Bibel

Bibel als Weltliteratur

Die neue Lektüreliste für texanische Schüler hat viel Kritik auf sie gezogen – auch, weil die Bibel in der Schule gelesen werden soll. Kritiker erkennen darin einen weiteren Schritt hin zu einer schleichenden Aushöhlung der Trennung von Staat und Religion, die in den USA vorgeschrieben ist. Doch sie erweist sich die Liste in manchen Aspekten als sinnvoll, wenn es um die Vermittlung literarischer Kompetenz geht – meint Reinhard Zöllner. 

Er schreibt (FAZ, 11.07.2026, Nr. 158, S. Z2): 

Wer sich jedoch die Mühe macht, die siebzehnseitige Liste für die Jahrgangsstufen von Kindergarten bis Oberstufe tatsächlich zu lesen, stößt auf ein überraschend anderes Bild. Zweifellos ist der Lektüreplan insgesamt deutlich konservativer als vergleichbare Curricula in Europa. Er betont die amerikanische Gründungsgeschichte, die Verfassung, George Washington, Thomas Jefferson, Abraham Lincoln und die Geschichte von Texas. Daneben finden sich auch konservativ-libertäre Autoren wie die Atheistin Ayn Rand oder der schwarze Ökonom Thomas Sowell, der sich gegen Affirmative Action ausspricht. Der politische Akzent ist klar zu erkennen.

Aber für die Auswahl der biblischen Texte lässt sich eine solche Tendenz nicht ohne Weiteres behaupten. Der Kanon behandelt die Bibel nicht als Katechismus, sondern als Weltliteratur. Selbst wer den Lehrplanschreibern christlich-nationale Motive unterstellt, muss feststellen, dass das Ergebnis erstaunlich säkular und bildungsbürgerlich wirkt. Aufgenommen wurden insgesamt vierzehn biblische Geschichten und Texte, darunter aus dem Alten Testament die Geschichten von Noah, David und Goliath, Daniel in der Löwengrube, Psalm 23, Prediger 3 („Alles hat seine Zeit“), Hiob sowie der Sündenfall. Aus dem Neuen Testament kommen unter anderem die Seligpreisungen aus der Bergpredigt, das Gleichnis vom Verlorenen Sohn und das Hohelied der Liebe aus dem 1. Korintherbrief hinzu. Fast sämtliche ausgewählten Bibelstellen behandeln universale menschliche Fragen: Wie geht man mit Angst, Leid und Schuld um? Wie lebt man demütig? Was ist Liebe? Dies sind Themen, die man in Deutschland heute wohl als „Lebenskunde“ verstehen würde. Besonders aufschlussreich ist, was nicht auf der Liste steht. Ausgerechnet die Schöpfungsgeschichte fehlt. Wer in dem Lehrplan einen Versuch vermutet, den Kreationismus durch die Hintertür in den Englischunterricht einzuführen, dürfte überrascht sein. Statt Genesis 1 begegnen den Schülerinnen und Schülern erst Adam und Eva – als eine der großen Erzählungen über Freiheit, Schuld und menschliche Selbstüberschätzung. Die Zehn Gebote sind nicht dabei, ebenso keine Texte, die klassische christliche, aber konfessionell strittige Themen wie Rechtfertigung und Gnade, Kreuzigung, Auferstehung und Apokalypse behandeln. Nicht einmal Weihnachten kommt vor. Die Auswahl folgt insgesamt erkennbar nicht theologischen, sondern literarischen Kriterien. Viele der zu lesenden Texte sind zudem außerordentlich wirkmächtig; sie wurden in der Literatur- und Kulturgeschichte unzählige Male aufgegriffen.

Die Menge-Lesebibel — AT & NT in 5 Bänden

Alle 5 Bände.

Pünktlich zum 100-jährigen Jubiläum der Erstveröffentlichung der Menge-Bibel (1926) erscheint in der „edition predigt.archiv“ eine Neuausgabe des Neuen Testaments (sowie des Alten Testaments in weiteren Bänden). Es handelt sich dabei um die originale, unrevidierte Textfassung von 1939 (Ausgabe letzter Hand).

