Pädagogik

Ein bedrohlicher Teufelskreis für Juden unter uns

Jüdische Eltern schicken ihre Kinder wieder auf jüdische Schulen und sorgen sich um ihre Sicherheit. Die Öffentlichkeit nimmt das einfach hin, als traurige Normalität. Heike Schmoll kommentiert die Entwicklung mit besorgten und zugleich klaren Worten: 

Jüdische Eltern haben vielerorts ihre Kinder von allgemeinen Schulen genommen und sie auf jüdische Institutionen geschickt, wo die Kinder gut bewacht hinter Mauern und Zäunen mit anderen jüdischen Kindern lernen. Nicht selten werden sie von den Eltern abgeholt, weil sie nicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln fahren sollen.

Jüdische Symbole werden nicht mehr offen getragen, es werden keine jüdischen Lieder gesungen, wenn andere zuhören können, und schon gar nicht wird Hebräisch gesprochen. Wie lange will die Öffentlichkeit hinnehmen, dass Juden sich wieder verstecken und in ständiger Angst leben müssen? Der Teufelskreis der Sicherheit statt Sichtbarkeit muss jetzt durchbrochen werden, weil es um die Zukunft des Zusammenlebens geht.

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Folgen der Bildschirmzeit bei Kindern

Kleine Kinder unter drei Jahren sollten keine Zeit vor Bildschirmen und Fernsehern verbringen. Dennoch passiert es. US-Forscher haben die Auswirkungen untersucht. Die Ergebnisse sind beunruhigend – und sollten Eltern alarmieren. DIE WELT schreibt:

Bei einjährigen Kindern führte jede Bildschirmaktivität zu einer um 105 Prozent höheren Wahrscheinlichkeit, „starke“ sensorische Verhaltensweisen anstelle von „typischen“ zu zeigen – verglichen mit Kindern, die nicht fernsahen. Die „starke“ Sinneswahrnehmung war bei den knapp drei Jahre alten Kindern bereits mit einer Wahrnehmungsstörung verbunden.

Bei zweijährigen Kindern führte jede zusätzliche tägliche Stunde vor dem Bildschirm zu einer 20 Prozent höheren Wahrscheinlichkeit, nach 33 Monaten eine „hohe“ Sensationslust oder ausgeprägte Sinnesvermeidung zu entwickeln.

Die Liste der Beeinträchtigungen ist lang. Forscher beobachten bei Säuglingen und Kleinkindern in diesem Zusammenhang Schlafstörungen, verminderte Aufmerksamkeit und Sprachverzögerung; Probleme werden von ihnen nur verzögert gelöst. Auf die Entwicklung von ADHS und Autismus, so die Vermutung, kann sich verstärkte Bildschirmzeit ebenfalls auswirken.

Laut einer wissenschaftlichen Recherche verbrachten im Jahr 2014 Zweijährige und Jüngere in den USA täglich durchschnittlich drei Stunden und drei Minuten pro Tag vor dem Bildschirm. 1997 hatte die Zahl noch bei 79 Minuten gelegen. Die American Academy of Pediatrics (AAP) rät bei Kindern unter zwei Jahren davon ab, vor dem Bildschirm zu sitzen oder liegen. Live-Video-Chat wird von der AAP als möglich erachtet, da die stattfindende Interaktion einen eventuellen Nutzen bringt, etwa im Austausch mit Großeltern.

