Franz Graf-Stuhlhofer hat sich eingehend mit „progressiven“ Argumenten zum Thema Homosexualität auseinandergesetzt. Hier zuteffenden die Schlussworte:
Wie gehen Christen damit um, dass die – als Mitteilung Gottes anerkannte – Bibelwichtige Einschränkungen auf sexuellem Gebiet auferlegt? Manche solcher Einschränkungen betreffen letztlich alle Christen, nämlich Ledige: In diesem Stand waren auch Verheiratete – bis zur Heirat – eine Zeitlang (manche jahrzehntelang). Außerdem gilt das für die Verwitweten nach dem Tod des Partners. Solche Einschränkungen lassen sich mit Leitplanken vergleichen: Autofahrer tun gut daran, sie zu beachten. Ähnliches gilt, im übertragenen Sinn, für Christen: Es ist wichtig, dass sie sich daran orientieren. Es fällt uns nicht leicht, die in vielen Fällen gebotene Enthaltsamkeit zu verwirklichen. Mitunter beschränken sich Christen darauf, jene Richtlinien Gottes einzuhalten, die uns als berechtigt einleuchten. Wenn wir ein Gebot nicht (ganz)verstehen, und wenn unser eigenes Empfinden in eine andere Richtung weist, sindwir stark gefordert. Aber gerade in solchen Fällen kann sich unser Vertrauen zu Gott erweisen, und wir können dieses Vertrauen einüben – mit Gottes Hilfe.
Die gesamte Untersuchung kann hier heruntergeladen werden: mbstexte200.pdf.
Wie gehen Christen damit um? Wie immer, ziemlich unterschiedlich. Einige die ich kenne, übergehen das, was uns Gott zu romantischen Beziehungen und Sexualität hat überliefern lassen irgendwann. Je danach, welche Situation vorliegt aus Einsamkeit, aus Verlangen oder aus Trotz über die scheinbar unerhörte Einmischung.
Gerne gesehen sind dann theologische Lehrer, die ihren Schritt unterstützen. Die Bibel sei veraltet, würde garn nicht über die „gute Form“ von Homosexualität berichten oder sei so sehr in spezielle Lebenslagen hineingeschrieben, dass man aus den Worten gar keine allgemeinverbindlichen Anweisungen oder Grundsätze ableiten könne.
Es ist nie einfach damit umzugehen. Denn längst nicht immer sind es die Akteure selbst, die unbeeinflusst falsche Entscheidungen treffen. Es sind oft schlimme prägender Ereignisse vorangegangen und ich verstehe voll, dass man dem jeweiligen Menschen dann nicht auch noch die Schuld vor Gott aufladen oder vermeintlich „einreden“ möchte.