Ranald Macaulay, verheiratet mit Susan, einer Tochter von Francis Schaeffer, schreibt in „Die große evangelikale Verwischung“:
Als sich Schaeffer Anfang der 1930er-Jahre auf seine Ordination in der Presbyterianischen Kirche vorbereitete, hatte der Liberalismus der alten Schule die theologischen Seminare bereits erobert. Princeton war nicht mehr länger eine Bastion protestantischer Orthodoxie. Die Größen der Vergangenheit – wie die beiden Hodges und B.B. Warfield – waren nicht mehr da, und die Gegenoffensive, die J. Gresham Machen (einer der wichtigsten Einflüsse auf Schaeffer) kurz zuvor zu starten versucht hatte, war gescheitert. Für seine Mühen war er seines Amtes enthoben und 1936 entlassen worden. Da die Kirche damals immer noch eine Stimme war, die gesellschaftliches Gewicht hatte, sorgte Machens Ausschluss für Schlagzeilen. Schaeffer hebt dies hervor, um die Schnelligkeit zu betonen, mit der sich die amerikanische Gesellschaft veränderte. Der begrenzte Respekt, den gewöhnliche Menschen für die alten Werte (z.B. die Heiligkeit der Ehe und das ungeborene Leben) hatten, war immer noch spürbar. Innerhalb nur eines Jahrzehnts wurde dies jedoch beiseitegefegt. Die alten Spielregeln galten nicht mehr: Die sogenannte sexuelle Befreiung hatte begonnen.
Interessanterweise macht Schaeffer die bibeltreuen Gemeinden selbst für diesen moralischen Verfall verantwortlich. Warum? Weil die Verantwortlichen, nichts unternommen hatten, um es zu verhindern, obwohl sie wussten, dass dies geschehen würde. Er sagt:
„Eben diese Umwälzung [die in den protestantischen Mainline-Kirchen von 1900 bis 1936 stattfand] legte die Grundlage für die kulturellen, sozialen, moralischen, gesetzlichen und staatlichen Veränderungen, die bis in unsere Gegenwart hineinreichen. Ohne diese Strömung in den Denominationen hätten die Veränderungen der letzten fünfzig Jahre in unserer Gesellschaft meiner Überzeugung nach doch sehr andersartige Ergebnisse hervorgebracht, als wir sie jetzt haben. Als sich die Reformationskirchen in ihrer Ansicht änderten, wurde der Konsens der Reformation untergraben.“
Nach 1936 begannen die Mainline-Denominationen stark an Mitgliedern zu verlieren. Warum sollte man in die Kirche gehen, wenn man dort nur moralische Plattitüden geboten bekam? Die bibeltreuen Denominationen hingegen erlebten einen Aufschwung. Ein unverhohlenes Bekenntnis zum Evangelium und zur historischen Zuverlässigkeit der Bibel erwies sich als attraktiv. Das Time-Magazin brachte sogar eine Titelgeschichte über dieses neue Phänomen: eine evangelikale Mehrheit in der amerikanischen Nation!
Mehr von Ranald Macaulay über die Hintergründe zu Francis Schaeffers letztem Buch Die große Anpassung (#ad) hier: www.evangelium21.net.
Schön, aber es,wird doch heute genauso weitergemacht. Gegenüber falscher Lehre und Missbrauch ( NAR, FCJG, Extremcharismatik usw.) gibt es keine saubere Abgrenzung und Trennung. Wir brauchen uns doch nicht zu wundern wenn sich liberale Theologien immer weiter ausbreiten. Diese Haltung fängt dich schon bei offen.bar an,wo es in der letzten Zeit Stellungnahmen mit mehr als halbherzig Inhalt gab