Politik

Verfechter der klassischen Ehe ziehen sich zurück

Die Gleichstellung der Lebenspartnerschaften wird schrittweise so weit ausgedehnt, dass am Ende niemand mehr weiß, worin eigentlich noch der rechtliche Unterschied zur Ehe besteht. Im Namen von Gerechtigkeit und Toleranz wird einfach alles für gleich erklärt. Jasper von Altenbockum hat den Ausgang des Referendums in Irland für die FAZ klug kommentiert:

Der Sieg der gleichgeschlechtlichen Ehe erklärt sich auch damit, dass viele Iren die Bevormundung durch eine katholische Kirche satthaben, die in Irland ihre Macht missbraucht hat und in Fragen der Sexualität angesichts haarsträubender Affären kaum noch glaubwürdige Antworten geben kann. Derart in die Defensive geraten, haben ihre Lehrsätze vielleicht nicht an Wahrheitsgehalt, aber an gesellschaftlicher Wirklichkeitsnähe verloren.

Verstärkt wird diese Verschiebung zu Lasten alter Autoritäten (nicht nur in Irland) noch dadurch, dass die Hüter der Tradition auch ihre Sprache verloren haben. Besonders gut war das über (ausgerechnet) Pfingsten in Deutschland zu beobachten. Kaum war das Ergebnis des Referendums bekannt, lief die Kampagnenmaschine derer an, die selbst den Begriff der „Homo-Ehe“ für diskriminierend halten und nur die „Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare“ gelten lassen. Die Verfechter der klassischen Ehe hingegen haben es offenbar akzeptiert, sich in eine Nische zurückziehen zu müssen, in der nur hinter vorgehaltener Hand über die erstaunlich weitverbreitete Tradition geredet wird, dass Mann und Frau dazu gehören, ein Kind zu zeugen. Geht es nach dem sogenannten Gender-Mainstreaming, also nach der offiziellen Richtschnur von Universitäten, Ministerien und wohl bald der Schulen, ist auch das, die Berufung auf die Natur, schon ein Zeichen latenter Homophobie.

Hier mehr: www.faz.net.

Wer will hier die Uhr zurückdrehen?

Hadmut Danisch hat das „Fachgespräch: Wer will die Uhr zurückdrehen? Strategien gegen Anti-Feminismus und Homophobie” der Bündnis 90/Die Grünen-Bundestagsfraktion im Deutschen Bundestag besucht.

Vor allem intellektuell haben die überhaupt nichts zu bieten (gleichwohl sie sich für ungeheuer intellektuell halten). Und Selbstkritik oder die Überlegung, was man besser oder richtiger machen könnte, gar die Frage, ob man richtig liegt, gibt es gar nicht. Die sind fest davon überzeugt, dass sie die perfekte und die einzig zulässige Meinung haben, und alles außer ihrer Meinung „Müll” ist, ohne dass das noch irgendeiner Begründung oder Betrachtung bedürfe. Und man jede andere als ihre Meinung auch nur lächerlich machen und auslachen könnte.

Sein Fazit:

Erstens: Es läuft nicht mehr rund. Sie bekommen Gegenwind und wissen nicht, wie sie damit umgehen sollen.

Zweitens: Allianzen zerbrechen. Die Verbindungen zwischen Grünen und Ostblock, zwischen Schwulen und Frauen und zwischen Feministen und Journalisten scheinen massiv zu erodieren.

Drittens: Frauen sind nach Ansicht der Grünen dumm und unselbständig, nicht der eigenen Meinung fähig. Sie haben sich gefälligst einer eigenen Meinung zu enthalten und sich dem sozialistischen-traditionellen Kollektiv-Bündnis zwischen Frauen und Schwulen zu unterwerfen. Haben sie doch eine eigene Meinung, können sie nur von den Russen ferngesteuert sein.

Viertens: Die Leute dort. Widerlich. Arrogant, selbstgefällig, selbstgerecht, narzisstisch, herablassend, dumm, andere verächtlich machend, intrigant, verfassungswidrig, kriminell, mit mehrerlei Maß messend, beliebig den Standpunkt wechselnd, unlogisch, selbstwidersprüchlich, miserables Benehmen. Und unglaublich hässlich angezogen.

Nachtrag: Und weil ein Kommentator s.u. richtig ergänzt:

Fünftens: Maskulisten sind Intellektuelle.

Sechstens: Gender Studies sei das Infragstellen von Mutter-Vater-Kind und Heterosexualität.

Ich empfehle, den gesamten Bericht zu lesen. Nicht nur, dass der Humor köstlich angeregt wird, er eröffnet tiefe Einblicke in eine verlogene Debatte. Auch die Kommentare seien empfohlen!

