Zum 73. Todestag von Dietrich Bonhoeffer

Vor 73. Jahren starb Dietrich Bonhoeffer. Aus diesem Anlass habe ich für die Herausgeber der deutschsprachigen Logos-Editionen beschrieben, wie ich im Laufe der Jahre Bonhoeffer schätzen gelernt habe: „Dietrich Bonhoeffer ist darum glaubwürdig, weil sein Denken und Leben eine Einheit bilden“, haben die Herausgeber eines Buches über den deutschen Theologen einmal gesagt. Das stimmt. Ich […]

Vom Schlüssel des Bindens

Dietrich Bonhoeffer (Nachfolge, 2013, S. 285–286): Damit ist gesagt, daß in der Gemeinde der Heiligen Vergebung nur gepredigt werden kann, wo auch Buße gepredigt wird, wo das Evangelium nicht ohne Gesetzespredigt bleibt, wo die Sünden nicht nur und nicht bedingungslos vergeben, sondern auch behalten werden. So ist es der Wille des Herrn selbst, daß das Heiligtum […]

Die Zeit ist kurz

Dietrich Bonhoeffer (Nachfolge, 2013, S. 209): Die Zeit ist kurz. Die Ewigkeit ist lang. Es ist Entscheidungszeit. Wer hier am Wort und am Bekenntnis bleibt, bei dem wird in der Stunde des Gerichts Jesus Christus stehen. Er wird ihn kennen und sich zu ihm stellen, wenn der Verkläger sein Recht fordern wird. Alle Welt wird […]

Nicht die Zahl

Dietrich Bonhoeffer (Nachfolge, 2013, S. 184): Die Jünger sind wenige und werden immer wenige sein. Dies Wort Jesu schneidet ihnen jede falsche Hoffnung auf ihre Wirksamkeit ab. Niemals setze ein Nachfolger Jesu sein Vertrauen auf die Zahl. „Wenige sind ihrer …“, der Anderen aber sind viel und werden immer viel sein.

Bonhoeffer: Vom Reichtum der Zusammengehörigkeit in schweren Zeiten

Dietrich Bonhoeffer schrieb am 24. Juni 1943 aus dem Gefängnis (D. Bonhoeffer, Widerstand und Ergebung: Briefe und Aufzeichnungen aus der Haft, 1983, S. 41): Was für ein Reichtum ist in solchen bedrängten Zeiten eine große, eng miteinander verbundene Familie, wo einer dem anderen vertraut und beisteht. Ich habe früher bei … Verhaftungen von Pfarrern manchmal […]

Credo 12/2016

Die neue Ausgabe des Magazins Credo hat wieder einmal hervorragende Beiträge zu bieten. Hauptsächlich beschäftigt sich die Dezemberausgabe mit dem Thema „allein die Schrift“. Gavin Ortlund schreibt über das „Sola Scriptura damals und heute“ und der vielleicht derzeit profilierteste Lutheraner aus Nordamerika, Robert Kolb, spricht über „Martin Luther und das Wort Gottes“. Kurz vorgestellt werden […]

Überwindung des Todes heißt Auferstehung

Bonhoeffer schrieb am 27. März 1944: Wie wir mit dem Sterben fertigwerden, ist uns wichtiger, als wie wir den Tod besiegen. Sokrates überwand das Sterben. Christus überwand den Tod als ἔσχατος ἐχθρὸς (1. Kor 15, 26; Anm.: „der letzte Feind“). Mit dem Sterben fertigwerden bedeutet noch nicht mit dem Tod fertigwerden. Die Überwindung des Sterbens […]

„Vor seiner Hinrichtung hielt er noch eine Predigt“

Am 9. April jährt sich der Todestag von Dietrich Bonhoeffer zum 70. Mal. Ein Gespräch mit seinem Biografen Ferdinand Schlingensiepen über Todesmut im Konzentrationslager, die Auferstehung und die Gerüchte über Bonhoeffers angebliche Homosexualität. Gelassen und erstaunlich vertrauensvoll. Kurz nach dem 20. Juli schrieb er ein Gedicht, in dem er den Tod das „höchste Fest auf […]

Weihnachten in der Gefängniszelle

Dietrich Bonhoeffer wurde am 5. April 1943 verhaftet und in Berliner Gefängnissen festgehalten, bis man ihn am 9. April 1945 im Konzentrationslager Flossenburg umgebrachte. Zu seinem ersten Weihnachtsfest im Gefängnis schrieb er am 17. Dezember 1943 aus der Zelle: Vom Christlichen her gesehen, kann ein Weihnachten in der Gefängniszelle ja kein besonderes Problem sein. Wahrscheinlich […]

