Identität und das Woher

Im Nachtcafé hat Michael Steinbrecher Menschen eingeladen, die nicht genau wissen, woher sie kommen. Neben Adoptivkindern war auch die Schauspielerin Christiane Grams-Dollmann eingeladen. Mit neun Jahren erfuhr sie, dass sie durch eine anonyme Samenspende in einem Kinderwunschzentrum gezeugt wurde. Die Ungewissheit über ihre wahre Identität quält die 33-Jährige. Warum? Weil eben Identitätsentwicklung auch etwas mit den eigenen Wurzeln zu tun hat.

Was sie darüber – ganz ohne Bitterkeit – zu erzählen hat, ist in diesem Video ab 01:01 (also ca. ab der 1. Stunde) zu hören. Es sollte uns im Blick auf die Vertechnisierung der Reproduktionsmedizin nachdenklich stimmen.

Kommentare

  1. Holger Lahayne meint:

    Beindruckend. Würde es auch solchen Applaus geben, wenn es um strengere gesetzliche Regelungen dieses Geschäftbereiches – und nichts anderes ist die Retortenmedizin – ginge? Da erscheint mir die Empathie des Publikums doch etwas scheinheilig. Gänzlich anonyme Samenspenden sind ein Unding, wie uns in der Sendung vorgeführt wurde. Meine Nichte, Tochter meiner Schwester (nun gerade eingeschult), hat es da etwas besser getroffen: Sie wurde durch IVF gezeugt, wird aber den Namen ihres Vaters erfahren können. Ich zähle die Stunden nicht mehr, die wir in der Familie (meiner Eltern) über die künstliche Befruchtung diskutiert haben. Mir scheint, dass der ganze Rattenschwanz an Problemen grässlich unterschätzt wird. Das Thema ist außerdem kaum, so mein Eindruck, auf dem Radar der Gemeinden.

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