Naturwissenschaft. „Menschen wurden wissenschaftlich, weil sie Gesetze in der Natur erwarteten, und sie erwarteten Gesetze in der Natur, weil sie an einen Gesetzgeber glaubten“ (C. S. Lewis). Der Glaube an Gott behinderte also Naturwissenschaft nicht – im Gegenteil, der Glaube war der Motor, der die Naturwissenschaft antrieb.

Trotzdem wird darauf bestanden, dass wir zwischen Gott und Naturwissenschaft wählen müssen. Aber das stimmt auf gar keinen Fall. Wir müssen nicht zwischen Gott und der Naturwissenschaft als Erklärung für den Kosmos wählen, so wie wir nicht zwischen Sir Frank Whittle und Naturwissenschaft als Erklärung für das Strahltriebwerk wählen müssen. Diese Erklärungen stehen nicht in Konkurrenz oder im Konflikt zueinander, sondern ergänzen sich – beide sind notwendig. Gott ist nicht dieselbe Art von Erklärung wie Naturwissenschaft. Gott ist die Erklärung dafür, warum es überhaupt ein Universum gibt, in dem Naturwissenschaft betrieben werden kann.

Deshalb gibt es nach wie vor hervorragende Wissenschaftler, die an Gott glauben; denn es gibt einen engen Zusammenhang zwischen der rationalen Verständlichkeit des Universums und der Rationalität Gottes.

Hier der vollständige Vortrag: d13-3.pdf.

Norbert Bolz: Die Krise des Bildungssystems

Bereits zum dritten Mal wurde der hoch dotierte Tractatus als Preis für philosophische Essayistik vergeben. Bei der feierlichen Verleihung im Rahmen des Philosophicum Lech bedankte sich der Preisträger Norbert Bolz, Medienwissenschaftler und Kulturphilosoph, mit einer pointierten Rede, die seinem Ruf als streitbarer Zeitgenosse wie auch dem Charakter eines Tractatus mehr als gerecht wurde. In seiner gleichermaßen überaus klugen wie pointierten Rede spricht Bolz über das deutsche Bildungssystem, über ‚Political Correctness‘ und die Folgen eines mehr und mehr erstarkenden konformistischen Zeitgeistes.

Zitat:

Die Wissenschaft ist längst in den Dienst des Gruppenkultus getreten. Und an dem typischen Campusphänomen der politischen Korrektheit kann man sehen, dass nicht mehr die Wissenschaft verfolgt wird, sondern sie selbst die Verfolgung des häretischen Geistes organisiert. An den Universitäten darf man heute dumm sein, aber man darf nicht von der Parteilinie abweichen.

Hier der Audiomitschnitt dieser ausgezeichneten Rede:

VD: LR

Steven Pinker: „Desaster des Postmodernismus“

Der Harvard-Professor Steven Pinker hat sich in dem Aufsatz „Science Is Not Your Enemy“ seinen Frust von der Seele geschrieben. Wie Telepolis meldet, plädiert er dafür, „dass sich Geisteswissenschaften vom ‚Desaster des Postmodernismus, mit seinem trotzigen Obskurantismus, seinem dogmatischen Relativismus und seiner erstickenden politischen Korrektheit‘ abwenden und der Naturwissenschaft zuwenden sollten, deren neue Erkenntnisse seiner Ansicht nach das Potenzial haben, andere Disziplinen zu befruchten.“

Weiter heißt es:

Dabei hätten die Geisteswissenschaften Pinker zufolge ein paar neue Ideen vonseiten der Naturwissenschaften bitter nötig: In den USA gehen die Studentenzahlen nämlich vielerorts zurück und die Absolventen solcher Fächer müssen sich zunehmend in schlecht bezahlten Jobs verdingen oder finden gar keine Arbeit. Neben antiintellektuellen Tendenzen in der US-Kultur und einer zunehmenden Kommerzialisierung der Universitäten sieht der Experimentalpsychologe die Ursache dafür auch bei den Fächern selbst: Sie hätten sich zu lange im postmodernen Dogmatismus ausgeruht und nichts wirklich Neues auf die Beine gestellt. Angeblich beklagen sich Hochschulleiter zunehmend, dass Geisteswissenschaftler immer nur Besitzstände wahren wollten, wenn sie mit etwas ankommen, während Naturwissenschaftler stets aufregende neue Projekte vorzuweisen hätten, wenn sie um Mittel ersuchen.

Nun ist der von Pinker verteidigte Szientismus sicher keine Antwort auf die Fragen der Zeit. Seine Analyse trifft den Nagel allerdings auf den Kopf und es mehren sich die Zeichen dafür, dass an den Universitäten der Widerstand gegenüber dem geistlosen postmodernen Dogmatismus wächst. Ich kann es den Studenten nur wünschen.

