Theologie

Athanasius von Alexandrien

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Athanasius von Alexandrien

Athanasius von Alexandria (ca. 298–373 n.Chr.) war Bischof von Alexandria in Ägypten und ist als ein bedeutender Verteidiger des christlichen Glaubens in die Kirchengeschichte eingegangen. Schon zu seinen Lebzeiten wurde er als Säule der Kirche und Vater der Orthodoxie bezeichnet. Wegen seiner kleinen Gestalt und der dunklen Hautfarbe haben ihn seine Gegner den »kleinen schwarzen Zwerg« genannt.

Athanasius genoss eine exzellente griechische Erziehung, studierte Plato, Homer, Aristoteles, den Neuplatonismus und ganz besonders die Heilige Schrift. Seine profunde Bibelkenntnis und die auch seine Gegner beeindruckende Selbstdisziplin kamen ihm bei der Bewältigung seiner Lebensaufgabe – der Verteidigung der Gottheit von Jesus Christus gegen die Lehre der Arianer – sehr zugute. Während dieser Streitigkeiten wurde Athanasius mindestens fünf Mal auf Betreiben seiner Gegner verband und verbrachte ungefähr siebzehn Jahre in der Fremde (unter anderem wurde er in das heutige Trier verbannt).

Athanasius hat der Kirche bedeutende theologische Schriften und Dokumente hinterlassen. Bereits vor Ausbruch des Arianischen Streites verfasste er die Schriften »Gegen die Heiden« und »Über die Inkarnation des Logos«. In seinem Osterbrief aus dem Jahre 367 n.Chr. werden erstmals alle 27 Bücher des Neuen Testamentes als kanonisch bezeichnet. In seinen »Vier Reden gegen die Arianer« verteidigt er die Göttlichkeit des Sohnes. Neben diesen theologischen Werken verfasste Athanasius auch erbauliche Schriften, so beispielsweise eine Biographie über Antonius den Großen, die binnen kurzer Zeit eine beeindruckende Verbreitung fand.

Aus seinen erbaulichen Werken ragt sein »Brief an Marcellinus« heraus. Der weise Mönchsvater, dem im Brief die Psalmenunterweisung zugeschrieben wird, ist wahrscheinlich Athanasius selbst.

Obwohl im 4. und im 5. Jahrhundert Pslamenhomilien sehr beliebt waren, nimmt dieser Brief eine besondere Stellung ein, da er nicht die Textauslegung, sondern den praktischen Umgang mit dem Psalter thematisiert. Athanasius empfiehlt das Nachsprechen, Beten und Singen der Psalmen, da sie auf diese Weise einen tiefen Eindruck in der Seele hinterlassen und ihre heilsame und auferbauende Wirkung entfalten. Josef Fisch schrieb 1875 in seinen einleitenden Notizen:

Die Psalmen haben nämlich das Eigentümliche, dass der, welcher sie hört oder liest, sie auf sich beziehen, sie in seinem eigenen Rahmen vortragen kann und die Bewegungen seiner eigenen Seele ausgedrückt findet.

So ist die Erklärung der Psalmen von Athanasius insbesondere auch für Christen in der Verbannung oder Verfolgung eine Anleitung dafür, Trost und Ermutigung durch das Lesen, Singen und Beten der Psalmen zu finden.

Ich werde in den nächsten Tage einige Abschnitte aus diesem Brief hier publizieren.

The God Who Smokes

stoner.JPGTrevin Wax hat mit Timothy Stoner über sein neues Buch The God Who Smokes: Scandalous Meditation on Faith gesprochen.

Ich kann dieses Interview über die Stärken und Schwächen des emergenten Christseins, das Trevin freundlicherweise auf seinem Blog zugänglich gemacht hat, sehr empfehlen.

Hier die Links zu dem zweiteiligen Gespräch:

Idole – Kult

Die Beilage der Zeitschrift Das Parlament (Aus Politik und Zeitgeschichte 52/2008) widmet sich in dieser Woche dem Thema »Idole – Kult«. Der Soziologe Hubert Knoblauch von der TU Berlin schreibt über »Die populäre Religion und die Transformation der Gesellschaft«. Darin heißt es unter anderem:

Weil die soziale Sichtbarkeit der Religion unmittelbar an ihre Kommunikation gebunden ist, können die jüngeren Veränderungen der Kommunikationstechnologien und die damit einhergehenden veränderten Strukturen des kommunikativen Handelns als bedeutende Gründe der Transformation der Religion angesehen werden.

Karl Gabriel aus Münster stellt der These von der »Wiederkehr der Religion« das »Konzept der multiplen Modernen« gegenüber. Dieses werde:

… der religiösen Signatur der Gegenwart besser gerecht: Die Religionen bleiben, aber sie wandeln ihr Gesicht.

In der Regel werden die Texte auch online publiziert: www.bpb.de.

Themelios 33.3

themelios-33-3.jpgDie neue Ausgabe des theologischen Journals Themelios ist verfügbar. Sie kann wieder frei eingesehen und herunter geladen werden.

Enthalten ist diesmal auch ein Aufsatz von Tim Keller zum Thema »The Gospel and the Poor«.

Hier geht es zum Herausgeber: www.thegospelcoalition.org.

Eine neue Unübersichtlichkeit

Die Redaktion der Zeitschrift Perspektive hat mir freundlicherweise erlaubt, einen Text zu veröffentlichen, der in der Ausgabe 05/2008 erschienen ist. Ich gebe den Artikel:

  • Eine neue Unübersichtlichkeit: »Emerging Church« – Was ist das denn?

hier ungekürzt und leicht überarbeitet wieder: perspektive-emch-rev121.pdf.

