Christus als Schlüssel zum Verständnis der Schrift

Augustinus beschreibt Christus als den hermeneutischen Schlüssel in seinem Traktat zum Johannesevangelium (zitiert aus: Michael Fiedrowicz, Handbuch der Patristik: Quellentexte zur Theologie der Kirchenväter,  Freiburg; Basel; Wien: Herder, 2010, S. 186–187, übrigens erhältlich in einer digitalen Ausgabe für die Logos Bibelsoftware): Seht, was er sagt: dass in Christus erfüllt werden musste, was über ihn geschrieben […]

Augustinus: Vom Umgang mit der Schrift

Augustinus, Epistula 82,3 (an Hieronymus, CSEL 34/2, 354/FC 41/2, 266): Ich habe gelernt, nur den Büchern der Schriften, die jetzt als kanonisch bezeichnet werden, solche Ehrfurcht und Achtung entgegenzubringen, dass ich felsenfest glaube, dass keinem ihrer Autoren beim Schreiben ein Irrtum unterlaufen ist. Und wenn ich in diesen Texten auf eine Stelle stoße, die der […]

Misstraut der Gnade Gottes nicht

Auf Lebensquellen.de habe ich wieder einmal ein sehr schönes Zitat gefunden. Diesmal eine Paränese von Augustinus: Ich habe eine große Sünde gesündigt und bin mir vieler Vergehen bewußt; aber ich verzweifle nicht, weil, wo die Vergehungen übergeflossen, auch die Gnade überfließt. Wer an der Vergebung der Sünde verzweifelt, leugnet, daß Gott barmherzig ist; ein großes Unrecht tut er […]

Der letzte Manichäist

Der letzte Manichäist ist ein vor rund hundert Jahren gestorbener Chinese gewesen, meint Siegfried Richter von der Arbeitsstelle für Manichäismus-Forschung an der Universität Münster in einem DLF-Beitrag über die Religion des Manichäismus. Der Beitrag führt unterhaltsam in die Mysterienreligion ein, der auch Augustinus vor seiner Bekehrung zugeneigt war (seine Abkehr begründet er in De vera religione). […]

Augustinus über das Gebet

Tim Keller schreibt in Beten (Gießen: Brunnen Verlag, 2016, S. 96–97): Anicia Faltonia Proba (gest. 432) war eine römische Adlige, die Christin war und die sowohl Augustinus kannte, den größten Theologen der Alten Kirche, als auch Johannes Chrysostomos, den größten unter den alten Predigern. Uns sind zwei Briefe des Augustinus an Proba erhalten und der […]

Augustinus: Vom Wert der Familie

In dem bemerkenswerten Vortrag „Der Gottesstaat Augustins – Maßgabe für heutige Staaten“ (in: Christof Müller (Hg.), Kampf oder Dialog?, Echter 2015, S. 548-558, hier: S. 557) sagt Ludwig Schick: Im Gottesstaat wird auch auf die Familie hingewiesen. Der erste und wichtigste Ort der Entfaltung des Menschenseins ist die Familie. Sie fördert die Menschenwürde, richtet auf […]

Gott, Christ und Welt

Augustinus schreibt im Gottesstaat (civ XV, c, 7): Die Guten gebrauchen die Welt, um Gott zu „genießen“, die Bösen aber umgekehrt, um die Welt zu „genießen“, wollen sie Gott gebrauchen.

Gesetz und Gnade

Aurelius Augustinus, Geist und Buchstabe, 13,22: Es ist also so: Gott spricht im Gesetz der Werke: Tu, was ich befehle; im Gesetz des Glaubens sprechen wir: Gib, was du befiehlst. Das Gesetz befiehlt, um zu fordern, was nur der Glaube vollbringen kann; wenn also einer den Befehl hört, aber noch nicht die Kraft zur Erfüllung […]

Warum unser Herz unruhig ist

In seiner Interpretation des „Unruhig ist unser Herz“ greift Walter Andreas Euler auf die Psalmenauslegung und das Buch De Trinitate des Kirchenvaters Augustinus zurück und fasst die Phänomenologie der Unruhe so zusammen (M. Fiedrowicz (Hg.), Unruhig ist unser Herz: Interpretationen zu Augustins Confessiones, 2004, S. 12).: In seiner Auslegung der Psalmen stellt der Kirchenvater fest, dass […]

Augustinus

Am Freitag wird 20:15 Uhr nochmals der Film „Augustinus“ ausgestrahlt. Auf dem Sender 3sat laufen beide Teile hintereinander: Hippo Regius im Jahr 430 nach Christus: Seit Monaten wird die Stadt von den Vandalen belagert. Der Papst hat ein Schiff geschickt, mit dem der siebzigjährige Augustinus Hippo verlassen könnte. Ungeachtet des Drängens seiner Nichte Lucilla beschließt […]

Weihnachtsaktion endet in wenige Stunden

Die Weihnachtsaktion 2011: De civitate Dei endet in der Nacht von Samstag auf Sonntag um 0:00 Uhr. Wer noch mitmachen möchte, findet hier die entsprechenden Informationen: theoblog.de.

