Theologie

Was machen eigentlich unsere Kinder?

Nach dem Amoklauf von Winnenden werden in der Politik die üblichen Debatten geführt: Computerspielverbot, Waffengesetzverschärfung, Schützenvereinskritik. Doch die Politik ist in Wahrheit hilflos. Wir als Eltern sind gefragt.

Claus Christian Malzahn hat einen guten Kommentar für SPIEGEL ONLINE geschrieben:

Natürlich ist das uncool: Aber wenn Sohnemann nachts noch im Computerschützengraben liegt – und nicht im Bett – dann sollte man den Stecker ziehen. Erziehung findet nicht immer im Konsensprinzip mit den Kindern statt. Und PC’s sind keine Babysitter, auch wenn es beim Nachwuchs immer so schön ruhig wird, wenn die Geräte flimmern. Wer glaubt, das sei ein Problem von Hartz-IV-Familien, der hat keine Ahnung. In vermeintlich besseren Kreisen wird Sprachlosigkeit nur anders bemäntelt. Es geht nicht um eine neue Diktatur im Kinderzimmer, sondern um lebendiges Interesse. Reden. Spaß haben. Sich ernst nehmen. Füreinander da sein. Man nennt das auch Familie.

Hier der vollständige Kommentar: www.spiegel.de.

Weil wir von Calvin so viel lernen können

2_3_2009-09_07_36-titel.jpgFür die aktuelle Ausgabe des Neues Leben-Magazins habe ich eine allgemeinverständliche Einführung in das Leben von Johannes Calvin verfasst.

Der Artikel ist für Leute gedacht, die bisher wenig von Calvin gehört haben oder nur die üblichen Vorurteile kennen.

Hier ein kleiner Auszug:

Unter Calvins Leitung kam es in Genf trotz Fehlern und Rückschlägen zu einem beeindruckenden Aufschwung. In weniger als drei Jahrzehnten entwickelte sich die zerstrittene und unbedeutende Stadt zu einem Handelszentrum, das wegen ihrer guten Gesetze und Kirchenordnungen zu einem Vorbild für ganz Europa wurde. Die Genfer Bevölkerung hatte sich verdoppelt und die Wirtschaft eine enorme Belebung erfahren. Die 1559 gegründete Akademie wuchs zu einer ruhmvollen Universität heran. Und da der Reformator die Wissenschaft sehr schätzte, entwickelte sich Genf zur Bildungsmetropole. Doch der größte Einfluss, den die reformierte Stadt auf die Welt ausübte, war der geistliche. Von hier aus verbreitete sich der reformierte Glaube in fast alle Teile der Welt. Dabei entfaltete er eine atemberaubende erneuernde Kraft für Kirche und Gesellschaft.

Ein Probeheft kann hier bestellt werden: www.neuesleben.com.

Der Calvinismus kehrt zurück

20090323_107.jpgWelche Ideen verändern die Welt von heute? Das Nachrichtenmagazin Time nennt in der aktuellen Ausgabe zehn innovative Ansätze. An dritter Stelle steht der ›Neue Calvinismus‹.

»A lot of young people grew up in a culture of brokenness, divorce, drugs or sexual temptation,« says Collin Hansen, author of Young, Restless, Reformed: A Journalist’s Journey with the New Calvinists. »They have plenty of friends: what they need is a God.« Mohler says, »The moment someone begins to define God’s [being or actions] biblically, that person is drawn to conclusions that are traditionally classified as Calvinist.«

Hier der Beitrag: www.time.com.

VD: MD

Wird der Evangelikalismus überleben?

Während in Deutschland einigen Autoren und Redakteuren der (scheinbar) wachsende Einfluss der Evangelikalen Sorgen bereitet, kündigen sich in Nordamerika ganz andere Themen an. iMonk Michael Spencer hat den Kollaps des Evangelikalismus innerhalb der nächsten zehn Jahre prognostiziert und damit eine hitzige Debatte ausgelöst. Obwohl er nicht mit dem Absterben der Bewegung rechnet, erwartet er einen signifikanten »Einbruch«.

Mehr dazu auf seiner Internetseite internetmonk.com und bei CT: www.christianitytoday.com.

