Ayaan Hirsi Ali: Westen sollte seine Werte verteidigen

Die in Somalia geborene niederländische Publizistin Ayaan Hirsi Ali hat sich gegenüber der WELT über den Aufruhr in der muslimischen Welt und die Reaktionen darauf geäußert und plädiert für wahrhaftige Auseinandersetzung.

Als die einzig verbliebene Supermacht stehen die USA vor der großen Herausforderung, so weit es geht Konflikte zu vermeiden. Das ist umso schwieriger, als der amerikanische Einfluss abnimmt und der seiner Feinde wächst. Im Verhältnis zur muslimischen Welt hat sich in den vergangenen drei Jahrzehnten Folgendes gezeigt: Zu propagieren, dass sich gegenseitig ausschließende Moralvorstellungen vereinbaren lassen, löst das Problem nicht – ganz im Gegenteil, es verzögert nur die unausweichliche Auseinandersetzung in diesem ideologischen Streit.

Amerika wird genauso wenig von der Meinungsfreiheit abweichen, wie die Muslime nicht akzeptieren werden, dass eine Beleidigung ihrer religiösen Ikonen straffrei bleiben darf. Von daher ist der einzige Ausweg eine wahrhafte Auseinandersetzung, bei der jede Seite versucht, der anderen zu beweisen, dass die jeweiligen Wertvorstellungen überlegen sind. Mit anderen Worten: Der Westen sollte endlich aufhören mit der moralischen Relativierung und damit beginnen, seine Werte zu verteidigen. Das wird im Endeffekt weniger Leben kosten, als sich vorübergehend mit Diktatoren und Tyrannen zu verbünden.

Hier: www.welt.de.

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teresa
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Als Ausländer im Westen, passiert einem leicht, was man als das Phänomen der „Überanpassung“ nennt. Der Westen, auch wenn er in vielen Hinsichten überlegen ist, ist nicht über jegliche Kritik und darf nicht als das utopische Ideal verabsolutieren. Ich allerdings finde, daß jetzt im Westen als Meinungsfreiheit angepriesene Verumlimpfung der Religion (jetzt, vorwiegend der christlichen), nichts positives an sich hat. Zusammen mit Bischof Schick und Herrn Spaemann, würde ich für ein Blasphemie-Gesetz plädieren. Ein Leser der Süddeutschen hat mal kommentiert: Freiheit bedeutet auch Verantwortung. Wenn jedoch heute gebildete und zivilisierte Bürger durch die moderne Protest-Kultur zu Provokateur werden, dann sind… Weiterlesen »

Rami A.
Gast

Eingeschränkte Meinungsfreiheit kann auch zu einem Predigt- und Zeugnisverbot für Christen führen. Ein Blasphemie-Gesetz, zum Schutz von Muslimen wie von Christen, wird in der Praxis wohl genauso schief durchgesetzt wie die allseits bekannte und von Organisationen wie Open Doors eindrucksvoll dokumentierte „Religionsfreiheit“. Ich schließe mich denen an, die inhaltlich weiterkommen und auf diesem Weg ihre freiheitlichen Werte verteidigen wollen. Am besten natürlich sachlich und ohne Provokation, aber auf jeden Fall in Freiheit. Nachtrag: Gibt es nicht schon ein Blasphemie-Gesetz? Und wird es nicht deshalb oft nicht angewandt, weil die ‚beschimpften‘ Christen gelassen bleiben und der ‚öffentliche Friede‘ deswegen nicht in… Weiterlesen »

Spinoza
Gast
Spinoza

Welches sind denn die sich angeblich „gegenseitig ausschließende Moralvorstellungen, die sich nicht vereinbaren lassen.“?

Warum werden „die Muslime nicht akzeptieren, dass eine Beleidigung ihrer religiösen Ikonen straffrei bleiben darf.“ Wo ist der Beweis für diese Behauptung.? Was ist gemeint mit „die Muslime“?

Frau Hirsis „Argumentation“ scheint nur aus pauschalen Worthülsen ohne wirkliche Bedeutung zu bestehen. Aber das scheint ja zu genügen in der allgemeinen Diskussion über „den Islam“ …

„Islamkritik“ ist wirklich leicht verdientes Geld.

„Amerika“ die Aufgabe zuzuweisen, Konflikte zu vermeiden, hieße den Bock zum Gärtner machen.

Roderich
Gast
Roderich

@Spinoza, die gegenseitig sich ausschließenden Moralvorstellungen sind z.B. bezüglich der Scharia, die sich bekanntlich nicht mit dem Grundgesetz oder mit demokratisch verfassten Staaten vereinbaren läßt, denn laut Scharia gelten bestimmte Privilegien nur für Muslime, nicht für „Ungläubige“. Handabhacken bei Diebstahl, Todesurteil bei Abfall vom Islam (nicht mit Religionsfreiheit vereinbar), z.T. Todesstrafe für Blasphemie gegen Mohammed oder den Koran (wobei das Wort des Muslimen mehr zählt als das eines Christen – willkürliche Beschuldigungen sind also möglich) – sind nur einige Beispiele. Es scheint mir, dass Du gerne den „Beweis“ für Behauptungen verlangst. Besser wäre es, Du würdest eine „plausible Erklärung“ verlangen.… Weiterlesen »

Spinoza
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Spinoza

@ Roderich
Mir scheint, du verwechselst Moralvorstellungen mit Rechtssystemen.