Die wichtigste Aussage lautet meines Erachtens: „Nicht nur die Zeit vor dem Bildschirm wirkt sich entscheidend auf die Wahrnehmungsfähigkeiten der Kinder aus. Sondern ebenso, dass sie dabei alleine sind, ohne Eltern und Interaktion mit der realen Welt. Die mangelnde Beschäftigung mit Bezugspersonen schadet den Kleinkindern ebenfalls. Etwas fehlt.“

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Die Väterverunsicherung

Früher war klar: Der Vater ist das Familienoberhaupt und bringt dem Sohn Disziplin und Leistung bei. Heute gilt es schon als toxisch, wenn Väter ihre Jungs zur Männlichkeit erziehen. Das führt zu einer weitreichenden Verunsicherung im Blick auf das Selbstverständnis der Väter. Susanne Grautmann schreibt dazu in der FAZ:

Die Idealbilder, Vorstellungen und Anforderungen, die die Gesellschaft für moderne Familien und Väter formuliert, will er sich auf keinen Fall zum Maßstab machen. „Wenn ich mich umblicke, sehe ich so viele Familien, die sich so unter Druck setzen, alles perfekt hinzukriegen, dass sie am Ende komplett überfordert sind.“ Diesem Anspruch, alles richtig zu machen, will er genauso wenig gerecht werden wie dem Ideal des modernen Vaters: Erfolgreich im Job soll der sein, dazu ein Top-Vater und Partner, sportlich, gesund – das könne man doch gar nicht alles gleichzeitig erfüllen.

Ahnert weiß, woher die Überforderung kommt, die viele derzeit empfinden: „Das gegenwärtige Vaterbild weist nach wie vor viele Merkmale des alten auf, die der Versorgung und dem sozialen Status der Familie gelten. Zugleich ist es aber mit neuen Ansprüchen angereichert.“ Kurz: Mann soll nicht nur Karriere machen, sondern auch wickeln, vorlesen, Elterngespräche führen und kochen. Und dabei auch noch männlich herüberkommen. Aber was heißt das überhaupt? Alexander Cherdron, der selbst ein Buch über Väter und Söhne veröffentlicht hat, glaubt, dass die Verunsicherung umso tiefer greife, als die Männlichkeit an sich gerade in der Krise stecke. „MeToo“ und andere MachtmissbrauchsSkandale hätten ihre Spuren hinterlassen: „Viele Väter fragen sich, wie männlich sie eigentlich noch sein dürfen oder ob sie selbst auch Anteile toxischer Männlichkeit in sich tragen.“ Sie seien unsicher, wie sie sich verhalten sollen, um ein gutes role model für ihre Söhne abzugeben.

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Bindungstheorie und Identitätspolitik

Bindung beschreibt in der Bindungstheorie die emotionale Beziehung zwischen einem Kind und seinen primären Bezugspersonen, meist den biologischen Eltern. So bezeichnet man das Bindungsverhalten als jene Muster, die die Qualität einer Eltern-Kind-Bindung widerspiegeln. Die Bindungstheorie setzt voraus, dass Menschen ein natürliches Bedürfnis nach engen Beziehungen zu ihren Mitmenschen besitzen und Störungen dieser emotionalen Stress provozieren.

In dem Fachtext Grundlagen der Bindungstheorie von Karoline Kirschke und Kerstin Hörmann heißt es zur Bedeutsamkeit von Bindung:

In Bowlbys Buch „Bindung als sichere Basis“ verdeutlicht er „die unverzichtbare soziale Funktion der Eltern“ (Bowlby 2008, 3). Bowlby verweist dabei auf diverse Studien, die bestätigten, dass zufriedene, gesunde und selbstbewusste Jugendliche meist in stabilen Familien aufwuchsen, in denen sie viel Aufmerksamkeit und Zuwendung von den Eltern erhielten (vgl. Bowlby 2008, 3). Vor allem solche sicher gebundene Kinder seien in der Lage affektive Stressmomente zu bewältigen. Zudem seien sie im Unterschied zu unsicher gebundenen Kindern fähiger Probleme zu lösen, wenden sich aufmerksamer Aufgaben zu und besäßen ein ausgeprägteres Selbstwertgefühl. Je mehr ein Kind sich auf die Verfügbarkeit seiner Fürsorgeperson verlassen kann, desto mehr kann es sich Neugierde, Erkundungsdrang und dem Spiel hingeben. Durch die Fürsorge der Bindungsperson kann das Kind ein soziales Verhalten ausbilden, welches ihm erleichtert, positiven sowie negativen Situationen entgegenzutreten (vgl. König 2009, 101f.).

