Christen erleben in Deutschland zunehmend Feindseligkeiten. Die Menschenrechtsorganisation ADF International hat die Gründe analysiert. Hier ein Auszug aus einem IDEA-Beitrag dazu:
Die Ursachen sind vielfältig. Die fortschreitende Säkularisierung entzieht christlichen Werten Rückhalt; zugleich wächst die Intoleranz gegenüber Überzeugungen, die von der Mehrheitsmeinung abweichen. Christlich basierte Positionen zu Lebensschutz oder Sexualethik werden heute oft als Provokation empfunden. Dabei vertreten Christen diese Werte bereits seit 2.000 Jahren.
Politik und Medien reagieren häufig zurückhaltend, wenn Christen zur Zielscheibe von Angriffen oder Ausgrenzung werden. Religiöse Anliegen gelten in einem säkular geprägten Umfeld schnell als rückständig. Das erzeugt ein Klima stiller Duldung. Die Folge: Täter fühlen sich bestätigt und bleiben meist unbehelligt. Ähnliche Muster gibt es auch gegenüber anderen Religionen, besonders dem Judentum und teils dem Islam – jedoch trifft die geringe gesellschaftliche Sensibilität vor allem das Christentum.
Ob „normale“ Bürger oder prominente christliche Fußballer und Rapper: Glaubensbasierte Äußerungen werden zunehmend als „Belästigung“ gewertet. Schnell folgt der Vorwurf, „rechts“ oder „radikal“ zu sein – und damit per se gefährlich. Wichtige Debatten werden so von vornherein tabuisiert.
Auch Gesetze gegen sogenannte „Hassrede“ schränken die offene Diskussion oder Meinungsäußerung ein. Aus menschenrechtlicher Sicht ist das höchst problematisch. ADF International stand in den letzten Jahren wiederholt Christen in Deutschland juristisch zur Seite, die aufgrund zunehmender Anfeindungen rechtliche Herausforderungen meistern mussten.
Clara Ott, Vorsitzende der Gruppe „ProLife Europe“ an der Universität Regensburg, kennt diese Dynamik: Seit 2021 verweigerte die Bildungseinrichtung ihrer Gruppe mehrfach die Akkreditierung. Sie sei „allgemein schädlich“, so die Begründung. Tatsächlich setzt sich die Gruppe für eine wertschätzende Kultur ungeborenen und geborenen Lebens ein.
Ohne die Zulassung kann ProLife Europe weder Broschüren an der Universität auslegen noch deren Räume nutzen. Erst eine Klage und ein folgender Vergleich 2024 erlaubte den Lebensrechtlern die Teilnahme am Campusleben. Eine offizielle Entschuldigung oder Kostenübernahme blieb aus. Heidelberger Lebensschützer mit ähnlichen Problemen hoffen auf eine Signalwirkung durch den Fall.
Mehr: www.idea.de.
Jeder muss sich doch die Frage stellen „Gibt es den Gott der Bibel und welche Konsequenzen hat das für mich?“.
Aber die Menschen interessieren sich für andere Themen:
Fernsehabend, was mache ich am Wochenende, wo geht die nächste Reise hin, welches Auto kaufe ich nächstes usw.
Über die Bibel urteilen sie, ohne die erforderlichen Kenntnisse zu haben, im Gegensatz zur Berufsausübung.
„Zu frühe Urteile sind Vorurteile, aus denen der Irrtum emporsteigt wie der Nebel aus dem Meere.“
Pestalozzi
„Wir leben alle unter dem gleichen Himmel, wir haben aber nicht alle den gleichen Horizont.“
Konrad Adenauer
Und leider gibt es Menschen, die auf ein Wohlfühlevangelium hereinfallen (Galater 1, 7), weil sie die Bibel nicht im Zusammenhang studieren. Das ist eben bequemer.
