Syst. Theologie

Menschenrechte für Tiere?

Tierschützer fordern, dass Tiere, die Schmerz empfinden können, rechtlich mit Menschen gleichgestellt werden. Die Tierschützer berufen sich dabei auf die utilitaristische Ethik des umstrittenen Philosophen Peter Singer.

Hier der Artikel: www.welt.de.

Die Herausforderung der Postmoderne-Diskussion für die Theologie der Gegenwart

Matthias Schnell-Heisch hat 1995 in Tübingen bei Hans Küng und Eberhard Jüngel über das Thema »Die Herausforderung der Postmoderne-Diskussion für die Theologie der Gegenwart« promoviert. Die 1994 eingereichte Arbeit verarbeitet viel Primärliteratur und ist, wie das Inhaltsverzeichnis zeigt, noch frei von Schablonen, die sich seit Mitte der 90er Jahre (Middleton & Walsh, 1995 u. Grenz, 1996) in der amerikanisch-evangelikalen Literatur verfestigt haben.

Schnell-Heisch fasst seine Arbeit wie folgt zusammen:

• Der Erste Hauptteil der Arbeit hat die Aufgabe, die Genese des Begriffs »Postmoderne« innerhalb der verschiedenen Bereiche der Kultur (»Architektur«, »Literaturwissenschaft«, »Philosophie« und »Soziologie») nachzuzeichnen, die wichtigsten Postmoderne-Konzeptionen vorzustellen, die Beziehungslinien zwischen den verschiedenen Sektoren herauszuarbeiten und eine kritische Analyse der einzelnen Positionen vorzunehmen, um erstens einen detaillierten Überblick der Diskussion zu gewinnen und zweitens eine fundierte Grundlage für die theologische Postmoderne-Diskussion zu erarbeiten.

• Der Zweite Hauptteil ist ganz der theologischen Postmoderne-Diskusssion gewidmet. Wie im Ersten Hauptteil sind auch hier Darstellung und Kritik voneinander getrennt: Nach der Darstellung der drei thematischen Schwerpunkte (»Christlicher Glaube im Pluralismus»; »Dekonstruktion», postliberale Theologie, Ästhetisierung der Religion«; »Postmoderne Theologie als ganzheitliche Theologie«), die sich in der theologischen Diskussion herauskristallisieren, schließt sich auch hier in einem vierten Kapitel eine Kritik der theologischen Postmoderne-Diskussion an.

• Im Epilog wird dann der Versuch unternommen, die theologische Postmoderne-Diskussion zu bilanzieren und Prospektiven für die Theologie zu entwickeln. Das Anliegen besteht aber weder darin, die verschiedenen theologischen Konzepte zu synthetisieren, noch darin, eine weitere theologische Postmoderne-Konzeption zu entwickeln. Vielmehr wird hier nach den Chancen und Grenzen der einzelnen Beiträge zur theologischen Postmoderne-Diskussion gefragt und die bleibenden Herausforderungen der Postmoderne-Diskussion für Theologie und Kirche benannt.

Freundlicherweise hat Matthias Schnell-Heisch seine Dissertation inzwischen im Internet publiziert. Sie kann hier in Form von mehreren PDF-Dateien herunter geladen werden: www.schnell-heisch.de.

Kann man mit Vernunft Gottes Existenz beweisen?

Für den Atheisten von heute ist ein allmächtiger Vater im Himmel nur der Wunsch oder Wahn einer patriarchalischen Gesellschaft. Kann man so einem Atheisten Gott überhaupt noch beweisen?

DIE WELT hat einen Dialog über Gottesbeweise, die Rationalität des Glaubens und die Chancenlosigkeit der Wissenschaft, das Absolute zu widerlegen, publiziert. Der Prälat Walter Brandmüller, Priester und Präsident der Päpstlichen Kommission für Geschichtswissenschaften und Canonicus von St. Peter in Rom, spricht mit Ingo Langner, einem Dokumentarfilmer und Publizisten aus Berlin.

Hier geht es zum Interview: www.welt.de.

Der Homosexuelle

Der homosexuelle Mann muss nicht immer homosexuell bleiben. Keiner ist dazu verpflichtet, schwul zu sein.

Den Artikel »Der homosexuelle Mann« von Elmar Kraushaar können Sie bei der taz lesen: www.taz.de.

Gott, eine Hirnfunktion?