Die Erkenntnis über die wesentliche Bedeutung der elterlichen Fürsorge in den ersten Lebensjahren eines Kindes für dessen spätere seelische Gesundheit beschreibt Bowlby als enormen Fortschritt der Psychiatrie. Es bestünde Einigkeit darüber, dass die Basis für psychische Gesundheit und Charakterbildung bereits im frühkindlichen Alter entsteht.

Grundlage hierfür sei eine herzliche, innige und konstante Beziehung des Kleinkindes zu einer gleich bleibenden Bezugsperson – meist zur Mutter. Ein langfristiger, dauerhafter Entzug der mütterlichen Zuwendung wurde nach Bowlby als „Mutterentbehrung“ bezeichnet. Die Einschränkung des Kindes durch die Mutterentbehrung werde umso erheblicher, je weniger vertraut die stellvertretende Betreuungsperson dem Kind sei (vgl. Bowlby 2010, 11).

Nicht alle erfreut die neue Lust am bindungsorientierten Erziehen. Lisa Kreuzmann hat in der Wochenzeitschrift DIE ZEIT sogar die These aufgestellt, dass das „Attachment Parenting“, wie es im Englischen heißt, unter Rechtsradikalen und Evangelikalen besonders gut ankäme, weil es in diesen Milieus sowieso schon die Faszination für ein biologistisches Familienbild sowie Vorbehalte gegenüber einer Fremdbetreuung von Kindern gäbe.

Zitat:

Die Bindungsorientierung ist von Anfang an mehr als ein feinfühliger Erziehungsstil achtsamer Eltern gewesen. Mit ihrer Rückbesinnung auf vermeintlich natürliche Instinkte von Müttern bietet sie ein offenes Tor für mütterverherrlichende Glaubenssätze.

Der Artikel enthält viel Stoff für eine sachlich-kritische Bewertung und ich hoffe, dass sich jemand damit auseinandersetzt. Auf ein Phänomen möchte ich hier schon mal hinweisen. Gern wird identitätspolitisch argumentiert. So wird unter Berufung auf eine schwedische Forschungsarbeit der bindungsorientierten Elternszene im deutschsprachigen Raum vorgeworfen, dass zu ihr vor allem weiße Frauen aus der Mittelschicht gehörten. Ich zitiere:

Eine schwedische Forschungsarbeit University aus dem Jahr 2022 hat deutschsprachige Onlinedebatten innerhalb der bindungsorientierten Elternszene untersucht und festgestellt: Die Szene ist entgegen ihrer lautesten Stimmen mehrheitlich weder liberal noch divers. Es sind vor allem weiße Frauen aus der Mittelschicht, die dort aushandeln, was Mutterschaft bedeutet, wer Verantwortung für die Kinder trägt und was daraus folgt. Darunter nur wenige Mütter, die sich als Feministinnen oder Antirassistinnen verstehen, heißt es in der Studie. Dagegen viele Frauen, für die Mutterschaft der eigenen Selbstheilung im Sinne der esoterischen New-Age-Bewegung dient, und die laut Studie in Teilen neurechte Verschwörungserzählungen verbreiten. Und schließlich Frauen, denen es darum geht, die traditionelle Mutterrolle zu ehren. Die Rhetorik von der sicheren Bindung wird dort gezielt herangezogen, um konservative und oftmals mütterzentrierte Politik zu machen, die in Teilen von einem biologistischen Familienbild geprägt ist.

