Sexualdarwinismus

Alice Schwarzer wurde von der taz gefragt, weshalb sie in den 80ern gemeinsam mit dem bekennenden Schwulen Günter Amendt engagiert gegen die Legalisierung der Pädophile vorging. In ihrer Antwort vergleicht sie die damalige Blindheit gegenüber dem Machtgefälle zwischen Erwachsenen und Kindern mit der heutigen Einstellung zur Prostitution:

Die Grünen verstehen sich als die Erben der 68er. Aber ob zum Beispiel der Parlamentarische Geschäftsführer der Grünen, Volker Beck, 52, überhaupt ahnt, was Amendt damit gemeint haben könnte? Beck kann sich nicht auf die Gnade der späten Geburt zurückziehen. Er war Mitte der 80er Jahre in der SchwuP aktiv (Bundesarbeitsgemeinschaft Schwule, Päderasten und Transsexuelle) beziehungsweise ist „ein-, zweimal da gewesen“, wie er heute sagt. Die SchwuP war die Speerspitze im Kampf um die Liberalisierung der Pädophilie. Beck forderte noch 1988 in einem Text die Entkriminalisierung der Pädosexualität. Und heute? Heute sagt derselbe Beck über Prostitution, für ihn „ein Beruf wie jeder andere“, wörtlich: „Wenn Leute etwas anbieten, andere es kaufen wollen und es keine ökologischen oder sozialen Nebenwirkungen gibt, die man dringend unterbinden muss, dann nehme ich das zur Kenntnis und störe mich nicht weiter dran.“ Sexualität als Ware. Der schlimmste Albtraum aufrichtiger AufklärerInnen ist wahr geworden. Und die Parallelen im Diskurs um die Pädophilie und dem über die Prostitution drängen sich regelrecht auf: Auch die heute über 90 Prozent Armuts- und Zwangsprostituierten in Deutschland werden geleugnet, und es ist von „Einvernehmlichkeit“ und „Freiwilligkeit“ die Rede.

Mehr: www.taz.de.

Kommentare

  1. Rechter Freichrist meint:

    Natürlich muss Pädophilie bekämpft werden. Und es darf keine Gleichstellung der „Homo-Ehe“ geben. Aber der Kampf sollte nicht mehr von der Kirche geführt werden. Die Kirchen sollten durch die überkonfessionelle Gemeinschaft der „Freien Christen“ ersetzt werden. So kann viel Geld gespart werden.

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