„Gemeinsam widerstehen und … Orientierung geben“

Bin gerade zurückgekehrt von den Beratungen in Kassel und sehe, dass idea bereits das Kommuniqué veröffentlicht hat. Die Atmosphäre war ernst und konstruktiv, wofür ich sehr dankbar bin. Also hier der Text:

Kommuniqué über die Beratungen zum Thema

„Gemeinsam widerstehen und Christen in den Auseinandersetzungen um Grundfragen des christlichen Glaubens Orientierung geben“

Wir, 65 Personen aus evangelischen Kirchen, Landeskirchlichen Gemeinschaften und Freikirchen,  sind am 23. Januar 2016  in Kassel zu Beratungen zusammengekommen.

Folgende Beobachtungen haben uns dazu veranlasst: 

In den evangelischen Kirchen werden die Grundlagen des Glaubens zunehmend demontiert. In Frage gestellt wird insbesondere

  • die Autorität der Bibel als Wort Gottes und höchste Norm für Glauben und Leben,
  • dass Jesus Christus der einzige Weg zum Heil ist,
  • dass Gott durch den stellvertretenden Tod Jesu am Kreuz und seine Auferstehung die Welt mit sich versöhnt hat,
  • dass zur Offenbarung Gottes die Gottebenbildlichkeit des Menschen mit der Polarität und Gemeinschaft von Mann und Frau gehört,
  • dass die Gebote Gottes auch heute die gültigen Maßstäbe für das Leben der Christen und der Gemeinden sind.

In vielen Gemeinden und Gemeinschaften herrscht Verwirrung und besteht Besorgnis darüber, welchen Kurs führende Repräsentanten der evangelikalen Bewegung  steuern.

Es fehlt an deutlichem Widerstand gegen Entscheidungen von Kirchenleitungen und Synoden, die eindeutig Bibel und Bekenntnis widersprechen. Das betrifft aktuell die Beschlüsse zur Segnung und kirchlichen Trauung von gleichgeschlechtlichen Paaren,  die kirchliche Förderung der Gender-Ideologie und Verlautbarungen zum interreligiösen Dialog.

Wir sind uns über die Bekenntnisgrundlagen einig, auf deren Basis wir weiter gemeinsam handeln wollen.

Wir sind den altkirchlichen Bekenntnissen (Apostolicum, Nicaenum, Athanasianum) und den Bekenntnisschriften unserer verschiedenen Kirchen verpflichtet.

Wir sind dankbar für die Klarheit der Glaubensbasis der Evangelischen Allianz. Deren Aussage „Wir bekennen uns… zur göttlichen Inspiration der Heiligen Schrift, ihrer völligen Zuverlässigkeit und höchsten Autorität in allen Fragen des Glaubens und der Lebensführung“, gibt uns auch heute klare Orientierung.

In einigen neueren Bekenntnissen sehen wir ebenfalls notwendige und hilfreiche Orientierung. Zu nennen sind:

Wir unterstützen den Aufruf „Zeit zum Aufstehen, Ein Impuls für die Zukunft der Kirchen“, den viele von uns unterschrieben haben.

In den gegenwärtigen Auseinandersetzungen halten wir folgende Konkretion für nötig:

  • „Wir bekennen uns zur göttlichen Inspiration der Heiligen Schrift, ihrer völligen Zuverlässigkeit und höchsten Autorität in allen Fragen des Glaubens und der Lebensführung“. (Glaubensbasis der Evangelischen Allianz)
  • Wir stehen dafür ein, dass die rettende Botschaft von Jesus Christus allen Menschen gilt,  den Juden zuerst. (Römer 1,16)
  • Wir widersprechen der falschen Lehre, es gäbe auch andere Wege zum Heil.
  • Wir widersprechen der falschen Lehre, dass Menschen durch die Taufe ohne den Glauben an Jesus Christus gerettet werden. (Markus 16,16)
  • Wir stehen dazu, dass gemäß der Offenbarung Gottes der Mensch zum Ebenbild Gottes geschaffen wurde und dass die Polarität und Gemeinschaft von Mann und Frau zu dieser Ebenbildlichkeit gehört, wie Jesus Christus es ausdrücklich bestätigt hat. (1.Mose 1,26-28; Matthäus 19,4-6)
  • Wir widersprechen der falschen Lehre, gleichgeschlechtliche Beziehungen entsprächen dem Willen Gottes und dürften von den Kirchen gesegnet werden.