Man wundert sich, dass im deutschsprachigen Raum auf Instagram vor allem weiße Frauen angetroffen werden (die – ach du Schreck – auch noch in deutscher Sprache kommunizieren). Wen erwartet man denn da? Apropos Forschungsarbeit. Es gibt nur eine Autorin. Es handelt sich um die Masterarbeit „Attachment-Oriented Motherhood and the German New Right on Instagram“ im Fach Gender Studies. Datenbasis sind 45 Instagram-Posts und die dazugehörigen Kommentare. Kann man machen. Aber sollte so ein Projekt dafür herangezogen werden, die bindungsorientierte Erziehung zu kritisieren?

Eine konstruktiver Diskurs sieht meiner Meinung nach anders aus. Ich habe den Verdacht, dass Lisa Kreuzmann ungewollt schon im ersten Absatz ihres ZEIT-Beitrags offenlegt, was sie an den Eltern, die sich gern selbst um ihre Kinder kümmern, doof findet:

Wenn Romy Richter vom „natürlichen Bindungsbedürfnis“ eines Kindes spricht, spricht sie von Gott, von Hingabe und von Gefolgschaft. „Gott hat Familie geschaffen und er hat Freude daran, wenn Eltern sich hingebungsvoll um seine Schöpfung kümmern“, sagt die selbstständige Referentin für Bindung aus Chemnitz. Mit ihrem Verein Nestbau setzt sie sich für ein Familienmodell ein, das politisch nicht mehr gewollt sei: eine Mutter, die in den ersten drei Lebensjahren bei ihrem Kind ist – und nicht im Beruf. „Kitas sind ein Konkurrenzangebot zur sicheren Mutter-Kind-Bindung, das scheint vielen nicht bewusst zu sein“, sagt die 42-Jährige. Eltern und vor allem Müttern möchte die evangelische Christin, die selbst Mutter ist, Mut machen, einen anderen Weg zu gehen. „Wenn Eltern ihre Kinder prägen wollen, wenn sie wollen, dass sie ihnen folgen, loyal sind und zu ihnen aufschauen, brauchen sie die Bindung“, sagt Romy Richter. Und dazu gehöre es mitunter, dass eine Mutter ihre Bedürfnisse zugunsten kleiner Kinder auch mal hintanstellt.

Hier der Artikel (hinter einer Bezahlschranke): www.zeit.de.

Wenn Kinder andere Wege gehen

Cover Wenn kinder andere Wege gehen

Was tun, wenn die eigenen Kinder als Jugendliche oder junge Erwachsene die christlichen Wege verlassen, die ihre Eltern ihnen gezeigt und vorgelebt haben? Angesichts der schieren Anzahl an Lebensentwürfen, die sich Kindern in einer Multioptionsgesellschaft bieten, sehen sich viele Eltern mit solchen Fragen konfrontiert, nicht selten auch von ihnen überfordert. Eine gute Navigationshilfe, wie man in solchen Lebensphasen heranwachsenden Kindern mit Klarheit und Liebe begegnet, bieten die Autorinnen Regula Lehmann und Nicola Vollkommer in ihrem Buch Wenn Kinder eigene Wege gehen.

Klaus Hickel hat es gelesen und schreibt: 

Auch wenn sich daraus nicht immer eine einfache Lektüre ergibt – dies gilt in besonderem Rahmen für Eltern, die sich in ähnlichen Situationen wiederfinden – dominiert doch durch das gesamte Buch ein positiver Grundton. Es ermutigt Eltern, die Lösung nicht in „ausweichendem Schweigen, harmoniesuchendem Rückzug oder liberal-progressivem Umschwenken“ (auf zeitgeistliche Überzeugungen, Anm. des Rezensenten) zu suchen (S. 9). Stattdessen bezeugt ein im Erwachsenenalter zurückgekehrtes Kind, wie durchaus hilfreich sich „liebevolle Strenge“ vonseiten der Eltern erwiesen hat. Nicht selten muss aus „angelerntem“ Glauben eine echte Gottesbeziehung werden, auch wenn dabei Jugendliche in einer Phase der Abkehr vom Glauben nicht selten in ein tiefes Loch fallen. Dabei hat sich in solchen Zeiten das überzeugte Festhalten der Eltern an dezidiert biblischen Werten und entsprechendem christlichen Handeln als wegweisend für die spätere Rückkehr der Kinder erwiesen: „Die Werte aufzuweichen ist in einer Zeit wie heute keine Option“, berichtet Niko, der nach einer Zeit der Glaubensabkehr wieder zur Nachfolge Christi zurückkehrte (S. 140).

