5 Jahre Timotheus Magazin

18 Geld Besitz EwigkeitTimotheus, ein Magazin für junge Christen, ist 5 Jahre alt geworden. Ich habe letzte Woche für Evangelium21 darüber mit Peter Voth, Mitgründer und Gestalter der Zeitschrift, gesprochen.

Wir waren ein Bibelkreis von vier jungen Männern aus zwei Gemeinden, der entgegen der Theologie unserer „Herkunft“ sehr reformatorisch geprägt war. Aus dem Bibelkreis entstand die Idee für ein theologisches Magazin. Zuerst dachten wir, dass wir es in geringer Auflage selber herstellen und es in unserer Jugend verteilen. Wir verwarfen diesen Gedanken aber wieder, weil die Theologie unseres Magazins nicht die Theologie unserer Gemeinde wäre. Das würde zu viel Konfliktpotential mit sich bringen.

Also beschlossen wir, dass wir ein PDF-Magazin herstellen und es dann einfach kostenlos online zu Verfügung stellen. Durch meinen damaligen Blog „TheYoungReformer.de“ hatten wir schnell ein kleines Publikum. Es sollte ein kostenloses und reformatorisches Onlinemagazin sein.

Das Magazin freut sich über Unterstützung! Wie geht das? Der einfachste Weg ist es, ein Abo für sich selbst oder Freunde zu bestellen. Peter sagt:

Da wir auf Spenden verzichten, ist der Erwerb eines Abos aus finanzieller Sicht die größte Hilfe für uns. Leider kündigen immer wieder Leser ein Abo wegen kleinen theologischer Differenzen. Hier wünsche ich mir auch mehr Verständnis und Gebet für unser Magazin. Obwohl wir uns ständig Hilfe von guten Theologen holen, darf man nicht vergessen, dass wir eigentlich nur ein Haufen junger Typen ohne Theologiestudium sind. Feedback zu den Ausgaben ist auch eine große Unterstützung. Es hilft mehr als die meisten glauben. Unser Traum ist es, irgendwann 1000 Abonnenten zu haben. Davon sind wir momentan noch weit entfernt. So Gott will, klappt es ja vielleicht irgendwann.

Hier mehr: www.evangelium21.net.

Kommentare

  1. @PeterG: Ein schönes Zitat. Danke, Ron

  2. Markus meint:

    @Der Calvin
    Ich schulde Dir noch eine Antwort zu Deiner Bemerkung 29. Juli, 2015 um 17:14. Anders als Du behauptest, unterstelle ich Dir nichts, sondern nehme Dich beim Wort. Wenn jemand, wie Du es tust, sagt „Das folgt logisch automatisch daraus“ (29. Juli, 2015 um 15:21) bezieht er sich auf die logische Form des Schlusses. Da Du zudem ganz verschiedene Beispiele bringst (bzgl. Rauchen, blaue Hemden), ist es auch deshalb die logische Form des Schlusses, auf die Du (nolens volens) abhebst, nicht z.B. auf das Rauchen selbst.
    Zur Erinnerung für alle: Es ging ursprünglich um die Frage, ob das jüdische Sabbatgebot (mglw. jetzt der Sonntag) auch für Christen gilt. Der Calvin hat bejaht, ich verneine, z.B. mit Röm. 14,5.

  3. @Alexander

    Wir brennen alle darauf, eine Antwort auf Rons an Dich gerichtete Frage zu hören: Wie sollte Calvin dafür bestraft werden, dass er in Genf die Weihnachts-Feier eingeführt hat?

    Ich muss bekennen, dass ich meinen Namensvetter und mein Vorbild (Johannes) Calvin nicht für unfehlbar halte (im Gegensatz zur Bibel). Ich kenne aber auch keinen einzigen Calvinisten, der das jemals behauptet hat. Leider war auch Johannes Calvin kein 100%iger Calvinist. Nichtsdestotrotz können wir alle sehr viel von ihm lernen.

