Allgemein

Sämtliche allgemeinen Beiträge.

Der Fall John Howard Yoder

John Howard Yoder war der mennonitische Vorzeigetheologe des 20. Jahrhunderts. Er hat Trendsetter wie Stanley Hauerwas, David Bosch, Jürgen Moltmann oder N.T. Wright beeinflusst, Linksevangelikale wie Ronald J. Sider oder Jim Wallis geprägt und der missionalen Reich Gottes-Theologie die Bahn geebnet. Sein Klassiker Die Politik Jesu, in deutscher Sprache vom Neufeld Verlag 2012 neu aufgelegt, ist von Christianity Today auf Platz 5 der 100 wichtigsten theologischen Bücher des 20. Jahrhunderts gewählt worden. Richard J. Foster schreibt über das Buch: „Eine drastische Studie christlicher Sozialethik – bei diesem Thema hat mich niemand stärker beeinflusst als Yoder. Seine Kapitel ,Christus und die Macht‘ so­wie ,Revolutionäre Unterordnung‘ sind schlicht das Beste, was zu diesem Thema geschrieben wurde.“

Nun zeigt sich immer deutlicher, was schon lange vermutet wurde: Der Theologe der Gewaltlosigkeit hat über viele Jahre hinweg seine Macht systematisch missbraucht. Die genaue Zahl seiner Opfer wird nie ermittelt werden. Zwei Experten für sexuellen Missbrauch, die ihn in den Jahren 1992 bis 1995 im Rahmen einer Disziplinarmaßnahme begleitet haben, gehen davon aus, dass mehr als 100 Frauen von ihm zu sexuellen Handlungen genötigt wurden.

Die Historikerin Rachel Waltner Goossen hat für Mennonite Quarterly Review den schwierigen und schmerzhaften Prozess der Aufarbeitung beschrieben. Eine gekürzte Version ihres Artikels ist öffentlich zugänglich (siehe auch den Beitrag der New York Times aus dem Jahr 2013). Sie schreibt dort:

Yoder had lectured extensively about the mandate of Matthew 18:15 for individual responsibility in confronting wrongdoing, and seminary president Miller, along with an entire generation of ordained leaders, had imbibed lessons on church discipline—in the biblical phrase, “binding and loosing”—from Yoder through his widely disseminated books and teaching.

Tragically, in seeking to apply the Matthew 18 mandate for resolving conflict, Miller and others in positions of authority responded with painstaking slowness to Yoder’s abuse of power. Years of wasted time, energy and denominational resources enabled the victimization of women living and studying on the seminary campus and beyond.

The peace theologian’s perpetration of sexual violence upon women had far-reaching consequences among families, within congregations and throughout church agencies—from AMBS to Mennonite Central Committee and missions programs to Mennonite-affiliated institutions across the globe.

Hier: themennonite.org.

VD: JW

Glauben & Denken heute 2/2014 ist da!

Die neue Ausgaben der Zeitschrift Glauben & Denken heute ist soeben erschienen. Sie enthält folgende Beiträge:

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  • Hanniel Strebel: Editorial
  • Prof. Dr. Alvin Plantinga: Ratschläge für christliche Philosophen
  • Interview mit Thomas Reiter: Logos auf Deutsch
  • Hanniel Strebel: Hermann Bavinck: Eine Einführung in sein Leben, seine Zeit und sein Werk
  • Interview mit Dr. Markus Widenmeyer: Welt ohne Gott?
  • Simon Mayer: Gottes Eifer für Seine Ehre

Rezensionen

  • Ron Kubsch: Der gekreuzigte König (Jeremy R. Treat)
  • Ron Kubsch: Grundriss Heidegger (Helmuth Vetter)
  • Dr. Daniel Facius: Berufung (Timothy Keller)
  • Dr. Markus Widenmeyer: Halbierte Wirklichkeit (Hans-Dieter Mutschler)
  • Hanniel Strebel: Teaching and Learning Through Story (Jan Hábl)
  • Micha Heimsoth: Fundamentaltheologie (Gerd Neuhaus)

Buchhinweise

  • Johannes Otto: Einführung in die griechische Sprache (Wilhelm Höhn)
  • Johannes Otto: Digitale Invasion (Archibald D. Hart, Sylvia Hart Freijd)
  • Ron Kubsch: Max Weber (Dirk Käsler)
  • Ron Kubsch: Feuerbach weiterdenken (Joachim Nagel)

Die Zeitschrift kann gratis hier heruntergeladen werden: gudh014c.pdf.