Die Bekenntnisse von Augustinus gratis

Zur Zeit wird von Amazon eines der wichtigsten Bücher der abendländischen Zeitgeschichte gratis in einer digitalen Kindle Version angeboten. Auch PC-Anwender oder iPad-Nutzer können das Buch erwerben, wenn sie die entsprechende Kindle-Anwendung installieren. Zuschlagen!  

Weihnachtsaktion 2011: De civitate Dei

Ich möchte mich bei allen Lesern des Theoblog auch in diesem Jahr herzlich für das Interesse an den Beträgen und Disputen bedanken! Herzliche bedanke ich mich auch bei den Kommentatoren! Etliche Leute haben 2011 wieder Bücher oder DVD’s über TheoBlog bei Amazon bestellt (mehr dazu hier) oder über den Buchladen geordert. Danke! Ich möchte mich durch eine kleine Aufmerksamkeit erkenntlich zeigen. Jeder […]

Augustinus: Vom Ermutigen und ›Dämpfen‹

Aurelius Augustinus (De utilitate credendi, 24): Es gibt … kaum jemanden, der seine Fähigkeiten richtig beurteilt. Wer sie unterschätzt, muss ermutigt, wer sie überschätzt, muss gedämpft werden, damit der erste nicht an der Hoffnungslosigkeit zerbricht, der zweite nicht tief stürzt durch seine Vermessenheit.

Die Umkehr des Augustinus

Possidius, ein Schüler des Kirchenvaters Augustin, schreibt in der Biografie über seinen Lehrer  (Vita Augustini, Paderborn: Schöningh, 2005, S. 31): Und bald gab er alle Begierden nach irdischen Dingen, die er im Innersten seines Herzens noch hegte, auf. Er wollte nun weder Frau noch Kinder des Fleisches (vgl. Rom 9,8), keine Reichtümer und auch keine […]

Augustinus: Der Christ und seine Kritiker

Aurelius Augustinus (Confessiones 10.5): Möchte Brudersinn an mir lieben, was Du [Gott] als liebenswert ihm zeigst, und an mir beklagen, was Du als beklagenswert ihm zeigst. Doch das brüderliche Herz soll es tun, nicht eins, das draußen ist, keins von den Kindern der Fremde, deren Mund unnütz redet und deren rechte Hand eine Rechte der […]

Ich glaube nur, was ich sehe

Aurelius Augustinus (De utilitate credendi, Freibug: Herder, 1992, S. 159): Vieles ließe sich anführen, um zu zeigen: Rein gar nichts in der menschlichen Gemeinschaft bleibt unversehrt, wenn man sich entschließt, nichts zu glauben, was man nicht als sichere Gewissheit vor Augen hat.

Christlicher Hedonismus

Pascal schreibt im 280. Fragment seiner Gedanken: »Wie weit ist es von der Erkenntnis Gottes bis dahin, dass man ihn liebe.« Ich würde mit Blick auf 1Joh 4,18 hinzufügen: »Wie weit ist es von der Furcht Gottes bis dahin, dass man ihn liebe.« Augustinus unterrichtet dazu wunderschön (Vom ersten katechetischen Unterricht, 1985, S. 58): Wer […]

Augustinus: Gottesstaat und Menschenstaat

Aurelius Augustinus unterscheidet in seiner – allerdings noch nicht voll entwickelten – »Staatstheorie« zwischen einem vergänglichen Staat, in dem der Mensch mit Macht regiert und einem unvergänglichen Staat, zu dem diejenigen gehören, die sich von der himmlischen Liebe leiten lassen (De civitate Dei XIV,28): Demnach wurden die zwei Staaten durch zweierlei Liebe begründet, der irdische […]

Calvins Gebrauch von Augustinus

S.J. Han vom Chongshin Theological Seminary in Südkorea hat untersucht, wo und wie oft Calvin in seinen Schriften auf Augustinus zurückgegriffen hat. Sein Fazit: There is no one as influential as Augustine in Calvin’s writings, though Calvin did not use the opinions of Augustine for the sake of using them. He judged and criticised them, […]