    Zur Frage: Ich weiß ehrlich gesagt nicht, ob Johannes Calvin auch selbst Weihnachten gefeiert hat. Aber das ist natürlich sehr wahrscheinlich! Sollte das so sein, sollte er so behandelt werden, wie jeder Christ, der Weihnachten feiert. Das heißt also: Zuerst sollte er unter vier Augen vom Ältesten ermahnt werden. Dies muss in Liebe, Sanftmut, Geduld und im Gebet geschehen. Wenn dieser erste Schritt nicht zur Umkehr führt, dann sollte noch ein oder sollten noch zwei Brüder hinzugenommen werden. Auch hier ist viel Gebet notwendig. Sollte er dann auch nicht darauf hören und Buße tun, dann muss es vor der Gemeinde bekannt gemacht werden. Sollte er dann immer noch nicht sein Weihnachtsfeiern als Sünde ansehen, dann muss (nach viel Gebet) als allerletztes Mittel (wenn also alle anderen Mittel ausgeschöpft sind) Gemeindezucht vollzogen werden. Das alles muss immer mit der Hoffnung verbunden sein, dass er doch noch umkehrt und Buße tut.

    Darf ich zitieren, was Charles Haddon Spurgeon – „der Fürst unter den Predigern“ – am Sonntag, den 24. Dezember (!) 1871 in einer Predigt gesagt hat:

    „Wir haben keine abergläubische Rücksicht auf bestimmte Tages- oder Jahreszeiten zu nehmen. Natürlich werden wir vorliegende kirchliche Anordnung, die Christmass genannt wird, nicht akzeptieren: Erstens, weil wir überhaupt nicht an die Messe glauben, sondern sie vielmehr verabscheuen – egal, ob sie in Latein oder Englisch gehalten wird, und zweitens, weil wir keine biblische Aufforderung haben, irgend einen Tag als Geburtstag des Erlösers anzusehen. Somit ist seine Einhaltung ein Aberglaube, denn er entspricht nicht der göttlichen Vollmacht.“

  4. @PeterG

    Ein Ernstnehmen der Heiligung, die sich selbst in heilige Zucht nimmt, zumal in den ‚Mitteldingen‘, dem Bruder aber Liebe und Erbarmen zeigt.
    W. Busch (vermutlich aus seiner Biografie)

    Aber die Frage ist ja gerade, ob die Freiheit in den Mitteldingen auch im Bereich der Gottesverehrung gilt! Wenn das wirklich so sein sollte, dann müssten die ernsthaften Fragen, die ich an Roderich gestellt habe, mit „Ja“ beantwortet werden. Würdest Du das auch tun?

  5. @Markus
    Wie gesagt, dass Problem ist, dass „erlaubt“ doppeldeutig ist.

    Aber wir betrachten NUR (!) folgenden Satz: Der eine sagt, dass es (objektiv) erlaubt ist, Fleisch zu essen und der andere sagt, dass es (objektiv) NICHT (!) erlaubt ist Fleisch zu essen. So, das ist hier an und für sich ein Widerspruch. Verstehst Du? Diese beiden Positionen können in diesen ganz konkreten Fall HIER nicht beide wahr sein. HIER können nicht beide Recht haben. Entweder ist es objektiv erlaubt Fleisch zu essen oder es ist objektiv nicht erlaubt Fleisch zu essen.

    Vielleicht habe ich mich einfach missverständlich ausgedrückt. Es geht hier nur ums Fleischessen.

  6. Markus meint:

    Verstehe ich das richtig? Der Calvin würde wegen seiner PERSÖNLICHEN, BIBLISCH NICHT BEGRÜNDBAREN MEINUNG Leute aus Gemeinden ausschließen, z.B. wenn sie (weiterhin) Weihnachten feiern (von allerlei Todesstrafen, die Der Calvin einführen würde, mal ganz abgesehen).
    „Der-Calvinismus“ ist dann wohl die Religion, die Der Calvin kraft seiner (logisch mangelhaften) Gedankenkonstrukte für absolut erklärt.