Diese Edition unterscheidet sich in zwei wesentlichen Punkten von klassischen Ausgaben, was sie zu einem besonderen Werkzeug für die theologische Textarbeit macht:

  • Ein durchgehender Fließsatz ohne Verszählung: Der Verzicht auf die Versziffern im Text lenkt den Blick zurück auf den literarischen und theologischen Gesamtzusammenhang. Gerade die neutestamentlichen Lehrbriefe lassen sich so wieder als fortlaufende Gedankengänge und Argumentationslinien erfassen, ohne die Gefahr einer atomistischen Fragmentierung des Textes. Zur Orientierung sind lediglich die Kapiteleinteilungen dezent erhalten geblieben.
  • Ein echter Schreibrand von 4,5 cm: Um dem Anspruch einer echten Arbeitsbibel gerecht zu werden, bietet das einspaltige Layout knapp 5 Zentimeter freien Außenrand auf jeder Seite. Dieser Platz ist ideal für exegetische Notizen, Strukturierungsentwürfe für Predigten oder eigene Wortstudien, ohne dass Notizen in den Bundsteg gedrängt werden.

Abgerundet wird die Ausgabe durch ein klares, ruhiges Schriftbild mit klassischen Schmuck-Initialen und einer hochwertigen Umschlaggestaltung aus dem Hause 2K/DENMARK. 

Wer war der Bibelübersetzer Dr. Hermann Menge und welche Schwerpunkte legte er bei seiner Bibelübersetzung? Joannes Otto hatte anlässlich seines 75. Todestags den Artikel „Suche Jesum und sein Licht …“ geschrieben, der diese Fragen beantwortet und hier heruntergeladen werden kann: Menge.pdf.

Eine Leseprobe der neuen Bibelausgabe mit einem durchgehenden Fließsatz gibt es hier: Bibel_Menge_1939_NT_Leseprobe.pdf.

Bestellt werden können die Bände beispielsweise bei Amazon (#ad): 

Über 100 Millionen Christen ohne Zugang zur Bibel

Weltweit haben mehr als 100 Millionen Christen keinen Zugang zu einer Bibel. Das geht aus der ersten „Bible Access List“ hervor, einem Forschungsprojekt der globalen „Bible Access Initiative“, zu der auch „Bible League International“ gehört. „Es herrscht eine geistliche Hungersnot“, erklärt Wybo Nicolai, Mitbegründer der Bible Access List. „Es ist nicht so, dass Menschen kein Interesse an Gottes Wort hätten – im Gegenteil. Es sind die vielen Hindernisse, die ihnen den Zugang zur Heiligen Schrift verwehren. Diese sehen unterschiedlich aus, doch das Ergebnis bleibt dasselbe: Millionen Menschen leben abgeschnitten von Gottes Wort. Viele haben noch nie eine Bibel in ihrer Sprache oder zu einem erschwinglichen Preis gesehen – und oft fehlt ihnen jede Möglichkeit, überhaupt an eine zu gelangen.“
Die Studie kombiniert Umfragen, Experteninterviews, Feldbeobachtungen und detaillierte sozioökonomische Indikatoren aus 88 Ländern. Dabei werden zwei grundlegende Herausforderungen unterschieden:

  1. Zugang zur Bibel wird verhindert: etwa durch gesetzliche Verbote, Überwachung, religiösen Extremismus oder sozialen Druck.
  2. Fehlende Versorgung mit Bibeln: etwa wegen Armut, Analphabetismus, fehlenden Übersetzungen oder mangelnder Infrastruktur.

„In vielen Ländern sind Verfolgung und Bibelmangel nicht nur zwei parallele Herausforderungen – sie verstärken sich gegenseitig“, heißt es im Positionspapier der Herausgeber. „Die Bibel wird vielerorts wie ein gefährlicher Gegenstand behandelt, etwas, das zensiert oder beschlagnahmt wird und dessen Besitz in manchen Ländern lebensgefährlich ist.“

Die fünf Länder mit den strengsten Einschränkungen beim Bibelzugang sind:

  1. Somalia 
  2. Afghanistan 
  3. Jemen 
  4. Nordkorea 
  5. Mauretanien 

Folgende fünf Länder stehen an der Spitze des weltweiten Bibelmangels unter Christen:

  1. Demokratische Republik Kongo – über 10 Millionen Christen ohne Bibel 
  2. Nigeria – über 10 Millionen 
  3. Äthiopien – über 10 Millionen 
  4. Indien – über 10 Millionen 
  5. China – 5-10 Millionen

Weiter Informationen hier: bibleaccesslist.org.