Seit Jahrunderten versuchen Wissenschafter und Philosophen, das Wesen Gottes und der Religion zu erklären. Neue Ergebnisse der Gehirnforschung legen den Gedanken nahe, dass wir von Natur aus zum Glauben programmiert sind. Professor Georg Northoff: »Wir müssen glauben und können nicht anders.«

Lesen die den Artikel, den Georg Northoff in Kantscher Manier für Die Welt geschrieben hat, hier: www.welt.de.

40 von 100 Kindern in Südafrika sind Vergewaltigungsopfer

Für eine in Südafrika geborene Frau ist die Wahrscheinlichkeit, vergewaltigt zu werden, höher als die, lesen und schreiben zu lernen. Dies errechnete der britische Sender BBC aus Zahlenmaterial, das die University of South Africa (UNISA) zur Verfügung gestellt hat. Die TAZ schreibt:

In Südafrika sind nach einer Studie 40 Prozent aller Schüler unter 18 Jahren vergewaltigt worden. Das ist das Ergebnis einer Befragung an 1.200 Schulen des Landes, die am Montag veröffentlicht wurde. Die Forscher Neil Andersson und Ari Ho-Foster vom CIET Trust in Johannesburg hatten die sexuelle Gewalt unter Schülern untersucht. In 20 Prozent aller Fälle gaben die Opfer an, der Täter sei ein Lehrer gewesen.

Hier der vollständige Beitrag: www.taz.de.

Thomas Schreiner über »Surprised by Hope« (2)

Hier der zweite und vorerst abschließende Teil der Vorschau über:

  • N.T. Wright, Surprised by Hope: Rethinking Heaven, the Ressurection, and the Mission of the Church, Harper Collins, 2008. 352 S.

Der ersten Teil der Vorschau dieser Rezension von Thomas Schreiner kann hier abgerufen werden: theoblog.de. Der vollständige Text wird demnächst in einer einer Ausgabe der Zeitschrift Glaube und Denken heute erscheinen.

… Sicher haben manche Gläubigen zu Unrecht geglaubt, dass der Himmel nur geistlich sei, aber viele (die meisten derer, die ich kenne) stellen sich den Himmel nicht so vor. Wir könnten sagen, dass Wright seine These übertreibt, um seine Aussage zu verdeutlichen. So weit, so gut. Außerdem kritisiert er deutlich den Ausdruck »in den Himmel gehen«. Dennoch haben wir eine Anzahl an Aussagen in der Schrift, die vom Eintreten (hineingehen!) in das Reich in der Zukunft sprechen (z.B. Mt 5,10; 7,21; 18,3; 19,23-24; Mk 9,47; 10,15; Joh 3,5; Apg 14,22). Die Schrift spricht auch vom Himmel als einem Reich über dem unseren und getrennt von uns (Mt 6,1.9.10.20; 18,10; Lk 24,51; Joh 1,51; Apg 1,10; 2Kor 12,2; Kol 1,5; 1Petr 1,4). Das sagt uns nicht (nur um sicherzugehen), dass unsere zukünftige Bestimmung eine nicht-leibliche Bestimmung ist, aber es betont, dass es ein von unser jetzigen Existenz zu unterscheidender Zustand ist. Ja, Wright sagt richtig, dass der Himmel eine verwandelte Erde sein wird und der Himmel sozusagen in diese Welt kommen wird. Aber weil die Schriften ebenso davon sprechen, dass wir in das Reich hineingehen, weil sie davon reden, dass der Himmel eine Welt über und über uns hinaus ist, und weil die neue Schöpfung noch nicht da ist in ihrer Vollendung, glaube ich nicht, dass es falsch ist, davon zu reden, dass wir »dorthin gehen«, solange wir uns darüber im Klaren sind, dass es lediglich einer der Wege ist, die Realität, die uns erwartet, in Worte zu fassen. Tatsächlich verraten Wright’s Proteste gegen den Gebrauch des Satzes »in den Himmel gehen« seinerseits ein übertrieben wörtliches Verständnis. Daher, widerspricht das Lied Away in the manger entgegen der Meinung Wright’s nicht der Schrift, wenn es Gott darum bittet, »uns für den Himmel zuzubereiten, um mit Dir dort zu leben« (S. 22).