  7. @Der Calvin: Das ist schon erstaunlich, mit was für einer Selbstsicherheit (oder besser Trotzköpfigkeit?) Du Dich an die Riesen heranwagst. Spurgeon legte Wert darauf, dass Weihnachten kein biblischer Feiertag ist. Das ist sehr vernünftig, denn es ist kein biblischer Feiertag. Dennoch konnte sich auch Spurgeon an christlichen Feiertagen erfreuen.

    Ich zitiere:

    In December of 1855 he preached on „The Incarnation and Birth of Christ“ from Micah 5:2. His opening words were these:

    THIS is the season of the year when, whether we wish it or not, we are compelled to think of the birth of Christ. I hold it to be one of the greatest absurdities under heaven to think that there is any religion in keeping Christmas-day. There are no probabilities whatever that our Savior Jesus Christ was born on that day and the observance of it is purely of Popish origin; doubtless those who are Catholics have a right to hallow it, but I do not see how consistent Protestants can account it in the least sacred. However, I wish there were ten or a dozen Christmas-days in the year; for there is work enough in the world, and a little more rest would not hurt laboring people. Christmas-day is really a boon to us, particularly as it enables us to assemble round the family hearth and meet our friends once more. Still, although we do not fall exactly in the track of other people, I see no harm in thinking of the incarnation and birth of the Lord Jesus. We do not wish to be classed with those

    „Who with more care keep holiday
    The wrong, than others the right way.“

    In the same vein Spurgeon preached a message entitled, „Mary’s Song,“ based on Luke 1:46-47 (#606, MTP). In it he says,

    Observe, this morning, the sacred joy of Mary that you may imitate it. This is a season when all men expect us to be joyous. We compliment each other with the desire that we may have a „Merry Christmas.“ Some Christians who are a little squeamish, do not like the word „merry.“ It is a right good old Saxon word, having the joy of childhood and the mirth of manhood in it, it brings before one’s mind the old song of the waits, and the midnight peal of bells, the holly and the blazing log. I love it for its place in that most tender of all parables, where it is written, that, when the long-lost prodigal returned to his father safe and sound, „They began to be merry.“ This is the season when we are expected to be happy; and my heart’s desire is, that in the highest and best sense, you who are believers may be „merry.“ Mary’s heart was merry within her; but here was the mark of her joy, it was all holy merriment, it was every drop of it sacred mirth. It was not such merriment as worldlings will revel in to-day and to-morrow, but such merriment as the angels have around the throne, where they sing, „Glory to God in the highest,“ while we sing „On earth peace, goodwill towards men.“ Such merry hearts have a continual feast. I want you, ye children of the bride-chamber, to possess to-day and to-morrow, yea, all your days, the high and consecrated bliss of Mary, that you may not only read her words, but use them for yourselves, ever experiencing their meaning: „My soul doth magnify the Lord, and my spirit hath rejoiced in God my Savior.“

    Ich bitte Dich eindringlich, den TheoBlog nicht für die Verbreitung Deines Sonderguts zu verwenden. Ich hatte diesen Fall schon einmal. Da blieb mir schlussendlich nichts anderes übrig, als den User zu sperren. Ich mache das sehr ungern, da ich – wie ich oben schon sagte – gern auch unpopuläre Meinungen höre. Aber im Fall, dass es keine Lernprozesse gibt (und die auch nicht gewollt werden), bin ich nicht bereit, eine Plattform für solches Sondergut zu schaffen.

    Liebe Grüße, Ron

  8. „Verstehe ich das richtig? Der Calvin würde wegen seiner PERSÖNLICHEN, BIBLISCH NICHT BEGRÜNDBAREN MEINUNG Leute aus Gemeinden ausschließen, z.B. wenn sie (weiterhin) Weihnachten feiern (von allerlei Todesstrafen, die Der Calvin einführen würde, mal ganz abgesehen).
    „Der-Calvinismus“ ist dann wohl die Religion, die Der Calvin kraft seiner (logisch mangelhaften) Gedankenkonstrukte für absolut erklärt.“

    Ähm, Entschuldigung, ist das nicht Standard-Prozedere unter Christen von Anbeginn?
    (Todesstrafe ab dem Zeitpunkt, als man weltliche Macht besaß?)