„Es ist so bequem unmündig zu sein.“
Immanuel Kant
Christen sind mittlerweile eine deutliche Minderheit. Vergleicht man die Kirchensteuerzahler (Prozentual) bzw. die Anzahl der Mitglieder der 50er Jahre mit denen von heute, dann wird das mehr als evident. Leicht frustriert über die Anzahl der Gottesdienstteilnehmer in den letzten Wochen habe ich letztens mal die relevanten Zahlen ausgewertet. Hier im Bundesland sind noch ca. 11.5% Mitglied einer Kirche. Von denen behaupten in Umfragen 3%, dass sie noch regelmäßig an Gottesdiensten teilnehmen (nein, das tun sie nicht, dann müßten jeden Sonntag dreimal so viele GoDi-Besucher kommen), also rund 0.35% der Bevölkerung nimmt (angeblich) noch regelmäßig an GoDis teil. Selbst an folkloristischen Hochfesten wie Weihnachten sieht man noch bestenfalls 40% der Kirchenmitglieder, als rund 6% der Bevölkerung. Interessanterweise sind die Freikirchen nominal wesentlich kleiner, rund 1/10 der Amtskirchenmitglieder, erreichen aber ca. 1.5 Mal so viele Gottesdienstbesucher. Das hübscht die statistischen Zahlen noch etwas auf. Rechnet man mal alle Zahlen hoch auf die Bevölkerunganzahl, dann sind noch ca. 1.2% der Bevölkerung aktiv im… Weiterlesen »
Kommentar: Wenn Opfernarrative die Geschichte vergessen Vorab zwei Vorbemerkung: – Mein Kommentar übersteigt die übliche Länge von Online-Kommentaren um ein Vielfaches. Damit erweise ich Respekt gegenüber meiner Meinung widersprechenden Kommentaren. Das bedeutet aber auch, dass ich von der anderen Seite erwarte, sich eingehend und selbstkritisch mit ihren Behauptungen auseinanderzusetzen. – Ich möchte diesen Artikel, den Auszug aus einer in einem IDEA-Artikel dargestellten Position aus säkular-liberaler Perspektive kommentieren. Dass dabei Kritik nicht ausbleibt, werden Sie gleich sehen. Ich wende ich bewusst direkt an Sie. Damit verfalle ich nicht der weitverbreiteten Unart, nur über- anstatt mit Andersdenkenden zu sprechen. Erst der direkten Austausch ermöglicht allfällige Missverständnisse, Fehlinterpretationen oder Unterstellungen – ob absichtlich oder unabsichtlich – zu korrigieren. Dies setzt freilich von beiden Seiten die Bereitschaft voraus, sich der Kritik Anderer zu stellen und gegebenenfalls einzugestehen, sich geirrt zu haben. Kritik an sich, ist nichts Schlechtes, sofern sie konstruktiv und fundiert ist, sodass man sie als Einladung betrachten kann, die eigene Position zu… Weiterlesen »
Lieber Herr Kubsch
Ich habe Sie anscheinend überschätzt. Sie publizierten meinen Kommentar nicht. Das ist selbstverständlich Ihr gutes Recht. Ich war jedoch zuversichtlich, dass Sie auf meinen Kommentar aus säkular-lieberaler Sicht eingehen oder ihn zumindest publizieren. Vielleicht orientieren Sie Kommentar-Schreiber darüber, dass Kommentare gerne auch Kritik üben dürfen, sofern diese weder Kirchen, noch Religionen betrifft. Schade, aber vielleicht sind Kirchen und Religionen ausserstande meinen geäusserten Kritikpunkten etwas entgegenzuhalten. Das wird es wohl sein. Ich wünsche Ihnen trotzdem viel Erfolg und Freude an Ihrem Blog.
Freundliche Grüsse
@Lars Habermann: Danke für die Ermahnung. Sind 7 Kommentare im Spamordner gelandet. Habe sie soeben freigegeben.
