USA

USA: Mehr Muslime und Mormonen, weniger Christen

Ein unerwarteter Anstieg der Zahl der Muslime und Mormonen in den USA verblüfft die Forscher. Sie sind die beiden am schnellsten wachsenden religiösen Gruppen, während die Anhänger von Großkirchen und die Evangelikalen immer weniger werden. Dies stellte laut einem Bericht der IBT eine amerikanische Behörde für die Zählung von Glaubensgemeinschaften (Census of American Religious Congregations) fest.

Doch auch die Evangelikalen mussten Federn lassen. Die Southern Baptist Convention konnte sich zwar noch bei 19,9 Millionen behaupten. Die United Methodist Church verlor aber 4 Prozent ihrer Mitglieder und kommt noch auf 9,9 Millionen Anhänger. Die Evangelisch-Lutherische Kirche in Amerika verlor 18 Prozent und kam bei 4,2 Millionen Mitgliedern an. Die Episcopal Church verlor 15 Prozent und liegt noch bei 1,95 Millionen Anhänger.

Zusammenfassend brachte die Volkszählung ans Licht, dass rund 55 Prozent der Amerikaner regelmässig Gottesdienste in irgend einer Form besuchten, während rund 158 Millionen Amerikaner, die wohl grösste Gruppe überhaupt, sich als religionsfern klassifizierten.

Mehr: de.ibtimes.com.

Künftig weniger Schutz der Religionsfreiheit?

Die Fortsetzung der Arbeit einer Kommission des US-Außenministeriums, die weltweit die Religionsfreiheit beobachtet, steht einmal mehr auf der Kippe. Der US-Senat verzögert die Verlängerung des Mandats. Ein Ende der Kommission wäre ein herber Rückschlag, sagen Menschenrechtler. Das Medienmagazin pro schreibt:

Die „United States Commission on International Religious Freedom“ (USCIRF) weist seit 13 Jahren auf Verstöße gegen Religionsfreiheit in aller Welt hin. Sie wurde 1998 ins Leben gerufen, als der US-Kongress unter dem damaligen Präsidenten Bill Clinton das Gesetz für internationale Religionsfreiheit verabschiedet hat. Mit diesem Gesetz wurde die Religionsfreiheit erstmals ein offizielles Anliegen der amerikanischen Außenpolitik.

Die überparteiliche und unabhängige Kommission darf im Namen der US-Regierung weltweit agieren, ranghohe Vertreter von Regierungen und Organisationen treffen und öffentliche Anhörungen abhalten. Sie ist verpflichtet, jedes Jahr zum 1. Mai einen Bericht über die Situation der Religionsfreiheit zu veröffentlichen und Empfehlungen für die US-Politik auszusprechen. Besonders die Einschätzung eines Landes als „CPC“ (Land mit besorgniserregenden Entwicklungen – Country of Particular Concern) ist für die US-Außenpolitik von Interesse.

Das Mandat der Kommission lief am 30. September 2011 aus. Das Repräsentantenhaus bewilligte bereits eine zweijährige Verlängerung, doch im Senat stellt sich der demokratische Senator Richard Durbin aus dem US-Bundesstaat Illinois gegen eine Verlängerung. Aus diesem Grund verabschiedete der Kongress zunächst Finanzierungsgesetze, die der Arbeit der Kommission eine „Gnadenfrist“ gewähren. Zuletzt stimmte der Kongress am 17. November für eine vorläufige Verlängerung, die jedoch am 16. Dezember ausläuft.

Wie das amerikanische Politikmagazin „Congress Quarterly“ berichtet, vermuten Unterstützer der USCIRF hinter dem Widerstand des Senators ein innenpolitisches Anliegen: Durbin wolle mit seinem Veto erreichen, dass der Bund ein kaum genutztes Hochsicherheitsgefängnis in Illinois aufkauft. Der Senator verspreche sich davon wirtschaftliche Vorteile für die Region. Der Kongressabgeordnet Frank Wolf sitzt dem Ausschuss für die Finanzierung der Bundesgefängnisse vor. Der Republikaner war 1998 einer der Initiatoren des Gesetzes für internationale Religionsfreiheit.

Auch andere politische Kräfte könnten hinter der Blockade stecken, vermutet ein Experte der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, der mit der US-Kommission zusammenarbeitet. Die konservative „Tea Party“-Bewegung, die von einem grundsätzlichen Misstrauen gegenüber zentralen Regierungseinrichtungen geprägt sei und pauschal Ausgaben kürzen wolle, würde ein Ende der Kommission begrüßen, sagte der Experte gegenüber pro. Auch liberale Kräfte, die für eine striktere Trennung von Staat und Religion eintreten, hätten ein Interesse am Ende der Kommission. Doch sei trotz der ungewissen Zukunft nicht mit einem Ende der Kommission zu rechnen.

Max Klingberg von der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) mutmaßt hinter der derzeitigen Blockade eher diplomatische Gründe. Einige Verbündete der USA würden massiv und systematisch die Menschenrechte und die Religionsfreiheit verletzen. Die Kommission würde dies regelmäßig kritisieren. Es sei denkbar, dass es der Regierung darum ginge, die Kommission mundtot zu machen, so Klingberg gegenüber pro.