  9. @Francesco:

    Ähm, Entschuldigung, ist das nicht Standard-Prozedere unter Christen von Anbeginn?
    (Todesstrafe ab dem Zeitpunkt, als man weltliche Macht besaß?)

    Soll das etwas heißen, Christen hätten die Todesstrafe eingeführt?

    Liebe Grüße, Ron

  10. @ Ron Nein, natürlich nicht. Sie haben die Todesstrafe gegen „Häretiker“ angewendet, als sie die rechtlichen Möglichkeit dazu hatten.

  11. @Francesco: Das stimmt leider. Immerhin hat Augustinus die Donatisten, die wahrlich nicht zimperlich gewesen sind, zurückgedrängt. Aber diese Verflechtungen mit der Macht waren leider destruktiv.

    Liebe Grüße, Ron

  12. Markus meint:

    @Francesco: Deine Posts sind (häufig) Paradebeispiele verdrehter Propaganda, die willkürlich Dinge herauspickt und es tunlichst unterlässt, sie auch nur annähernd in ihren relevanten Kontext zu stellen.
    Übrigens: Was qualitativ nochmals ganz anderes als eine juristisch reguläre Todesstrafe ist religiös motivierter M(assenm)ord. Das finden wir millionenfach angefangen bei ihrem Gründer bis ins 21. Jahrhundert sowie universell geboten in ihren „heiligen“ Büchern – bei welcher Religion?

  13. @ Ron Jetzt wird’s mega off topic, sorry aber ist es nicht so, dass Jesus bei seiner Wiederkehr seine Feinde (vermutlich ausschließlich „Andersgläubige“) abschlachten wird, blutverschmiert mit Schwert aus dem Mund etc. Siehe Offenbarung?

  14. Markus meint:

    …ob (wirkliche) Christen tatsächlich Todesstrafen gegen Häretiker verhängt haben, ist m.E. weniger eine historische Frage, sondern eine systematische. Entscheidend ist: Billigt oder gar verlangt das Neue Testament Todesstrafe gegen Häretiker? Alles was ich lese, spricht dagegen.
    Aber was wäre, wenn Personen wie z.B. Der Calvin in Staat und Gemeinden (absolute) Macht hätten?

  15. Markus meint:

    @Francesco
    Gottes Gericht wird schrecklich sein an denen, die ihn hassen. Ja, das ist so. Aber auch hier vermischst Du die Dinge. Die Hintergrund war, was MENSCHEN tun dürfen oder sollen.

  16. @Markus: Die Kirche hat die Macht, Herätiker auszuschließen und dafür zu beten, dass sie umkehren. Das Gericht überlässt sie Gott (zB 1Kor 5,13).

    Liebe Grüße, Ron

  17. @Markus „Aber was wäre, wenn Personen wie z.B. Der Calvin in Staat und Gemeinden (absolute) Macht hätten?“
    Siehe christliche Geschichte.
    Siehst du „den Calvin“ als Häretiker?

  18. Markus meint:

    @Ron:
    Das trifft genau meine Sichtweise. Ein Ziel der disziplinarischen Maßnahme ist ja, dass der Irrende umkehrt und gerettet wird (auch Jak 5,19-20). Eine (ggf. vom Staat durchgeführte) Todesstrafe wäre allein schon damit unverträglich.

  19. @Francesco: Bitte aufhören mit dieser kecken, rhetorischen Fragerei, die überhaupt nicht an Erkenntnisgewinn interessiert ist. Das kostet uns alle Zeit, die dafür da ist, mit sinnvollen Dingen ausgefüllt zu werden.

    Liebe Grüße, Ron

  20. Markus meint:

    @Francesco
    Das Schlimme ist, Du gehst auf die gemachten Aussagen nur halb ein und pickst Dir zum Zwecke Deiner Propaganda das raus, was Du brauchst.
    Du mißbrauchst die offensichtliche Doppeldeutigkeit von „christliche“ Geschichte: Das was als „christlich“ bezeichnet wird vs. das, was christlich ist. Maßstab für Letzteres ist das Verhalten des Herrn, der Apostel und ihrer in der Bibel überlieferten Aussagen.

