Soziale Netzwerke

„Facebook war Gift für mich“

Selbstmitleid, Neid, Gelähmtsein: Kati Krause erzählt wohltuend offen, wie ihr die Sozialen Netzwerke in einer Lebensphase, die von Depressionen geprägt war, überhaupt nicht gut getan haben.

Ein Symptom von Depression ist Energielosigkeit. Außerdem hat man eine sehr geringe Aufmerksamkeitsspanne. Ein Buch zu lesen, einen Film zu schauen, das ging alles nicht. Es gab nur den einen Gedanken: Ich brauche jetzt irgendwas. Und weil nichts anderes ging, war ich eben in sozialen Netzwerken unterwegs. Ich habe die App geöffnet und hatte die Hoffnung, im Netzwerk irgendetwas Positives zu erleben. Da kam dann aber nichts, sobald ich online war.

Facebook checken war für mich in der Depression ein Teufelskreis, aus dem ich nicht rauskam. Als gesunder Mensch sagt man sich irgendwann: Ich mache das jetzt zu. In der Depression ist das viel schwerer. Man kann keine Entscheidungen treffen, wie ein gesunder Mensch das tun würde. Das bezieht sich natürlich nicht nur auf meine Nutzung sozialer Medien, sondern alle Lebensbereiche. Die Apps sind auch so gebaut, Nutzer immer wieder anzulocken: Blinkt eine neue Nachricht auf? Habe ich einen neuen Follower? Die Vorfreude, der Dopaminausstoß, währte aber immer nur kurz.

Hier mehr: www.spiegel.de.

Zu blöd für die Liebe

Die App Tinder ist für schnellen Sex gedacht und wird mit großer Romantik beworben. Das Netzwerk bedient die Ansprüche junger Menschen, die sich nicht festlegen wollen. Isabell Prophet hat für die FAZ die Bindungsunfähigkeit ihrer eigenen Generation beschrieben:

Ich glaube: Großstädte sind die Schmelztöpfe der Vollidioten. Meine Generation ist zu blöd, um sich zu verlieben. Nein, vielleicht wird diese Beziehung nicht halten. Nein, die nächste hat bestimmt straffere Oberschenkel oder stärkere Nerven, wenn sie warten gelassen wird. Wir sehen so viele Möglichkeiten, dass unsere Gehirne sich gar nicht mehr trauen, Liebeshormone auszuschütten. Dabei liegt in der Kooperation in der Regel die glücksoptimale Lösung – beide geben, beide vertrauen darauf, etwas zurück zu bekommen. Vertrauen schafft Wachstum, aber Vertrauen haben wir verlernt. Auf die Generation der Eheverträge folgt nun die Generation der Liebesverweigerer.

Mehr: blogs.faz.net.

VD: WH

Das Ende der Privatsphäre – Facebook & Co.

Der DLF hat einen Kurzbeitrag über die Zwiespältigkeit der sozialen Netzwerke ausgestrahlt. Indem ich viel von mir preisgebe, nutze ich Netzwerke wie Facebook erfolgreich. Wo liegen die Grenzen des freizügigen Umgangs mit digitalen Identitäten? Im Beitrag spricht Urs Gasser, Mitautor des Buches Generation Internet. Die Digital Natives: Wie sie leben – Was sie denken – Wie sie arbeiten .

Hier der Beitrag:

[podcast]http://podcast-mp3.dradio.de/podcast/2011/05/24/dlf_20110524_0948_a20df621.mp3[/podcast]

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