Vaughan Roberts in München

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Ich möchte an dieser Stelle nochmals darauf hinweisen, dass es an diesem Samstag die Gelegenheit gibt, Vaughan Roberts in München zu hören. Ein beeindruckender Lehrer spricht über ein wirklich wichtiges Thema: den vollzeitlichen Dienst. Gasthörer sind herzlich willkommen. Es wird an diesem Tag keine Gebühr erhoben, jedoch eine Kollekte gesammelt, um die Ausgaben für die Veranstaltung zu decken.

Vaughan Roberts studierte Rechtswissenschaften am Selwyn College in Cambridge, wo er Präsident der CICCU (Cambridge Christian Union) war. Nach einer kurzen Studienzeit in Südafrika zog er nach Oxford, um Theologie zu studieren. Seitdem lebt er in Oxford und arbeitete erst als Vikar in der St. Ebbe Kirche und wurde dann 1998 zum Rektor ernannt.

Vaughan hat etlicher Bücher veröffentlich, darunter God’s Big Picture, das auch in Deutsch als Gottes Plan – kein Zufall! beim 3L-Verlag erschienen ist. Im Jahr 2013 war er einer der Hauptredner auf der Evangelium21-Konferenz in Hamburg.

Weiter Informationen finden sie im Flyer: roberts_2_web.pdf.

Anmelden können Sie sich hier: www.bucer.de.

Herold Seines Kommens

Die Zeitschrift Herold Seines Kommens der Herold-Schriftenmission wird immer besser. Die aktuelle Ausgabe Nr 696 (12/2014) enthält eine Predigt über den Weihnachtstext Lukas 2,1–14 von Ludwig Hofacker sowie einen Artikel von Erwin Lutzer zu dem Thema „Jesus Christus – nur ein außergewöhnlicher Mensch?“

Lutzer schreibt:

EmberWir könnten alle religiösen Horizonte durchforschen, in Bibliotheken alles über die großen religiösen Lehrer der Weltgeschichte nachlesen und besonders auch, was sie über sich zu sagen hatten, wir könnten zahllose Propheten finden, aber keinen bevollmächtigten, sünd-losen Retter. Christus hat keine Konkurrenten. Und falls sich ein solcher fände, der seine Sündlosigkeit behauptet, würden wir gerne überprüfen, ob er sich wirklich mit dem Wesen und Handeln Jesu vergleichen lässt. Angesichts der Forderung der Sündlosigkeit wird das religiöse Feld sehr überschaubar, denn es bleibt nur einer bestehen: Christus wird seinem Ruf gerecht! „Denn einen solchen Hohenpriester mussten wir auch haben, der heilig, unschuldig, unbefleckt, von den Sündern geschieden und höher ist als der Himmel. Er hat es nicht nötig wie jene Hohenpriester, täglich zuerst für die eigenen Sünden Opfer darzubringen und dann für die des Volkes; denn das hat er ein für alle Mal getan, als er sich selbst opferte“ (Hebr 7,26–27).

Die empfehlenswerte Zeitschrift, die ab 2015 eine neue Gestaltung bekommt, kann hier bestellt werden: www.herold-schriftenmission.de.

Bonhoeffer-Portal online

Das Dietrich-Bonhoeffer-Portal ist als Kooperation der Internationalen Bonhoeffer-Gesellschaft, deutschsprachige Sektion e.V., mit dem Gütersloher Verlagshaus gegründet und gestaltet worden. Zwei wichtige Partner der Sicherung des Erbes Bonhoeffers in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft haben sich zusammengeschlossen.