Mehr: www.pro-medienmagazin.de.

USA: Konservative Lutheraner gründen neue Kirche

In der größten lutherischen Kirche der USA, der Evangelischen Lutherischen Kirche in Amerika, haben sich im Konflikt um Sexualethik, Homosexualität und Bibelauslegung die Fronten verhärtet: Bekenntnistreue Theologen und lutherische Gemeinden wollen in dieser Woche eine neue Kirche gründen, die Nordamerikanische Lutherische Kirche.

Motor hinter der neuen Kirche ist die »Koalition für Erneuerung«, ein Verband konservativer lutherischer Geistlicher und Gemeinden. Mehr als 1000 Gläubige werden bei der Kirchengründung erwartet. Die Nordamerikanische Lutherische Kirche versteht sich als Gegengewicht zu der angeblich zu liberalen und bibelfernen Evangelischen Lutherischen Kirche in Amerika, die 1988 aus der Fusion von drei Kirchen hervorging.

Die neue Kirche verkörpere das »Zentrum des Luthertums in Amerika« und halte fest an der Autorität der Heiligen Schrift als der »einzigen Quelle und Norm für Glauben und Leben«, erläutert Chavez. Natürlich fange die neue Kirche zahlenmäßig klein an, räumt er ein. Schon vor der Kirchengründung hätten ein gutes Dutzend Gemeinden ihren Beitritt erklärt. Er sei beeindruckt, sagt Chavez, dass Hunderte der 10.300 lutherischen Gemeinden einen Ausstieg aus der »Mutterkirche« erwögen.

Hier der Artikel aus dem WELT Online-Portal: www.welt.de.

Das post-christliche Amerika

NW.jpgDas Nachrichtenmagazin Newsweek macht die Säkularisierung Amerikas zum Top-Thema seiner US-Ausgabe. Jon Meacham schreibt im Artikel »The End of Christian America«:

There it was, an old term with new urgency: post-Christian. This is not to say that the Christian God is dead, but that he is less of a force in American politics and culture than at any other time in recent memory. To the surprise of liberals who fear the advent of an evangelical theocracy and to the dismay of religious conservatives who long to see their faith more fully expressed in public life, Christians are now making up a declining percentage of the American population.

Hier der vollständige Artikel: www.newsweek.com.

Verkehrte Welt

220px-Nancy_Pelosi.jpgNancy Pelosi, seit Januar 2007 Sprecherin des Repräsentantenhauses der Vereinigten Staaten, hat am Wochenende in einem Interview mit ABC News die politische Ausrichtung der neuen Regierung erläutert.

Die Demokratin und Katholikin sollte dabei auch zu den wirtschaftlichen Folgen der neue Familienpolitik Stellung nehmen.

Der Moderator Stephanopoulos fragte die Mutter von fünf Kindern:

Sie wollen mit Hunderten von Millionen Dollar die Familienplanung verbessern. Wie soll dadurch [die wirtschaftliche Lage des Landes] stimuliert werden?

Pelosi antwortete:

Nun, die Familienplanung reduziert Kosten. Sie reduziert die Kosten. Der Staat ist derzeit in einer schrecklichen finanziellen Haushaltslage und ein Teil dessen, was wir für die Gesundheit der Kinder und Bildung usw. tun können, ist es, ihnen bei diesen finanziellen Bedürfnissen entgegen zu kommen. Eine dieser – eine der Initiativen, die Sie genannt haben, die Empfängnisverhütung, wird die Kosten des Staates und der Bundesregierung senken.

Stephanopoulos: »Also keine Entschuldigung dafür?« Pelosi: »Keine Entschuldigung. Nein, wir müssen uns mit den Folgen des Abschwungs unserer Wirtschaft auseinandersetzen.«

Hier ein Mitschnitt der Szene: de.youtube.com.

»Wir haben mehr konsumiert als produziert«

George_Soros_Billington.jpgDer aus Ungarn stammende US-amerikanische Investmentbanker George Soros, übrigens ein Schüler Karl Poppers, sagt über die Folgen der Finanzkrise:

Der amerikanische Einfluss wird schwinden. Er hat bereits abgenommen. In den vergangenen 25 Jahren hatten wir stets ein Leistungsbilanzdefizit. Die Chinesen und die ölproduzierenden Staaten hingegen haben Überschüsse eingefahren. Wir haben mehr konsumiert als produziert. Während wir Schulden aufgehäuft haben, haben sie gespart und Reichtum geschaffen. Den Chinesen wird, mit wachsender Tendenz, eine Menge mehr von der Welt gehören, weil sie ihre Dollarreserven und US-Staatsanleihen in echte Aktivposten umwandeln werden. Das verändert das Machtgefüge. Die Machtverschiebung in Richtung Asien ist die Folge der amerikanischen Sünden in den vergangenen 25 Jahren.

Nebenbemerkung: Ich vermute, dass sich über den geistlichen Einfluss der USA Ähnliches sagen ließe.

DIE WELT hat eine Übersetzung des vollständigen Interviews publiziert: www.welt.de.

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