2025

Sexparty bei der ARD

Sich schamlos sexuell auszuprobieren, wie eine neue ARD-Serie für Kinder ab zwölf Jahren propagiert, verhindert nicht nur Selbstannahme und Beziehungsfähigkeit, sondern ist auch rechtlich bedenklich. Dorothea Schmidt stellt uns für DIE TAGESPOST vor, was die ARD mit der Serie „Lust“ vorhat: 

Die Zahlen der Kinder und Jugendlichen, die pornografische Inhalte konsumieren, steigen unaufhörlich. Allen Warnungen zum Trotz kommen immer wieder Angebote um die Ecke, die junge Menschen geradezu ermutigen, sich entsprechenden Inhalten auszusetzen. Neuerdings bietet die ARD in Deutschland die Serie „Lust“ an, in der Kinder ab zwölf Jahren angespornt werden, ihre innere Bremse zu übergehen und sich lustvoll und schamlos sexuell auszuprobieren. Ein Date jagt das andere, dreckige Klamottenberge und nackte Leiber stapeln sich — im Theater auf der Bühne, beim Dreier auf der Couch, bei homosexuellen Spielchen und so weiter. Auch Sexspielzeuge werden präsentiert.

„Die Reduktion auf sexuelle Lust geht an der Wirklichkeit des Menschen vorbei und unterstützt ihn nicht bei seinen eigentlichen Entwicklungsaufgaben“, kommentiert Elisabeth Luge auf Anfrage. Sie ist Vorsitzende von „TeenStar Deutschland e. V.“, einem Verein, der eine dem jeweiligen Alter und Entwicklungsstand der jungen Menschen gemäße, auf der Biologie und dem christlichen Menschenbild basierende Sexualerziehung anbietet. Pornografie zerstöre „den Schutzmechanismus einer für die sensible Phase der Pubertät typischen Körperscham und bewirkt den Verlust der Selbstannahme und Beziehungsfähigkeit“, denn sie zeige wenig „über die Bedeutung der sexuellen Vereinigung“ und fokussiere „einseitig auf den körperlichen Lusteffekt“, erklärt sie.

Mehr: www.die-tagespost.de.

Teuer erkaufte Ruhe

Immer öfter bekommen schon Kleinkinder ein Smartphone in die Hand. Doch Experten warnen vor der Ruhigstellung durch Bildschirme.

Wo früher noch Kinderbücher, Kuscheltiere und Kartenspiele zum Einsatz kamen, greifen viele Eltern heute zu einem Trick, den die moderne Technologie ihnen seit ein paar Jahren ermöglicht: zur Smartphone-Hypnose.

Die Situationen sind beliebig austauschbar. Ein Besuch im Restaurant, das Warten an einer Bushaltestelle, eine längere Reise mit dem Auto oder ähnliches – immer häufiger haben schon die Allerkleinsten ein Handy in der Hand. Margarete Bolten von der Uniklinik in Basel ist Psychologin und leitet eine Sprechstunde für Säuglinge und Kleinkinder. Sie beobachtet den Hypnose-Trick auch bei sich im Wartezimmer. „Ich sehe das auch hier bei uns in der Klinik, dass Eltern teilweise eintreten mit ihrem Kind und nichts dabei haben. Kein Spiel, keine Spielsachen, kein Buch, gar nichts, einfach nur das Gerät. Damit werden dann teilweise sechs Monate alte Kinder beim Warten bespaßt.“

„Wenn ich vergleiche, was ich früher als Kind konsumiert habe und was die Kinder heute konsumieren, dann ist das diametral beschleunigt“ – so beschreibt Prof. Dr. Christian Montag die Situation. Er ist Professor für Molekulare Psychologie an der TU Darmstadt und forscht seit Jahren zu Medienkonsum und Pädagogik bei Kindern und Jugendlichen.

Mehr (hinter einer Bezahlschranke): www.faz.net.

