Francis Schaeffer

Zeit subtiler religiöser und politischer Manipulation

Francis Schaeffer sagte auf seinem Vortrag während der Lausanner Konferenz 1974:

Unsere Zeit ist — und das müssen wir durchschauen! — eine Zeit subtiler religiöser und politischer Manipulation, einer Manipulation durch ‚kalte‘ Kommunikation, Kommunikation ohne Inhalt. Wir müssen diese Dinge erkennen und uns entgegenstemmen. Wir haben eine Botschaft mit vernünftigem Inhalt; …

Die Analyse ist heute mindestens genauso aktuell wie damals. Bleiben wir wachsam?

Die widerwilligen Zeitgenossen

Seit dem frühen 20. Jahrhundert sind fundamentalistische Denkströmungen in den USA präsent. Schon ihr Ursprung in den urbanen Zentren weist auf die Tatsache hin, dass sie sich nicht einfach gegen die Moderne, sondern eher auf einer Art parallelem Sonderweg entwickelten. Dies meint Francis Müller und plädiert für eine differenzierte Wahrnehmung des »rechten Christentums« in Nordamerika.

Gerade weil der Fundamentalismus ein genuin modernes Phänomen ist, wäre es eine eurozentrische Simplifizierung, ihn als einen Kampf der Hinterwäldler gegen die voranschreitende Moderne zu betrachten oder gar alle amerikanischen Christen mit den Fundamentalisten gleichzusetzen. Ähnliche Werte wie jene der protestantischen Fundamentalisten findet man auch im säkularisierten Europa. Nicht ganz zu Unrecht wird der Begriff auch auf ideologische Bewegungen angewandt – etwa auf radikale Tierschützer. Das Paradoxe dabei: Die universalistischen Weltbilder dieser Bewegungen tragen in der Gesamtheit zum Wertepluralismus bei, den ihre Anhänger eigentlich ablehnen oder bekämpfen.

Mehr: www.nzz.ch.

John Frame und Francis Schaeffer

Steve Scrivener hat Kommentare von John Frame über Francis Schaeffer zusammengestellt. Frame sagte über Schaeffers Einfluss auf sein Leben:

I only met Schaeffer maybe three or four times in my life. I spent a night at his Chalet in Switzerland in 1960, but he was away in the states at the time. I hoped to spend more time there, but God never opened the door. Nevertheless, reports of God’s work at L’Abri stirred my soul, and I sought any opportunity to read his letters and, when later available, his books.

Early in my study at Westminster [Theological Seminary ( Philadelphia ) in 1961–64], I read Schaeffer’s article »A Review of a Review,« published in The Bible Today. Schaeffer had studied both with Van Til and with the editor of The Bible Today, J. Oliver Buswell. Buswell had been very critical of Van Til. Schaeffer’s article sought to bring them closer together. Much of Schaeffer’s argument made sense to me, and from then on I believed that the differences between Van Til’s and the »traditional« apologetic were somewhat less than Van Til understood them to be.

Even more impressive to me, however, was Schaeffer’s example as an evangelist. L’Abri sought both to give »honest answers to honest questions« to the people who visited, and to show them an example of radical Christian love and hospitality, a »demonstration that God is real.« I came to know many who had been converted through L’Abri, or had been deeply influenced by the ministry. Almost without exception, these believers were spiritually mature, balanced, passionate about both truth and holiness. Though I watched L’Abri from afar off, it influenced my own ministry more than many who were closer by …

Hier mehr: www.frame-poythress.org.

Os Guinness, der Kultur-Apologet

Stefan Loss hat für den ERF Os Guinness kurz vorgestellt:

Der Missionarssohn und Nachkomme des berühmten Bierbrauers Arthur Guinness wurde in China geboren und verbrachte dort die ersten zehn Jahre seines Lebens. Später studierte Guinness Philosophie und Theologie in London und promovierte schließlich in Oxford im Fach Soziologie. Dort – ebenso wie in Cambridge, Princeton und Stanford – war er auch Dozent. Guinness nennt den amerikanischen Theologen Francis Schaeffer einen seiner wichtigsten Mentoren. Von ihm habe er gelernt, seinen Glauben ganzheitlich zu leben.

Os Guinness gilt als einer der größten Apologeten unserer Zeit. Er ist also jemand, der sich der Verteidigung des christlichen Glaubens durch logische Argumente und wissenschaftliche Beweise verschrieben hat. Dabei folgt er einer ganz besonderen Linie: der Kultur-Apologetik. Als Vertreter dieser Form ist er der Ansicht, dass gesellschaftliche und kulturelle Trends mit ihren Fragen und Themen nur vom Evangelium adäquat beantwortet werden können. Seiner Auffassung ist es die Aufgabe der Kultur-Apologetik, die Zeichen der Zeit zu erkennen und zu thematisieren, um so mit Menschen in den Dialog zu treten.

Hier mehr: www.erf.de.