Er hatte Tausende Horrorvideos zu Hause

Nach dem Amoklauf von Winnenden mit 16 Getöteten werden in den Expertenrunden wieder jene Fachleute auftauchen, die einen Zusammenhang von Gewaltbereitschaft und Medienkonsum bestreiten. Wie oft habe ich es schon gehört: »Bisher fehlen die wissenschaftlichen Belege«. Ich frage mich dann immer: »Warum werden mit der TV-Werbung Milliarden Euro umgesetzt, wenn das, was wir dort hören und sehen, keine Auswirkungen auf unser Denken und Handeln hat?«

Keiner wird so dumm sein und behaupten: Weil Person X Counterstrike spielte, hat X Y getan. Dass aber das, was wir mit unseren Sinnen aufnehmen, auch unser Handeln prägt, liegt sehr nah. Schon in der Bibel wird uns empfohlen, unser Herz zu bewahren (vgl. Sprüche 4,23).

Auch der 17 Jahre alte Tim K., der am Mittwoch acht Schülerinnen, einen Schüler und drei Lehrerinnen getötet hat, liebte den exzessiven Konsum von Horrorfilmen.

Hier mehr: www.faz.net.

Die Rechtfertigungslehre von N.T. Wright

517HSHF0KWL._SL160_.jpgGuy Prentiss Waters hat unter E.P. Sanders promoviert und gilt als profunder Kenner der »Neuen Paulusperspektive«. Mit seinem Buch:

hat er eine solide und kritische Auseinandersetzung mit der »New Perspective on Paul« vorgelegt.

Das ReformedForum hat jüngst zwei sehr interessante Gespräche mit Waters über die Rechtfertigungslehre von N.T. Wright publiziert. Dabei gehen Waters und die anderen Gesprächsteilnehmer auch auf das neue Buch von Wright ein.

  1. N.T. Wright’s Doctrine of Justification, Teil 1
  2. N.T. Wright’s Doctrine of Justification, Teil 2

Auge um Auge: Das Gesetz der Vergeltung

Ameneh Bahrami ist blind. Ihr Gesicht ist von Säure zerfressen. Weil sie einen Kommilitonen abwies, als er ihr einen Heiratsantrag machte, schüttete der junge Mann ihr Säure ins Gesicht.

Seit dreißig Jahren lebt die Iranerin in Barcelona. Nun will sie nochmals nach Teheran reisen, um dem Mann, der ihr das antat, das Augenlicht zu nehmen. »Auge um Auge«, sagt sie und fügt hinzu: »Er wird nicht leiden, weil er betäubt sein wird. Sein Gesicht wird auch nicht verunstaltet, weil ein paar Tropfen (Säure) genügen. Er wird auch keine inneren Verletzungen davontragen, wie ich sie habe. Aber er muss bezahlen. So ist das Gesetz der Vergeltung.«

Bei der FAZ gibt es die ganze Geschichte: www.faz.net.

Von wahren Dualitäten und falschen Dualismen

Christen sollten lernen, zwischen wahren Dualitäten und falschen Dualismen zu unterscheiden. Vier oder fünf Varianten eines falschen Dualismus haben den Gläubigen während der letzten 2000 Jahre Schwierigkeiten bereitet. Die meisten dieser Überzeugungen kommen regelmäßig wieder. Daher sollten wir uns diese Varianten des Dualismus genauer anschauen.

Mein Kollege Tom Johnson hat das mit der kleinen Schrift »Das zweifache Werk Gottes in der Welt« getan. Der MBS Text 103 kann hier frei herunter geladen werden: mbstexte103.pdf.

Der amerikanische Evangelikalismus

2134bgyuGXL._SL160_.jpgNicht alle, die sich über den Evangelikalismus Gedanken machen, kleben an den heute so beliebten Schablonen. Hermut Löhr hat für die FAZ das Buch:

gelesen. Er schreibt:

Die Strömung, deren Anteil an der Gesamtbevölkerung der Vereinigten Staaten auf etwa ein Viertel geschätzt wird, ist nicht leicht zu überschauen; auch Pallys Buch bietet zu wenig konfessionswissenschaftliche und soziologische Basisinformationen. Schlaglichtartig werden dagegen die geistesgeschichtlichen Voraussetzungen in Europa seit der Reformationszeit benannt. Sebastian Franck, Sebastian Castellio, Hugo Grotius, Dirck Volckertszoon Coornhert und andere waren prägend für eine Einstellung zur Religion (einschließlich der christlichen), die in die Praxis umgesetzt wurde: Gewissensfreiheit und staatliche Neutralität. Die Autorin versucht zu zeigen, dass es heute nicht zuletzt die amerikanischen Muslime sind, die von dieser toleranten Hochachtung von Religion profitieren.

Die insgesamt lesenswerte Rezension gibt es hier: www.faz.net.

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