  21. „Maßstab für Letzteres ist das Verhalten des Herrn, der Apostel und ihrer in der Bibel überlieferten Aussagen.“ Ich vermute, das nimmt „Der Calvin“ auch für sich in Anspruch. So wie jeder in den 40.000 ! unterschiedlichen christlichen Denominationen. So wie möglicherweise jeder der ungezählten „Häretiker“ der Geschichte.

    Ich kann verstehen, dass „Euch“ meine Fragen nicht gefallen. Aber mir ständig niedere Beweggründe zu unterstellen, ist wenig hilfreich. Diese Fragen sind real, berechtigt und werden nicht nur von mir gestellt. Seht’s doch mal positiv: Ein neuer Blickwinkel von „außen“ kann auch hilfreich sein“die Wahrheit“ neu zu erhellen.

  22. Markus meint:

    @Francesco: Was Du jetzt unterstellst, ist eine soziologische Wahrheitsdefinition. Ist das wirklich Dein Ernst? Wendest Du das sonst auch an?
    Für an Wahrheit interessierte Menschen ist es irrelevant, was die Menschen so alles denken. Es zählen objektivierbare Größen, wie logische Schlussregeln, Kohärenzforderungen, eine klar umrissene Erkenntnisbasis und dergleichen.

  23. @Markus
    Ich bin gerne bereit, mich korrigieren zu lassen. Was ist an meinem Gedankenkonstrukt „logisch mangelhaft“?

    @Francesco
    Auch Häretiker haben grundsätzlich das Recht auf freie Meinungsäußerung. Der Staat hat nicht (!) das Recht, an Häretikern die Todesstrafe zu vollziehen!

    Das Hauptproblem ist nicht, dass der Staat in Deutschland auf die Todesstrafe verzichtet. Das Hauptproblem ist, dass sich der Staat in Deutschland in fast alles einmischt. Wir haben in Deutschland viel zu viel Staat! Natürlich wäre mir ein Nachtwächterstaat mit Todesstrafe am liebsten. Aber ein Nachtwächterstaat ohne Todesstrafe ist mir immer noch lieber als ein sozialistischer Staat mit Todesstrafe!

    Wenn ich an der Macht wäre, dann würde ich für mehr Freiheit sorgen. Ich würde 99% aller Gesetze in Deutschland sofort abschaffen. Der Staat kümmert sich in Deutschland um Abertausend Dinge, für die er einfach überhaupt keine Befugnis hat. Aber ausgerechnet das, für was der Staat zuständig ist, das vernachlässigt er: Nämlich die Kriminalität zu bekämpfen! Darauf sollte sich der Staat konzentrieren.

    Selbst in einem „christlichen“ Gottesstaat (den ich entschieden ablehne!!!) hätten wir alle tausendmal mehr Freiheit als im heutigen deutschen Staat.

  24. Markus meint:

    @Der Calvin:
    Lies, was ich geschrieben habe. Ich wiederhole mich jetzt nicht.

  25. @Markus
    Du hast geschrieben:

    Verstehe ich das richtig? Der Calvin würde wegen seiner PERSÖNLICHEN, BIBLISCH NICHT BEGRÜNDBAREN MEINUNG Leute aus Gemeinden ausschließen, z.B. wenn sie (weiterhin) Weihnachten feiern (von allerlei Todesstrafen, die Der Calvin einführen würde, mal ganz abgesehen). „Der-Calvinismus“ ist dann wohl die Religion, die Der Calvin kraft seiner (logisch mangelhaften) Gedankenkonstrukte für absolut erklärt.

    Wo soll „Der-Calvinismus“ „logisch mangelhaft“ sein? Dafür hast Du keinerlei Belege genannt.

    Nehmen wir mal unser Beispiel: Manche vertreten, dass es erlaubt ist, Weihnachten zu feiern. Manche dagegen vertreten, dass es nicht erlaubt ist, Weihnachten zu feiern. Können nun beide Gruppen Recht haben? (Keiner sagt, dass man Weihnachten feiern muss. Das steht nicht zur Debatte. Es geht „nur“ darum, ob man es darf.)

