Vielfalt der Liebe in der Schule

Im Rahmen des Themenjahrs „Gleiches Recht für jede Liebe“ veröffentlicht die Antidiskriminierungsstelle des Bundes (ADS) einen Videospot, der folgende Botschaft vermitteln soll: Sexuelle und geschlechtliche Vielfalt habe im Unterricht ein altersgerecht vermitteltes Querschnittsthema zu sein. Die Vielfalt der geschlechtlichen Konstellationen müsse also in allen Unterrichtsfächern gelehrt werden, egal ob die Kinder sich mit Biologie oder Mathematik beschäftigen oder wie alt sie sind.

In dem Video läuft ein ungefähr 7-jähriges Mädchen durch einen geheimnisvollen Dschungel, indem allerlei Sachen zu sehen sind, etwa ein Globus, ein Buch oder eine Periodentafel. Das Mädchen ist auf Entdeckungsreise. Eingeblendet wird die Moral der Erzählung: „Kinder wollen alles wissen. Nicht nur einen Teil des Ganzen.“ Deshalb gilt: „Tatsachen gehören in den Schulunterricht. Die Vielfalt der Liebe ist eine Tatsache.“

Erstaunlich, wie kümmerlich das Video die Förderung der Akzeptanz von sexueller und geschlechtlicher Vielfalt in den Schulen einfordert. Warum kümmerlich?

Ein Kind möchte viel wissen. Das ist gut und soll gefördert werden. Aber ein Kind muss nicht alles auf einmal wissen und lernen, schon gar nicht über die menschliche Sexualität. Vor allem müssen Kinder nicht alle Tatsachen gut finden. Das aber ist genau die unterschwellige Botschaft. Von der Beobachtung: Es gibt in der Natur verschiedene Konstellationen des Geschlechtlichen, wird geschlossen: Diese Konstellationen sind gut für uns Menschen und sollen nicht nur toleriert, sondern affirmiert werden. Die  eigentliche Botschaft ist eine pädagogische bzw. ethische: Kinder müssen dazu erzogen werden, sexuelle Vielfalt nicht nur zu kennen, sondern klasse zu finden.

Um diese Agitation besser zu durchschauen, genügt eine kleine Gegenprobe. Stellen wir uns vor, dass Kind sähe im Dschungel, wie ein Tiger eine kleine Ziege zerfleischt. Eingeblendet würde: „Tatsachen gehören in den Schulunterricht. Die Macht der Starken über die Schwachen ist eine Tatsache.“ Oder eine andere Probe: Als Moral der Beobachtungen in der Natur würde vermittelt: Für die geschlechtliche Fortpflanzung braucht es eine weibliche Eizelle und eine männliche Samenzelle. Die Natur hat keine gleichgeschlechtliche Fortpflanzung vorgesehen. Das ist eine Tatsache.

Hier das Video: 

Kommentare

  1. Theophil Isegrim meint:

    Wie will man als junger Mensch heute nicht irre werden? Und falls sie dann mal Interesse am Christentum bekommen und sie Fragen im ethischen Bereich haben, bekommen sie erstmal ein Schock.

  2. Johannes meint:

    Irgendwie überzeugt Deine Argumentation hier nicht ganz, dass allein aus diesem Film unterschwellig hervorgeht, dass Schüler alle Tatsachen gut finden müssen. Sexuelle Vielfalt ist ja wirklich eine solche. Aber etwa auch, dass es in Deutschland mal den Nationalsozialismus gab, weshalb der im Unterricht natürlich auch behandelt wird. Aber der steht eben für eine historische Tatsache, die sich hoffentlich nicht wiederholt, was ja auch hoffentlich auch in Zukunft Ziel des Unterrichts ist. Ein guter Lehrer wird hoffentlich auch in Zukunft darauf hinarbeiten, dass sich Schüler ihre eigene Meinung bilden, auch zum Thema sexuelle Vielfalt. Auch wenn Lehrer mit bestimmten politischen Vorlieben da sicher indoktrinierend auftreten werden, was ich auch nicht in Ordnung finde. Vielleicht geht der Schuss wie bei des Kaisers neue Kleider aber irgendwann auch in die andere Richtung los. Beten und abwarten.

  3. @Johannes: Ich weiß nicht, ob ich Dich recht verstehe. Du meinst also, die gleichgeschlechtliche Liebe wird in der Schule behandelt wie der Nationalsozialismus? Kennst Du ein Schulbuch etc., das die sexuelle Vielfalt differenziert darstellt? Ich meine damit, kennst Du ein Schulbuch, das Einwände gegen die gleichgeschlechtliche Liebe wertschätzend vermittelt?

    Meine These ist: Das Video wirbt für die Bejahung der gleichgeschlechtlichen Liebe. Gern lasse ich mich widerlegen.

    Liebe Grüße, Ron

  4. @Johannes

    Ein guter Lehrer wird hoffentlich auch in Zukunft darauf hinarbeiten, dass sich Schüler ihre eigene Meinung bilden …

    Nein, wird der Lehrer nicht. Er wird darauf hinarbeiten, seine rechtlichen Vorgaben (Bildungsziele, Lehrpläne, Verordnungen …) zu erfüllen. Böse gesagt: Der Schüler soll sich nicht einfach eine Meinung bilden, er soll sich eine bestimmte Meinung bilden.

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