Bibelwissenschaft

Jericho

Peter G. van der Veen, Gastdozent am Martin Bucer Seminar, hat für das »Wissenschaftliche Bibellexikon im Internet« einen lesenswerten Artikel über Jericho geschrieben.

Hier geht es direkt zum Eintrag: www.bibelwissenschaft.de.

Paulus und die Politik

41gMzIdjcEL._SL160_.jpgSeyoon Kim ist einer der renommiertesten Kritiker der »Neuen Paulusperspektive«. Er studierte in Tübingen unter Peter Stuhlmacher und Martin Hengel und ist derzeit Professor für Neues Testament am Fuller Seminary in Pasadena (U.S.A.).

In seinem aktuellen Buch Christ and Caesar beschäftigt er sich mit dem verhältnismäßig jungen Trend innerhalb der Neutestamentlichen Wissenschaft (obwohl schon bei Adolf Deissmann erste Ansätze zu finden sind), die Verkündigung des Paulus vorrangig als Kritik an der Politik des Römischen Reiches zu interpretieren.

Lee Irons hat in einer kleinen Blogserie das Buch:

rezensiert: www.upper-register.com.

Leerformel

Der Präses des Evangelischen Gnadauer Gemeinschaftsverbandes erörterte auf der Mitgliederversammlung des Dachverbandes die »Bibelkritik von rechts«:

Nach Ansicht Morgners drücken Begriffe wie bibelgläubig, bibeltreu und schriftgläubig nicht nur hohen Respekt gegenüber der Heiligen Schrift aus, sondern signalisieren auch eine Schwerpunktverlagerung: Die Bibel bekomme für den Glauben denselben Stellenwert wie Jesus Christus. Die Vertreter dieser Überzeugung konzentrierten sich auf den Nachweis, dass die Bibel keine Fehler und Widersprüche enthalte. Damit werde die Bibel zu einem Buch degradiert, dessen Geheimnisse man mit Hilfe der Vernunft entschlüsseln könne. »Das ist Bibelkritik von rechts«, so Morgner.

Ob er sich wohl selbst verstanden hat?

Hier der vollständige Beitrag: www.idea.de.

Eine neue Umwelt des Neuen Testamentes

51mv7CWrurL._SL160_.jpgDer Verlag Zondervan hat eine neue »Umwelt« zum Neuen Testament veröffentlicht. Das Buch wurde von Gary M. Burge, Lynn H. Cohick und Gene L. Green vom Wheaton College erarbeitet.

Wegen der guten didaktischen und gestalterischen Aufmachung wird das Buch von NT-Experten bereits geschätzt.

Craig L. Blomberg vom Denver Seminary schreibt:

… one of the best introductions and surveys in recent times. Remarkably attractive in its layout, with color pictures, color pictures, charts, diagrams and sidebars galore … If it’s backgrounds you want to highlight in a one-semester introduction to the New Testament, this is the text to assign.

Scot McKnight von der North Park University und Betreiber des Blogs Jesus Creed, bekennt:

… for years I have searched in vain for a book that would introduce students to the New Testament – with clear outlines, graphic images, historical contexts, timelines, maps, and bibliographies. My search is over; this is that book.

Eine PDF-Datei, die Titelei, Inhaltsverzeichnis und einen Beispieltext enthält, kann hier herunter geladen werden: www.zondervan.com.

Das Buch:

wird nach Angaben des Verlages ab März ausgeliefert.

Einkaufsmöglichkeit

Der Evangelikalismus und die Schrift

41mKuUdnXTL._SL160_.jpgGreg Beale’s neues Buch The Erosion of Inerrancy in Evangelicalism ist vor wenigen Wochen bei Crossway erschienen.

Beale ist Professor für Neues Testament am Wheaton College. Als exzellenter Exeget und reformierter Theologe weiß er um die Bedeutung einer belastbaren »Lehre von der Heiligen Schrift« und untersucht die aktuellen Trends in den evangelikalen Kreisen.

Der Verlag schreibt über das Buch:

Examines recent postmodern efforts to redefine the traditional evangelical view of scriptural authority and counters with sound logic that supports inerrancy.

Due to recent popular challenges to evangelical doctrine, biblical inerrancy is a topic receiving an increasing amount of attention among theologians and other scholars. Here G. K. Beale attempts vigorously and even-handedly to examine the writings of one leading postmodernist, Peter Enns, whose writings challenge biblical authority. In support of inerrancy, Beale presents his own set of challenges to the postmodern suppositions of Enns and others.