  26. Markus „Es zählen objektivierbare Größen, wie logische Schlussregeln, Kohärenzforderungen, eine klar umrissene Erkenntnisbasis und dergleichen.“ Korrekt.

    „Leute aus Gemeinden ausschließen wegen PERSÖNLICHEN, BIBLISCH NICHT BEGRÜNDBAREN MEINUNGen“ ist doch Standard-Prozedere unter Christen von Anbeginn? Statt dieses Faktum anzuerkennen, und vielleicht ein grundlegendes Problem zu erkennen, greifst du mich persönlich an. Aber wir drehen uns im Kreis, befürchte ich.

  27. Alexander meint:

    @Der Calvin:
    Johannes Calvin war also kein 100%-iger Calvinist. Und müsste aus der Gemeinde ausgeschlossen werden, wenn er ungerührt weiter Weihnachten feiert. Aha.
    Wir hatten kürzlich jemanden für einige Wochen in der Gemeinde, der, wie Du, das regulative Prinzip zum Götzen gemacht hat. Leute wie euch hat Paulus vor Augen gehabt, wenn er in 2 Tim 3 schreibt: „Denn die Menschen werden viel von sich halten, … hochmütig sein, … lieblos, unversöhnlich, … unbedacht, aufgeblasen. … sie haben den Schein der Frömmigkeit“.

  28. @Alexander
    Die Frage, ob ich „hochmütig bin, … lieblos, unversöhnlich, … unbedacht, aufgeblasen…“ hat nichts mit der Frage zu tun, ob meine Position richtig ist. Das sind zwei vollkommene verschiedene „Dinge“. Man kann auch sehr demütig sein, aber trotzdem in der Frage xy falsch liegen.

  29. Alexander meint:

    @Der Calvin:
    Natürlich hat die Richtigkeit einer Position nichts mit dem Charakter der Person zu tun, die sie vertritt. Aber Paulus (Jesus, Gott, der Bibel) geht es durchaus darum, *wie* man seine richtige Position vertritt und *wie* man mit seinen Mitmenschen umgeht. Dass die christliche Existenz auch etwas mit der Entwicklung eines christlichen Charakters zu tun hat, ist Dir offenkundig fremd. Und vor solchen Leuten, die sich, mit ihrer kaltherzigen und hochmütigen Rechtgläubigkeit aufblasen wie Du, warnt Paulus. Man solle sich von ihnen fernhalten, rät er schließlich, denn sie haben nur den Schein der Frömmigkeit. Weswegen warnt Paulus wohl an dieser Stelle vor falschem Verhalten (und nicht nur vor falscher Lehre)? Weil „Frömmigkeit“ aus mehr als „Rechtgläubigkeit“ besteht.
    Aber vielleicht sollte man Paulus dafür auch mal vor die Gemeinde zitieren.

  30. @Alexander

    Und vor solchen Leuten, die sich, mit ihrer kaltherzigen und hochmütigen Rechtgläubigkeit aufblasen wie Du, warnt Paulus.

    Wir sind alle Sünder. Ich auch. Ich weiß nicht, ob es jemanden gibt, der nicht in irgendeiner Form hochmütig ist. Aber ich stimme Dir zu: Hochmut ist schlecht und ein riesiges Problem.

    Unsere Frage war aber u.a., ob es erlaubt ist, Weihnachten zu feiern. Ich habe das verneint. Daraufhin gab es Stimmen, die diese Frage bejaht haben. Ich kann mich nur wiederholen: Ich bin gerne bereit, Kritik anzunehmen und mich auch korrigieren zu lassen. Deswegen bin ich offen für Gegenargumente. Ich selbst kann Weihnachten einfach nicht als biblisch ansehen. Dazu sehe ich mich aufgrund meines jetzigen Erkenntnisstandes nicht in der Lage. Aber wenn jemand da ein gutes Argument hat bzw. eine Bibelstelle, dann bin ich daran interessiert.

