Der gläubige Historiker Lutz E. von Padberg ist am 16. Juli 2026 nach schwerer Krankheit heimgegangen. Die FTH schreibt:
Wir verlieren mit ihm einen angesehenen Kollegen und Freund, der 27 Jahre (von 1986 bis 2013) an der FTH als Professor für Historische Theologie tätig war. Prof. v. Padberg vermittelte vielen Studenten die Liebe zur Kirchen- und Geistesgeschichte. Der promovierte und habilitierte Mediävist verzichtete Mitte der 1980er Jahre bewusst auf eine Universitätskarriere, um sich ganz in die Ausbildung junger Menschen für den geistlichen Dienst zu investieren.
Lutz v. Padberg war ein profunder Kenner des Mittelalters, mit dem Schwerpunkt auf der Christianisierung Mittel- und Nordeuropas. Seine Forschungen über Bonifatius sind bis heute wegweisend. Darüber hinaus half er bei der Weiterentwicklung der FTH hin zur Hochschulanerkennung. Über Jahrzehnte war er zudem Gastprofessor an der Ev. Theologischen Fakultät in Leuven/Belgien sowie Privatdozent an der Universität Paderborn. Sein Publikationsverzeichnis umfasst über 400 Titel.
In den 27 Jahren seiner Lehrtätigkeit an der FTH prägte er nicht nur durch seine akademische Gründlichkeit, sondern auch durch seinen ruhigen, tiefen Glauben. Sein Lebensmotto „Damit wir etwas seien zum Lobe Seiner Herrlichkeit“ (Eph 1,12) spiegelte sich in seinem ganzen Leben wider. Die Ehre Gottes war ihm das Wichtigste. Durch viele schwere Krankheitsnöte hindurch blieb er seinem Schöpfer und Erlöser eng verbunden, der ihn nie im Stich gelassen hat.
Ein Leben für Gott, zu seiner Ehre, ist zu Ende gegangen. Lutz v. Padberg hinterlässt seine Frau Claudia, die 53 Jahre eng an seiner Seite stand, in guten wie in schweren Tagen. Wir wissen ihn bei dem, der das Leben und die Auferstehung ist, dem Christus.
Anfang der 80er-Jahre fand ich zum christlichen Glauben und schloss mich dem Jugendbund für entschiedenes Christentum (EC) in Düsseldorf an. Da Lutz von Padberg damals für den EC aktiv war, insbesondere in Münster, durfte ich ihn auf mehreren Veranstaltungen kennenlernen. Er hat mich sehr ermutigt, den Glauben und den Verstand gleichermaßen ernst zu nehmen. Aus meiner Sicht war er ein großer christlicher Historiker und Kirchengeschichtler. Historisch Interessierten empfehle ich sein Buch Die Christianisierung Europas im Mittelalter, apologetisch Interessierten: Von Kreuzzügen, Inquisition und gerechten Kriegen (#ad).