Hier: www.danisch.de.

Das Aufkommen der intoleranten Linken

Die Zeitschrift CT hat mit Kirsten Powers über ihr Buch The Silencing: How the Left is Killing Free Speech gesprochen. Darin sagt sie:

Während ich das Buch schrieb, ist mir aufgefallen, dass mich die liberale Linke an religiöse Fanatiker (Zeloten) erinnert, die weltliche Religion ausgenommen. Eine durchschnittlich religiöse Person hat ihren Glauben, aber sie versucht nicht, diejenigen Leute loszuwerden, die ihren Glauben nicht teilen. Aber Fanatiker tun das. Es reicht ihnen nicht, zu glauben. Sie können Leute nicht tolerieren, die nicht das glauben, was sie glauben; und sie haben diese totale Sicherheit, dass sie richtig liegen. Das ist eine Form der Selbstheiligung. Sie müssen nachweisen, dass sie moralisch denjenigen Leuten überlegen sind, die ihre Meinung nicht teilen. Es wird das soziale Signal ausgegeben: „Meine Identität stammt von der Tatsache, dass ich für die gleichgeschlechtliche Ehe und Abtreibung bin, an den Klimawandel glaube und mich gegen Charter-Schulen [die sogenannten „Charter-Schools“ in Nordamerika werden zwar mit Steuergeldern finanziert, aber von privaten Betreibern geführt und haben mehr Freiräume als öffentliche Schulen. R.K.] wende.“

Hier das vollständige Interview: www.christianitytoday.com.

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Die Gesellschaft ist schuld

Versagen und Schuld werden heute viel zu oft mit mit dem Hinweis auf gesellschaftliche Zusammenhänge relativiert, meint Henryk Broder. Das lähmt die Bereitschaft zur Übernahme von Verantwortung und Leistung:

In einer Gesellschaft, in der niemand „zurückgelassen“ wird, in der jeder eine „zweite Chance“ bekommt, egal, was er angestellt hat, in der Noten und Zensuren abgeschafft werden, damit keiner bevorzugt oder benachteiligt wird, in der das Leistungsprinzip praktisch nur noch im Fußball und im Rennsport gilt, in einer solchen Gesellschaft verlieren immer mehr Menschen den Sinn für Realitäten und suchen ihr Heil in der Selbstüberschätzung. Passiert das bei Dieter Bohlens „DSDS“ oder Heidi Klums „GNTM“, kann es unterhaltsam sein. In anderen Bereichen ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass der Versuch fatal endet.

Es kommt noch etwas hinzu. Diese Gesellschaft hat nicht nur den Unterschied von tauglich und untauglich, begabt und unbegabt weitgehend aufgehoben, sie unterscheidet auch nicht mehr zwischen Gut und Böse.

Mehr: www.welt.de.

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Gender-Spezialisten am laufenden Meter

Wie langsam deutlich wird, vernichtet der Mindestlohn Minijobs. Aber alles kein Problem, denn die Gender-Politik schafft ja neue Stellen. Hildegard Strausberg spricht über die neuen Jobs, die durch die Geschlechtserforschung entstehen:

Denn längst hat sich unsere mächtige Gender-Lobby eine veritable Vermarktungsindustrie aufgebaut. Jedenfalls gibt es 146 entsprechende Professuren an Universitäten – plus weiteren fünfzig an Fachhochschulen. Nur mal ein Vergleich: Das entspricht nahezu der Anzahl unserer 191 Pharmazieprofessuren in der Bundesrepublik und liegt bald doppelt so hoch wie die Anzahl der Professuren in Altphilologie, von denen es – noch – 113 gibt.

Und natürlich produzieren diese Gender-Lehrstühle im ganzen Lande „Gender-Spezialisten“ am laufenden Meter. Also Tausende von jungen Leuten, die man eigentlich für die Arbeitslosigkeit ausbildet. Es sei denn, man erfindet Anschlussverwendungen, die allerdings eindeutig in die Kategorie „künstliche Arbeitsbeschaffung“ einzuordnen sind.

Hier: m.welt.de.

Staatsfeminismus

Claudia Wirz hat in der NZZ dargelegt, weshalb sie sich als Frau keine staatliche Zwangsbeglückung wünscht.

