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Wallace will die spielerische Postmoderne überwinden

Morgen erscheint Unendlicher Spaß, das Hauptwerk des amerikanischen Schriftstellers David Foster Wallace, auf Deutsch. In seiner oszillierenden Sprachvielfalt ist das Werk eine Herausforderung für jede Übersetzung. Der deutsche Übersetzer Ulrich Blumenbach, dem für seine Übertragung von Infinite Jest der diesjährige Heinrich-Maria-Ledig-Rowohlt-Preis zugesprochen wurde, gewährt heute in einem FAZ-Artikel Einblick in seine mehrjährige Übersetzungsarbeit.

Ein erstes Hufeisen, das ich in der Übersetzung nachschmieden musste, war die Ästhetik des Autors: Wallace will die spielerische Postmoderne überwinden und sich mit realen Gesellschaftsproblemen auseinandersetzen, ohne auf Ironie zu verzichten. Das findet seine stilistische Umsetzung in einer Art Doppelcodierung: Ein und derselbe Erzähler kann im Roman zwischen verschiedenen Ausdrucksweisen pendeln und plötzlich aus einem wissenschaftlichen Duktus in die flapsige Umgangssprache eines kleinkriminellen Exjunkies verfallen: »Als eine Substanz, deren zufällige Synthese den Sandoz-Chemiker in den vorzeitigen Ruhestand versetzte und zu anhaltend starren Wandbetrachtungen verführte, steht das unglaublich starke DMZ in weiten Kreisen chemischer Untergrundlaien im Ruf, der schlimmste Stoff zu sein, der je in einem Reagenzglas gezeugt wurde. Es ist heute außerdem die härteste Freizeitdroge, die in Nordamerika zu kriegen ist, abgesehen von vietnamesischem Rohopium, das, ach vergiss es.«

Hier der Artikel: www.faz.net.

Is There a Meaning in This Text?

0310324696.jpgAls ich vor ungefähr acht Jahren das Buch Is There a Meaning in This Text? von Kevin J. Vanhoozer bekam, war ich tief beeindruckt von der Gründlichkeit und Sachlichkeit, mit der Vanhoozer die Herausforderungen der postmodernen Hermeneutik darstellt und bearbeitet.

Auch wenn ich ihm nicht in allen Schlussfolgerungen folge, möchte ich sein Buch, das im September 2009 in einer Jubiläumsausgabe erscheint, sehr empfehlen.

D.A. Carson sagt zum Buch:

What starts off as contemporary hermeneutics to justify the move from biblical text to systematic theology becomes full-blown, highly sophisticated, theological hermeneutics in Is There a Meaning in This Text?. The decade this book has been in print has not diminished my enthusiasm for it. Vanhoozer is one of the few contemporary scholars who takes a balanced measure of postmodern thought within an unflinching Christian confessionalism. Here is neither mere traditionalism nor ephemeral faddishness. If in certain respects the discussion has moved on since Vanhoozer authored this book, that is merely a way of saying that his contribution toward pointing the way forward—the Christian way forward—out of several interpretive morasses has been seminal.

Hier eine Leseprobe mit Inhaltsverzeichnis. Das Buch:

kann hier bestellt werden:

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Der codierte Mann

4120b2HyOtL._SL160_.jpgMaxi Leinkauf hat für die Süddeutsche Zeitung die Psychologin Susan Pinker interviewt, die sich trotz unbequemer Fragen nicht unterkriegen lies (»Verschließen Sie sich doch nicht so.«). Die Botschaft:

Wir sind biologisch vorcodiert. Diese anfänglichen natürlichen Prozesse werden später durch soziale Einflüsse, Umwelt und Normen verstärkt. Jungs und Mädchen unterscheiden sich schon von Geburt an. Ihre Hormone entwickeln sich bereits im dritten Monat der Schwangerschaft. Sobald sie reden können, erzählen Jungs die meiste Zeit aggressive Geschichten, Mädchen dagegen kaum. Jungs, die im Alter von zwei bis vier Jahren eine Aufgabe lösen sollen, wenden doppelt so häufig physische Taktiken an wie Mädchen. Andererseits sind sie in der Kindheit anfälliger für Krankheiten oder Depressionen, weil bei ihnen die XY-Chromosomen nicht doppelt vorhanden sind. Männer sind biologische Spätentwickler.

Das Interview, bei dem der obligatorische Seitenhieb auf Eva Hermann nicht fehlt, kann hier eingesehen werden: www.sueddeutsche.de. Das passende Buch:

gibt es auch:

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Woodstock, größter Medienschwindel aller Zeiten

180px-Woodstock_redmond_stage.JPGPünktlich zum 40. Jahrestag des Woodstock-Festivals habe ich mit meinen großen Kids die filmische Dokumentation noch einmal angeschaut und analysiert. So vernichtend kritisch wie diesmal habe ich den Film noch nie gesehen. Da passt es gut, dass Alan Posener die Genesis der historischen Fata Morgana eingängig erklärt:

Am 15. August feiert die Welt den 40. Jahrestag des größten Medienschwindels aller Zeiten. Es ist unfassbar: Viele medienskeptische Menschen glauben, die Mondlandung am 20. Juli 1969 sei gefälscht worden. Aber die gleichen Leute glauben, dass es einen Monat später im Dorf Woodstock zum kulturellen Ereignis des Jahrzehnts kam; dass sich in den »drei Tagen voller Frieden und Musik« das Lebensgefühl einer Generation äußerte.