The Gospel and Your Self

imagesIst Gott dafür da, uns ein leichtes, erfolgreiches und spirituell erfülltes Leben zu »gewährleisten«? Glauben wir an Gott, um jemand zu haben, der uns bei der Verwirklichung unserer Ziele hilft, uns Kraft ist für die Dinge, die wir wollen? Oder sind wir dafür da, Gott bedingungslos, demütig und hingebungsvoll die Ehre zu geben (wie auch immer er uns führt)?

Tim Keller gibt in einer Predigt über Jesaja 6 eine Antwort: download.redeemer.com.

Tyndale Bulletin online

TBb2.jpgDas Tyndale Bulletin (früher Tyndale House Bulletin) hat die Ausgaben von 1993 bis 2005 online zugänglich gemacht. Das Bulletin ist besonders für Theologen und theologisch Interessierte konzipiert. Für diese Leserschicht bietes es viele hilfreiche Beiträge. Zu den Autoren gehören große Gelehrte wie G.K. Beale, Henri Blocher oder Markus Bockmuehl.

Auch Artikel des reformierten Theologen Paul Helm sind dort zu finden. In seinem Beitrag »John Calvin on ›Before All Ages‹« geht er beispielsweise der Frage nach, ob Calvin bei seiner Exegese des πρὸ χρόνων αἰωνίων (2Tim 1,9 u. Titus 1,2) die augustinische Vorstellung von der Zeitlosigkeit Gottes übernahm.

Hier geht es zu den Ausgaben: www.tyndalehouse.com.

Evangelikale sind nicht verfassungsfeindlich!

q-rage.jpgWie gestern in einem Beitrag berichtet, wurde in der Schülerzeitschrift Q-rage die evangelikale Bewegung in Deutschland als politisch fundamentalistisch und tendenziell verfassungsfeindlich dargestellt. Der Zeitschriftenartikel löste zahlreiche Proteste aus, über die verschiedenen Medien berichtet haben.

Inzwischen hat sich der Präsident der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) für den Vorfall entschuldigt.

In einer Mitteilung schreibt Thomas Krüger:

Erst nach Veröffentlichung der gedruckten Ausgabe wurde der Artikel von der Bundeszentrale für politische Bildung/bpb zur Kenntnis genommen. Die bpb hält diesen Beitrag in seiner Einseitigkeit und Undifferenziertheit für gänzlich unakzeptabel.

In dem Artikel werden Evangelikale pauschal mit christlichen Fundamentalisten gleichgesetzt. Eine Gleichsetzung der evangelikalen Bewegung mit dem christlichen Fundamentalismus halte ich für unangemessen und nicht zutreffend. Differenzierungsversuche bleiben in dem Artikel bruchstückhaft. So kann in der Tat ein falscher und diskriminierender Eindruck entstehen.

Der Präsident der bpb habe sich zudem in einem Schreiben an sämtliche Schulen, die das Magazin erhalten haben, für seine Veröffentlichung entschuldigt:

Sollte durch mein Empfehlungsschreiben der Eindruck entstanden sein, die in dem Artikel dargelegte Position werde von mir oder der Bundeszentrale für politische Bildung geteilt, so bedauere ich das sehr und entschuldige mich ausdrücklich. Dies ist nicht der Fall. Als Bundeszentrale für politische Bildung ist es uns wichtig, differenziert über politische und religiöse Phänomene zu berichten und keine Pauschalurteile zu fällen.

Umfassendere Informationen gibt es beim Pro-Medienmagazin: www.pro-medienmagazin.de.

Avery Dulles (1918–2008)

Dulles.jpgDer katholische Theologe Kardinal Avery Dulles verstarb am Morgen des 12. Dezembers 2008 in New York. Dulles, der mehr als 700 Artikel und 22 Bücher verfasste, wird von Theologen verschiedenster Konfessionen wegen seiner Aufrichtigkeit, Gelehrsamkeit und intellektuellen Redlichkeit sehr geschätzt.

Dulles betonte gern, dass es ihm nie um die Entwicklung einer neuen Theologie ging, sondern er immer darum bemüht war, seine Fähigkeiten in den Dienst des Glaubens zu stellen.

51K0E0R6D3L._BO2,204,203,200_PIsitb-sticker-arrow-click,TopRight,35,-76_AA240_SH20_OU01_.jpgBesonders empfehlen kann ich seine Geschichte der christlichen Apologetik. Dulles, als Sohn des protestantischen U.S.-amerikanischen Außenministers (1953–1959) John Foster Dulles geboren und als Harvard-Student zum Katholizismus konvertiert, stellt darin auch evangelische Apologeten bis hin ins 20. Jahrhundert fair dar. Leider ist das Buch bisher nicht auf Deutsch erschienen.

Im Jahre 2004 schrieb Dulles in einem Aufsatz über die Wiedergeburt der christlichen Apologetik unter anderem:

Der Glaube ist also keine einfache Leistung der Vernunft. Er ist Tat einer Vernunft, die sich dem Wort Gottes unterordnet, welches auf dem Weg der Offenbarung zu uns kommt … Gott, als die unendliche Quelle dessen was ist oder sein kann, liegt unermesslich weit jenseits all dessen, was wir von der geschaffenen Ordnung ableiten können … Um unseret Willen hat er [Gott] etwas von sich selbst und seinen Erlösungsplan offenbart, so dass wir ihn lieben und ihm besser dienen können. Gottes großartige und unüberteffliche Offenbarung seiner selbst ist sein Sohn, sein ewiges Wort, welches in Jesus Christus Fleisch geworden ist.

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