Iranische Regierung will Todesstrafe für Apostaten

Als alarmierenden Verstoß gegen die Menschenrechte und die Religionsfreiheit bezeichnet die Islamwissenschaftlerin Prof. Dr. Christine Schirrmacher vom Institut für Islamfragen das geplante iranische Gesetz zur Festlegung der Todesstrafe für muslimische Apostaten. Da bisher eine gesetzliche Festlegung dieser Strafe fehlte, konnten die Richter auch entsprechend lange Gefängnis- oder harte Arbeitsstrafen verhängen. Da sich der Gesetzesentwurf nach Artikel 112 auf alle Aktionen gegen die innere und äußere Sicherheit des Landes bezieht, wären künftig auch iranische Christen, die aus Deutschland oder anderen Ländern abgeschoben würden, von einer Verurteilung bedroht und in Lebensgefahr. Nachdem der Gesetzesentwurf bereits im Januar vom Kabinett genehmigt wurde, steht die erwartete Zustimmung des Parlaments noch aus. Das Gesetz würde neben Konvertiten zum Christentum auch liberale Denker und Mitglieder der religiösen Minderheit der Baha’i betreffen.

Die vollständige Pressemitteilung gibt es hier: PM0034.pdf.

Francis Schaeffer und die Krise des Evangelikalismus (Teil 2)

E&F.jpgHier ist der Link auf den zweiten Mitschnitt der Vorlesung »Watershed of the Evangelical World«: www.youtube.com.

Ein Outline zum Vortrag gibt es hier: E384.pdf. Für Leute, die sich lieber auf Deutsch mit dem Thema auseinandersetzen möchten, existiert eine PDF-Datei des Buches:

  • Francis Schaeffer, Die große Anpassung: Der Zeitgeist und die Evangelikalen, Bielefeld: CLV, 1998

auf dem Server des CLV Verlages zum freien Download.

Francis Schaeffer und die Krise des Evangelikalismus (Teil 1)

fs.jpgAls ich vor einiger Zeit im Rahmen einer Apologetikvorlesung den Namen »Francis Schaeffer« erwähnte, löste das bei den Studenten und bei mir sichtbar Ratlosigkeit aus. Eine Vertrautheit mit Schaeffers Thesen durfte ich bei den jungen Leuten in den Zwanzigern nicht erwarten, da seine Bücher auf Deutsch nur noch antiquarisch oder in guten Bibliotheken zu haben sind. Was mich schockierte, war die Tatsache, dass keiner den Namen »Schaeffer« bisher bewusst wahrgenommen hatte. Stundenlang sprachen wir über typische »L’Abri-Fragen« und thematisierten die Spannung zwischen der Kultur der Christen und der Kultur der Welt. Doch die Studenten, die übrigens großes Interesse signalisierten und bei den Autoren der »Emerging Church« recht gut bewandert waren, hatten, von Schaeffer noch nie etwas gehört.

Wer sich heute am Diskurs über gegenwartsnahes und auf Gemeindeferne ausgerichtetes Christsein beteiligt, sollte das Werk von Francis und Edith Schaeffer und ihrer Mitarbeiter kennen. Schaeffer hat die Krise der Gegenwart auf sehr tiefgründige Weise durchschaut und bedeutsame Impulse für ihre Überwindung vermittelt. Die »L’Abri-Fellowships« haben bei der Entwicklung kulturrelevanter Glaubensstile Pionierarbeit geleistet und vorgelebt, dass Christen gesunde reformatorische Lehre mit einer aufrichtigen Liebe für verlorene Menschen verbinden können.

Schaeffer starb 1984 nach langer Krankheit. In seinen letzten Lebensjahren erinnerte er an den klagenden Jeremia. Er war erschöpft und besorgt. Die schleichende Entertainisierung der Evangelikalen Bewegung hielt seiner Meinung nach die Christen davon ab, auf ernste Fragen seriöse Antworten zu geben. Die an den evangelikalen Ausbildungsstätten fortschreitende Relativierung der Schriftautorität hielt er für eine Tragödie mit vorhersehbaren Folgen. Schaeffer sah betroffen, dass die Verkündigung zu oft nicht durch einen heiligen und barmherzigen Lebensstil gedeckt war. Und es quälte ihn, dass so viele Gläubige auf die großen ethischen Herausforderungen mit dem Rückzug in das bequeme Privatleben oder dem Aufbau »seliger Inseln« reagierten. Betend und sorgenvoll rief er der Gemeinde zu, auf die Heilige Schrift zu hören und den Gehorsam in der Lehre durch ein entsprechendes Leben zu dokumentieren.

Ich werde in den nächsten Tage einige Vortragsmitschnitte von Francis Schaeffer verlinken, die etwas von seiner Sorge vermitteln.

Für Interessierte, die sich gern in deutscher Sprache mit dem Leben und Werk von Francis Schaeffer beschäftigen möchten, könnte das Buch:

  • Ron Kubsch (Hg.), Wahrheit und Liebe: Was für von Francis Schaeffer für die Gegenwart lernen können, Bonn: VKW, 2007

ein guter Einstieg sein.

Eine kleine Bibliografie zu Schaeffer kann hier herunter geladen werden: schaeffer_bibliografie.pdf.

Das ist der erste Link auf einen Mitschnitt der Vorlesung »Watershed of the Evangelical World«: www.youtube.com. Ein Outline gibt es hier: E384.pdf.

Erobert Gott Hollywood?

oscar.jpgAnlässlich der bevorstehenden Oscarverleihung am 24. Februar 2008 im Kodak Theater in Los Angeles hat sich Kim Lawto (Religion & Ethics) mit einigen Größen aus dem Filmbusiness über Hollywood, Religion und »das liebe Geld« unterhalten.