Wie schon bereits bemerkt betont Wright häufig, dass unsere Arbeit in dieser Welt wichtig ist. Christen sollten nicht denken, dass ihre Arbeit in Politik, Wirtschaft, Beruf, Kunst usw. unbedeutsam sei. Es hat eine Art des Pietismus gegeben, die solche Arbeit schwarz gemalt hat. Trotzdem ist es nicht klar, dass die Schulden der dritten Welt zu erlassen eine moralische Verpflichtung ist, die der Abschaffung der Sklaverei gleichkommt. Wright weist diejenigen, die in diesem Punkt nicht mit ihm übereinstimmen, zu selbstbewusst ab, indem er jegliche Einwände durch rhetorisch geschickte Aussagen wegwischt. Moralische Forderungen in der Öffentlichkeit müssen durch sorgfältige Begründung vorgebracht werden und Wright bietet keine Argumente an, die seine Schlussfolgerungen unterstützen. Vielleicht wird er in Zukunft das Thema im begründeten öffentlichen Diskurs anpacken, anstelle durch Forderungen von oben herab.

Wright empfiehlt Evangelisation als Teil unserer Arbeit als Gläubige, aber er betont klar das Engagement in der Politik. Sicherlich hat Wright den Schwerpunkt auf letzterem. Die Schrift lehrt, dass nur diejenigen, die an Jesus Christus glauben und Buße tun von ihren Sünden, die neue Schöpfung erleben können. Ist es daher etwa nicht die wichtigste Sache für Menschen, aufgenommen zu werden in dieser neuen Schöpfung? Gibt es nicht große Künstler und begabte Politiker, die unser Leben in dieser Welt verbessert haben (wofür wir alle dankbar sind), die aber dennoch keinen Anteil an der neuen Schöpfung haben werden, weil sie das Evangelium abgelehnt haben? Außerdem, während Wright korrekt betont, dass alles Handeln in dieser Welt von Bedeutung ist, gibt es auch Diskontinuität zwischen dieser Welt und der zukünftigen. Der Fluch von 1Mo 3 wird nicht aufgehoben werden, bis Jesus wiederkommt. Unsere Arbeit in der Welt ist vorläufig und wird immer von dem Fluch berührt. Die Erfindung des Autos löste ein Verschmutzungsproblem in den Straßen, das durch Pferde verursacht wurde, aber niemand sah voraus, dass es selbst wieder Verschmutzungsprobleme verursachen würde.

Es genügt zu sagen, dass der Evangelisationsauftrag der Christen mehr auf uns lasten bleibt als jeder Auftrag, in der Politik zu arbeiten, wenngleich unsere Arbeit in der Welt bedeutsam ist. Wright betont, dass die gute Nachricht des Evangeliums ist, dass Jesus Herr ist, jedoch ist dies, wie John Piper es herausgestellt hat, keine gute Nachricht, wenn du noch gegen Gott rebellierst; es ist dann eine schreckliche Nachricht. Das Neue Testament ist von der Botschaft durchdrungen, dass wir uns von unseren Sünden abwenden müssen und unser Vertrauen auf Christus setzen müssen. Wright widerspricht der Notwendigkeit, so zu handeln, nicht, aber er scheint mehr besorgt zu sein über unsere Arbeit im politischen und sozialen Bereich.

Ich könnte es vielleicht verstehen, warum Wright soziale Anliegen betont, wenn Englands Kirchen voll wären und blühen würden, wenn fast jeder schon gläubig wäre. Aber es ist seltsam, dass Englands Kirchen leer sind und Unglaube üblich ist. Es scheint so, dass ein Bischof in diesen Umständen die Gemeinde nachdrücklich dazu auffordern würde, zu evangelisieren und die Notwendigkeit des Glaubens an Jesus und der Umkehr von den eigenen Sünden zu betonen. Diese Dringlichkeit sehe ich in Wright’s Buch nicht, und daher weicht er von der Botschaft Jesu und der Apostel ab …

Männer sind anders als Frauen

gehirnEs muss heute ab und an gesagt werden: Männer unterscheiden sich von Frauen.

Karin Amunts, Professorin für Medizin an der Technischen Hochschule in Aachen, weist in einem Interview mit Ralf Müller-Schmid für das Deutschlandradio auf die Bedeutung des unterschiedlichen Aufbaus von Frauen- und Männerhirnen hin: www.dradio.de.

Dass Männer und Frauen verschieden sind, lässt sich auch mit Hilfe der biologischen Psychologie und Neurobiologie belegen. Bei der Analyse des menschlichen Gehirns offenbaren sich aufschlussreiche Unterschiede: www.dradio.de.

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