Diese neue Internetpräsenz zu Dietrich Bonhoeffer möchte das Leben und Werk Bonhoeffers historisch korrekt und wissenschaftlich verantwortet darstellen, über Quellen, Materialien und Ergebnisse der Bonhoeffer-Forschung informieren und diese, wenn möglich, zugänglich machen. Inhalte aus inzwischen vergriffenen Büchern finden sich ebenso in diesem Portal wie aktuelle Ankündigungen zu Veranstaltungen und Tagungen. Wer Gedenkstätten und ‑orte oder Projektvorschläge sucht, wird hier fündig, aber auch kurze Zitate und längere Texte Bonhoeffers sind verfügbar und mit Quellen belegt. Eine große Bibliographie-Datenbank erschließt sämtliche wissenschaftlich relevanten Publikationen zu Dietrich Bonhoeffer seit 1930. Gemeinsam mit der eigens dafür ins Leben gerufenen Online-Redaktion arbeiten Mitglieder der Internationalen Bonhoeffer-Gesellschaft (IBG) nun daran, die Seite zu erweitern und zu vervollständigen, um Bonhoeffer-Interessierte im akademischen wie im nicht-akademischen Raum zusammenzuführen und so die Bonhoeffer-Rezeption zu fördern.

Mehr Informationen auf: www.dietrich-bonhoeffer.net.

Weihnachtsaktion 2014

Schon wieder ist ein Jahr vergangen. Ich möchte mich auch diesmal bei allen TheoBlog-Lesern herzlich für das Interesse an den Beträgen und Disputen bedanken!

Einige haben auch 2014 Bücher, DVD’s oder Elektroartikel über TheoBlog bei Amazon bestellt (mehr dazu hier) oder über den Buchladen geordert. Vielen Dank dafür!

Dankbar bin ich auch, wenn der ein oder andere eine Spende zugunsten des TheoBlogs über Paypal überweist. Leider ist es so, dass die Kosten für die Arbeit die Einnahmen übersteigen. Ich bin froh, wenn wenigstens die Kosten für den Provider gedeckt sind. Falls also jemand auf diese Weise der Arbeit unter die Arme greifen möchte, kann er das über das Formular hier tun.

Wie üblich will ich mich durch eine kleine Aufmerksamkeit erkenntlich zeigen. Jeder Blog-Leser hat die Chance, in der Weihnachtszeit ein Päckchen zu empfangen. Das Päckchen enthält das Buch:229016

  • Eckhard Schnabel: Das Neue Testament und die Endzeit, Gießen: Brunnen Verlag, 2013, 39,00 €
Über das Buch schreibt der Verlag:

Jesus und die Apostel sprachen über die Auferstehung von den Toten, das jüngste Gericht und Gottes neue Welt. Dabei bedienten sie sich einer für uns heute nicht immer leicht zugänglichen Sprache und Bilderwelt: Wie sind die Aussagen des Neuen Testaments über die Entrückung, die „144.000“, über Harmageddon und Himmel und Hölle zu verstehen?
Eckhard Schnabel liest diese Texte mit dem Ziel, sie so zu verstehen, wie ihre ersten Leser sie verstanden haben. Er vermeidet deshalb bewusst die üblichen Modelle der „Endzeitspezialisten“.

Gründlich und tiefgehend, und doch leicht verständlich und praktisch untersucht er die biblischen Texte sorgfältig. Dabei bewegt er sich vorsichtig von den unumstrittenen großen Linien biblischer Zukunftsaussagen hin zu den umstrittenen Einzelheiten.

Prof. Dr. Armin Baum von der Freie Theologische Hochschule in Gießen sagt zu dem Buch:

Das beste Endzeitbuch, das ich kenne. Wer die vielen bunten Endzeitfantasien der (evangelikalen) Christenheit und seine eigenen Endzeitvorstellungen einem biblischen Fakten-Check unterziehen will, sollte dieses Buch lesen. Dann kann er auf die meisten anderen Endzeitbücher verzichten.

Großzügigerweise hat der Brunnen Verlag ein Exemplar des Buches für die Verlosung zur Verfügung gestellt. Auch dem Verlag dafür ein herzliches Dankeschön!

Um Empfänger des Buches werden zu können, sind folgende drei Punkte zu beachten:

  1. Sie müssen TheoBlog regelmäßig lesen (Vertrauenssache).
  2. Sie müssen mir über das Kontaktformular Ihre E-Mail-Adresse mitteilen (und dabei das Stichwort: „Weihnachtspäckchen“ in der Mitteilung erwähnen).
  3. Am 20. Dezember werde ich von meiner jüngsten Tochter unter allen übersandten Adressen einen Empfänger über ein Losverfahren auswählen lassen und die gewählte Person kontaktieren (Vertrauenssache). Nach Übersendung der Postanschrift schicke ich das Päckchen an den Gewinner.