Bonhoeffer-Portal online

Das Dietrich-Bonhoeffer-Portal ist als Kooperation der Internationalen Bonhoeffer-Gesellschaft, deutschsprachige Sektion e.V., mit dem Gütersloher Verlagshaus gegründet und gestaltet worden. Zwei wichtige Partner der Sicherung des Erbes Bonhoeffers in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft haben sich zusammengeschlossen. Diese neue Internetpräsenz zu Dietrich Bonhoeffer möchte das Leben und Werk Bonhoeffers historisch korrekt und wissenschaftlich verantwortet darstellen, über Quellen, […]

Bonhoeffer über den Zerfall menschlicher Lebensordnungen

Im Kolosserbrief 3,18–19 ist zu lesen: „Ihr Frauen, ordnet euch euren Männern unter, wie es sich im Herrn geziemt! Ihr Männer, liebt eure Frauen und lasst eure Bitterkeit nicht an ihnen aus!“ Dieser Text über die christliche Familie wird heute selten konsequent ausgelegt. Bonhoeffer wehrte sich noch gegen eine Relativierung der christlichen Haustafel und sieht […]

Dem Bruder zuhören

Dietrich Bonhoeffer (Gemeinsames Leben, 2012, S. 83): Wer aber seinem Bruder nicht mehr zuhören kann, der wird auch bald Gott nicht mehr zuhören, sondern er wird auch vor Gott immer nur reden. Hier fängt der Tod des geistlichen Lebens an, und zuletzt bleibt nur noch das geistliche Geschwätz, die pfäffische Herablassung, die in frommen Worten […]

Befreiende Gemeinschaft

Dietrich Bonhoeffer (Gemeinsames Leben, 2012, S. 75): Hat die Gemeinschaft dazu gedient, den einzelnen frei, stark und mündig zu machen, oder hat sie ihn unselbständig und abhängig gemacht?

Die Notwendigkeit des Schriftbeweises

Dietrich Bonhoeffer (Gemeinsames Leben, 2012, S. 47): Wir müssen die heilige Schrift erst wieder kennen lernen wie die Reformatoren, wie unsere Väter sie kannten. Wir dürfen die Zeit und die Arbeit dafür nicht scheuen. Wir müssen die Schrift kennen lernen zu allererst um unseres Heiles willen. Aber es gibt daneben genug gewichtige Gründe, um uns […]

Gott hasst die Träumerei

Dietrich Bonhoeffer (Gemeinsames Leben, 2012, S. 24): „Wer seinen Traum von einer christlichen Gemeinschaft mehr liebt als die christliche Gemeinschaft selbst, der wird zum Zerstörer jeder christlichen Gemeinschaft, und ob er es persönlich noch so ehrlich, noch so ernsthaft und hingebend meinte. Gott haßt die Träumerei; denn sie macht stolz und anspruchsvoll. Wer sich das […]

Vom Segen der christlichen Gemeinschaft

Dietrich Bonhoeffer (Gemeinsames Leben, 2012, S. 19–20): „Darum braucht der Christ den Christen, der ihm Gottes Wort sagt, er braucht ihn immer wieder, wenn er ungewiss und verzagt wird; denn aus sich selbst kann er sich nicht helfen, ohne sich um die Wahrheit zu betrügen. Er braucht den Bruder als Träger und Verkündiger des göttlichen […]

Von der Gnade des Scheiterns

Dietrich Bonhoeffer (Gemeinsames Leben, 2012, S. 23): „Unzählige Male ist eine ganze christliche Gemeinschaft daran zerbrochen, dass sie aus einem Wunschbild heraus lebte. Gerade der ernsthafte Christ, der zum ersten Male in eine christliche Lebensgemeinschaft gestellt ist, wird oft ein sehr bestimmtes Bild von der Art des christlichen Zusammenlebens mitbringen und zu verwirklichen bestrebt sein. […]

Unter Feinden leben

Dietrich Bonhoeffer (Gemeinsames Leben, 2012, S. 15): „Es ist nichts Selbstverständliches für den Christen, dass er unter Christen leben darf. Jesus Christus lebte mitten unter seinen Feinden. Zuletzt verließen ihn alle Jünger. Am Kreuz war er ganz allein, umgeben von Übeltätern und Spöttern. Dazu war er gekommen, dass er den Feinden Gottes den Frieden brächte. […]

Kein Gott der Gemütserregung

Dietrich Bonhoeffer (Gemeinsames Leben, 2012, S. 23): „Gott ist kein Gott der Gemütserregung, sondern der Wahrheit.“

Bonhoeffer und das Alte Testament

Dietrich Bonhoeffer schrieb 1943 an seinen Freund Eberhard Bethge (Widerstand und Ergebung, 1983, S. 86): „Ich spüre übrigens immer mehr, wie alttestamentlich ich denke und empfinde, so habe ich in den vergangenen Monaten auch viel mehr A.T. als N.T. gelesen. Nur wenn man die Unaussprechlichkeit des Namens Gottes kennt, darf man auch einmal den Namen […]