Mitleid mit Martenstein
Der Zeit-Kolumnist Harald Martenstein hat erlebt, wie schnell man als Autor einen Shitstorm auslöst. Sein Vergehen? Eine Glosse über die geplanten Unisex-Toiletten in Berlin-Kreuzberg. Wenn es um Genderpolitik geht, hört in Deutschland der Spaß auf.
Jan Fleischhauer schreibt in seiner Kolumne:
Jetzt aber hat es auch Martenstein richtig erwischt. Er halte sich sicher für „liberal, aufgeschlossen, aufgeklärt“, schrieb am Dienstag der berühmte Medienjournalist Stefan Niggemeier in seinem Blog über den noch berühmteren Kollegen. Tatsächlich liefere er dem bürgerlichen „Zeit“-Publikum aber „dieselbe Mischung aus Ignoranz, Intoleranz und Desinteresse an Fakten“, wie sie auch die „Bild“ auszeichne.
Was ist passiert, mögen Sie sich fragen. Hat Martenstein plötzlich die Beherrschung verloren und angefangen, wild herumzukrakeelen? Hat er einen rassistischen Witz gemacht oder sich frauenfeindlich verhalten? Nein, der Mann von der liberalen, aufgeschlossenen „Zeit“ hat sich in seiner Kolumne der vergangenen Woche über einen Beschluss der Bezirksversammlung von Friedrichshain-Kreuzberg mokiert, neben den Toiletten für Männer und Frauen auch sogenannte „Unisex-Toiletten“ für Menschen einzurichten, die nicht so genau sagen können, ob sie nun Mann oder Frau sind.
Man darf sich in der „Zeit“ über alles Mögliche auslassen, ohne dass dies Konsequenz hätte: über weiblichen Führungsstil, Tierschutz oder vermeintliche Nazis im Kulturbetrieb. Sogar das Holocaust-Mahnmal war bei Martenstein schon mal Anlass für Sottisen, ohne dass dies Anstoß erregt hätte. Nur mit den Sorgen der sexuell Unentschlossenen, beziehungsweise „Transgender“, sollte man keine Scherze treiben. Da hört der Spaß auf, wie man sieht.
Mehr: www.spiegel.de.
Matthias Lohmann und Michael Clark haben einen guten Artikel über die Notwendigkeit der „Biblischen Theologie“ geschrieben. Die Gospel Coalition hat „Revival in Germany Needs Biblical Theology“ heute veröffentlicht:
Der ursprünglich aus Belgrad stammende Thomas Nagel gehört zu den renommiertesten Philosophen der Vereinigten Staaten und hat mit Büchern wie Das letzte Wort die Vernunft gegen die Angriffe des Subjektivismus verteidigt. Bei ihm kann man folgende Sätze finden: „Kommt es zu philosophischen Auseinandersetzungen über die Objektivität irgendeiner Form des Denkens, muß das letzte Wort bei einigen uneingeschränkten Gedanken über das Sosein der Dinge liegen – bei Gedanken, die stets dableiben, einerlei, wie sehr wir uns bemühen, aus ihnen herauszutreten oder sie bloß als zufällige psychische Veranlagungen zu betrachten“ (Thomas Nagel, Das letzte Wort, S. 8).
Michael Lawrence, Referent bei der bald beginnenden E21-Konferenz, hat eine wunderbare Einleitung in die Biblische Theologie verfasst.
Während einer Werbeveranstaltung für sein neues Buch