Wir sind uns einig, dass im Gegensatz zum postmodernen Denken das Bekenntnis zu Jesus Christus und der Lehre der Apostel mit logischer und theologischer Notwendigkeit die Verwerfung falscher Lehren einschließt. So widersprechen wir Ansichten wie zum Beispiel:

  • Man müsse für zentrale biblische Wahrheiten eintreten, doch gleichzeitig seien gegensätzliche Verständnisse und Lesarten der Bibel zu akzeptieren.
  • Es sei dem Anliegen einer geistlichen Erneuerung der Kirche nicht zuträglich, wenn Missstände offen kritisiert werden. Ein „Ruf zur Mitte“ dürfe nicht ergänzt werden durch die Verwerfung von Irrlehre.
  • Biblisch orientierte Gemeinden hätten ein Toleranzproblem und müssten sich für Pluralität in Lehrfragen öffnen. Sie müssten auch solche Mitchristen akzeptieren, die in Sünde leben und die diese Sünde gegen Gottes Willen rechtfertigen.
  • Weil Jesus ein „Liebhaber“ und kein „Rechthaber“ gewesen sei, dürfe es auch keinen offenen, energischen Streit um die Wahrheit geben, wie er aber bei Jesus, bei den Aposteln, bei den Reformatoren und den Vätern der Barmer Erklärung stattfand.

Wir fordern die zuständigen Gremien des Gnadauer Verbandes und  der Deutschen Evangelischen Allianz  auf, zu diesen Irritationen klärend Stellung zu beziehen und bitten um gemeinsame Gespräche.

Wir fordern die evangelikalen und pietistischen  Verbände und die Bekenntnisgemeinschaften auf, das Reformationsjubiläum 2017 für Veranstaltungen zu nutzen, bei denen die reformatorischen Prinzipien „Allein Christus, Allein die Schrift, Allein die Gnade, Allein der Glaube“ öffentlich bekannt werden und zugleich benannt wird, wo diese reformatorische Basis verloren zu gehen droht. Wir erklären uns bereit, bei diesen Veranstaltungen inhaltlich und organisatorisch mitzuwirken.

Wir laden alle Verantwortlichen in Kirchengemeinden, Gemeinschaften und Freikirchen ein, sich diesem Vorhaben anzuschließen. Wir wollen klären, stärken und einigen in der Wahrheit und nicht in der Unklarheit. Wir rufen auf zum Gebet für die Erneuerung unseres Lebens und unserer Gemeinden, Gemeinschaften und Kirchen.

Zur Weiterführung unserer Anliegen wurde eine Fortsetzungsgruppe  unter Leitung von Pfr. Ulrich Parzany gebildet,  der folgende Personen angehören:  Sr. Heidi Butzkamm, Pfr. Dr. Tobias Eißler, Gemeinschaftspastor Martin Grünholz, Prof. Dr. Rolf Hille, Pfr. Johannes Holmer, Pfr. Ulrich Rüß, Pfr. Dirk Scheuermann, Rektor Dr. Rolf Sons, Prof. Dr. Dr. Daniel von Wachter.

Die Veröffentlichung dieses Kommuniqués wurde einstimmig beschlossen.