Vielen Dank fürs Mitmachen!

Worum geht es beim Tempelberg-Streit?

Wie angespannt die Lage in Israel ist, lässt sich am Damaskus-Tor in Jerusalem erkennen, wo viele Sicherheitskräfte den Zugang überwachen. Richard C. Schneider nimmt die Zuschauer in seinem Videoblog mit in den muslimischen Teil der Altstadt sowie zum Tempelberg – und er erklärt, worum es in dem Konflikt um die heiligen Stätten geht. Interessant!

VD: JO

Ein Interview

Stefan Beyer hat für Inara mit mir über TheoBlog.de gesprochen, da Hanniel mich für den „Liebster Award“ vorgeschlagen hatte. Bei dem „Liebster Award“ werden Blogs nominiert, die einem gefallen. Diese werden durch den Award weiterempfohlen, um sie einem breiteren Publikum bekannter zu machen.

Zu lesen ist in dem Interview beispielsweise:

Der Evangelist Francis Schaeffer ist für mich ein Vorbild im Blick auf die „Retterliebe“. Er hat die Menschen mit ihren Fragen und Nöten ernst genommen, ohne dabei die Wahrheitsfrage zu suspendieren. Leider werden heute oft Wahrheit und Liebe gegeneinander ausgespielt. Durch Schaeffer habe ich gelernt, dass beides notwendig zusammengehört. Im deutschsprachigen Raum ist Klaus Bockmühl jemand gewesen, der es mit seinem unvorstellbar großen Weitblick verstand, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Aus heutiger Perspektive bin ich dankbar, einige sehr persönliche Begegnungen mit John Stott gehabt zu haben.

Was die Theologie der Gegenwart angeht, schätze ich J.I. Packer und Paul Helm. Blicken wir weit in die Kirchengeschichte zurück, sind gewiss Augustinus, Luther und Calvin Leute, denen ich viel verdanke. Bei diesen „Doktoren der Gnade“ gehe ich gern in die Schule. Was das geistliche Leben angeht, lerne ich freilich viel von ganz einfachen und treuen Leuten, z. B. von Eltern, die ihr behindertes Kind mit unverbrüchlicher Zuwendung begleiten, obwohl sie oft völlig erschöpft sind. Mehrere ältere, eher unscheinbare Menschen, die ich kennenlernen durfte, waren oder sind unfassbar treue Beter. Sie beten nicht nur, sie beten in Jesu Namen (vgl. Joh 14,13–14), also für das, was Gott verherrlicht. Sie gehören im Himmelreich gewiss zu den Großen (vgl. Mt 5,19). Nicht zu vergessen: Meine Frau ist mir ein großes Vorbild!

Wer mehr über TheoBlog.de erfahren möchte oder wissen will, wie ich Christ geworden bin, sollte bei Inara vorbeischauen: inara.tv.

Vielen Dank, Stefan und Hanniel!

Timotheus Herbstausgabe

5246 0Das siebzehnte Heft des Magazins TIMOTHEUS ist erschienen; das Schwerpunkt ist „Die Auferstehung“.

Hier die Beiträge:

  • Was bringt mir die Auferstehung? – Benjamin Schmidt (Die Auferstehung im Heidelberger Katechismus)
  • Auferstehung im Hier und Jetzt! – Waldemar Justus (Wie die Auferstehung unsere Nachfolge beeinflusst)
  • Brannte nicht unser Herz? – Ron Kubsch (Der auferstandene Christus und die zwei Emmaus-Jünger)
  • Das Faktum der Auferstehung – Daniel Facius (Warum die Auferstehung weder Mythos noch Sage ist)
  • Reformation braucht mehr als einen Josia – Jochen Klautke (Der letzte Teil der Josia-Serie zeigt: Wir brauchen Christus!)
  • Auferstehung im Alten Testament – Andreas Münch (Warum uns auch das AT etwas zur Auferstehung verrät)

Das Heft ist ab sofort über den Betanien-Shop erhältlich. Die verfügbaren Abos (Deutschland, Europa, Geschenk etc.) und bisher erschienen Ausgaben sind ebenfalls über die Timotheus-Seite des Shops erhältlich: www.cbuch.de/timotheus.

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