Gott glauben – Vortragsreihe an der Ev. Akademie Berlin

Als ich heute einen DLF-Kurzbericht über eine Vortragsreihe der Evangelischen Akademie Berlin hörte, überkam mich das Gefühl, dass dort Schleiermacher und Bultmann immer noch hoch im Kurs stehen. Worum geht es im Glauben? Worin liegt der Wahrheitsgehalt des christlichen Bekenntnisses? Was sagt uns beispielsweise das Buch Genesis? Wir finden dort den „Niederschlag einer Selbstdeutung“, Aussagen von Menschen, die ein Gefühl für sich selbst entwickelt haben. Es geht eben – so sagte es Professor Notger Slenczka –, um ein „Selbstgefühl“, ein Gefühl für die „Unselbstverständlichkeit des Lebens“.

Wer das anders sieht, wird – wie kann es anders sein – übrigens gleich in die Nähe radikal-fundamentalistischer Kreise gerückt. Kindergarten!

Hier der Bericht:

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Theo
Gast
Theo

Ich muss schon etwas schmunzeln, mit welcher Selbstsicherheit Prof. N. Slenczka seinen theologischen Modernismus vorträgt. Letztlich ist das alles Bla Bla Bla … eine Flucht vor den historisch gemeinten Aussagen der Bibel.

aha, der Olly
Gast
aha, der Olly

Vortrag mit Selbstsicherheit ?  Mit  Selbstsicherheit hat dies nichts zu tun, sondern nur mit abgespultem Wissen. Wer den Herrn Prof. Notker Slenczka kennt, weiß auch, dass er sein Publikum nicht ansehen kann, wenn er redet – er brauch hierfür einen Punkt seitlich zu seinem Publikum, d.h. er dreht dir zwar nicht den Rücken zu, zeigt dir aber die kalte Schulter. Und so ist auch der Inhalt seiner Vorträge – unpersönlich und intellektuell und oft am Thema vorbei, so wie seine Blicke, denn er schaut nicht gerne in die Augen der Menschen.

Theo
Gast
Theo

@Olly: Auf mich hat seine Stimme selbstbewusst gewirkt. Aber wenn du ihn von Vorlesungen kennst, wirst du ihn besser einschätzen können als ich. So eben las ich auf Wikipedia, dass er der Sohn von Prof. Reinhard Slenczka ist … da hat sich N. Slenczka ja vom Vater theologisch ziemlich entfernt, denn jener gilt doch als theologisch konservativ, oder?

Schandor
Gast
Schandor

Es funktinoiert auch ganz gut umgekehrt: Wenn man etwa sagt, man sehe keinen zwingenden Grund in einer wortwörtlichen Bedeutung der Schöpfungstage, gilt man in fundamentalistischen Kreisen sofort als liberal (im negativen Sinne) oder sogar als tendenziell subversiv. So „weiß“ man beispielsweise in österreichischen (und vielleicht auch deutschen) Freikirchen: Was in der evangelischen Landeskirche „gepredigt“ wird, ist liberaltheologisch; christlich jedenfalls nicht.    Aber man muss halt eines sagen: Wenn einer den Kopf dafür hat (ist ja auch ein Geschenk Gottes), dass er sich solch professorales Wissen aneignen kann, das er dann „abspulen“ kann, kann’s schon passieren, dass das, was der eine… Weiterlesen »

David Jäggi
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Und der Wolf Krötke kommt auch noch zu Wort… Mit dem trinke ich lieber ein grosses Weizen (so geschehen an der Barth-Tagung), da ist er dann nämlich ganz nahbar in Selbstdeutung und Selbstgefühl. 😉

aha, der Olly
Gast
aha, der Olly

@Theo: Der Prof. Notker Slenczka ist ziemlich selbstbewusst im Reden, aber während des Redens wirkt er nicht unbedingt sehr souverän und selbstsicher. Nichtsdestotrotz hat er eine markante Stimme und weiß inhaltlich auch viel mitzuteilen. Sein Fach ist die Systematische Theologie. Jedoch versteht er es nicht, mit der Fülle der Informationen richtig umzugehen. Er ist ein Allround-Genie des Anstippens eines Themas, um es schließlich als Exkurs stehen zu lassen. Wie alle Lutheraner hat er eine Abneigung gegen Karl Barth. Notger Slenczka verhält sich im Duktus seiner Sprache durchaus sehr lutherisch-othodox, ist aber zu sehr mit der Philosophie verbandelt, d.h. im Erklären… Weiterlesen »

Schandor
Gast
Schandor

@Olly

 

„Uni-Theologie – historisch-kritisch mit viel unlogischer Psychogequatsche.“

 

Prädikat: Gut gebrüllt, Löwe!

 

Danke für den Buchtip! Ich nehme mal an, das Buch vertritt keine der bekannten „Endzeitsichtweisen“, oder?

Theo
Gast
Theo

@Olly: Vielen Dank für die Infos!

Windfee
Gast
Windfee

Natürlich kann man durch die Schule deutscher Theologie gehen und trotzdem an Gott glauben. An der Berliner Fakultät scheint mir Prof. Slenczka das beste Beispiel dafür zu sein, denn um einen persönlichen Glauben dreht sich sein theologisches Nachdenken, das er seinen Studenten zwar mit der kalten Schulter serviert, aber in Aufsätzen nachvollziehbar wiedergeben kann. Ein Professor, der nach dem Vorbild Tholucks ein grünes Sofa zuhause stehen hat, ist weder modernistisch noch liberal, sondern versucht einfach, authentisch und lebensnah Theologie zu betreiben. Die polemischen Beiträge über einen Theologen, den Ihr hier nach seinem öffentlichen Auftreten (es kann nun mal nicht jeder… Weiterlesen »

Andreas
Gast
Andreas

@ Windfee,
Das stimmt – die Art des Sprechens und Auftretens sollte nicht ausschlaggebend für eine Beurteilung sein. (Das war wohl auch nur die Meinung einer Person, und auch da kann man es als „nebenbei erwähnt“ auffassen.)