Kassel, den 23. Januar 2016

Kommentare

  1. Ich bin – offen gestanden – enttäuscht. Im Vorfeld war von möglichen Lawinen die Rede. Das ist nicht einmal ansatzweise und sprachlich eine solche. Das Kommuniqué reiht sich ein in eine Vielzahl von Protesten – und nichts passiert weiter. Unweigerlich denke ich an den offenen Brief der acht Altbischöfe, Zeit zum Aufstehen, die SBI… Vielleicht fehlt dem Netzwerk die personelle Breite und der Blick für das Große. Vielleicht geht es auch nur um das Geld oder allein die interne Auseinandersetzung in der DEA. Viele Fragen bleiben offen, vor allem wie es mit dem Protestantismus in Deutschland weitergehen soll. Das Reformationsfest 2017 wird so für jeden halbwegs Bibeltreuen zur Farce.

  2. @Gast: Wer immer dem Treffen im Vorfeld eine Lawine angedichtet hat, muss über eine gesunde Portion Phantasie verfügen oder sogar zu Projektionen neigen.

    Liebe Grüße, Ron

  3. Daniel F. meint:

    Lieber „Gast“,
    ich denke, man sollte das Kommunique als Schritt in die richtige Richtung würdigen. Es ist in entscheidenden Punkten schon recht deutlich. Wo hätten Sie sich klarere Worte gewünscht?
    Insgesamt wird man sehen müssen, wie die Allianz sich weiter entwickelt. Sollte das so weitergehen, wird man auch meines Erachtens darüber nachdenken müssen, das Netzwerk zu einem „Dachverband“ auszubauen…

  4. Lieber @Gast,

    die gewünschten Korrekturen an dem Papier „Zeit zum Aufstehen“ sind sehr klar, was ausdrücklich zu begrüßen ist. Ich denke, dass es sehr klug war, das Papier in dieser Weise zu gestalten und auch den Weg im Rahmen der EAD zu gehen. Lassen wir doch jetzt am besten den Verantwortlichen mal etwas Zeit sich mit dem Papier zu beschäftigen um darauf reagieren zu können.

  5. Es gibt bei vielen Gläubigen den unausrottbaren Reflex, auf die Äußerung von Enttäuschung sofort mit Beschwichtigung zu reagieren. Enttäuschung braucht ihren Raum, braucht ihren Platz und lädt auch den Hörer zur Reflexion ein.

    Der Begriff „Lawine“ stammt von Parzany selbst und wurde im Zusammenhang mit der Sorge um Zerstörung genannt. Was könnte denn hier zerstört werden? Und warum ist es so wichtig, daran festzuhalten?

    Das Kommuniqué gehört in die Breite. Lasst uns doch endlich einmal alle Netzwerke aller Bibel-Bewahrer nutzen. Das Kommuniqué gehört

    mit der Bitte um Stellungnahme

    an alle Bischöfe, an jedes Mitglied einer Synode, an die Gemeindeleitungen, an die theologischen Lehrer usw.

    „Wir“ sind nicht nur 65.

  6. Theophil Isegrim meint:

    Da waren ja nicht nur 65 anwesend, sie waren ja oftmals nicht nur Einzelpersonen, sondern Vorsitzende von den jeweiligen Verbänden.

    Ich finde es gut, daß sich die Vertreter zusammengefunden und gemeinsam etwas erarbeitet haben. Nun steht Parzany nicht mehr so allein da, wenn er widerspricht, als sei es eine Einzelmeinung. Es ist wieder der Name sagt, ein Netzwerk und das brauchen wir auch. Wohin sich das alles entwickelt wird die Zeit zeigen.