How can the Bible be historically inaccurate while still serving as the authoritative word on morality and salvation? Beale concludes that it cannot, and his work will aid all who support biblical inerrancy in defending their position against postmodern attacks. This is an issue that affects the entire body of Christ.

Das Reformed Forum hat eine Gesprächsrunde zum Buch aufgezeichnet. Beale erklärt dort, warum er das Buch geschrieben hat und weshalb es wichtig ist, sich mit dem Thema auseinander zu setzen. Die mp3-Datei mit dem ca. 42 Minuten-Gespräch kann hier herunter geladen werden: www.reformedforum.org.

Vor allem lege ich evangelikalen (und reformierten) Theologen nahe, das Buch von Greg Beale selbst zu lesen:

Einkaufsmöglichkeit

Machte ein Übersetzungsfehler Maria zur Jungfrau?

180px-Stefan_Lochner_007.jpgGernot Facius hat unter Berufung auf einige Theologen, die jüngst die Herausgabe einer Deutschen Septuaginta besorgten, die alte These wiederbelebt, nach der die Jungfrauengeburt des Gottessohnes bei der griechischen und ägyptischen Mythologie erschlichen und durch einen Übersetzungsfehlers kultiviert wurde.

Er schreibt er am 28. Februar 2008 in seinem Beitrag »Übersetzungsfehler machte Maria zur Jungfrau« für DIE WELT:

Ohne die Septuaginta ist das Motiv Jungfrauengeburt nicht zu verstehen. Im (älteren) hebräischen Bibeltext heißt es noch beim Propheten Jesaja im 7. Kapitel: »Darum wird der Herr selbst euch ein Zeichen geben: siehe, die junge Frau wird schwanger werden und einen Sohn gebären. Und sie wird ihn Immanuel nennen.“

In der Septuaginta ist unter Jesaja 7 zu lesen: »Darum wird der Herr selbst euch ein Zeichen geben: sie, die Jungfrau wird schwanger sein und einen Sohn gebären. Und du wirst ihm den Namen Emmanuel geben.«

Der Unterschied sticht ins Auge. In der hebräischen Textfassung spricht der Prophet von einer »jungen Frau«, die einen Sohn gebären wird. In der Septuaginta wird die »junge Frau« mit dem griechischen Wort »parthenos« übersetzt – es steht für »Jungfrau«.

Im ägyptischen und hellenistischen Mythos war die Vorstellung einer wunderbaren göttlichen Zeugung nichts Ungewöhnliches. So war göttliches Eingreifen in die Geschicke der Menschen zu verdeutlichen, noch mehr die göttliche Legitimität von Herrschern zu beweisen.

»Bei hellenistischen Königen«, schreibt der Bamberger Theologe Volker Eid, ein Kenner Israels und der christlichen Archäologie, „»war es nicht unüblich, sich auf göttliche Zeugung zu berufen und so eine despotische Herrschaft zu begründen.?

Als unter heidenchristlichem Einfluss die Gottessohnschaft Jesu immer stärker betont wurde, lag die hellenistisch geprägte Vorstellung nahe, Jesus sei durch göttliches Einwirken empfangen und ungeschlechtlich-jungfräulich geboren worden.« Es ist der Evangelist Matthäus, der die Vorstellung von der Jungfrauengeburt, die aus dem griechischen Judentum Syriens stammen dürfte, aufgreift und damit der christlichen Theologie eine Richtung weist.

Klaus Berger ist mit dieser Behauptung gar nicht einverstanden. Unter dem Titel »Bei Jungfrau Maria zählt die geistliche Wahrheit« veröffentlichte heute DIE WELT seine Entgegnung.

Bergers Argumentation erinnert an Überlegungen, die ich vor vielen Jahren in einer Vorlesung bei Carsten Peter Thiede vernommen habe. Das hebräische ›alma‹ ist kein Fachausdruck für virgo intacta, kann aber durchaus ›Jungfrau‹ bedeuten. (Übrigens kann das hebräische ›betula‹ auch so viel wie ›junge Frau‹ heißen (vgl. Dtn 32,25), obwohl es meist für ›Jungfrau‹ steht, vgl. z.B. Gen 24,16 oder Lev 21,3).