Liebe Grüße, Ron
Besonders problematisch ist die Argumentation zur Säkularisierung: Der Text beklagt wachsende “Intoleranz gegenüber Minderheitsmeinungen” – dabei hat gerade die Säkularisierung historisch mehr Meinungsvielfalt ermöglicht. Als die Kirchen noch gesellschaftlich dominierend waren, wurden abweichende Überzeugungen weitaus härter unterdrückt – nicht durch Kritik, sondern durch staatliche Gewalt. Die Beschwerden gegen Säkularisierung sind Legion, weil die Interessenten der gegeneinander streitenden politischen Zivilreligionen die (christliche) Religion für gesellschaftlichen Klebstoff zur Durchsetzung ihrer Interessen halten und diese dafür brauchen. Wenn also für eine bestimmte Form des Amerikanismus im Ausland missioniert werden soll, ist eine gewisse grundlegende christlich-religiöse Sozialisierung quasi Voraussetzung, damit die Zielgruppe überhaupt durch Akteure erreicht werden kann. Ohne einen Schuldkomplex, gibt es keinen Andockpunkt mehr für jegliche moralisierende Propaganda. Daran beißen sie sich alle Gruppierungen die Zähne aus: Die eine Seite mit ihrer Klimakirche genauso wie der amerikanisch militärisch-industrielle Komplex mit seiner Pfingstreligion. Dass das alles mit dem herkömmlichen christlichen Pietismus überhaupt nichts mehr tun hat, erkennt man beim Thema Frauenordination: Genau dort… Weiterlesen »
Herr Habermann, ich gehe nicht auf alle Punkte in Ihrem Text ein, so falsch sie auch sein mögen. Ich greife mir exemplarisch diesen hier heraus: „Eine Institution, die jahrhundertelang systematische Verfolgung, Folter durch die Inquisition, Zwangsbekehrungen und Enteignungen praktizierte, beklagt heute “Intoleranz” und “Ausgrenzung”, …“ Hmm, ich gehöre dieser Institution nicht an, auch wenn ich mich als Christ sehe. Bin ich deshalb verantwortlich? Muss ich deshalb automatisch den Mund halten und darf mich nicht beklagen? Ich nehme da mal ein konkretes Beispiel her, das mich tatsächlich betrifft: Ich habe eine „interessante“ Großelternkonstellation – einer hatte eine Prise „falsches Blut“ in den Adern, der andere war „aktiv“ auf der anderen Seite: muss ich mich für das Verhalten der einen Seite schämen und verantwortlich fühlen, oder darf ich mir die Fortsetzung der Opferrolle gönnen, die die andere Seite der Vorfahren innehatte? Kurzum: was die Kirche vor einigen hundert Jahren begangen hat ist nicht meine Verantwortung. Meine Verantwortung ist es aber auch aus… Weiterlesen »
An Stephan, um die Debatte für Mitlesende nachvollziehbar zu halten, möchte ich meine Antwort nicht weiter inhaltlich ausdehnen, sondern die Struktur Ihrer Replik offenlegen. Ihre Einwände folgen einem klaren Muster rhetorischer Verschiebungen, das einer sachlichen Klärung im Weg steht. 1. Strohmann-Argument (Fehladressierung) Sie behandeln meine institutionelle Kritik so, als hätte ich Ihnen persönliche Schuld oder Sprechverbote unterstellt. Das habe ich weder behauptet noch impliziert. Indem Sie dennoch genau diesen Vorwurf zurückweisen, argumentieren Sie gegen eine Position, die nicht vertreten wurde. 2. Kategorienfehler (Individuum statt Institution) Meine Kritik richtet sich gegen kirchliche und kirchennah agierende Institutionen, die sich selbst historisch legitimieren. Ihre Antwort individualisiert diesen Punkt („Ich bin nicht die Kirche“) und entzieht ihn damit der eigentlichen Prüfung. Institutionelle Kontinuität lässt sich nicht durch persönliche Distanzierung widerlegen. 3. Falsche Analogie (Familiengeschichte) Der Vergleich zwischen kirchlicher Institutionsgeschichte und privater Ahnenbiografie ist argumentativ unzulässig. Kirchen beanspruchen bis heute normative, rechtliche und kulturelle Kontinuität. Individuen tun dies nicht. Die Analogie emotionalisiert, klärt aber nichts.… Weiterlesen »