  7. Die Glaubensbasis der Allianz bekennt sich zur Bibel als höchster Norm für Lehre und Leben. Eine skeptische Epistemologie (Erkenntnislehre) hat das Wahrheitsverständnis grundlegend verschoben. Jetzt sind einige Menschen aufgestanden und haben an einem konkreten Beispiel (Ethik) auf die zunehmende Anwendung einer relativistischen Hermeneutik hingewiesen. Damit haben sie als Hirten ihre Wächterfunktion Gott sei Dank, leider aber etwas spät, wahrgenommen. Beliebigkeit und Widersprüchlichkeit schaden den Gemeinden stark. Ich habe vor allem wahrgenommen: Die Menschen werden in ihrem Elend gelassen. Unter einer relativistischen Ethik leiden vor allem die Schwächsten. Dies hat der Harvard-Forscher Richard Tarnas in „Das Wissen des Abendlandes“ überzeugend nachgewiesen. Wenn meine Wahrheit gegen deine Wahrheit steht, setzt sich doch einfach der Stärkere durch. Wir sollten hier vielleicht vermehrt auf die Kirche des Südens und die verfolgte Kirche hören. Sorry, unsere Kirchen sind einfach … dekadent & schlapp. Man darf sich nicht mehr äussern, weil es nicht der Norm „frommer correctness“ entspricht. Diesem grassierenden Übel muss unbedingt Einhalt geboten werden. Zum Glück gibt es noch einige, die sich vor dem Spott des „linksevangelikalen“ Establishments nicht scheuen.

  8. Peter Geerds meint:

    Damit ist es nicht zuende! Das Kommuniqué muss verbreitet und bekanntgemacht werden. Es muss (öffentlichkeitswirksam) viele Unterstützer finden durch einzelne Persönlichkeiten und einer möglichst breiten Masse.

  9. Johannes Strehle meint:

    @ Gast
    Ich stimme Ihnen zu.
    Ich habe mich schon mehrfach in diesem Sinne geäußert.
    Allerdings war ich nicht enttäuscht, weil ich nichts anderes erwartet habe.
    Ich weiß nicht, wie viele Erklärungen dieser Art ich im Laufe meines Lebens schon gelesen habe. Sie waren alle für die Progressiven und die weitere Entwicklung ungefähr so belanglos wie der berühmte Sack Reis, der in China umfällt.
    Ich versuche immer, mir vorzustellen, wie solche Erklärungen in der Bibel wirken würden. Hätten die Propheten, Johannes, Jesus und die Apostel solche Erklärungen formuliert?
    Was ist nach dieser Erklärung anders als vorher? Was ist seit dem „Impuls zur Erneuerung der Kirche“ „Zeit zum Aufstehen“ (zu dessen Initiatoren Dr. Diener gehört, was die ganze Jämmerlichkeit klar macht) anders als vorher? Wer bis zum Sonnenuntergang geschlafen hatte, für den war es Zeit, aufzustehen. Der Zeitpunkt, die EKD zu erneuern, wurde von den Evangelikalen mehrfach und endgültig verschlafen. Das gilt zum Beispiel auch für die Baptisten. Wer an die Erneuerung dieser Kirchen glaubt, „muss über eine gesunde Portion Phantasie verfügen oder sogar zu Projektionen neigen“, um Rons Worte zu verwenden (die laut „Gast“ für Parzany gelten). Ich würde nur in Frage stellen, ob es sich dabei um eine gesunde Portion gesunder Phantasie handelt.
    Dass es in der Evangelischen Allianz einen konservativen Flügel gibt (der am Rande mitmarschiert und „erheblich schrumpft und altert“, so Dr. Diener über die ganze Bewegung), war auch vor der neuen Erklärung bekannt.
    „Wir fordern die zuständigen Gremien des Gnadauer Verbandes und der Deutschen Evangelischen Allianz auf, zu diesen Irritationen (!) klärend Stellung zu beziehen und bitten um gemeinsame Gespräche.“ Beide haben bereits Stellung genommen. Warten wir ab, ob diesmal keine faulen Kompromisse herauskommen.
    Der „Impuls“ beginnt immerhin mit einem äußerst pauschalen Schuldbekenntnis und einer äußerst pauschalen Bitte um Vergebung. Beide hätten sich, um glaubwürdig zu sein, auf 1001 faule Kompromisse beziehen müssen, die diese Fehlentwicklung erst ermöglicht haben. Ohne ein Schuldbekenntnis im Sinne des Buches Nehemia (von Daniel angestoßen) mit konkreten Folgerungen und Schritten wird auf dem (nicht weggeräumten) Schutt der Vergangenheit nichts Neues (Erneuertes) entstehen.
    Meine Bilanz der evangelikalen Entwicklung in Deutschland (Schaeffer kommt für die USA zu einer vergleichbaren Bilanz; für ihn war von den „Alten“, die diese Entwicklung ermöglicht haben, nichts zu erwarten):
    Die Evangelikalen sind letztlich Mitmacher bis zum bitteren Ende. Man schaue sich unter diesem Gesichtspunkt einmal ihr Verhalten in der nationalsozialistischen Diktatur an. Mit der Geschichte des Gnadauer Verbandes, also der landeskirchlichen Gemeinschaften und ihrer Jugendorganisation, des EC, in dieser Zeit habe ich mich im Rahmen meiner Familiengeschichte näher beschäftigt.

