Kirchengeschichte

Die desaströse Theologie des Charles Finney

Finney.jpgJerry Falwell bezeichnete ihn als »einen seiner Helden und als Helden vieler Evangelikaler, einschließlich Billy Graham«. Keith Green und einige Leiter von »Jugend mit einer Mission« haben ihn verehrt. Für mache Evangelisten ist er nach wie vor ein großes Vorbild. Sein Einfluss auf die Evangelikale Bewegung reicht weit über den angelsächischen Raum hinaus.

Michael Horton erklärt uns die desaströse Theologie von Charles Finney (1792–1876):

The first thing we must note about the atonement, Finney says, is that Christ could not have died for anyone else’s sins than his own. His obedience to the law and his perfect righteousness were sufficient to save him, but could not legally be accepted on behalf of others. That Finney’s whole theology is driven by a passion for moral improvement is seen on this very point: »If he [Christ] had obeyed the Law as our substitute, then why should our own return to personal obedience be insisted upon as a sine qua non of our salvation?« (p. 206). In other words, why would God insist that we save ourselves by our own obedience if Christ’s work was sufficient? The reader should recall the words of St. Paul in this regard, »I do not nullify the grace of God; for if justification comes through the law, then Christ died for nothing.« It would seem that Finney’s reply is one of agreement. The difference is, he has no difficulty believing both of those premises.

Finney, der glaubte, sogar Macht über Gott zu haben, bekannte übrigens in seinen späteren Jahren: »Die Bekehrten meiner Erweckung sind eine Schande für das Christentum«.

Hier der vollständige Artikel »The Legacy of Charles Finney«: www.modernreformation.org.

Ausstellung: Die Reformierten in Europa und Deutschland

plakat_180.jpgDas Deutsche Historische Museum (Berlin) und die Johannes a Lasco-Bibliothek (Emden) haben für die Zeit vom 1. April bis zum 19. Juli 2009 die Ausstellung »Calvinismus: Die Reformierten in Deutschland und Europa« organisiert. Zur Ausstellung heißt es:

Das Wirken des vor 500 Jahren geborenen Genfer Reformators Johannes Calvin ist als Teil der Kulturgeschichte Europas nur zusammen mit den religiösen und politischen Fragen zu begreifen. Die Erneuerung von Kirche und Staat war seit dem 15. Jahrhundert eine dringliche Aufgabe. Eine frühe Reformbewegung ging von Jan Hus aus. Er wurde als Ketzer auf dem Konstanzer Konzil 1415 verurteilt. Rund ein Jahrhundert später griffen humanistisch-evangelische Kreise in Europa die Glaubenslehre Martin Luthers auf und führten sie fort. Radikalere Kirchenkritiker wie Ulrich Zwingli und Calvin forderten die Neuorganisation der Kirche und die Reformation des Lebens. Allen Reformbewegungen gemeinsam war die starke Rückbesinnung auf die Heilige Schrift.

Die Auseinandersetzung um den rechten Glauben prägte die folgenden Jahrhunderte. In Deutschland konnte sich das reformierte Bekenntnis neben der Lehre Martin Luthers nur in einzelnen Regionen dauerhaft etablieren. In weiten Teilen Nord- und Westeuropas aber wurde es zur bedeutendsten evangelischen Glaubensrichtung, mit ganz unterschiedlichen Ausprägungen an einzelnen Orten: Von Schottland bis Ungarn folgten Menschen der neuen Lehre und nahmen dafür Vertreibung und Flucht in Kauf. Sie entwickelten ein intensives Gemeindeleben und ein dichtes, regionen- und länderübergreifendes geistiges, caritatives und politisches Netzwerk.

Wie nur wenige Personen entfaltete der Genfer Reformator eine tiefe, bis heute andauernde Wirkung auf Wissenschaft, Politik, Kunst und Mentalitäten. Reformierte Ideale wie Arbeitsethos und Zeitmanagement scheinen heute im Alltag ebenso wiedererkennbar wie in gesellschaftlichen Normen und staatlichen Ordnungen. Calvinistische Bürger prägten die Ausformung eines modernen Wirtschaftssystems, calvinistische Politiker waren bestimmend in der Entwicklung einer modernen, republikanischen Staatlichkeit.

Mehr Informationen auf der Internetseite: www.dhm.de.

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