Islam

Der Erzbischof von Canterbury und die Scharia

Am 7. Februar 2008 hielt der Erzbischof von Canterbury, Rowan Williams, vor rund 1000 Zuhörern eine Rede im »Royal Court of Justice«, London, mit dem Titel »Civil and Religious Law in England: a Religious Perspective«. Dem Publikum wurde rasch klar, dass diese Rede eine Menge Sprengstoff enthielt. Sie löste eine kontroverse Diskussion über die Stellung der Scharia in Großbritannien aus und Ruth Gledhill, Times-Korrespondentin für Religion, fragte irritiert: »Ist der Erzbischof übergeschnappt?«

Wie immer man die Rede des Erzbischofs beurteilt, durch sie wurde eine politische Polarisierung offensichtlich, die unter dem Deckmantel multikulturalistischer »Political correctness« weitgehend verborgen geblieben war.

Johannes Kandel und Reinhard Hempelmann haben die Rede und den Vorgang analysiert. Das Ergebnis kann hier herunter geladen werden: www.islaminstitut.de.

Islam in Europa als Herausforderung

Die Globalisierung ist für Europa ein Thema von großer Bedeutung. Die Welt ist näher zusammengerückt. Das gilt auch für die islamische Welt und Europa. So ergeben sich neue Chancen ebenso wie Herausforderungen für die Gestaltung einer gemeinsamen Zukunft im 21. Jahrhundert.
Auf Einladung des »Personenkomitees Aufeinander zugehen« in der oberösterreichischen Stadt Traun sollte Frau Prof. Dr. Christine Schirrmacher am 21. Mai über den »Islam in Europa als Herausforderung für Staat, Gesellschaft und Kirche« referieren. Der Vortrag, der nach Protesten besonders von Mitgliedern der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich abgesetzt wurde (vgl. idea), kann in einer schriftlichen Version hier herunter geladen werden: www.islaminstitut.de.

Orientierungshilfe zum Islam

orientierungshilfe.jpgDie westfälische Kirche hat eine Orientierungshilfe zum Islam für evangelische Christen herausgegeben. Die Broschüre mit 51 Seiten solle dazu beitragen, den Dialog in religiösen Fragen zu versachlichen und das Zusammenleben zu verbessern, teilte die Kirche am 28. Februar in Bielefeld mit. Die Materialsammlung gibt Anregungen für multireligiöse Gebetsfeiern sowie Eheschließungen von christlichen und muslimischen Partnern. Auch Hilfestellungen für den Umgang mit Muslimen in evangelischen Kindergärten, Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen werden gegeben. Gottesdienste oder Gebetsfeiern, in denen Christen und Muslime gemeinsam beten, lehnt der Herausgeber ab. Ein Muslim könne nur als Muslim und ein Christ nur als Christ beten, heißt es.

Nach Auffassung von Pfarrer Eberhard Troeger, Vorstandsmitglied des Instituts für Islamfragen, lehne sich die Orientierungshilfe an die EKD-Schrift Klarheit und gute Nachbarschaft vom November 2006 an. Eine Wertung des Islam aus biblischer Sicht werde in dem Dokument vermieden.

Die Pressemeldung der Evangelischen Kirche von Westfalen sowie ein Downloadangebot für die Orientierungshilfe ist hier zu finden: www.ekvw.de.

Iranische Regierung will Todesstrafe für Apostaten

Als alarmierenden Verstoß gegen die Menschenrechte und die Religionsfreiheit bezeichnet die Islamwissenschaftlerin Prof. Dr. Christine Schirrmacher vom Institut für Islamfragen das geplante iranische Gesetz zur Festlegung der Todesstrafe für muslimische Apostaten. Da bisher eine gesetzliche Festlegung dieser Strafe fehlte, konnten die Richter auch entsprechend lange Gefängnis- oder harte Arbeitsstrafen verhängen. Da sich der Gesetzesentwurf nach Artikel 112 auf alle Aktionen gegen die innere und äußere Sicherheit des Landes bezieht, wären künftig auch iranische Christen, die aus Deutschland oder anderen Ländern abgeschoben würden, von einer Verurteilung bedroht und in Lebensgefahr. Nachdem der Gesetzesentwurf bereits im Januar vom Kabinett genehmigt wurde, steht die erwartete Zustimmung des Parlaments noch aus. Das Gesetz würde neben Konvertiten zum Christentum auch liberale Denker und Mitglieder der religiösen Minderheit der Baha’i betreffen.