„bekanntlich nicht mit dem Grundgesetz oder mit demokratisch verfassten Staaten vereinbaren läßt.“ Bekanntlich. Ja, von der Art sind die inhaltslosen ignoranten Plattitüden, die nur gebetsmühlenartig wiederholt werden müssen, um als „bekanntliche“ Wahrheit geglaubt zu werden.

Mit derlei Litaneien lässt sich auch gut Reibach machen, siehe Islam-Bashing Industrie.

Roderich
Gast
Roderich

@Spinoza,

du verwechselst Moralvorstellungen mit Rechtssystemen

Nein, denn das westliche Rechtssystem ist ja von westlichen Moralvorstellungen geprägt, die ja stark aus Bibel (und Humanismus / Aufklärung) stammen. Die Scharia ist ja aus der islamischen Rechtslehre, d.h. aus Koran und Hadithen entlehnt.

Denkst Du denn, die Scharia ist mit dem Grundgesetz vereinbar? Dann irrst Du aber. Führe doch Deine Sicht näher aus, anstatt Dich hinter unbegründeter Meckerei zu verstecken.

Anstatt gegen Islam-Bashing im allgemeinen zu schreiben, sage doch konkret, was Du am Islam so gut findest, bzw. was am Islam-Bashing für falsche Argumente verwendet werden, und begründe das dann.

Spinoza
Gast
Spinoza

@ Roderich
„Die Scharia“ gibt es doch gar nicht. Teil der „Scharia“ ist es, die Gesetze des Landes zu befolgen. Das ist identisch mit Vereinbarkeit mit dem Grundgesetz.

Was sollen „westliche“ Moralvorstellungen sein? Welchen Unterschied gibt es zwischen christlicher und islamischer Moral?

Roderich
Gast
Roderich

@Spinoza, Du meinst, EIN Teil der Scharia ist es, das Grundgesetz zu befolgen, oder die ganze Scharia möchte unbedingt das Grundgesetz befolgen? Ersteres wäre vielleicht richtig, das zweite falsch. Schachtschneider über die Unvereinbarkeit von Scharia und Grundgesetz: http://www.kaschachtschneider.de/component/content/article/2-aktuelles/23-verfassungswidrigkeit-islamischer-religionsausuebung-in-deutschland.html Prof. Schachtschneider, prominentester EU Kläger, hat dazu ja auch ein Buch geschrieben. Zu den Unterschieden zwischen Islam, siehe hier bei Theoblog den „empfohlenen Artikel“: M. Volf: Beten wir zum selben Gott? (die Rezension von Mark Durie). Ein Unterschied ist z.B., dass die Rechte in der Scharia nur für Muslime gelten. Christen, Juden und Ungläubige sind unter der Herrschaft des Islam Menschen zweiter… Weiterlesen »

Roderich
Gast
Roderich

Teil der “Scharia” ist es, die Gesetze des Landes zu befolgen. Das ist identisch mit Vereinbarkeit mit dem Grundgesetz.

Oh Schreck. Wohl noch nicht zu viel zu dem Thema gelesen?

Spinoza
Gast
Spinoza

@ Roderich

Wenn du authentisches Wissen über den Islam möchtest, warum fragst du nicht die Muslime?

Wenn du Brötchen kaufen willst, gehst du ja auch nicht zum Bäcker.

Roderich
Gast
Roderich

@Spinoza,
Und Du meinst nicht, dass es ein Interesse der Muslime geben könnte, hier im Westen den Islam friedlicher darzustellen, als er ist?
Wie dem auch sein, es reicht völlig, wenn man den Koran liest – das ist doch das klarste. Dazu noch die Hadithe.

Aber ich ahnte schon, dass Du Dich nicht mit den Quellen auseinandersetzen würdest, die ich Dir nannte 🙂

Und er kommt zu dem Ergebnis:
Nur ein Traum war das Erlebnis.
Weil, so schließt er messerscharf,
nicht sein kann, was nicht sein darf.

Roderich
Gast
Roderich

Hier noch ein sehr gutes Interview mit Prof. Karl Albrecht Schachtschneider:
http://www.youtube.com/watch?v=rnhiY_pitnQ

Schachtschneider ist einer der wenigen sehr kompetenten Leute, die sehr klar sprechen, ohne political correctness, und treu der Verfassung. Seine Argumente sind interessant. Der Islam ist im wesentlichen ein Rechtssystem, das mit der Verfassung der BRD nicht vereinbar ist.

Muslime haben also Glaubensfreiheit, aber keine Freiheit der Religionsausübung, denn das würde ihnen Rechte geben, die nicht mit der Verfassung übereinstimmen.