Mehr: www.evangelium21.net.

Welche Väterpräsenz?

Florentine Fritzen berichtet in der FAZ über die Anpassungsprozesse der Väter, die mit dem Aufkommen neuer Geschlechterrollen nicht so einfach zurechtkommen. Kurz: Was bedeutet es eigentlich, ein Vater zu sein? Deutlich wird dabei, das Mütter und Väter eben gerade nicht einfach austauschbar sind. Es heißt:

Die Entwicklungspsychologin Lieselotte Ahnert hat festgestellt, „dass es derzeit offenbar keine klaren Modelle über das Vatersein gibt und jeder Mann seinen eigenen Weg in die Vaterschaft finden muss“. In ihrem Buch „Auf die Väter kommt es an“ beschäftigt sie sich auch mit Vätern im Homeoffice. Sich für die Arbeit nicht von der Familie trennen zu müssen verändere nicht nur die Vaterschaft. Dadurch, dass Väter mehr bei den Kindern seien, ergäben sich neue Reibungsflächen zwischen den Eltern. Denn Familienarbeit werde trotz allen Wandels vorrangig von Müttern bestimmt. „Und es ist bekannt, dass es vielen von ihnen schwerfällt, diese Aufgaben abzugeben.“

Es ist eben nicht so leicht, klassische Rollen umzukehren. Auch für Männer nicht. Eine erfahrene Hebamme aus dem Rhein-Main-Gebiet beobachtet, dass viele sich aufrieben zwischen Job und Familie. Sie meint: Beide Elternteile sind in ihrer Andersartigkeit wichtig.

Zentral aber sei, dass die Bedürfnisse des Kindes gestillt würden – „ob das nun der Elternteil mit dem XX- oder der mit XY-Chromosom übernimmt“. Laut Psychologin Ahnert sind Väter wichtig, weil sie bei Tobe-, Rollen- und Regelspielen anderen Input geben als Mütter. Auch gelte es, die konkreten Kompetenzen der einzelnen Partner zu nutzen: Wer es schafft, die Aufgaben danach zu verteilen, wer was am besten kann, ist klar im Vorteil.

Ich beobachte auch im Kontext von Kirchengemeinden eine Verunsicherung unter jungen Männern und Vätern. Ich denke, es sollte hier in der christlichen Bildungsarbeit – mit biblischen Grundlagen – mehr angeboten werden. In einer Zeit der „Verflüssigung” von Verantwortlichkeiten ist es nämlich gar nicht so einfach, Vater oder Mutter zu sein.

Hier: www.faz.net.

Digitale Verwahrlosung der Kinder

Die Sache scheint klar: Zu hoher und zu früher Medienkonsum haben eine verheerende Wirkung auf unsere Kinder – körperlich und geistig. Doch Warnungen verhallen fast immer ungehört. Während der COVID19-Pandemie hat sich die Mediensucht sogar verdoppelt.

Die Berliner Journalistin Monika Wesseling plädiert für ein maximales Hinauszögern der digitalen Bilderflut: 

Jede neue Studie, die sich mit der Wirkung von Medienkonsum beschäftigt, bringt weitere gravierende Resultate ans Licht. Nur scheint es niemanden groß zu beeinflussen oder zu einer Verhaltensänderung zu bewegen. Schichtenunabhängig sehe ich das Hauptproblem in der Bequemlichkeit der Eltern, Kindern das Digitale vorzuenthalten. Parallel wird auf allen Kanälen suggeriert, dass es total in Ordnung ist. Es gibt Rubriken in Erziehungszeitschriften, die Apps für Kinder empfehlen. Es wird nicht problematisiert, dass Kinder so früh an die Nutzung von Geräten herangeführt werden.