  10. Einen guten Artikel zum Treffen gibt es hier: http://www.pro-medienmagazin.de.

    Liebe Grüße, Ron

  11. Alexander meint:

    @Gast:
    Wenn Du von der SBI enttäuscht bist, dann hast Du schlichtweg keine Ahnung vom Innenleben der Sächsischen Landeskirche. Der jüngst gewählte Bischof der Sächsischen Landeskirche ist derzeit der einzige fromme Bischof innerhalb der EKD – und gehört der SBI an. Das kann nur jemand enttäuschend finden, der unterhalb des Maximalziels „Spaltung und Trennung“ nichts akzeptiert.

  12. Jochen meint:

    Ein Schwert verteidigt man nicht mit einem Kartoffelschäler.

  13. Tim-Christian meint:

    @Johannes Strehle

    Auch auf das Schuldbekenntnis und die Neuweihe von Nehemia 9 und 10 folgt die ernüchternde Realität von Nehemia 13 … 😉

  14. @Johannes Strehle
    Danke!

    @Alexander
    Leider habe ich „Ahnung vom Innenleben der Sächsischen Landeskirche“ gewinnen dürfen. Ich erachte das Kleben an solchen Denk- und Organisationsstrukturen für nicht erstrebenswert und für im Widerspruch zu biblischen Aussagen stehend. Dass der sächsische Landesbischof der einzig Fromme sei, ist schlichtweg falsch. Ich weiß wirklich nicht, was ich von Ihrem Beitrag halten soll. Sicherlich ist es wichtig, Rückschau zu halten, um aus Fehlern in der Geschichte zu lernen, aber jetzt muss es vorwärts gehen. Ich empfehle hier noch einmal ausdrücklich den langen Beitrag von Johannes Strehle. Lieben Gruß!

  15. Alexander meint:

    @Gast:
    Tja, wie vermutete ich oben: alles unterhalb des Maximalziels „Spaltung und Trennung“ wird nicht akzeptiert. Q.e.d.
    Ich habe jetzt keine Zeit Vorträge zu halten, möchte aber nur vermerken, dass ich mit etlichen Mitgliedern, die zum Kern der SBI gehören, gut oder sogar eng befreundet bin. Wer an deren inneren Kämpfen und (guten!) Begründungen für den Verbleib in der Landeskirche nicht Anteil genommen hat, kann nicht wirklich von Kenntnis des Innenlebens sprechen. Wer daran Anteil genommen hat und immer noch für sofortigen Austritt plädiert, leidet am Spaltpilz.

  16. Ich finde es super, Ron, dass du dabei warst. Ich werde als Allianzvorsitzender von Jena die Anliegen mit aufgreifen. Leider kann der Satz, die Bibel ist die Autorität für Glauben und Leben, sehr unterschiedlich ausgelegt werden. Deshalb haben wir bei uns Leute dabei, die die Auferstehung leugnen und auch solche, die angeblich schon Tote zum Leben erweckt haben.