Berger schreibt:

Nun aber zu dem Zitat beim Propheten Jesaja selbst (in Kap 7, Vers 14). Im hebräischen Text ist da die alma genannt, zu deutsch eine junge Frau. Das kann alles heißen, auch Jungfrau. Doch man bedenke: Nach Jesaja soll das ein besonderes Zeichen Gottes sein, dass eine alma empfängt und ein Kind bekommt.

Nun ist bekannt, dass zu über 99% aller Kinder von jungen Frauen empfangen und geboren werden. Worin soll das Besondere, das Zeichen, liegen, wenn lediglich eine junge Frau ein Kind bekommt? Das wäre kein Zeichen, sondern normal. Der Sinn dieser Schriftstelle bei Jesaia [sic] wäre damit schon nach dem hebräischen Wortlaut verpufft.

Klaus Berger bleibt insgesamt – wie so oft – zweideutig und mich kann seine Argumentation im Ganzen nicht überzeugen (wen wundert es, vgl. hier). Doch leuchtet mir diese Begründung ebenso gut ein, wie die folgende Erklärung:

Matthäus und Lukas lassen keinen Zweifel an der biologischen Gottessohnschaft Jesu. Darin waren sich Orthodoxe, Katholiken, reformatorische Christen und sogar Moslems stets einig – bis man eben seit dem 19. Jahrhundert grundsätzlich Gottes Wirken aus der Welt verbannen wollte und die biblischen Geschichten als Märchen erklärte.

Origenes und die »Gerechtigkeit Gottes«

200px-origen3Lee Irons arbeitet gerade an seiner Promotion in Fachbereich Neues Testament am Fuller Theological Seminary. Im Rahmen seiner Studien ist er bei Origenes (185–254 n.Chr.) auf einen Text gestoßen, der Röm 3,21–22 und 10,3 im Lichte von 1Kor 1,30 auslegt. Demnach ist Christus – ganz im Sinne der Alten Paulusperspektive – die Gerechtigkeit Gottes.

Origenes kommentiert Röm 3,12 (Migne, Patrologiae Graecae, Bd. 14, Absatz 944):

We can now see what »righteousness« it is that has been manifested apart from natural law. It is the same which the apostle Paul says concerning Christ, that »he has been made unto us wisdom from God, and righteousness, and sanctification, and redemption.« Therefore, this righteousness of God, which is Christ, has been manifested apart from the natural law, but not apart from the law of Moses or the prophets. Natural law teaches us about equity among men or to know that there is a God. But that Christ is the Son of god, who is able to come to know this by nature? Therefore, apart from that law, the righteousness of God, which is Christ, has been manifested, testified to by the law of Moses and the prophets.

Doch ist Christus nicht nur Gottes Gerechtigkeit. Diese Gerechtigkeit Gottes wird all jenen frei geschenkt, die sich Jesus Christus im Glauben anvertrauen. Auf diese Weise, nicht durch Werke, werden gläubige Juden oder Griechen gerechtfertigt. Origenes (Absatz 945):

There is, he says, no distinction between Jews and Greeks, since all stand equally made under sin, as he had previously made clear, and now the righteousness of God, supported by the testimonies of the law and prophets, through faith in Jesus Christ is equally given to all … For that reason, the righteousness of God through faith in Jesus Christ coming to all who believe, whether they are Jews or Greeks, justifies those who have been purified from their prior crimes and makes them fit for the glory of God; and it makes them such, not by their merits, nor for their works, but freely offers glory to those who believe.

Hier die ganze Geschichte: www.upper-register.com/blog.

VD: JT

Tyndale Bulletin online

TBb2.jpgDas Tyndale Bulletin (früher Tyndale House Bulletin) hat die Ausgaben von 1993 bis 2005 online zugänglich gemacht. Das Bulletin ist besonders für Theologen und theologisch Interessierte konzipiert. Für diese Leserschicht bietes es viele hilfreiche Beiträge. Zu den Autoren gehören große Gelehrte wie G.K. Beale, Henri Blocher oder Markus Bockmuehl.

Auch Artikel des reformierten Theologen Paul Helm sind dort zu finden. In seinem Beitrag »John Calvin on ›Before All Ages‹« geht er beispielsweise der Frage nach, ob Calvin bei seiner Exegese des πρὸ χρόνων αἰωνίων (2Tim 1,9 u. Titus 1,2) die augustinische Vorstellung von der Zeitlosigkeit Gottes übernahm.

Hier geht es zu den Ausgaben: www.tyndalehouse.com.

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