Leihmutterschaftsdrama

Wie dramatisch sich Leihmutterschaften entwickeln können, zeigt sich an dem Rechtsstreit, den die Leihmutter McKenna West (leider bisher vergeblich) gegen ein Bestellpaar aus Kalifornien führt. DIE TAGESPOST berichtet: 

Zum Hintergrund: Die Bestelleltern Nausheen Gilkar und Omar Ahmed, ein Paar aus Los Angeles, schlossen im August 2025 mit McKenna West, einer Krankenschwester aus Alaska, einen Leihmutterschaftsvertrag. Die alleinerziehende Mutter zweier Kinder sollte für das Paar, das bereits acht erfolglose Versuche einer künstlichen Befruchtung hinter sich hatte, ein Kind austragen. Für ihre Dienste als Leihmutter sicherte das Paar McKenna West vertraglich ein Honorar in Höhe von 60.000 US-Dollar zu.

Nachdem Ärzte in der 20. Schwangerschaftswoche bei dem Kind ein hypoplastisches Linksherzsyndrom (HLHS) diagnostizierten, forderten die Bestelleltern die Leihmutter auf, das Kind abzutreiben. Dabei beriefen sie sich auf den mit ihr geschlossenen Vertrag. Der soll eine Klausel beinhalten, die es den Bestelleltern erlaubt, eine Abtreibung des Kindes zu verlangen, wenn Ärzte bei diesem Anomalien feststellen.

West weigerte sich jedoch, das Kind abzutreiben, und floh mit diesem nach Texas. Der Grund: In dem im Süden der USA gelegenen Bundesstaat sind Abtreibungen grundsätzlich verboten. Laut Chapter 170 A des texanischen „Health and Safety Code“ darf auf dem Territorium des Bundesstaates niemand „wissentlich eine Abtreibung vornehmen, veranlassen oder einleiten.“ Außerdem gilt laut dem „Texas Family Code“ grundsätzlich die Frau als Mutter, die das Kind zur Welt bringt, auch als rechtliche Mutter. Mit einer Ausnahme: Liegt eine gerichtlich bestätigte Gestationsvereinbarung vor, können die Bestelleltern rechtlich als Eltern anerkannt werden, obwohl die Leihmutter das Kind geboren hat.

Die Bestelleltern verklagen daraufhin McKenna West wegen Vertragsbruchs auf Schadenersatz in Höhe von 100.000 US-Dollar sowie Anwaltskosten. 

Mehr: www.die-tagespost.de.

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