2009

Deep Church

513RwtS66uL._SL160_Jim Belcher sucht nach einem Weg jenseits von Tradtionalismus und Emergenz. Brandon O’Brien von Christianity Today hat sein Buch Deep Church gelesen und kurz rezensiert. Er kommt zu dem Schluss:

In the end, Belcher’s »third way« skews toward traditionalism. But he is as critical of traditionalists as he is of the emerging movement, and his critiques are fair and balanced. Readers who recognize that the traditional church is ripe for reform but are wary of emerging alternatives will find Belcher a careful, sympathetic guide toward a more productive conversation.

Hier die Buchbesprechung: www.christianitytoday.com. Das Buch:

  • Jim Belcher: Deep Church: A Third Way Beyond Emerging and Traditional, Inter Varsity, 2009, 233 S.

kann hier bestellt werden:

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Die Top-Downloads 2009

Nicht der Islam, die eigene Glaubensleere ängstigt

Dankwart Guratzsch meint, der Islam konfrontiert die Europäer mit dem Verrat an ihren Traditionen und mit der Verleugnung ihrer Identität. Er fordert in seinem Kommentar, das Bauchgefühlt verunsicherter Betroffener ernst zu nehmen:

In den schon heute aufbrechenden Konflikten kündigt sich eine Krise des demokratischen Mehrheitsprinzips an, die nicht vorgesehen war und von niemandem thematisiert wird. Die Parallelgesellschaft, die sich in den Villenvierteln von Berlin, Hamburg, München und Düsseldorf verschanzt hat, mag sich in der Vorstellung wiegen, sie werde sich durch Modernisierung, Säkularisation, Fortschritt und Wohlstand von selbst beheben. Das Bauchgefühl der unmittelbar betroffenen Bevölkerungsschichten ist dies nicht.

Es wäre nicht das erste Mal in der Geschichte, dass es zu wenig ernst genommen wird.

Hier der Kommentar: www.welt.de.

Die Top-Beiträge 2009

Wissenschaft und Theologie

Cees Dekker flyer.jpgDas Schweizer L’Abri in Huemoz lädt für den 13. Januar 2010 zu einer kleinen Konferenz über »Wissenschaft und Theologie« ein. Hauptredner ist Cees Cekker, ein niederländischer Nanowissenschaftler. Er gilt als »Pionier der molekularen Elektronik« und als »europäisches Aushängeschild der Nanoforschung«. Er ist seit 2000 Professor für Molecular Biophysics an der Delft University of Technology und wurde 2006 mit dem Ehrentitel Distinguished University Professor ausgezeichnet. Von seinen zahlreichen Publikationen wurden mehr als zwanzig in den Zeitschriften »Nature« und »Science« veröffentlicht.

Die Vorträge werden in englischer Sprache gehalten.

Ein Flyer mit Informationen zur Anmeldung kann hier herunter geladen werden: CeesDekkerflyer.pdf.

Jesus kam aus dem All

Vor 100 Jahren legte Rudolf Steiner die Grundlagen der Anthroposophie. Seine bizarre Lehre mit zwei Christusfiguren spaltete die freireligiöse Welt – und zieht Anhänger bis heute in seinen Bann. Leider!

Die esoterische Lehre Rudolf Steiners (1861–1925) von angeblichen zwei Jesus-Knaben gehört zum Repertoire anthroposophischer Spiritualität. Die Entstehung dieser Theorie vor genau einem Jahrhundert verdient es, neu beleuchtet zu werden. Ende 1909 widmete sich der Philosoph Rudolf Steiner in einem Vortragszyklus dem Lukas-Evangelium. Er war seit 1902 Generalsekretär der deutschen Sektion der 1875 in New York gegründeten Theosophischen Gesellschaft, einer esoterischen Vereinigung. Erstmals präsentierte Steiner in den Vorträgen die okkult ausstaffierte Vorstellung von den zwei Jesus-Knaben.