Gavin Ortlund in München

In den kommenden Tagen wird Gavin Ortlund mehrere Vorträge in München halten. Am kommenden Samstag ist er Hauptreferent der E21-Regionalkonferenz in München zum Thema „Einig …, aber wie“, die freilich bereits ausgebucht ist. Ein Streaming der Vorträge ist geplant.

Am Sonntag referiert er über die Thesen seines Buches Wofür es sich zu kämpfen lohnt – und wofür nicht und stellt sich anschließend Rückfragen.

Und am 28. Januar hält er im Herkulessaal einen Vortrag über die Schönheit des christlichen Theismus.

Verdachts- und Akkusationskultur

Nicht nur klassisch linke Parteien machen sich stark für Einschränkungen der Meindungsfreiheit, auch Vertreter bürgerlicher Parteien wünschen Beschränkungen der Wissenschaftsfreiheit herbei oder schlagen sogar entsprechende Gesetzesänderungen vor. Die der nordrhein-westfälischen Wissenschaftsministerin Ina Brandes (CDU) hat mit ihrem Entwurf für ein „Hochschulstärkungsgesetz“ bei vielen Juristen und Hochschullehrern Entsetzen ausgelöst.

Einzelheiten hat Prof. Julian Krüper hier zusammengetragen. Reiner Burger von der FAZ hat das Wichtigste in dem Artikel „Warnung vor ‚Paralleljustiz‘“ aufgelistet: 

Im Zentrum der Empörung steht das mit den Paragraphen 84 bis 97 der Novelle geplante „Hochschulsicherheitsrecht“. Im Brandbrief wird es als „in besonders dramatischer Weise misslungen“ und grundgesetzwidrig beschrieben. Das „Sicherheitsrecht“ sieht vor, dass Hochschulen schon bei frühen „zureichenden tatsächlichen Anhaltspunkten“ für einen möglichen „Redlichkeitsverstoß“ oder „Sicherheitsverstoß“ Eingriffs- und Sanktionsrechte haben: Campus- und Kontaktverbote, Besoldungskürzungen, Laufbahnrückstufungen, Entzug der Lehr- und Prüfungsbefugnis, Exmatrikulation. Was Brandes mit ihrer im Oktober vom schwarz-grünen Kabinett beschlossenen Novelle vorgelegt habe, suche bisher in Deutschland seinesgleichen, urteilt der Bochumer Verfassungsrechtslehrer Julian Krüper. Brandes, in deren besondere politische Obhut die Freiheit von Forschung, Lehre und Studium gegeben sei, gebe Vollgas. „Leider in die falsche Richtung“.

Krüper wirft der Ministerin vor, unter dem trügerischen Label eines Sicherheitsrechts eine „Verdachts- und Akkusationskultur“ nach dem zentralen Ansatz des Antidiskriminierungsdiskurses („Diskriminiert ist, wer sich diskriminiert fühlt“) an den nordrhein-westfälischen Hochschulen etablieren zu wollen. Das werde weitreichende Folgen haben, warnt der Verfassungsrechtler anhand eines konkreten Beispiels aus seiner Fakultät: In einer Lehrveranstaltung zum Antidiskriminierungsrecht wurde die Frage aufgeworfen, ob Adipositas als Behinderung im Sinne des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG) beziehungsweise der korrespondierenden EU-Richtlinie zu verstehen sei. Allein die bloße Thematisierung der Sache veranlasste einen Teilnehmer, wegen angeblicher Diskriminierung („Fat shaming“) Beschwerde zu erheben. „Soll das künftig ernstlich sanktioniert werden?“, fragt Krüper. „Das Gesetz lässt es als Möglichkeit jedenfalls zu und wird, das ist zu befürchten, in der ein oder anderen ambitionierten Hochschulverwaltung vielleicht auch genau so verstanden.“

Mehr: zeitung.faz.net.

