Rezension: Homosexualität
Die Rezension zum Buch:
- Andrew Goddard u. Don Horrocks (Hrsg.). Homosexualität: Biblische Leitlinien, ethische Überzeugungen, seelsorgerliche Perspektiven. Gießen: Brunnen Verlag, 2016. 176 S. ISBN: 978-3-7655-2060-0. 14,99 Euro
ist inzwischen in der Ressourcenbibliothek von Evangelium21 gelandet und kann dort auch als PDF-Datei heruntergeladen werden.
Hier die ersten Absätze:
In diesem Buch hat die Evangelische Allianz in Großbritannien zu einem emotional und kontrovers besetzten Thema Stellung bezogen. Die Herausgeber sind eng mit der evangelikalen Dachorganisation verbunden. Andrew Goddard war bis 2015 stellvertretender Direktor des Kirby Laing Institute for Christian Ethics in Cambridge, inzwischen ist er wissenschaftlicher Leiter der Einrichtung. Don Horrocks war bis 2015 Öffentlichkeitsreferent der Allianz in Großbritannien. Die beiden haben für die Beiträge, die am Ende eines mehrjährigen Klärungsprozesses von der Britischen Allianz zur Verfügung gestellt worden sind, die Schlussredaktion übernommen. Wenn ich nachfolgend von Autoren spreche, dann meine ich damit all diejenigen, die an dem Gesamtpaket mitgewirkt haben.
Das Buch enthält zehn Leitsätze, die biblische Begründungen für eine christliche Sexualethik mit seelsorgerlichen Anliegen verbinden. Im ersten Leitsatz heißt es etwa: „Wir erkennen an, dass wir alle Sünder sind und dass Jesus Christus die einzige wirkliche Hoffnung für sündige Menschen ist, wie immer unsere eigene Sexualität auch aussehen mag. Es ist unser ernstes Gebet, dass evangelikale Erwiderungen auf die Debatten zur Homosexualität heute wie auch zukünftig von seiner Liebe, Wahrheit und Gnade geprägt sein mögen“ (S. 23). Der siebte Leitsatz lautet: „Wir würdigen und ermutigen alle, die gleichgeschlechtlich empfinden und sich zur Enthaltsamkeit verpflichtet haben, indem sie von gleichgeschlechtlichen sexuellen Handlungen Abstand nehmen. Wir sind überzeugt, dass sie für Ordination und Leitungsdienste in der Kirche bzw. Gemeinde geeignet sind. Wir erkennen an, dass sie in den Bereich des christlichen Hirtendienstes wertvolle Einsichten und Erfahrungen einbringen können.“ Entlang dieser Leitsätze ist das Buch in fünf Kapitel strukturiert, die jeweils unterschiedliche Themenfelder erörtern.
Das erste Kapitel behandelt das Sündersein des Menschen sowie für die Debatte wichtige Begriffe und Grundeinsichten. Eingegangen wird dort auch auf Bezeichnungen von sexuellen Minderheiten und die statistische Streuung. Die Zahlen zur Verbreitung von Homosexualität schwanken enorm, je nach Untersuchung liegen sie zwischen 1 bis 8 Prozent. Die Autoren orientieren sich an Erhebungen, die 2010 für das Vereinigte Königreich vom Statistischen Nationalamt vorgenommen wurden. Demnach wird übereinstimmend mit früheren Forschungen geschätzt, dass 1,4 Prozent der Einwohner schwul, lesbisch oder bisexuell sind (S. 34–35). Diese Angaben weichen beachtlich von der öffentlichen Wahrnehmung ab. In den USA wurde beispielsweise 2011 festgestellt, dass 1,8 Prozent der Erwachsenen sich als bisexuell und 1,7 Prozent als lesbisch oder schwul bezeichnen. Demgegenüber ergab eine Gallup-Umfrage aus demselben Jahr, dass die Erwachsenen in den USA davon ausgehen, dass im Durchschnitt 25 Prozent der Amerikaner schwul oder lesbisch sind (vgl. S. 35).
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