Esoterik hat Gesellschaft durchdrungen

Die EZW aus Berlin hat im August-Newsletter darüber informiert, dass die Esoterik an der sozialwissenschaftlichen Universität Wien (Österreich) eingezogen ist. Betroffen ist besonders das Institut für Kultur- und Sozialanthropologie. Die EZW schreibt:

Mit einem kritischen Artikel über das ethnologische Institut der Universität Wien hat die Ethnologin Krista Federspiel eine Debatte über Esoterik an der Universität ausgelöst. Sie bemängelte die unkritische Akzeptanz esoterischen Denkens im akademischen Kontext und zitierte dazu aus Diplomarbeiten und Dissertationen, in denen unwidersprochen „reifes Wasser“, „übernatürliche Wahrnehmung durch Yoga“, Astrologie, schamanistische Geisterbegegnungen u.ä. methodisch als Realitäten angenommen wurden, statt als Glaubenssysteme beobachtet und kritisch reflektiert zu werden. Eine Lektorin des Instituts habe in ihrer Dissertation von Verwandlungen von Quecksilber in Gold berichtet und eine Wissenschaft propagiert, in der die „Forscherin, das Erforschte und der Akt des Forschens verschmelzen“. Federspiel konstatierte: „So ist gleichsam ein ‚Wiener Hogwarts‘ entstanden.“ Als Türöffner für die beschriebenen Entwicklungen identifizierte die Autorin den kürzlich verstorbene Professor Manfred Kremser. Seit 1997 Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Parapsychologie und Grenzgebiete der Wissenschaft, war er 2001 als Professor an das ethnologische Institut berufen worden. Dort verhalf er der Parapsychologie zu „Akzeptanz und zu Reputation in akademischen Kreisen“, wie ein Nachruf lobend resümierte.

Dr. Funkschmidt erklärt für die EZW diese Entwicklung wie folgt: „Die Debatte offenbart, wie das gesellschaftliche Vordringen der Esoterik dazu geführt hat, das esoterische Überzeugungen auch bei Universitätslehrern hoffähig werden. Es fehlt hier eine kritische Reflexion der eigenen Methodik, wie sie die Theologie kennt – kein Kirchenhistoriker oder Exeget könnte etwa bei schlechter Quellenlage plötzlich den Heiligen Geist als Lückenbüßer und handelnde Person einführen.“

Der Beitrag „Mit Geisterforschung zum Doktortitel: Esoterik an der Wiener Universität“ von Krista Federspiel ist hier zu finden: derstandard.at.

VD: ET

Genderforschung – ein Riesenerfolg

Die Heinrich-Böll-Stiftung hat eine Broschüre veröffentlicht, in der vor Leuten gewarnt wird, die im Streit um Geschlechtergerechtigkeit diffamieren. Gewarnt wird etwa vor Gabriele Kuby und Gerhard Amendt. Ungefähr so: Wie kann eine Gesellschaft es zulassen, dass Kritiker der Gender-Politik ihre verleumderischen Argumente auch noch in den öffentlichen Medien präsentieren (vgl. z.B. Gender, Wissenschaftlichkeit und Ideologie, S. 62)?

Jan Fleischhauer wehrt sich:

Es scheint im Augenblick Mode zu sein, Listen von Leuten zu erstellen, von denen man sich als aufgeklärter Zeitgenosse besser fernhält, weil sie dem Fortschritt im Wege stehen. Vor ein paar Wochen hat das Umweltbundesamt die Namen bekannter „Klimawandelskeptiker“ veröffentlicht, deren Argumenten man nicht trauen darf. Jetzt sind die Gender-Leugner dran. Man mag solche Aufklärungsarbeit für einen eigenartigen Einsatz von Steuergeldern halten: Auch die Böll-Stiftung lebt fast ausschließlich von öffentlichen Mitteln, 45 Millionen Euro sind es im Jahr. Anderseits finden so eine Reihe von Menschen Beschäftigung, die es mit ihrer Qualifikation nicht leicht haben.

An den deutschen Universitäten gehören die Gender Studies zu den am schnellsten wachsenden Wissenschaftszweigen. Wie ich bei Harald Martenstein von der „Zeit“ gelesen habe, der dafür auch in der Böll-Studie steht, hat die Zahl der Gender-Professoren inzwischen locker die der Slawisten überflügelt: 173 Professuren hat Martenstein gezählt versus 100 bei den Philologen.

Universitär gesehen ist die Genderforschung also ein Riesenerfolg.

Mehr: www.spiegel.de.

Ein Gespräch mit David Berlinski

David Berlinski promovierte in Philosophie an der Princeton University. Er lehrte Philosophie, Mathematik und Englisch u.a. an der Stanford University, der Rutgers University, der City University of New York und der Sorbonne (für mehr Details siehe hier). Er arbeitet vor allem über Systemanalyse, Differentialtopologie, Theoretische Biologie, analytische Philosophie und Philosophie der Mathematik. Gemeinsam mit seinem Freund Marcel Schützenberger entwickelt Berlinski gegenwärtig eine mathematischen Kritik des Darwinismus. Sehr bekannt ist sein Buch The Devil’s Delusion: Atheism and Its Scientific Pretensions.

David Berlinski ist im Blick auf die Gottesfrage Agnostiker. Er besticht mit seiner Ehrlichkeit und mit dem Mut, über Dinge anders zu sprechen, als es gewöhnlich geschieht. Hier ein spannendes Gespräch über Wissenschaft, Evolution und den Neues Atheismus:

VD: JT

Im Untergrund von Jerusalem

In Jerusalem gibt es den schwersten Baustein der Welt – mehr als 13 Meter lang und mit einem Gewicht von 570 Tonnen ist er in einem Tunnel an der Klagemauer zu sehen. Ein Zeugnis einer 2000 Jahre alten Geschichte. Und dort im Untergrund gibt es noch viel mehr zu entdecken – zum Beispiel einen Marktplatz, auf dem Jesus gewesen sein soll.

Richard C. Schneider von der ARD hat wieder einmal einen sehr interessanten Beitrag produziert. Hier kann er abgerufen werden: www.tagesschau.de.

VD: JO

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