R.C. Sproul: „Eigentlich bin ich okay“

R.C. Sproul schreibt (Die Heiligkeit Gottes, 2018, S. 144–145):

In den zwanzig Jahren, in denen ich als Dozent am Theologischen Seminar eine Vielzahl von Studenten unterrichtet habe, sind fast alle mit der Frage zu mir gekommen, warum Gott nicht alle Menschen rettet. Nur ein einziges Mal kam einer, der sagte: „Eines verstehe ich nicht: Warum hat Gott ausgerechnet mich errettet?“

Wir sind nicht wirklich verwundert darüber, dass Gott uns errettet hat. Irgendwo tief in unserem Inneren, im verborgensten Winkel unseres Herzens hegen wir den leisen Gedanken, dass Gott uns seine Gnade schulden würde. ‚Was wäre der Himmel ohne uns?‘, fragen wir insgeheim. Wir wissen, dass wir Sünder sind, aber so schlecht, wie Menschen sein können, seien wir nun doch nicht. Wenn es um unsere Persönlichkeit gehe, gebe es genügend Charakterzüge, aufgrund derer Gott uns schon irgendwie in seine Erlösung einbeziehen werde, wenn er gerecht sei. Die Gerechtigkeit bringt uns aus der Fassung, nicht die Gnade. Erst meine Studenten haben mich gelehrt, wie sehr der Mensch dazu tendiert, Gnade als etwas Selbstverständliches hinzunehmen.

Ayaan Hirsi Ali: Warum ich zum Christentum konvertierte

Alex O’Connor hat kürzlich die ehemalige Atheisten Ayaan Hirsi Ali zu ihrer Konvertierung zum christlichen Glauben befragt. Ein sehr interessantes und ehrliches Gespräch. Ein wesentlicher Punkt für ihre Bekehrung war die Tatsache, dass sie jetzt akzeptieren kann, Fehler zu machen. Sie kann nun mit ihrem Sündersein angemessen umgehen. 

VD: WH

Johann Georg Hamann: Von der Selbsterkenntnis

Johann Georg Hamann (1730–1788):

Hieraus sieht man, wie notwendig unser Selbst in dem Schöpfer desselben gegründet ist, so daß wir die Erkenntnis unserer selbst nicht in unserer Macht haben, daß um den Umfang desselben auszumessen, wir bis in den Schoß der Gottheit dringen müssen, die allein das ganze Geheimnis unseres Wesens bestimmen und auflösen kann. 

Sprachkonzept von KI-Systemen eindimensional

Reinhard Karger weist in dem Artikel „Chatbots sind keine Gesprächspartner“ auf die sprachliche Unterkomplexität von KI-Systemen hin:

Bei Menschen spricht man von Verstand und ist seit der Antike der Ansicht, dass das Denken ein menschliches Spezifikum ist und ihn von anderen Säugetieren, aber auch von den nichtmenschlichen Primaten unterscheidet. Für das menschliche Denken wesentlich ist die Bedeutung von Sprache. Tiere haben keine Sprache im Sinne der symbolischen Interaktion, die auf der Fähigkeit zur bedeutungsidentischen Verwendung von Zeichen basiert. Man kann so weit gehen wie Johann Gottfried Herder, der einmal sagte: „Ohne Sprache hat der Mensch keine Vernunft, und ohne Vernunft keine Sprache.“ Oder wie Wilhelm von Humboldt, der anmerkte: „Die Sprache ist das bildende Organ des Gedanken.“

Ohne Wörter keine Sprache, ohne Bedeutung keine Gedanken, ohne Denken kein Verstand. Das Konzept von Sprache, das in den aktuell erfolgreichen Anwendungen von generativer KI verwendet wird, hat zwar zu hochleistungsfähigen KI-Systemen geführt, ist aber unterkomplex und eindimensional auf die sprachliche Oberfläche ausgerichtet. Es vernebelt die Einsicht, dass Intelligenz kein statistisches Phänomen, dass Sprachproduktion mehr als die Ausgabe von wahrscheinlichen Wortfolgen ist – und behindert in seiner Dominanz die Entwicklung von Lösungen, die einen Mensch-Maschine-Wissensdiskurs überhaupt erst ermöglichen.