Streamingdienst-Abonnenten sind mit einem unerschöpflichen Fundus an Kinderfilmen konfrontiert. Der Algorithmus empfiehlt ständig neuen Stoff. In Podcasts werden mit größter Selbstverständlichkeit Apps für Kleinkinder empfohlen. Natürlich entsteht so der Eindruck, dass das alles schon passt und es gut ist, wenn man mitmacht.

Ich plädiere für ein maximales Hinauszögern der digitalen Bilderflut, auch bei der Erziehung meines eigenen Kindes, und weiß gleichzeitig, dass ich es nicht ewig abschirmen kann. Ich lebe nicht bei den Amish, und ich kann uns nicht in eine prädigitale Ära katapultieren. Meine Tochter wird mit anderen Kindern aufwachsen. Eins davon darf täglich angeblich so viel schauen, wie es möchte, und spaziert mit immer neuen Merchandise-Klimbim zur Terrassentür herein.

Mehr (hinter eine Bezahlschranke): www.welt.de.

Frankreich: 150 Jahre Elitehochschule Sciences Po

An ihrem 150. Geburtstag hat die französische Elitehochschule Sciences Po (Institut d’Études Politique) keinen Grund zum Feiern. Stattdessen ringt sie mit Affären und der woken Studentenschaft. Jürg Altwegg hat für die FAZ die Zustände an der Einrichtung in dem Artikel „Keine Zensur für Darwin“ beschrieben (FAZ vom 14.12.2022, Nr. 291, S. N4). Darin heißt es: 

Die ganze Welt bewunderte Frankreich einmal für sein Institut d’Études Politiques (IEP), wie „Sciences Po“ offiziell heißt, und schickt weiter Jugendliche zum Studium nach Paris. Dass die französischen Eliteschulen in den internationalen Ranglisten heute weit hinten rangieren, hat viel mit französischen Besonderheiten zu tun. Bei Sciences Po scheint die „exception française“ nur noch aus den Ausschweifungen ihrer Vorsitzenden zu bestehen. Bitter klagen Professoren über den Niedergang nicht nur der intellektuellen „Excellence“, sondern der Allgemeinbildung. Die Minderheiten haben Sciences Po in den Griff genommen und frönen der „Intersektionalität“ aus Islamgauchismus, Antirassismus und Feminismus. Sie tun es mit den Methoden des intellektuellen Terrorismus. Für Gender-Sprache gibt es bessere Noten.

Die Folge der Cancel Culture sind Zensur und Selbstzensur. Ein Seminar über „Biologie, Evolution, Gender“ wurde mit der Begründung verboten, Peggy Sastre rechtfertige mit ihren Thesen zu Darwin die Vergewaltigung der Frauen durch die Männer. Der Deutsche Klaus Kinzler, der am Institut d’Études Politique in Grenoble „civilisation allemande“ unterrichtete, wurde der „Islamophobie“ bezichtigt und auf Mauerinschriften als „Faschist“ beschimpft. Man versprach ihm ein Schicksal wie Samuel Paty, der gerade geköpft worden war. Sechs Wochen stand Kinzler unter Polizeischutz. In einem Aufruf in „Le Monde“ gaben ihn auch die Kollegen, die sich nie mit ihm solidarisiert hatten, zum Abschuss frei: Kinzler habe ihre Ehre verletzt. Von der Schulleitung wurde er suspendiert. Der konservative Präsident der Region, Laurent Wauquiez, drohte dem IEP Grenoble im Gegenzug mit der Streichung der Subventionen aus Lyon. „Inzwischen bin ich endgültig kaltgestellt“, erzählt Kinzler. Zum Semesterbeginn wollte er den Unterricht wieder aufnehmen. Er wurde, ohne dass man ihn je angehört hätte, mit einem Berufsverbot belegt. Sein Gehalt bezieht er weiter.