Woodstock ist der Sieg des Mythos, der Bilder, der Vermarktung über die Realität, der Einbildung über den Schlamm. Allenfalls in diesem Willen zur Selbstverklärung und in der enormen Fähigkeit, die Wirklichkeit zu verdrängen, mag man einen spezifischen Zug der damals jungen Babyboomer-Generation sehen. Wahrscheinlich aber teilt sie diesen Zug mit allen vorigen Generationen, die aber nicht über die medialen Mittel verfügten, die Darstellung der Wirklichkeit ihrem Idealselbstbild anzupassen.

Freundlicherweise hat DIE WELT den Artikel in Deutsch publiziert: www.welt.de.

Die Puritaner – mehr als Moralisten

180px-John_Bunyan_by_Thomas_Sadler_1684.jpgBis heute wird der Begriff »Puritaner« oft in abfälliger Weise verwendet. Dieses Wort war schon früher ein Spottname, mit dem man die Mitarbeiter einer Reformbewegung im England des 16. und 17. Jahrhunderts bezeichnete. Die Puritaner traten entschieden für ein »gereinigtes Leben« innerhalb der anglikanischen Staatskirche ein. In der Regel waren es hochgebildete Theologen, Prediger und Geistliche, die sich um eine konsequente Verkündigung der biblischen Lehre bemühten.

Da wir viel vom Puritanismus lernen können (auch dann, wenn wir uns gern ein gutes Theaterstück anschauen), freue ich mich, dass Peter Voth die Herausgabe von Puritanerliteratur beim 3L-Verlag unterstützt.

Hier mehr über »Entdecke die Puritaner« (EDP): www.theyoungreformer.de.

Händels »Messias«

Händel.jpgDaniel I. Block, Professor für Auslegung des Alten Testamentes am SBTS, geht in einem Aufsatz der Frage nach, ob »Der Messias« von Georg Friedrich Händel aus dem Jahr 1741 ein heiliges oder einfach nur ein unterhaltendes Oratorium ist.

Hier das PDF-Dokument: messiah.pdf.

Unendlicher Spaß: Infinite Jest

200907310753.jpg Vor einem Jahr nahm sich David Foster Wallace, einer der wichtigsten Vertreter der postmodernen Literatur, das Leben (vgl. hier). Sechs Jahre lang hat Ulrich Blumenbach an der Übersetzung von Wallaces »Opus magnum« mit 1646 Seiten gearbeitet. Es handelt sich um das bisher größte Übersetzungsprojekt des Kiepenheuer & Witsch Verlages.

1996 erschien Infinite Jest in den USA und machte David Foster Wallace über Nacht zum Superstar der Literaturszene. Nicht allein der schiere Umfang, sondern vor allem die sprachliche Kreativität, die ungeheure Themenvielfalt, die treffsichere Gesellschaftskritik, scharfe Analyse sowie der Humor machen den Roman zum Meilenstein der amerikanischen Literatur. Unendlicher Spaß: Infinite Jest ist nicht einfach zu lesen, aber Pflichtlektüre für Leute, die die Zeitgeistkultur (z.B. hybride Identitäten) besser verstehen wollen.

Das Buch, das ab dem 24. August ausgeliefert wird, kann schon jetzt bestellt werden.

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Gott erkennen

200907310741.jpgDas Buch Gott erkennen von J.I. Packer ist zurecht ein Klassiker. Es entfaltet systematisch die Grundaussagen der Bibel über Gott und weist seelsorgerlich die falschen Wege von heute auf und ermuntert, Gottes Wort als Leitfaden unseres Lebens anzuerkennen und dem, der zu uns in diesem Wort redet, zu vertrauen. Die fundierten biblischen Aussagen sind eine gute Hilfe für Interessierte und Nachdenkende, die sich mit der Gottesfrage beschäftigen wollen.

Ich empfehle das Buch herzlich!

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Die Zukunft des Internets

180px-Vinton_Cerf_in_Lisbon-20070325.jpgVinton G. Cerf, früher Chefentwickler des IP-Internetprotokolls und damit »Vater des Internets«, äußert sich in einem FAZ-Interview über das Internet von morgen und die zunehmende Zensur:

Das ist ein heikles Thema, wenn Zensur als politische Waffe eingesetzt wird. Damit werden demokratische Prinzipien unterlaufen wie etwa die Redefreiheit. Der Fokus von Gesetzesinitiativen sollte auf den Kriminellen selbst liegen und nicht auf der Infrastruktur der Provider.

Hier das vollständige Interview dem jetzigen Google-Berater: www.faz.net.

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