Danach soll das »salomonische« Jesus-Kind – so benannt nach der Abstammungslinie Jesu im Matthäus-Evangelium – im Alter von zwölf Jahren gestorben sein. Infolgedessen sei aber das in ihm wohnende Zarathustra-Ich – ein Seelenkern, der aufgrund seiner hochwürdigen Wanderschaft Jesus zum hohen Eingeweihten hatte werden lassen – in den »nathanischen« Jesus übergewechselt, in dem buddhistische Seelentradition lebte. Dessen Bezeichnung leitete Steiner von der anderslautenden Abstammungsliste Jesu im Lukas-Evangelium ab. Steiner will seine »Offenbarungen« in der »Akasha-Chronik« gelesen haben – das ist nach theosophischer Theorie ein übersinnliches »Buch des Lebens«, das in immaterieller Form ein allumfassendes Weltgedächtnis enthält.

Hier der Artikel von Werner Thiede: www.merkur.de.

Wir gehen keinen vergnüglichen Zeiten entgegen

Robert Spaemann hat WELT ONLINE ein bemerkenswertes Interview gegeben und dabei das offensichtliche Problem der schwindenden Denk- und Meinungsfreiheit offensiv angesprochen: »Generell ist die Meinungsfreiheit jetzt schon auf katastrophale Weise eingeschränkt im Vergleich zu den 50er Jahren. Wir lebten damals in einem viel freieren Land. Heute liegen Tretminen überall. Das ist neu.«

Schon Jean Jacques Rousseau hat darauf hingewiesen, dass die »unbesiegbare Natur« zurück schlägt, wenn die Herrscher falsche Gesetze erlassen und gegen die Ordnung der Dinge verstoßen. Wahrheit lässt sich auch durch eine demokratische Entscheidung nicht beugen. Es kann sehr wohl einer demokratischen Entscheidung unterliegen – und das sagt auch Rousseau – wenn in einem Land gegen die Natur der Dinge gehandelt wird. Dann kann man nur abwarten, bis die Katastrophen eintreten und es sieht aus, als wären wir heute in genau dieser Lage. Es ist der Kern des Klimagipfels und es war der Ursprung der Bankenkrise, dass fundamentale Wahrheiten außer Acht gelassen wurden. Entweder wir beugen uns diesen eisernen Gesetzmäßigkeiten für unser Überleben, vor allem für das Überleben unserer Kinder und Enkel, oder wir tun es eben nicht und dann müssen allerdings nicht wir die Zeche zahlen, sondern unsere Nachkommen.

Leider sprechen heute wenige so klar wie der katholische Philosoph. DIE ZEIT schrieb mal über Spaemann: »… der Philosophieprofessor macht keine Professorenphilosophie, keine leidenschaftslose Archivarbeit an vergangenen Gedankensystemen. Seine Sprache ist intensiv und variantenreich; er schreibt von allen deutschen Philosophen das beste Deutsch. Die Denker der Vergangenheit, Platon, Augustinus oder Leibniz, sind für ihn nicht Forschungsgegenstände, sondern Gesprächspartner und Zeitgenossen einer ewigen Gegenwart«.

Hier der vollständige Text: www.welt.de.

Gerhard Schröders fauler Friede

Die Soziologin Necla Kelek antwortet bissig auf die jüngsten weltweisen Erklärungen des Altbundeskanzlers:

Dass der Islam ein »System« ist und nicht nur der Glaube an den einen Gott, will auch Schröder nicht verstehen, und wieder sind es die Europäer und ihre Medien, die sich ändern sollen, die die Muslime die Muslime mit „verändertem Blick“ betrachten müssen. Mit dieser wieder nur an den Westen gerichteten Aufforderung fällt der Altkanzler uns säkularen Muslimen im Streit mit den Wächtern des Islam in den Rücken. Ich kenne mich nicht mit Gasleitungen aus, deshalb schreibe ich auch nicht darüber. Ich schreibe über den Islam und der ist, Gerhard Schröder möge es mir glauben, nicht das, was man im Schatten des Halbmondes sieht. Als anatolische Migrantin möchte ich mit dem Staatsmann, die Weisheit Nasreddins teilen: Der Hodscha setzte sich immer verkehrt herum auf sein Reittier, weil er nicht in dieselbe Richtung wie sein Esel gucken wollte.