  31. @Der Calvin: Es hilft oft, auch mal zu forschen, weshalb beispielsweise die schottischen Puritaner oder die Leute in Neuengland, aber auch die Mennoniten oder Quäker, Probleme mit dem Weihnachtsfest hatten. Es lag u.a. daran, dass Trinkgelage oder Glücksspiele zu den Festen sehr verbreitet waren.

    Hier will Dich keiner dazu bekehren, Weihnachten zu feiern! Worauf ich bestehe, ist, dass Du anderen Christen die Freiheit, Weihnachten mit guten Gewissen zu feiern, zugestehst. Es sei denn, Du kannst den schriftbasierten Nachweis erbringen, dass es Sünde ist, sich darüber zu freuen, dass Jesus Christus als Mensch geboren, das Licht in die Welt gekommen, ist.

    Wir können von zwei Seiten vom Pferd fallen. Wir können das Gesetz übertreten, wir können aber auch Menschen unerträgliche Bürden aufladen (vgl. Lk 11,46).

    Liebe Grüße, Ron

  32. Markus meint:

    @Francesco, @Der Calvin:
    Meine Wahrnehmung noch, für mich bis auf Weiteres abschließend: Euch vereint, dass Ihr inhaltlich fast nie am Ball bleibt. Die entscheidenden Punkte ignoriert Ihr bzw. „springt“ auf irgendwelche anderen Punkte weg, oft Strohmänner, sobald es für Euch eng wird. Was bringt hier eine Auseinandersetzung? Ich fürchte, nichts. Euch zumindest nicht. Ich fürchte, Euch fehlt die Wahrheitsliebe.

  33. @Ron
    Es gibt nur zwei Möglichkeiten: Entweder man vertritt das Regulative Prinzip (RP) oder man vertritt das Normative Prinzip (NP). Es geht um die Frage der Gottesverehrung. RP und NP sind sich beide einig, dass „Dinge“, die Gott verboten hat in der Gottesverehrung nichts verloren haben. Ebenso sind sich beide einig, dass wenn Gott etwas geboten hat, dass man darauf dann nicht verzichten darf. Die Frage ist aber nun: Was ist mit den „Dingen“, die Gott weder explizit geboten noch explizit verboten hat – das heißt, wo Gott einfach geschwiegen hat? Wohlgemerkt: Wir reden hier „nur“ von Gottesverehrung!

    Nehmen wir mal konkret den Gottesdienst (denn da geht es definitiv um Gottesverehrung). So, jetzt schlägt jemand vor: Können wir im Gottesdienst nicht mal ein lustiges Anspiel machen? Nach der NP-Sichtweise spricht nichts dagegen, denn Gott hat nirgendwo ein lustiges Anspiel im Gottesdienst verboten. Nach der RP-Sichtweise spricht nichts dafür, denn Gott hat nirgendwo ein lustiges Anspiel im Gottesdienst geboten. Das heißt: Nach dem NP ist fast alles erlaubt und nach dem RP ist fast alles verboten. Ganz grob gesagt: Nach dem NP hat der die Begründungslast, der einen Vorschlag ablehnt und nach RP hat der die Begründungslast, der den Vorschlag befürwortet.

    So, wenn man das jetzt aber mal konsequent zu Ende denkt, dann ist das Normative Prinzip (NP) offensichtlich absurd. Warum? Weil dann ja – wie gesagt – wirklich fast alles im Gottesdienst erlaubt wäre. Verboten wären nur Mord, Ehebruch, Diebstahl, Lüge etc.

    Aber es wäre dann z.B. erlaubt, im Gottesdienst Pornomagazine oder Horrorfilme zu verteilen (und das ist auch wirklich schon geschehen). Was spricht dagegen – nach dem Normativen Prinzip? Streng genommen gar nichts! (Sorry, mir fallen jetzt gerade keine besseren Beispiele ein.) Aber – wie gesagt – nach dem NP hat der die Begründungslast, der, der das Verteilen ablehnt. Genauer gesagt: Er müsste konkrete Bibelstellen nennen. Als RP-Vertreter sage ich dagegen: Wo steht in der Bibel, dass wir so was verteilen sollen? (Man könnte auch noch krassere Beispiele nennen, aber mir fallen gerade keine ein…)

  34. Markus „Ich fürchte, nichts. Euch zumindest nicht. Ich fürchte, Euch fehlt die Wahrheitsliebe.“ Diese persönlichen Beurteilungen kannst du getrost anderen überlassen, mir zum Beispiel. Hast du noch was zur Sache zu sagen?