Die vollständige Pressemitteilung gibt es hier: PM0034.pdf.

Wer ist Jesus?

Die Karis Community Gemeinde in Columbia (Missouri, USA) veranstaltet regelmäßig theologische Wochenendseminare. Das »Theology Weekend« vom 1.–3. Februar 2008 war dem Thema „Wer ist Jesus?“ gewidmet. Geladen wurden der Muslim Shakir Al-Ani, der Unitarier Bill Haney sowie der reformierte Baptist Thomas Schreiner, dessen Theologie des Neuen Testaments mit Spannung erwartet wird (vgl. hier). Die Debatte zeigt sehr eindrücklich, dass sich Christentum, Unitarianismus und Islam schwerlich harmonisieren lassen.

Einen Mitschnitt der auf Amerikanisch geführten Debatte und weitere Beiträge von Thomas Schreiner gibt es hier: www.karischurch.org.

Muslime in Deutschland

200802081242.jpgKurz vor Jahresende 2007 erschien eine umfangreiche, vom Bundesministerium des Innern herausgegebene Studie mit dem Titel Muslime in Deutschland.

Unter der Leitung der Hamburger Kriminologen Karin Brettfeld und Peter Wetzels erfragte die Studie Einstellungen von Muslimen in Deutschland zu Integration und Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und politisch-religiös motivierter Gewalt. Der Umfang von über 509 Seiten Statistik sowie die Auswertung der Antworten von rund 1.700 Befragten aus unterschiedlichen Bereichen der Gesellschaft steht für eine relevante Erhebung, die aufgrund des Umfangs der Datenerhebung und ihre wissenschaftlich fundierte Aufbereitung zu Themen Aufschluss gibt, zu denen Kenntnisse seit geraumer Zeit dringend wünschenswert erschienen.

Eine 12 Seiten zählende Zusammenfassung der Studie kann hier herunter geladen werden: BMIMuslimeinD.pdf. Die gesamte Studie mit 509 Seiten gibt es auf dem Server des Ministeriums (ca. 6.2 MB): Muslime in Deutschland.pdf.

The Big Clash

Es gibt mutige Menschen. Wafa Sultan, eine syrisch-amerikanische Psychologin, gehört zu diesen bewundernswerten Persönlichkeiten, die ihre privaten Bequemlichkeiten zurückstellen, um den Probleme dieser Welt offen ins Auge zu schauen. Sehen Sie selbst, was diese Säkularistin im Jahre 2006 in einer Sendung des arabischen Sender Al Jereeza über Huntingtons These vom »Kampf der Kulturen« gesagt hat: www.memri.org. Frau Sultan steht inzwischen unter Polizeischutz.

Wenn Christen als Bedrohung gesehen werden

Die Ermordung von drei evangelischen Christen in der 400.000 Einwohner zählenden Stadt Malatya in der Türkei am Dienstag sorgte weltweit für Entsetzen. Doch die Tat macht erneut deutlich, unter welchen Spannungen die Türkei leidet und mit welchen Kräften und Ideologien sie sich auseinander setzen muss. Von Religionsfreiheit ist das Land noch weit entfernt.

Am 19, April hat die Islamwissenschaftlerin Prof. Dr. Christine Schirrmacher, wissenschaftliche Leiterin des Islaminstituts in Bonn, eine Erklärung zur Religionsfreiheit in der Türkei abgegeben.

Download der Pressemeldung: pmweb2007-27.pdf

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