Ich empfehle besonders den Videoreport.

Emerging Church – eine Kartografie

emch_topo1.jpgTypologien für die Emerging Church werden immer wieder Mal vorgeschlagen (z.B. von Scot McKnight o. Mark Driscoll). Michael Patton von Reclaiming the Mind hat vor einigen Tagen zwei ›Landkarten‹ publiziert, die ein sehr geteiltes Echo finden (vgl. die Diskussionen bei Michael Patton, Scot McKnight und dem Emergent Village).

emch-topo2.jpgDie erste Abbildung zeichnet die Bewegung im Spannungsfeld von Konservatismus und Liberalismus. Die zweite Karte illustriert Standpunkte und Wirkungsbereiche konkreter Personen.

Kann man N.T. Wright zur Emerging Church zählen? Ich würden ihn eher als postevangelikalen oder postliberalen Vordenker einordnen.

Ich biete die Abbildungen in einer deutschen Version hier als PDF-Dateien an: emch-topo1.pdf und emch-topo2.pdf.

Sündenvergebung am Sterbebett?

Krankenhausseelsorger, Pastoren und viele andere kennen die Herausforderung: Ein Mensch sieht den Tod vor Augen und möchte noch so einiges klären. Aber wie?

Ein Mitschnitt aus der amerikanischen Serie Emergency Room zeigt, wie schnell so ein Gespräch scheitern kann und wie hilflos Pastoren sind, wenn sie das neutestamentliche Konzept der Vergebung nicht kennen.

Hier geht es zum 2:39 min Mitschnitt (leider nur in Amerikanisch): youtube.com.

18 von 100 Amerikanern meinen, die Sonne kreist um die Erde

200802170937.jpgEine Gallup Umfrage im Jahre 1999 hat ergeben, dass 18 Prozent der Amerikaner glauben, die Sonne kreist um die Erde. Wer jetzt allerdings meint: »Naja, die Amerikaner!«, sollte zur Kenntnis nehmen, dass 1996 bei einer vergleichbaren Umfrage in Deutschland das Ergebnis ähnlich ausgefallen ist. Damals meinten 16 Prozent der Befragten, die Sonne kreist um die Erde. 10 Prozent der Interviewten bekannten, keine Antwort auf die Frage zu haben. (Sollte dieser Trend anhalten, ließe sich das Ende des kopernikanischen Weltbildes berechnen.)

Die Details zur Umfrage sind hier zu finden: gallup.com.

Was lehrte Jesus über das alttestamentliche Gesetz?

Die Stellung des altestamentlichen Gesetzes innerhalb der neutestamentlichen Gemeinde wird gern hitzig debatiert. Rob Bradshaw hat freundlicherweise einen Aufsatz digital aufbereitet, in dem Peter Nelson (Gastprofessor für Neues Testament am Wheaton College, Illinois) zu klären versucht, was Jesus über das altestamentliche Gesetz lehrte.

Die PDF-Version von »Christian Morality: Jesus‘ Teaching on the Law« (Themelios 32.1, Oktober 2006, S. 4–17) kann hier herunter geladen werden: jesus-law_nelson.pdf.

Steht auf, wenn ihr Christen seid!

Ulrich Parzany hat einen analytischen und aufrüttelnden Kommentar zur Christival-Debatte für Idea geschrieben. Hier ein Auszug:

Niemand sollte glauben, dass sich diese Intoleranz nur auf das Gebiet der Homosexualität beschränken wird. Mit der gleichen Logik lässt sich die christliche Verkündigung, dass der Mensch in seiner Gottlosigkeit unter dem Gericht Gottes steht und nur durch Christus gerettet werden kann, als Diskriminierung des selbstbestimmten Menschen, der nicht an Gott glauben will, beurteilen. Schon das Bekenntnis der Christen zu Gott, dem Schöpfer der Welt, kann so gesehen werden. Soll damit etwa unterstellt werden, dass Gott der Schöpfer aller Menschen ist und nicht nur derer, die an ihn glauben?

Die Tonart in der angeblich so toleranten postmodernen Gesellschaft wird rauher. Toleranz gilt offensichtlich nur für die, die das Grunddogma »Alles ist gleich gültig, nichts ist verbindlich wahr für alle« glauben. Wer dem nicht wenigstens stillschweigend zustimmt, ist Fundamentalist und muss als Bedrohung für die Freiheit bekämpft werden. Hallo, ihr liberaleren Christen, fühlt euch nicht zu sicher, wenn ihr euch von den Evangelikalen distanziert! Die Fundamentalismuskeule reicht auch bis zu euch. Prof. Ulrich Beck (Uni München) – ein Beck kommt selten allein –, hat es pünktlich zu Weihnachten in der ZEIT angekündigt: »Das Samenkorn religiös motivierter Gewalt liegt im Universalismus der Gleichheit der Glaubenden begründet, die den Anders- oder Ungläubigen entzieht, was sie dem Glaubenden verheißt: Menschenwürde, Gleichheit in einer Welt von Fremden. Das ist die Sorge, die um sich greift: dass als Kehrseite des Versagens der Säkularisierung, ein neues Zeitalter der Verfinsterung droht. Die Gesundheitsminister warnen: Religion tötet. Religion darf an Jugendliche unter 18 Jahre nicht weitergegeben werden.« (Ulrich Beck, Gott ist gefährlich, DIE ZEIT Nr. 52, 19. 12. 2007).

Nach oben scrollen
DSGVO Cookie Consent mit Real Cookie Banner