  17. Johannes Strehle meint:

    @ Tim-Christian
    Danke für den Hinweis.
    Auch aus dem Schlusskapitel von Nehemia könnte die Evangelische Allianz einiges lernen:
    Ernüchterung statt Blauäugigkeit, Informationen statt Verschleierung, keine faulen Kompromisse, keine Zugeständnisse an den Zeitgeist, Konsequenzen.
    „In dem Artikel (in DER WELT) forderte Diener, die Evangelikalen müssten endlich akzeptieren, dass viele andere die Bibel in der Frage der Homosexualität anders auslegten als man selbst. Diener kritisierte, die evangelikale Bewegung lebe zum Teil „wie hinter einer unsichtbaren Mauer“, obwohl sie „erheblich schrumpft und altert“. (FAZ)
    Eine Besichtigung dieser Mauer würde zu einem vergleichbaren Ergebnis führen wie die Besichtigung der Mauer Jerusalems durch Nehemia.
    Die FAZ fährt fort: „Spätestens da stellten strikte Evangelikale die Frage, wer hier eigentlich wessen Trojanisches Pferd sei. In ihrem Schlachtplan war schließlich vorgesehen, dass der eigene Mann im EKD-Rat tapfer gegen die dort vertretenen Irrlehren anzukämpfen habe. Nun mussten sie befürchten, dass es womöglich genau umgekehrt ist – dass Diener im eigenen Lager für die Positionen des „Mainstreams“ wirbt.“
    Wer die Grenzen erneuern und offensiv verteidigen will, muss erst einmal die trojanischen Pferde ausquartieren. Dr. Diener gehört zu den Initiatoren des „Impulses zur Erneuerung der Kirche – Zeit zum Aufstehen“.
    Im Newsletter Januar 2016 der Initiative heißt es: „Dankbar sind wir …, dass aus dem Initiatorenkreis von „Zeit zum Aufstehen“ inzwischen … Präses Dr. Michael Diener zuerst in die EKD-Synode berufen und inzwischen auch in den Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland gewählt wurde. Jedes leitende Amt ist eine Chance und eine Herausforderung zugleich. So ist es wichtig, dass wir einander im Gebet und im Anteilnehmen tragen.“
    Der Artikel in DER WELT war am 14. Dezember erschienen.
    Im nächsten und bislang letzten Newsletter, ebenfalls Januar 2016, heißt es: „Als Initiatoren (einschließlich Dr. Diener) haben wir uns daher auf die beiliegende Stellungnahme verständigt …“ In der Stellungnahme heißt es: „Vor dem Hintergrund aktueller Debatten im Raum der Deutschen Evangelischen Allianz und des Gnadauer Gemeinschaftsverbandes gewinnt „Zeit zum Aufstehen“ eine neue Bedeutung. Eindringlich rufen wir als Initiatoren dazu auf, zusammen zu stehen, sich gemeinsam am Wort Gottes (in gegensätzlicher Auslegung – siehe Dieners Aufforderung oben) zu orientieren, sich gegenseitig korrigieren und neu senden zu lassen. Gelegentlich wird ins Gespräch gebracht, die Thesen seien zu ergänzen, in die eine oder andere Richtung zu präzisieren oder zu erweitern. Ein solches Ansinnen widerspricht jedoch der Intention der Initiative.“
    Auf der Internetseite dieses „Impulses“ gibt es bis heute keine Information über die Positionierung Dr. Dieners, keine Stellungnahme und Distanzierung der anderen Initiatoren.
    Nach den Ereignissen der Kölner Silvesternacht ist dank einigen Zeitungen, die nicht zu ignorieren waren, eine Debatte über die (Nicht-)Informationspolitik der führenden Politiker und des Gebühren-finanzierten Fernsehens entstanden, also über die Bevormundung des „mündigen“ Bürgers. Es wäre höchste „Zeit zum Aufstehen“ für die Christen, die durch die (Nicht-)Informationspolitik dieser Initiative zur Erneuerung der Kirche bevormundet werden. Die Wiederbelebung der Prinzipien der Informationspolitik und theologischen Auseinandersetzung in der Bibel wäre ein guter Anfang für die Erneuerung der Kirche. Es ist allerdings alles eine Frage der Auslegungskunst …
    Im Moment gibt es auf der Internetseite dieses „Impulses“ noch keine Information über das Ergebnis des Kasseler Treffens und darüber, wer von den Initiatoren dieses Ergebnis unterstützt. („Wir unterstützen den Aufruf „Zeit zum Aufstehen, Ein Impuls für die Zukunft der Kirchen“, den viele von uns unterschrieben haben. In den gegenwärtigen Auseinandersetzungen halten wir folgende Konkretion für nötig:“)

