Der Transgender-Boom

Geschlechtsangleichungen haben gravierende körperliche Folgen. Seit 2013 ist die Zahl der Geschlechtsumwandlungen unter Jugendlichen weltweit um das Zehn- bis Zwanzigfache gestiegen. Immer mehr Kinder und Jugendliche, besonders Mädchen, wünschen sich einen anderen Körper. Es liegt auf der Hand, dass kulturelle Trends hier eine Rolle spielen. Doch das Familienministerium will eine offene Debatte über die Risiken verhindern.

Thomas Thiel schreibt für die FAZ:

In Frankreich warnten mehr als fünfzig Mediziner und Psychologen vor einem „ideologischen“ und – die Gendermedizin ist ein Wachstumsmarkt – vor einem „kommerziellen Zugriff auf den Körper von Kindern“. In Schweden, das eine besonders freizügige Praxis hatte, hat die Fernsehdokumentation „Transtrain“, die erstmals auch negative Konversionsgeschichten thematisierte, einen Stimmungsumschwung bewirkt. Das Stockholmer Karolinska-Institut, die führende schwedische Gender-Klinik, hat den Einsatz von Pubertätsblockern vor dem Alter von sechzehn Jahren wegen der Gefahr dauerhafter Schäden verboten. Auch Finnland ist von der liberalen Vergabepraxis abgerückt. Ricard Nergårdh vom Karolinska-Institut bezeichnete die Vergabe der Präparate als chemische Kastration mit schweren psychischen Folgen. Darüber wurde nach den Worten einer Klinikmitarbeiterin auch an der Karolinska lange nicht gesprochen. Ärzte hätten fast nie Nein gesagt, wenn ein Kind seinen Wunsch nach Geschlechtsangleichung erklärte, im Gegenteil, man habe ihm dazu gratuliert, obwohl in diesem Augenblick noch gar nicht feststand, ob es die Transition einmal glücklicher machen würde.

Und in Deutschland?

Die Ampelkoalition will nun in dieser Legislaturperiode mit der Reform des Transsexuellengesetzes die juristischen Grundlagen für den spontanen Geschlechtswechsel schaffen; weil man sich im Grundsätzlichen einig ist, stehen die Chancen dafür gut. Nach dem bisher vorliegenden Entwurf der Grünen, der im vergangenen Jahr noch gescheitert war, dürfen Kinder das „soziale“ Geschlecht jederzeit und ohne Zustimmung der Eltern wechseln, einer Geschlechtsoperation dürfen sie sich nur mit Zustimmung der Eltern oder, falls diese nicht zustimmen, eines Familiengerichts unterziehen.

Mehr: www.faz.net.

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5 Kommentare
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Udo
1 Monat zuvor

Dass ein grünes Familienministerium die nötige Debatte verhindern will, ist wenig überraschend. Wenn es von der FDP oder der SPD geführt würde, wäre es wohl genauso. Beschämend ist, dass weder Kirchen noch Freikirchen dieses Thema öffentlich und in Klarheit adressieren. Leider ist das aber auch nicht überraschend. Quer durch alle Kirchen scheinen in den Obersten Leitungsgremien die theologisch Desorientierten, Weichspüler und Angsthasen (wenn es darum geht möglicherweise als irgendwas-phob, diskriminierend oder rechts eingestuft zu werden) das Ruder in der Hand zu haben. Dabei hat uns Jesus doch vorgelebt, dass das klare Aufzeigen von Sünde und Fehlentwicklungen und die Zugewandtheit und Liebe zu den Menschen nicht zu trennen sind.