Hier der vollständige Text: www.faz.net.

Die Relevanz-Debatte bei Wikipedia

Wikipedia wird zensiert von einer Diskurspolizei, die entscheiden will, was wichtig ist und was nicht – sagen die Kritiker der Online-Enzyklopädie. Das stimmt so nicht, sagt Ur-Wikipedianer Kurt Jansson: Es mangelt nicht an Vielfalt. Sondern an Menschen, die bereit sind, die Dreckarbeit zu machen. DER SPIEGEL schreibt:

Wikipedia ist eine postmoderne Enzyklopädie. Eigentlich. Ihre Einträge folgen nicht einer bestimmten Ideologie, sondern sie nimmt für sich in Anspruch, alle Gegenstände von einem neutralen Standpunkt aus zu beschreiben.Nicht der eine, einzig korrekte Zugang zum Thema soll gewählt werden, die Autoren dürfen auch die weniger ausgetretenen Seitenpfade beschreiben, sofern sie wissenschaftlich korrekt ihre Quellen zitieren und die unterschiedlichen Standpunkte jeweils einordnen: Im Artikel »Homöopathie« darf die Behandlungsmethode ausführlich beschrieben werden, solange der Leser erfährt, dass Wissenschaftler bisher keine Wirkung über Placeboeffekte hinaus nachweisen konnten. Und im Artikel »Elvis Presley« dürfen die Elvis-Sichtungen Erwähnung finden, solange klargestellt wird: Der King ist tot.

Wikipedia ist ein spätes Kind der Aufklärung, und eine Vielzahl von Autoren treibt weiterhin der Ansporn des Enzyklopädisten Denis Diderot, »nicht zu sterben, ohne (sich) um die Menschheit verdient gemacht zu haben«. Der altehrwürdige Brockhaus war in den ersten Jahren die Messlatte, die es in Sachen Aktualität und Umfang zu übertreffen galt; auch in puncto Verlässlichkeit wollte man dem alles überstrahlenden Standardwerk das Wasser reichen. Doch nie hatte man wie der Brockhaus den Anspruch, einen Kanon wichtigen Wissens festzulegen. Nie wollte man dem Leser vorschreiben, was ihn zu interessieren habe und über welche Trivialitäten er sich doch bitte in anderen, weniger anspruchsvollen Werken informieren möge. Nie sollte es um Relevanz im eigentlichen Wortsinn gehen.

Hier der Beitrag von Kurt Jansson, lange Jahre Pressesprecher des Wikipedia-Projekts: www.spiegel.de.

Themelios 34.3

themelios-34-3.jpgAuch die neue Ausgabe von Themelios kann ich wieder empfehlen, allein wegen der Buchvorstellungen. Wayne Grudem kommt in seinem Beitrag über die Klarheit der Schrift zu folgenden Ergebnissen:

The clarity (or perspicuity) of Scripture is no minor doctrine.

  1. It provides the basis for giving us the Bible in our own language.
  2. It provides the basis for thinking we can read the Bible and understand it.
  3. It provides the basis for thinking that we even have a gospel-message to proclaim.
  4. It provides the basis for thinking that we can know what God wants us to believe, and how he wants us to live.
  5. It provides the basis for thinking that detailed study of Scripture, and even extensive academic study of Scripture, has great value, because it will eventually yield even fuller understanding of a Bible that is an infinite storehouse of wisdom and knowledge.
  6. It assures us that our infinite Creator, whom we seek to know and to worship, has loved us enough to speak to us in words that we can understand—and understand not only with our minds but with our hearts. Through these words of God, we know and follow him. And thus we experience in our lives what Jesus tells us will happen: »My sheep hear my voice, and I know them, and they follow me« (John 10:27).

Hier die Themelios-Ausgabe als kostenfreie PDF-Datei: tgc-documents.s3.amazonaws.com.pdf.

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