Vom einstigen Geist der Frauenemanzipation ist nicht mehr viel übrig geblieben. Was früher eine Volksbewegung war – also eine Bewegung hauptsächlich der Bürgerinnen –, ist heute zur Staatsdoktrin geworden. Der Staatsfeminismus, der scheinbar dem Motto nachlebt, dass alles Gute von oben kommt, eröffnet ein weites Feld für Interventionen. Der Staat sucht unentwegt nach neuen Missständen – zu Amtsdeutsch: Handlungsbedarf –, um immer weiter regulieren zu können. Die individuelle Eigenverantwortung, welche am Anfang der Aufklärung und damit auch der Frauenbewegung stand, ist dem gönnerhaften Staatsfeminismus fremd.

Es ist Frauenpolitikerinnen nicht vorzuwerfen, wenn sie mit einem solchermassen paternalistischen Feminismus Politik machen. Beunruhigen aber muss, wie wenig Widerstand solchen Postulaten entgegenweht. Schon die «geschlechtergerechte Sprache» nimmt man willfährig hin, obwohl sie Unfug ist. Wenn heute schon Fünfjährige von ihrer «Kindergartenlehrperson» sprechen, sollte das zu denken geben. Auch dass sich der Bundesrat für die Frauenquote ausspricht, irritiert. Denn mit der Quote wird nicht nur die Freiheit weiter demontiert. Mit ihr werden die Frauen abqualifiziert, weil man ihnen unterstellt, dass sie es aus eigener Kraft nicht schaffen und deshalb etwas «Spitex» brauchen. Und es werden neue Diskriminierungen geschaffen. Die Quote ist nichts anderes als eine staatliche Umverteilung zulasten der Männer.

Das Ziel des heutigen, staatlich forcierten Feminismus ist nicht mehr wie einst die rechtliche Gleichstellung der Geschlechter, die eine Gleichheit im Anderssein postuliert. Heute geht es um die Nivellierung jedes Geschlechterunterschieds im gesellschaftlichen Zusammenleben. Dabei weiss gar niemand, wie eine vollkommen gleichgestellte Gesellschaft überhaupt aussehen würde. Wahrscheinlich wäre sie ziemlich langweilig – und gefährlich, weil überall Fehltritte und Klagen lauern.

Mehr: www.nzz.ch.

Stasi Mediathek

Der Bundesbeauftragte für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik (BStU) hat einige Unterlagen der Staatssicherheit online stellen lassen. Obwohl der Umfang der zugänglichen Dokumente überschaubar ist, sind ganz interessante Sachen zu finden. Leider scheint bei etlichen Filmen, ich rede nicht von Überwachungsaufnahmen, sondern z.B. von Schulungsfilmen, die Tonspur zu fehlen. Schade.

Mein Favorit ist der Mitschnitt einer Diskussion der Mitarbeiter der Bezirksverwaltung Cottbus aus dem Jahr 1989. Die Mitarbeiter der Bezirksverwaltung sprechen mit dem Sekretär für Propaganda bei der zentralen Parteileitung der Stadt, Werner Thomala, über aktuelle politische Probleme. Da wurde doch tatsächlich noch im Herbst 1989 von den propagandistischen Methoden Lenins geschwärmt. Aber ist gibt auch innerhalb des Stabes kritische Rückfragen, z.B. zum Vorwurf der gefälschten Wahlergebnisse.

Hier die Mediathek: www.stasi-mediathek.de.

Eine Religion des Friedens?

Nach jeder Attacke von Islamisten heißt es, sie dürfe nicht in Verbindung gebracht werden mit dem Islam, der eine Religion des Friedens sei. Dieses Beschwichtigen muss endlich aufhören, meint Ayaan Hirsi Ali. Sie hat recht!

Es gibt im Koran zahlreiche Aufrufe zu einem gewaltsamen Dschihad. Aber der Koran steht da keineswegs allein da. In zu großen Teilen des Islam ist der Dschihad ein durch und durch modernes Konzept. Die „Bibel“ des Dschihads im 20. Jahrhundert – und ein inspirierendes Werk für viele islamistische Gruppen heute – ist „Das Koran-Konzept des Krieges“, ein Buch, geschrieben Mitte der 1970er-Jahre vom pakistanischen General S. K. Malik. Er argumentiert, weil Gott – Allah – selbst jedes Wort im Koran geschaffen hat, sind die Regeln des Krieges im Koran von höherem Gewicht als die Regeln, die von Sterblichen aufgestellt wurden.