Udo
1 Monat zuvor

Zwischen Pathologisierung und einer ideologisch-motivierten „Normalisierung“ braucht es mehr Differenzierungen. Entstanden ist aber ein gesellschaftspolitischer Scheinriese, der den Betroffenen nicht immer hilft, Kinder und Jugendliche verunsichern kann und eine gesellschaftspolitische Polarisierung erzeugt.“
https://www.cicero.de/innenpolitik/selbstbestimmungsgesetz-trans-gender-geschlechtsumwandlung-identitaetspolitik-lisa-paus (allerdings hinter der Bezahlschranke)

Gnurfel42
1 Monat zuvor

@Udo: Ich glaube nicht an die Sünde, aber selbst wenn: Einen logischen Grund dafür, warum die bloße trans Identität sündhaft sein soll, erkenne ich nicht. Einerseits soll Jesus uns lieben, aber andererseits soll er trans Menschen hassen? Ja nee, so funktioniert das aber nicht, da musst du dich schon entscheiden. Und ich hoffe, dass deine Entscheidung nicht auf den Hass fällt. 😉 Der Cicero-Artikel ist suspekt. Da wird von »unnormal« geredet im Bezug auf trans Identitäten, was SEHR verdächtig klingt. »unnormal« ist fast wie »abnormal« und dann sind wir ganz schnell im braunen Sumpf. Der Artikelanriss betreibt eine klare falsche Ausgewogenheit. Sie gaukeln Neutralität vor, indem sie sagen »Zwischen Pathologisierung und einer ideologisch-motivierten ›Normalisierung‹ braucht es mehr Differenzierungen.«. Aber das ist nur scheinweise neutral. Damit sagen sie indirekt, dass die Pathologisierung zumindet in Teilen gerechtertigt sei, dass trans Identität also zumindest in Teilen etwas krankhaftes, unwünschenswertes sei. Also, bei solchen Sätzen braucht man sich auch nicht mehr beschweren, wenn trans… Weiterlesen »

Udo
1 Monat zuvor

@Gnurfel42: Haßt Jesus Transmenschen? Natürlich nicht. Habe ich auch nicht behauptet. Wie würde Jesus Transmenschen begegnen. Wahrscheinlich ähnlich wie in Joh 4, 1-26 (klares Aufzeigen von Sünde und Fehlentwicklungen und Zugewandtheit und Liebe zum Menschen).
Dass der Mensch die von Gott geschaffene Zweigeschlechtlichkeit und die gelebte Sexualität in einer verbindlichen Gemeinschaft zwischen Mann und Frau nicht mehr als vom Schöpfer gegebene Norm versteht, ist ein Ausdruck seiner Entfremdung von Gott und als Sünde zu bezeichnen.
Vor dem Allmächtigen Gott sind wir natürlich alle Sünder und leiden an Desorientierung – sind unnormal. Schwierig wird es dann, wenn man seine Unnormalität zwanghaft und aktivistisch als normal darstellen will.
Ansonsten hat Ron die Probematik ja schon hinreichend thematisiert. Insbesondere in diesem Zusammenhang auch in „Die Gender-Verwirrung“, vom 6. Juli 2021.

Stephan
1 Monat zuvor

„… Es ist absoluter BULLSHIT, wenn trans Menschen immer wieder ihre Existenz rechtfertigen müssen …“

Die müssen gar nichts vor mir rechtfertigen, und ebenso muss ich mich nicht vor „Trans-Menschen“ rechtfertigen, was ich von dem Thema halte, insbesondere muss ich diese Lebensführung nicht bejubeln.

Aber auch „Trans-Menschen“ müssen irgendwann vor Gott Rechenschaft ablegen, wie sie ihr Leben gelebt haben, ob es nach dem Bild von Mann und Frau geschehen ist, wie es die Bibel aufzeigt, oder ob nach eigenem Gutdünken. Ob sie sich einen Kopf mehr um sich selbst gemacht haben und ihren Habitus, oder ob sie Gott die Ehre gegeben haben.

Wenn man nicht „an Sünde glaubt“, dann glaubt man auch nicht an den Gott, der sich in der Bibel offenbart hat. Hinsichtlich der Ewigkeit hat man also ein „Beziehungsproblem“ zu Gott zu lösen, und nicht ein Problem zu oder mit anderen Menschen, um deren Anerkennung man hechelt, wobei diese Anerkennung aber keine Erlösung und Befreiung einbringen würde.

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