Deutsche Bibeldrucke vor Luther

Bern Kollmann schreibt über deutsche Bibelausgaben vor Luthers Septembertestament 1522 (Martin Luthers Bibel, 2021, S. 47, siehe auch hier):

Der Buchdruck ermöglichte nicht nur eine Herstellung der Vulgata in höheren Stückzahlen, sondern trug auch zur raschen Verbreitung deutscher Bibeln bei. Vor allem das zahlungskräftige städtische Bürgertum hatte ein starkes Verlangen danach, zur persönlichen geistlichen Erbauung eine Bibel in der Umgangssprache zu besitzen. Die Aussage von Johannes Aurifaber aus dem Jahr 1566, die Bibel habe voller Staub unter der Bank gelegen, bis Luther sie hervorzog und mit seiner Übersetzung allen Menschen in verständlicher Sprache zugänglich machte, ist eine Übertreibung. Vor dem Erscheinen von Luthers Septembertestament 1522 sind 14 hochdeutsche und vier niederdeutsche Druckausgaben der Bibel belegt. Die Zentren des hochdeutschen Bibeldrucks waren Straßburg, Augsburg und Nürnberg. Im Jahr 1466 brachte Johannes Mentelin in Straßburg die erste gedruckte Bibel in deutscher Sprache auf den Markt. 

„Götzen sind stumm, aber der Herr redet“

Hermann Sasse schreibt (Sacra Scriptura, 1981, S. 11):

Die Götzen sind stumm, aber der Herr redet. Der Gott der Bibel ist der redende Gott, von dem „Und Gott sprach: es werde Licht“ auf dem ersten Blatt der Bibel bis zu dem „Es spricht“, der solches bezeugt: Ja ich komme bald“ auf ihrem letzten Blatt.

Die größte Geschichte aller Zeiten

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Pünktlich vor dem Weihnachtsfest ist die Kinderbibel Die größte Geschichte aller Zeiten beim Verlag Verbum Medien erschienen! 

Die Bibel ist ein Buch voller spannender Geschichten, über die Kinder immer wieder staunen. Aber es muss noch einen Schritt weitergehen – die Kinder sollen auch sehen, wie all diese Geschichten mit der übergreifenden Botschaft der Bibel zusammenhängen, nämlich Gottes großartigem Plan, sein rebellisches Volk zu erlösen. In Die größte Geschichte führt Kevin DeYoung, Bestsellerautor und selbst Vater von neun Kindern, 4–12-Jährige auf eine spannende Reise durch die Bibel, indem er den Bogen vom Garten Eden über Christi Tod am Kreuz bis hin zum neuen Himmel und der neuen Erde spannt. Zusammen mit den Illustrationen des preisgekrönten Künstlers Don Clark begeistert diese Nacherzählung der Kernbotschaft der Bibel sowohl Kinder als auch Erwachsene und zeigt, dass Gottes Verheißungen noch größer und besser sind, als wir denken. Besonderes Highlight: Eines der ausdrucksstarken Motive findet sich als großes Poster im aufgeklappten Schutzumschlag.

Das Buch eignete sich hervorragend als Geschenk für Familien mit Kindern und kann direkt beim Verlag oder bei Amazon bestellt werden.

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Verbotsfieber

Das Verbotsfieber treibt immer neue Blüten. In Utah (USA) wird die Heilige Schrift aus Schulbibliotheken entfernt, da sie sei voll von „sexueller Amoralität“ sei. Ein Elternteil hatte sich „beschwert“. Die FAZ schreibt: 

Ein offenbar von den ausufernden Bü cherverboten frustrierter Elternteil hatte im Dezember des vergangenen Jahres daraufhin beklagt, dass bei den Bemühungen einer Elterngruppe namens Utah Parents United, gewisse Bücher aus Schulen und Bibliotheken zu verbannen, die Bibel als eines der „am schlimmsten von Sex beherrschten Bücher überhaupt“ übersehen worden sei. Die Bibel enthalte „Inzest, Masturbation, Sex mit Tieren, Prostitution, Genitalverstümmelung, Oral sex, Dildos, Vergewaltigung und Kindermord“, heißt es in der Klage.