  35. Nein, so werden diese Dinge nicht entschieden. Noch einmal: Wenn etwas nicht verboten ist, heißt das nicht, alles ist erlaubt. Wir brauchen kein RP, um zu wissen, dass wir keine Engel, Heilige oder Götzen anbeten sollen. Auch ein Vertreter des NP weiß, dass ein Gottesdienst nicht dafür da ist, Ehebruch zu fördern. In einem guten lutherischen Gottesdienst wird nicht zu Bildern gebetet, auch wenn in der Kirche Bilder aufgestellt sein sollten. Wie kommst Du denn auf dieses Entweder-Oder?

    Meines Erachtens ist es gar nicht so einfach, dass regulative Prinzip zu begründen. Hättest Du recht, hing aber ALLES davon ab. Ich halte das regulative Prinzip – bitte nicht lachen ;-)- aber grundsätzlich für berechtigt. Berechtigt insofern, da Gott offenbart hat, wie er angebetet werden möchte. Die Frage allerdings ist, wie genau hat er die Gestaltung des Gottesdienstes geordnet?

    Woher nimmst Du die Freiheit, geistliche Lieder mehrstimmig zu singen? Gebietet Dir das die Bibel? Wie begründest Du, dass in einem Gottesdienst eine Predigt ungefähr 20 bis 50 Minuten lang dauert. Steht das so in der Bibel? Warum kann die Verkündigung nicht eine Diskussion sein, so wie es in den Synagogen oft gemacht wurde. Hat Gott exakt (!) offenbart, wie eine Ältestenberufung stattfinden soll? Warum beginnt der Gottesdienst am Sonntagmorgen 10:00 Uhr? Sind geistliche Lieder ausschließlich Psalmen oder dürfen es auch andere Lieder sein, die eine biblische Theologie reflektieren? Warum trägt dein Pastor eine Robe oder keine Robe? Werden Instrumente eingesetzt? Wenn ja, welche? Wie kann ein Ältestenrat diese Entscheidung treffen, wenn er in Deinem Stile an dem RP festhält?

    All diese Diskussionen hat es ja nun zuhauf in der Kirchengeschichte gegeben. Wir hätten uns viel Not erspart, hätten wir erkannt und akzeptiert, dass Gott Ordnungen und Freiheiten gegeben hat. Es gibt eben Adiaphora! Und: Gott hat uns einen Verstand gegeben! Ich kann das RP bejahen und mich zugleich über die Freiräume freuen, die es auch gibt und die nach der Regel des Glaubens gestaltet werden wollen. Da droht kein Varietétheater im Gottesdienst und auch keine Film-Predigt. Alles geschehe nach 1Kor 14,40 würdig und geordnet.

    Lerne endlich, dass Gott unser Gewissen frei gemacht hat von menschlichen Lehren und Geboten, die seinem Wort entgegenstehen oder über es hinausgehen (WB, 20,3). Weiter: „Unter Berufung auf das Gewissen solche Lehren zu glauben und solchen Geboten zu gehorchen, ist ein Verrat an der wahren Freiheit des Gewissens und die Forderung eines unbedingten Glaubens und eines absoluten und blinden Gehorsams bedeutet soviel, wie die Zerstörung der Freiheit des Gewissens und zugleich auch der Freiheit der Vernunft.“

    Ich danke allen Kommentatoren. Ich schließe jetzt diesen Threat für weitere Kommentare. Ich sehe durchaus die Möglichkeit, dass er uns sonst von Dingen abhält, die wichtiger sind. Unnötige Verletzungen auf allerlei Seiten bitte ich zu verzeihen.

    Ich danke für das Verständnis!

    Liebe Grüße, Ron