  18. @Alexander
    Wenn außer dem Vorwurf ein „Spaltpilz“ zu sein, lieber Alexander, nichts Inhaltliches kommt, insbesondere das nebulöse Innenleben der Sächsischen Landeskirche über Gottes Wort gestellt wird, dann glaube ich, auf dem richtigen Weg zu sein.

  19. In einem anderen Forum sprach jemand dieses Gebet:

    Gott, hol dir den Regenbogen zurück!
    Gott, heut bin ich von der Arbeit und der langen Nacht noch ganz ok. Ich kann die Welt auch nicht retten. Wenn dir noch was an uns, an Deutschland, Europa und an deiner Kirche liegt, dann hol dir den Regenbogen zurück. Lass ihn m Himmel stehn – denk an dein Schutzversprechen. Aber der Regenbogen ist doch deine Erfindung. Warum verwenden die Kirche und andere ihn dann für etwas, was du gar nicht magst – ausgelebte Homosexualiät.

    Mir ist es einfach etwas zuviel. Flüchtlingsfrage, Pegida, Kirchen, die deine Anordnungen auf den Kopf stellen, bald noch das Reformationfest – wo wir eigentlich eine Reformation bräuchten, nicht nur ein Jubiläum. Dann noch die verfolgten Christen, um die wir uns kümmern sollten.

    Gott, ich bin auch nur ein Mensch. Und meine Kraft und Zeit in meiner freien Zeit reichen kaum, um einen Fuß vor den anderen zu setzen. Wie sollen wir denn da an allen Ecken und Ende gleichzeitig helfen? Noch dazu scheine ich auch nicht sonderlich viel zu bewegen. 1000 Mal, könnte ich hier schreiben, dass die Kirche nicht offiziell oder inoffiziell absegnen kann, was du nicht befürwortest. Darauf würde eh keiner hören. Oder kann ich den Menschen, die Flüchtlinge attaktieren, zur Vernunft bringen? Oder den Christen, die den Islam hofieren, die Augen öffenen? Ändert sich irgendwas, wenn ich versuche, mich für Christen einzusetzen, die verfolgt werden?

    Gott, Vater von Jesus Christus, alleinige Gott im ganzen Universum,
    Wo sollen wir denn da anfangen? Was sollen wir da ausrichten? Es herrscht Chaos, und das ist einfach nicht in den Griff zu kriegen. Du weißt ja, dass ich ncihtmal mein eigenes Chaos in den Griff kriege.

    Gott, angesichts solcher und anderer Meldungen fühle ich mich rat- und hilflos- manchmal auch von Dir alleingelassen. Vielleicht sollte ich mich lieber vor den Fernseher hocken, aber da läuft auch oft nur sinnloses Zeug.

    Wenn Dir irgendetwas an den Dingen liegt, die du in deinem Buch, in der Bibel, schreibst, dann musst du die Dinge wieder ordnen. Die Kirche, die Trauungsregelung, die Flüchtlingsfrage, Verhinderung von Anschlägen auf Flüchtlinge und Einheimische, Hilfe für die in Asylbewerberheimen von Muslimen drangsalierten Christen, Hilfe für die verfolgten Christen in anderen Ländern, …

    Und wenn du nicht nur ein riesen Fest willst sondern eine richtige, neue Reformation – aber ohne Blutvergießen bitte, und wenns geht auch ohne Verfolgung – dann musst DU, GOTT, mit der Reformation anfangen. Bitte! Bei uns, bei mir, in unseren Kirchen, in den Landeskirchen, in der Gesellschaft und Politik, bei den Muslimen, im IS, in Korea, in vielen muslimischen Ländern, in Europa und den USA usw.