Der Linguist bleibt trotzdem optimistisch und erhofft eine „linguistische Wende der maschinellen Intelligenz“:

Die linguistische Wende der maschinellen Intelligenz bedeutet, Sprache nicht mehr als Oberflächenphänomen zu behandeln, sondern als Werkzeug ernst zu nehmen. Erst dann werden wir Maschinen konstruieren können, die Sprache nicht nur verarbeiten, sondern verstehen, die nicht nur Wortketten erzeugen, sondern Aussagen nachvollziehbar und transparent begründen können. Erst dann ist ein Mensch-Maschine-Diskurs vorstellbar, in dem Lösungen für Wissensprobleme ko-kreativ entstehen können. Wissens- und Erkenntnisprobleme sind überreichlich vorhanden.

Mehr: zeitung.faz.net.

Anti-Intellektualismus ist keine Lösung

David Clark schreibt in To Know and Love God (2003, S. 208–209): 

Zu oft in der Kirchengeschichte haben Christen kritisch auf akademische Formen der Theologie reagiert, weil sie meinten, durch sie würde das geistliche Leben abgetötet. Beispiele wie die Great Awakenings, das Aufkommen des Pietismus, Kierkegaards Ablehnung des staatskirchlichen Luthertums und die charismatischen Erneuerungsbewegungen kommen mir in den Sinn. Allzu oft ersetzen Evangelikale heute tote Orthodoxie durch anti-intellektuellen Aktivismus oder Moralismus und nicht mit theologisch vitaler Geistlichkeit. Das unter Evangelikalen am meisten geschätzte Frömmigkeitsmodell betont typischerweise die innere moralische Heiligkeit und den äußeren christlichen Dienst, der im Gegensatz zum reflektierenden Denken steht. Diese Abkoppelung von der säkularen akademischen Welt trug dazu bei, einige Werte zu bewahren: den Vorrang der Bibel und den Respekt vor dem Übernatürlichen. Aber diese Werte überlebten nur innerhalb einer konservativen Subkultur. Der Fundamentalismus überstand den Ansturm der theologischen Moderne, indem er sich zurückzog und eine Festungsmentalität pflegte, die sich gegen die Welt richtete und sich von ihr abgrenzte. Da die akademische Welt als Teil dieser gefallenen Welt angesehen wurde, überließen die Fundamentalisten und später die Evangelikalen die universitäre Welt weitgehend den liberalen Protestanten, die sowohl Traditionalisten als auch Katholiken ausschlossen.

Das Ergebnis ist, dass sich die evangelikale Theologie nicht nur von der akademisch orientierten Universität, sondern auch von einer pragmatisch orientierten Kirche entfremdet hat. Der letztgenannte Punkt ist vielleicht der schädlichste, weil eine der Hauptaufgaben der Theologie als sapientia darin besteht, den Glauben, die Erfahrung und den Charakter der Christen zu formen und zu lenken. Und dies ist sicherlich von zentraler Bedeutung für das Leben und den Auftrag der Kirche. Die Theologie definiert den Gegenstand des christlichen Glaubens. Als solche muss sie sowohl den dreieinigen Gott verherrlichen als auch eine echte persönliche Transformation des einzelnen Gläubigen, der Kirchengemeinschaft und letztlich der Welt bewirken. In der Tat kann die Kirche die Theologie nicht umgehen, wenn sie versucht, ihren Auftrag zu erfüllen. Auch wenn einige meinen, sie könnten die Theologie außer Kraft setzen, die akademische Stratosphäre vermeiden und praktische Relevanz erreichen, gelingt es ihnen nur, eine wohlüberlegte Theologie durch ein Sammelsurium theologischer Bruchstücke zu ersetzen, die wahllos mit kulturellen Ideen verwoben werden.

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