In Maliks Analyse der Strategie des Koran ist das Zentrum des Konflikts die menschliche Seele – und nicht irgendein physisches Schlachtfeld. Der Schlüssel zum Sieg, so habe es Allah durch die militärischen Aktionen des Propheten Mohammed gelehrt, sei es, die Seele des Feindes zu treffen. Und der beste Weg ist der Terror. Terror, so schreibt Malik, ist „der Punkt, an dem sich die Mittel und das Ziel treffen“. Terror, ergänzt er, „ist nicht das Mittel, um dem Feind eine Entscheidung aufzuzwingen. Er ist die Entscheidung selbst.“

Die Verantwortlichen für das Gemetzel in Paris – genauso wie der Mann, der 2004 den niederländischen Regisseur Theo van Gogh ermordete – wollen uns Terror oktroyieren. Und jedesmal, wenn wir uns auf ihre Sicht einer berechtigten religiösen Gewalt einlassen, geben wir ihnen genau, was sie wollen.

Mehr: www.welt.de.

Frauenquote ist Menschenrechtsverstoß

Aaron Rhodes erklärt kurz und knapp, weshalb Quotenlösungen gegen fundamentale Rechte verstoßen. Bemerkenswert, dass er offen anspricht, was etliche Menschen intuitiv spüren: Viele Parlamentarier wollen nicht die Interessen des Volkes vertreten, sondern das Volk gemäß ihrer eigenen Leitkultur erziehen. Die Quote und der damit erwünschte „Kulturwandel“ wurden, ohne dass es eine die Wähler einbeziehende Auseinandersetzung gab, von „Mama Staat“ mittels Nutzen-Argumentation einfach durchgedrückt: „Eine offene Debatte über die Frauenquote gab es nicht: Kritik wurde als Machotum abgetan und – wie etwa von VertreterInnen der Grünen – ‚inakzeptabel’genannt.“

Rhodes schreibt:

Die Grundrechte der Europäer, besonders die Meinungsfreiheit und Religionsfreiheit, werden immer häufiger im Namen der „Toleranz“ und des „sozialen Friedens“ beschnitten. Das ist auch möglich geworden, weil der Europäische Gerichtshof diese fundamentalen Menschenrechte zu häufig nicht schützt.

Gender-Vielfalt in Führungspositionen und Berufsgruppen hat Vorteile für alle. Doch statt die Verantwortung an den Staat abzugeben, der restriktive und beschwerliche Gesetze verhängt, ist die Zivilgesellschaft gefordert. Eltern, bürgerschaftliche Vereine, religiöse Organisationen, Schulen und Universitäten müssen mehr tun, um Frauen und Minderheiten darin zu unterstützen, ehrgeizig zu sein, etwas zu erreichen und sich nach vorne zu kämpfen. Es ist eben nicht nur Aufgabe der Unternehmen, sondern aller gesellschaftlichen Kräfte, gegen Benachteiligungen aufgrund von Geschlecht, Rasse oder anderen Identitätsmerkmalen vorzugehen.

Ja, aufgrund eines neuen Gesetzes wird es in Deutschland schon bald mehr Frauen in Aufsichtsräten geben. Damit einher geht allerdings ein Staat, der wieder ein Stück mehr in unser Leben eingreift. So entsteht ein Staat, der Gleichheit verordnet, anstatt gleiche Chancen für alle zu schaffen. Das ist eine vertane Chance, denn eine Vielfalt, die aus der Gesellschaft erwächst, ist beständiger als eine, die per Gesetz vorgegeben wird.

Hier mehr: www.zeit.de.

Wagenknecht’s ideologisches Sendungsbewußtsein

Starke Worte, die der Musiker und Schriftsteller Reiner Kunze vom Stapel gelassen hat. Bravo!

Frau Wagenknecht nennt die Friedliche Revolution von 1989 eine „direkte Konterrevolution“. Wir haben es bei Frau Wagenknecht also mit einer Gegnerin des Prager Frühlings, mit einer Gegnerin der Entspannungspolitik der Brandt-Scheel-Regierung, mit einer Gegnerin der Friedlichen Revolution von 1989 und mit einer Vertreterin eines nach ihren eigenen Worten „konsequenten, kompromißlosen Kampfes“ zu tun, dessen „letztliches Ziel … die Überwindung dieser Gesellschaftsordnung“ ist (gemeint ist die Gesellschaftsordnung der Bundesrepublik Deutschland). Kann man noch extremer links sein?

In diesen programmatischen Äußerungen von Frau Wagenknecht paaren sich politische Finsternis und ideologisches Sendungsbewußtsein, wie man es nach Auschwitz und dem stalinistischen GULAG nicht für möglich halten sollte. Wenn Frau Wagenknecht im Zusammenhang mit ihrer Wahl an die Fraktionsspitze der Partei „Die Linke“ mitteilt, sie lasse ihre Mitgliedschaft in der „Kommunistischen Plattform“ ruhen, ist das nach meinem Verständnis ein Schläfertum mit Ansage.

Hier mehr: www.deutscherarbeitgeberverband.de.

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