    Gott, wir sind Menschen, wir können keine Reformation. Ich jedenfalls nicht.
    Wenn dir was daran liegt, dass wir an dich und deinen Sohn, Jesus, glauben – wenn dir was daran liegt, dass wir uns um deine Anliegen kümmern, dass wir fragen, was du eigentlich willst – und das auch tun,
    Wenn dir dein Buch, die Bibel, wichtig ist …

    Gott – wer außer DIR könnte denn eine Reformation machen? Niemand!

    Leg los, Gott, leg los! Behutsam, aber bring uns zu dir zurück. Ordne das Chaos, das wir nicht ordnen können. Hilf, wo wir nicht helfen können. Lass das Gute, was wir auf mickrige und kümmerliche Weise versuchen auch zu erkennbar Hilfreichem und Guten werden.

    Gott, wir brauchen eine Reformation.
    Wenn du die auch möchtest: Bitte, bitte, bitte leg los!

    Amen!

  20. Christ meint:

    @Gast

    Amen. Welch ein Blick auch in mein Innenleben. Und ich merke: ich bin nicht allein.

    Doch Gott scheint sich mit uns auf der Zuschauertribüne nicht abzufinden. Wie gut wäre es, hier von und mit Paulus zu lernen: lass dir an meiner Gnade genügen, denn meine Kraft kommt in Schwachheit zur Vollendung.

  21. Johannes Strehle meint:

    @ Stefan Beyer
    Jena ist ein Musterbeispiel der Evangelischen Allianz!

  22. Roland Weiler meint:

    Die Konferenz in Kassel hat bei meiner Frau und mir einen sehr positiven Eindruck hinterlassen. Wir waren angenehm überrascht von der hohen Sachlichkeit und großen Ernsthaftigkeit der Diskussion.
    Als Vertreter der sich Zurückgezogenen, Resignierten und Gemobbten (eigene Betroffene) haben wir wieder Mut gefasst. Die große Basis der dort anwesenden Vertreter der verschiedenen Verbände, Kirchen, Gemeinschaften und Schulen und die Einmütigkeit hat uns sehr gestärkt.
    Das verabschiedete Kommuniqe ist eine sehr gute Grundlage für die aktuelle Situation und für ein weiteres Vorgehen.
    Wir danken Gott für die Erhörung unserer Gebete.

  23. Johannes Strehle meint:

    @ Roland Weiler
    Das ist erfreulich.
    Wollen wir hoffen und beten, dass die Vorkämpfer
    ein wenig vom Mut und von der Standfestigkeit Luthers beweisen.
    Dass es nur deswegen zu dieser Initiative kam,
    weil Dr. Diener öffentlich „aussprach,
    was schon lange unter Pietisten, Charismatikern, Bekenntnistreuen schwelte“,
    macht die ganze Kläglichkeit deutlich.
    Ich zitiere idea-Leiter Helmut Matthies, der wiederum aussprach,
    was jeder, der es wissen wollte, wusste.

  24. Peter Maks meint:

    @Gast

    Nettes Gebet. Schließe mich an. Wir konnten Kanzler und Papst. Reformation nicht. Oder umgangssprachlich: Die Deutschen haben es geschafft, einen Mann aus den eigenen Reihen auf den Stuhl des Simon Magus Petrii zu hieven, und selbst Physikerinnen haben eine reale Chance auf höchste Trepperl in der BRD. Aber sie können keine Reformation anzetteln. „Ordne das Chaos“ — ? Hoffentlich ist damit nicht jenes „Ordo ab Chao“ gemeint, oder doch?

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