Der Sieg Christi und unser Leben

Francis Schaeffer schreibt in seinem Buch Geistliche Leben – Was ist das? (Brockhaus, S. 83–84):

»Denn darin besteht die Liebe zu Gott, dass wir seine Gebote halten; und seine Gebote sind nicht schwer« (1 Joh 5, 3). Stimmt das? Finden wir für unseren Teil auch, dass seine Gebote nicht schwer sind? Ich muss sagen, dass ich sie jahrelang schwer fand. Viele Jahre lang predigte ich als Pfarrer nie über diesen Vers, weil ich ihn ganz einfach nicht verstand. Ich fand die Gebote Gottes schwer, konnte sie kaum ertragen. Und dann merkte ich eines Tages, als ich mit diesem Problem rang, dass ich immer den unmittelbaren Zusammenhang des Verses außer acht gelassen hatte: »Denn darin besteht die Liebe Gottes, das wir seine Gebote halten; und seine Gebote sind nicht schwer. Denn alles, was aus Gott gezeugt ist, überwindet die Welt.« Glücklicherweise ist das noch nicht das Ende, denn sonst wüssten wir nichts über das »Wie«. »Und das ist der Sieg, der die Welt überwunden hat: unser Glaube.« Aufgrund des vollendeten Werkes Christi ist »der Sieg« ein Leben aus Glauben, Augenblick für Augenblick. Das ist nicht unser Sieg, sondern der Sieg Christi, den er für uns am Kreuz von Golgatha erkauft hat, und den wir Augenblick für Augenblick im Glauben erfassen.

Interview mit Ranald Macaulay

Bruce Little interviewt Ranald Macaulay über Leben und Werk von Francis Schaeffer. Ranald ist mit Susan, einer Tochter von Francis und Edith Schaeffer verheiratet. Er hat viele Jahre bei L’Abri mitgearbeitet. Heute ist der Direktor des Christian Heritage in Cambridge (England).

Das Gespräch, das viele Einblicke in das Studienzentrum von L’Abri eröffnet, geht ungefähr eine Stunde. Das Thema Grazy for God wird ab Minute 42 angerissen.


Interview mit Franky Schaeffer

Paul Edwards hat kürzlich am Telefon mit Franky Schaeffer gesprochen. Franky hat schon vor 30 Jahren darauf hingewiesen, dass die Evangelikalen in Nordamerika Teil der Unterhaltungsindustrie zu werden drohen. In diesem aktuellen Interview, dass sich vor allem um das Thema »Kunst« dreht (Anlass ist der Anschlag auf Andres Serranos »Piss Christ«), unterstreicht er seine scharfe Kritik.

Hier geht’s zum Interview (Audiomitschnitt unten): www.godandculture.com.

J.I. Packer über Francis Schaeffer

Einige Beiträge des Buches Reflections on Francis Schaeffer, herausgegeben von Ronald Ruegsegger, habe ich in Wahrheit und Liebe: Was wir von Francis Schaeffer lernen können, freundlich und klar kritisiert. Viel Lob verdient das Vorwort des Buches, geschrieben von J.I. Packer. Der Beitrag mit dem Titel »No Little Person« wurde inzwischen online veröffentlicht. Hier ein Auszug, den ich im Blog von Justin Taylor gefunden habe.

First, with his flair for didactic communication he coined some new and pointed ways of expressing old thoughts (the “true truth” or revelation, the “mannishness” of human beings, the “upper story” and “lower story” of the divided Western mind, etc.).

Second, with his gift of empathy he listened to and dialogued with the modern secular world as it expressed itself in literature and art, which most evangelicals were too cocooned in their own subculture to do.

Third, he threw light on the things that today’s secularists take for granted by tracing them, however sketchily, to their source in the history of thought, a task for which few evangelicals outside the seminaries had the skill.

Fourth, he cherished a vivid sense of the ongoing historical process of which we are all part, and offered shrewd analysis of the Megatrends-Future Shock type concerning the likely effect of current Christian and secular developments.

Fifth, he felt, focused, and dwelt on the dignity and tragedy of sinful human beings rather than their grossness and nastiness.

Sixth, he linked the passion for orthodoxy with a life of love to others as the necessary expression of gospel truth, and censured the all-too-common unlovingness of front-line fighters for that truth, including the Presbyterian separatists with whom in the thirties he had thrown in his lot.

Seventh, he celebrated the wholeness of created reality under God, and stressed that the Christian life must be a corresponding whole—that is, a life in which truth, goodness, and beauty are valued together and sought with equal zeal. Having these emphases institutionally incarnated at L’Abri, his ministry understandably attracted attention. For it was intrinsically masterful, and it was also badly needed.

So hat Packer den Menschen Schaeffer, »einen der wirklich großartigen Christen seiner Zeit«, beschrieben:

He was physically small, with a bulging forehead, furrowed brow, and goatee beard. Alpine knee-breeches housed his American legs, his head sank into his shoulders, and his face bore a look of bright abstraction. Nothing special there, you would think; a serious, resolute man, no doubt, maybe a bit eccentric, but hardly unique on that account. When he spoke, his English though clear was not elegant, and his voice had no special charm; British ears found it harsh, and if stirred he would screech from the podium in a way that was hard to enjoy. Nevertheless, what he said was arresting, however he might look or sound while saying it. It had firmness, arguing vision; gentleness, arguing strength; simple clarity, arguing mental mastery; and compassion, arguing an honest and good heart. There was no guile in it, no party narrowness, no manipulation, only the passionate persuasiveness of the prophet who hurries in to share with others what he himself sees.

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