Utahs Moralhüter sahen sich glatt gehalten, der Sache mit allem Ernst nachzugehen. Ein Ausschuss nahm sich die Bibel zur Überprüfung vor und beschloss tatsächlich, das Buch „wegen Vulgarität oder Gewalt“ nur noch Oberschülern, als o ab der neunten Klasse, zugänglich zu machen, wie Christopher Williams, ein Sprecher des Schulbezirks, gegenüber NBC News sagte.

Mehr (hinter einer Bezahlschranke): www.faz.net.

Bibeljournale

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VM BJ Roemer Webseite Mockup07Im Verlag Verbum Medien haben wir damit begonnen, hochwerte Journale für das Studium der Bibel herauszugeben. Auf der linken Seite ist der Bibeltext (Luther 2017) abgedruckt, auf der rechten Seite gibt es Platz für eigene Notizen. Die Bibeljournale eignen sich für die persönliche Stille Zeit, zur Nutzung im Hauskreis und in der Gemeinde oder für das Bibellesen mit einem Freund. 

Hier eine Leseprobe: Bibeljournal-Roemer_Leseprobe.pdf.

Bestellt werden können die Journale am Besten direkt beim Verlag: verbum-medien.de.

10 Gründe, die Bibel in den Originalsprachen zu lesen

Peter J. Williams nennt zehn Gründe, die dafür sprechen, die Bibel in ihren originalen Sprachen zu lesen. Dazu gehört:

Wenn man die Heilige Schrift nicht in der Originalsprache liest, entgehen einem möglicherweise wichtige Aspekte und man merkt noch nicht einmal, dass sie einem entgehen. Wusstest du beispielsweise, dass du dich in einer guten Tradition mit der Bibel befindest, wenn du in deinen Predigten Alliterationen (ein literarisches Stilmittel, bei dem Wörter dieselben Anfangslaute haben, Anm. d. Übers.) verwendest? In den deutschen Übersetzungen kommt das nicht zum Ausdruck, doch Jesus begann die ersten vier Seligpreisungen in Matthäus 5,3–6 tatsächlich mit demselben Buchstaben. Es gibt Tausende von Sachverhalten, die im Original eigentlich klar sind, die aber jemand, der die Texte in einer Übersetzung liest, schlichtweg nicht erkennen kann.

Mehr: www.evangelium21.net.

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Bullinger: Es droht ein hartes Gericht

Heinrich Bullinger schreibt über die Missachtung göttlicher Gerichtsandrohungen (Schriften II, 2006, S. 21): 

Wir lesen im Evangelium, dass unser Herr Jesus Christus beredt gegen sein Volk vorgebracht bat [Mt 12,41f.]: »Die Männer von Ninive werden im Gericht gegen dieses Geschlecht auftreten und es verurteilen; denn sie taten Buße auf die Predigt des Jona hin, und siehe, hier ist mehr als Jona. Die Königin aus dem Süden wird im Gericht gegen dieses Geschlecht auftreten und es verurteilen, kam sie doch von den Enden der Erde, um die Weisheit Salomos zu hören, und siehe, hier ist mehr als Salomos.« Und während wir diese Urteile unseres Erlösers durchaus kennen, schätzen sie doch nur wenige von uns mit gläubiger Einsicht richtig ein und erkennen, was für ein hartes Gericht unserer Zeit droht. Denn obwohl es unzählige Beispiele der Vorfahren gibt, die zur Verteidigung des Gesetzes unseres Gottes hätten anspornen können, werden alle diese Beispiele von uns missachtet, und wir verfaulen entweder in tiefstem Müßiggang oder geben uns ganz Lappalien, nichtigen Streitereien und unserer Neugierde hin. Indes wird das Wort Gottes bekämpft, gefangen gesetzt und äußerst schändlich behandelt.

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