Theologie

Nordamerikanische Anglikaner gründen neue Kirche

Die theologisch konservativen Anglikaner in den USA und Kanada haben damit begonnen, eine neue Kirche zu gründen. Während einer Pressekonferenz am 3. Dezember in Wheaton wurde eine provisorische Kirchenordnung vorgestellt.

Hintergrund: Die US-Episkopalkirche entschied sich im Jahr 2003, den in einer homosexuellen Partnerschaft lebenden Geistlichen Gene Robinson zum Bischof von New Hampshire zu weihen. Eine kanadische Diözese erlaubte zudem die Segnung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften. Als im Frühjar 2008 der große Theologe J.I. Packer von der Kirche suspendiert wurde, weil er darauf verwies, dass praktizierte Homosexualität Sünde sei und das Umwerten biblischer Maßstäbe das Evangelium selbst aushöhle, spitzte sich die Situation immer mehr zu (vgl. J.I. Packer suspendiert).

Solche Spaltungen sind schmerzhaft und traurig, aber unter solchen Umständen wohl unumgänglich.

Weitere Berichte gibt es bei www.cbn.com, idea.de und www.christianitytoday.com. Hier außerdem die Pressemitteilung der sich formierenden Kirche: www.united-anglicans.org.

Christopher Hitchens versus Douglas Wilson

K. Scott Oliphint (Professor für Apologetik am WTS) organisierte am 30. Oktober 2008 eine Debatte über die Existenz Gottes zwischen dem begabten Journalisten und ›aggressiven Atheisten‹ Christopher Hitchens (»Christen planen die Zerstörung des Menschen«) und dem Theologen Douglas Wilson.

Die Vorträge eignen sich gut, um die ›voraussetzungsbewusste Apologetik‹ kennen zu lernen. Als ›Van Til’ianer‹ argumentiert Wilson im Sinne des großen Westminster Lehrers Cornelius Van Til.

Die Debatte von knapp zwei Stunden wurde auf Video aufgezeichnet und kann hier (leider ohne Übersetzung) abgerufen werden: www.wts.eu. K. Scott Oliphint hat ebenfalls einige Gedanken zur Debatte publiziert: www.wts.edu.

VD: TT.

Kind stört Lebensplanung, also …

Im Prozess um den gewaltsamen Tod eines Neugeborenen wurde die Mutter am Montag vom Kasseler Landgericht zu acht Monaten Haft verurteilt.

Die 32-Jährige hatte ihr Baby im Oktober 2007 unter falschem Namen in einem Krankenhaus zur Welt gebracht. Wenige Stunden später war sie mit ihrem Sohn davongeschlichen. Die Mutter wurde vier Tage später in der Wohnung ihrer Eltern gefunden, das Baby lag tot in einem Müllsack im Kofferraum ihres Autos. Laut Gericht hatte die Frau den Säugling erstickt. Zum Hintergrund der Tat gab sie an, sie habe sich durch die bevorstehende Mutterschaft in ihrer Lebensplanung gestört gefühlt.

Aus Sicht der Anklage hatte der Säugling die Frau bei ihren Hobbys gestört und wurde deshalb bewusst erstickt. Nach Einschätzung des Gerichts waren die Indizien dafür jedoch nicht zwingend.

Bei DER ZEIT gibt es weitere Informationen: www.zeit.de.

Homosexualität: Tony Jones bezieht Stellung

Tony Jones, langjähriger Koordinator (bis 2008) von Emergent Village (U.S.A.) und Mitherausgeber des Emergent Manifesto of Hope, teilte am 20. November 2008 in einem Blogbeitrag mit:

Auf jeden Fall bin ich jetzt der Meinung, dass GLBTQ’s [gemeint sind Homosexuelle (G = gay), Lesben (L = lesbian), Bisexuelle (B = bisexual), Transgender-Leute bzw. Transsexuelle (T = transgender/transsexual) sowie Queer-Leute (Q = queer)] im Einklang mit dem biblischen Christentum leben können (mindestens genauso gut wie jeder von uns das kann!) und dass ihre Monogamie von Kirche und Staat geduldet und gesegnet werden sollte.

Hier geht es zur ganzen Geschichte: blog.beliefnet.com.

Francis Schaeffers apologetische Arbeitsweise (Teil 5: Schluss)

Für Schaeffer ist es wichtig, dass sich Christen in Frage stellen lassen. Es gibt auch Gründe dafür, kein Christ zu sein. Schaeffer schreibt (Gott ist keine Illusion, S. 143):

Bei allem Bemühen, unser Anliegen überzeugend vorzutragen, müssen wir jedoch auch bereit sein, uns den Angriffen des anderen auszusetzen. Je stärker er vom zwanzigsten Jahrhundert geprägt ist, desto wichtiger ist es, uns seinen unbequemen Fragen um Christi und um der Wahrheit willen zu stellen, wenn uns wirklich daran gelegen ist, daß er Christ wird.

Diesen Fragen sind wir nur gewachsen, wenn wir unsere Kultur kennen und selbst gründlich mit den Grundlagen des Glaubens vertraut sind. So sagt er (Gott ist keine Illusion, S. 143):

Je mehr wir die moderne Welt, in der wir leben, und – ganz besonders – die Bibel studieren, desto besser werden wir in der Lage sein, Rede und Antwort zu stehen. Bevor wir mit anderen sprechen, müssen wir uns erst einmal selbst über die Frage klar geworden sein: ›Verkündet das Christentum die Wahrheit?‹ Wir müssen in der Bibel zu Hause sein und wissen, welchen Inhalt das biblische System hat. Täglich sollten wir die Heilige Schrift studieren, denn nur so können wir sicher sein, daß wir wirklich den christlichen Standpunkt vertreten, und zwar in der bestmöglichen Weise.

