Was bedeuten die „alle“-Aussagen in Römer 5,18 und 1. Korinther 15,22?

Viele Vertreter einer Allversöhnungslehre ziehen für die Begründung die sogenannten „Alle-Ausagen“ heran. C. Jung hat sich zwei bekannte Stellen genauer angeschaut und kommt zu folgendem Ergebnis: 

Vertreter der Allversöhnungslehre, die die beiden hier erörterten Verse „wörtlich“ nehmen wollen, beachten den jeweiligen Zusammenhang und die gesamtbiblischen Aussagen nicht ausreichend und reißen somit ungewollt sowohl Römer 5,18 als auch 1. Korinther 15,22 aus dem Zusammenhang. Damit diese Lesart von Römer 5,18 oder 1. Korinther 15,22 „funktioniert“, müssen eine postmortale Bekehrung in den Text hineingelesen und Gerichtspassagen relativiert werden.

Diese scheinbar wörtliche Auslegung der „alle-Aussagen“ in Römer 5,18 und 1. Korinther 15,22 wird dann absolut gesetzt, so dass alle dieser Deutung widersprechenden Aussagen dazu passend gemacht oder untergeordnet werden müssen.

Mehr: www.evangelium21.net.

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1 Kommentar
Kommentator
20 Tage vor

Im Mittelalter befand sich die konfessionelle Trennlinie zwischen Katholiken und Protestanten.

Heute sehen wir die moderne konfessionelle Trennlinie zwischen der amerikanischen Tradition, die die (All-)Versöhnung auf die USA und das Volk Israel beschränken möchte, während die europäische Tradition sie auf die gesamte übrige Menschheit ausweiten möchte.

Eindeutig begründen lässt sich aus der Schrift beides nicht. Auch in der Kirchengeschichte finden sich deshalb beide eschatologische Positionen, die schon früh von der jeweils anderen Fraktion verurteilt wurden.

Heute werden die im Verschwinden begriffenen Reste des deutschen Pietismus stark von der amerikanischen Doktrin dominiert, während sich in der pietistischen Erweckungsbewegung der württembergischen Landeskirche des 18. Jahrhunderts durchaus prominente Anhänger des europäischen Universalismus fanden. Der doppelte Ausgang ist also nicht zwingend Voraussetzung für eine vertiefte persönliche Frömmigkeit und eine persönliche Gottesbeziehung.

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