Klaus Kinzler fasst seine Erfahrung zusammen: „Ich habe gesehen, wie eine Minderheit mit gesetzeswidrigen Methoden und Terror der Mehrheit ihr Gesetz aufzwingt.“

Paul sieht rot

VM Powlison Paul Webseite Mockup01 1080xIn dem Kinderbuch Paul sieht rot geht es um den angemessenen Umgang mit Wut. Paul Eichhorn und seine Familie haben einen großen Tag vor sich: Der Wintervorrat an Eicheln soll gesammelt werden und alle helfen mit. Nur leider verläuft der Tag gar nicht nach Plan und Ärger und Wut greifen um sich. Aber dabei bleibt es nicht. Die Familie besinnt sich auf Gottes Wort, das uns dazu auffordert, einander zu vergeben. Eltern finden am Ende des Buches, das eine spannende Geschichte erzählt, eine Doppelseite mit biblischen Ratschlägen, um ihren Kindern dabei zu helfen, richtig auf Ärger und Wut zu reagieren. Das Buch beinhaltet eine Extra-Seite mit Bibelversen, die ausgeschnitten und in den Alltag mitgenommen werden können, um Kinder (und Erwachsene) an die Geschichte und das Gelernte zu erinnern.

Paul sieht rot kann hier bestellt werden: verbum-medien.de.

Alles an mir ist von dir, Gott

VM Holcomb AamivdG Webseite Mockup01 1080xSexueller Missbrauch ist in unserer gefallenen Welt ein großes Thema. Leider auch in den Kirchen. Viele Institutionen und Gemeinden haben im Laufe der letzten Jahre Schutzkonzepte eingeführt. Das ist eine gute Sache. Doch wenn man sich auf die Suche nach Materialien begibt, die dabei helfen sollen, sexueller Gewalt vorzubeugen, merkt man schnell, dass nicht alles für den Einsatz in christlichen Einrichtungen geeignet ist. Oft sind in den Arbeitshilfen Vorstellungen und Handlungsanweisungen zu finden, die sich mit einer christlichen Sexualerziehung nicht vereinbaren lassen.

Es gibt Ausnahmen. So hat die Christliche Jugendpflege in Zusammenarbeit mit dem ChristusForum eine hilfreiche Broschüre für die kirchliche Jugendarbeit herausgegeben.

Und der Verlag Verbum Medien hat kürzlich Alles an mir ist von dir, Gott veröffentlicht. Das Kinderbuch von Justin und Lindsey Holcomb hilft vor allem Eltern, mit ihren 3- bis 7-jährigen Kindern darüber zu sprechen, wie sie sich vor Übergriffen schützen können. Durch eine behutsame Sprache und ansprechende Illustrationen werden die Eltern dabei unterstützt, mit den eigenen Kindern über die sensiblen Körperzonen zu sprechen, ohne dabei ungesunde Scham und Unsicherheit zu provozieren. Ausgehend von der Wahrheit, dass Gott auch den Leib geschaffen hat, lernen die Kinder ihren Körper wertzuschätzen und dabei angemessene von unangemessenen Berührungen zu unterscheiden.

Der Anhang enthält Hinweise, die sich direkt an die Eltern wenden. Die Tipps ermutigen dazu, auch über sensible Themen zu sprechen. Sie führen zugleich auch vor Augen, wie wichtig es manchmal ist, Grenzen zu setzen. Das Buch wird so zu einer wertvollen Handreichung und hilft, Kinder vor sexueller Gewalt zu schützen.

Alles an mir ist von dir, Gott kann hier bestellt werden: verbum-medien.de.

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