Wir sollten vor den Fragen keine Angst haben. Im Gegenteil (Und er schweigt nicht, S. 25):

Die Wahrheit des Christentums besteht darin, daß sie dem entspricht, was wirklich da ist. Wir können bis zum Ende der Welt ziehen und brauchen keine Angst zu haben (wie die Menschen der Antike), daß wir am Ende hinunterfallen könnten und von den Drachen gefressen würden. Wir können unsere intellektuellen Diskussionen bis zur letzten Konsequenz führen. weil das Christentum nicht nur den Dogmen treu ist, nicht nur dem treu, was Gott in der Bibel gesagt hat, sondern weil es auch dem entspricht, was da ist.

Hier ist der fünfte und letzte Podcast aus der kleinen Serie (ca. 8 Minuten, ca. 5 MB): theoblogpodcast006.mp3.

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Francis Schaeffers apologetische Arbeitsweise (Teil 4: Einführung in die Methode)

Schaeffer_Nd.jpg
Schaeffer hält es für sehr wichtig, gerade prominente Zeitgeistkonzepte mit der biblischen Grundlage zu vergleichen. Er hat oft erleben müssen, dass Menschen christliche Begriffe mit unbiblischen Konzepten verknüpft haben.

Wir müssen mit den Menschen besonders über Wahrheit, Schuld und Geschichte sprechen. Wahrheit wurde von vielen Suchenden mit Wahrhaftigkeit verwechselt (vgl. Sören Kierkegaard u. Rudolf Bultmann). Sündenvergebung ist etwas anderes als eine Befreiung von Schuldgefühlen (vgl. Carl Rogers). Eine Aufspaltung von Geschichte und Heilsgeschichte, wie sie vom theologischen Liberalismus eingeführt und auch von der Neo-Orthodoxie aufrecht erhalten wurde, ist der Bibel selbst unbekannt (vgl. Rudolf Bultmann u. Karl Barth).

Hier ist der vierte Podcast (ca. 34 Minuten, ca. 15 MB): theoblogpodcast005.mp3.

[podcast]http://theoblog.de/wp-content/uploads/2008/11/TheoblogPodcast005.mp3[/podcast]

Francis Schaeffers apologetische Arbeitsweise (Teil 3: Durchbruch & Isolation)

Schaeffer_Nc.jpgAm 2. Februar 1950 erschien ein Artikel von Francis in der Zeitung The Christian Beacon, in dem er bereits thematisiert, was sich später durch die ganze Arbeit ziehen sollte: Heiligkeit und Liebe. Edith Schaeffer sagt dazu in ihrem Buch The Tapestry:

Francis‘ erste Schrift über »Die Ausgewogenheit der gleichzeitigen Darstellung von Gottes Heiligkeit und Liebe« erschien im The Christian Beacon in einem Artikel mit Datum vom 2. Februar 1950. Darin sprach er von der »Gefahr im Inneren und der Gefahr von außen«, erwähnte dabei natürlich auch die »Separatisten«. Die Gefahr von außen ist die, dass wir entmutigt werden und Kompromisse schließen oder uns vom Kampf zurückziehen würden. Die Gefahr von innen, so sagte er, ist genauso groß. Er verbrachte aber mehr Zeit für diesen zweiten Aspekt. Unter anderem sagte er:

»Wir müssen mit David Brainerd sagen und es auch meinen: ›Oh, dass doch meine Seele niemals Gott einen toten, kalten Dienst biete!‹ … Seelen zu gewinnen, sollte Selbstverleugnung und opferbereite Arbeit bedeuten … Die Arbeit, Seelen aufzubauen, sollte das Aushändigen von lehrreichem Material sowie genauso von andächtigen Material bedeuten … Die zweite Gefahr von innen … ist die Gefahr, die Liebe zu verlieren, von der Gott will, dass wir sie füreinander haben … Es liegt eine Gefahr darin, in unserem Zeitalter des unerlässlichen Wettkampfes, immer gewinnen zu wollen, anstatt es richtig zu machen … Unser tägliches Gebet sollte es sein, dass unser liebender Herr seine Arme so über uns halte, dass wir niemals wanken in dem Kampf noch dem Teufel erlauben, uns von innen zu zerstören.«

Nachdem die Arbeit von L’Abri so richtig in Schwung gekommen war, reiste Schaeffer 1965 nach Nordamerika und hielt Vorlesungen in Boston. Dann fuhr er zum Wheaton College und hielt Vorlesungen, die später die Grundlage für sein Buch The God Who is There (dt.: Gott ist keine Illusion) wurden. Damals schätzten ihn die Studenten ungeheuer, die akademische Welt war jedoch zurückhaltender. Am Wheaton College sprach er zum Beispiel über Themen, von denen die meisten Menschen in evangelikalen Kreisen niemals gehört hatten oder über die sie nicht diskutieren durften, wie etwa die Filme von Ingmar Bergman und Fedrico Fellini oder die Schriften von Albert Camus, Jean-Paul Sartre und Martin Heidegger. Damals waren die Studenten dankbar, wenn sie Filme wie Bambi anschauen durften.

Hier ist der dritte Podcast (ca. 35 Minuten, ca. 16 MB): theoblogpodcast004.mp3.

[podcast]http://theoblog.de/wp-content/uploads/2008/11/TheoblogPodcast004.mp3[/podcast]

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