2012

Der höchste Vorsatz des Teufels

Martin Luther schreibt in der Vorrede zu seiner Auslegung des Galaterbriefes (Vorlesung von 1531):

Und das ist der höchste Vorsatz des Teufels und der Welt von Anfang an: Wir sollen nicht als Übeltäter erscheinen, sondern, was immer wir tun, das muß Gott gutheißen und dazu müssen alle seine Propheten Ja und Amen sagen. Wenn sie das nicht tun wollen, sollen sie sterben. Zugrund gehe Abel, es lebe Kein! Das soll unser Gesetz sein! Und so geschiehts.

Geistlicher Beistand an Bord der sinkenden Titanic

Ich nutze einen brillanten Bericht des DLF über den letzten geistlichen Beistand an Bord der sinkenden Titanic, um nochmals auf das Buch Der letzte Held der Titanic hinzuweisen.

Bezüglich Ende des DLF-Berichts: Für Verstorbene braucht man nicht zu beten. Die Tradition wurde in der Katholischen Kirche mit 2Makk 12,44-45 begündet: „Hätte er nicht erwartet, dass die Gefallenen auferstehen werden, wäre es nämlich überflüssig und sinnlos gewesen, für die Toten zu beten. Auch hielt er sich den herrlichen Lohn vor Augen, der für die hinterlegt ist, die in Frömmigkeit sterben. Ein heiliger und frommer Gedanke! Darum ließ er die Toten entsühnen, damit sie von der Sünde befreit werden.“ Dass die Protestanten die Apokryphen nicht als kanonisch anerkannten, hat seine Gründe. Martin Luther bezeichnete die Sitte, für Verstorbene zu beten, als „Menschenträume und Teufelslehre“, die die „Christuslehre mit Füßen tritt und vertilget“.

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Die Intoleranz der Toleranz

201204170354.jpgMollie Ziegler Hemingway hat für Christianity Today das neue Buch Die Intoleranz der Toleranz gelesen:

  • D.A. Carson: The Intolerance of Tolerance, Eerdman, 2012, 186 S., ca. 17,00 Euro

Hemingway schreibt über das Buch von Carson, der übrigens auf der E21-Konferenz im Mai als Referent eingeladen ist:

Carson shows the structural flaws and inconsistency of modern tolerance and its fixation on opposing traditional Christianity. By tracing its path through civic institutions, public discourse, academia, the government, and finally the church, Carson demonstrates „how controlling the discussions of tolerance and intolerance can be, precisely because there are no other widely agreed categories for right and wrong.“

The Intolerance of Tolerance is not a political jeremiad so much as a call for Christians to fight for the value of truth. He shows how Christianity doesn’t fit into the world of new tolerance and, when it tries, ends up paying too high a price. The result is a dumbed-down, diluted, and minimized gospel.

Mehr: www.christianitytoday.com.

 

Die Einigung Italiens und die Rolle des Protestantismus

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wollten Protestanten den Vatikan übernehmen. Der DLF berichtet über neueste Forschungen zur protestantischen Missionsbewegung in Italien. Da diese Untersuchungen erst am Anfang zu stehen scheinen und unter katholischer Obhut stehen, wird es wohl noch viele „Verschiebungen“ geben.

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Imaginationstheologie

Ein Gespräch mit Rick Warren:

Frage: Kommen Hunde in den Himmel?

Antwort: Selbstverständlich. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Gott meinem Hund den Himmel verweigert.

Frage: Katzen auch?

Antwort: Warum nicht.

Quelle: USA Today:

VD: JW

Der unterschätzte Gott

Ligon Duncan sprach auf der T4G-Konferenz vor allem zu treuen Pastoren, die mit Enttäuschungen zu kämpfen haben. Auch wenn die Situationen kompliziert erscheinen oder tatsächlich sind: Unterschätzen wir Gott nicht. Gerade dort, wo wir enttäuscht werden, kommt ans Licht, wen oder was wir lieben.

Eine gehaltvolle und seelsorgerische Predigt. Eine Ermutigung für entmutigte Christen im vollzeitlichen Dienst.

Zunehmende Selbstjustiz in Südafrika

Südafrika ist unter allen Staaten, die Straftaten statistisch erfassen, das Land mit der höchsten Kriminalitätsrate. Zwischen Mai 2008 und 2009 wurden rund 2,1 Millionen Gewaltstraftaten registriert. Allein 2007 wurden 55.000 Vergewaltigungen gemeldet. Experten gehen davon aus, dass nur jeder 20. Fall von Vergewaltigung zur Anzeige kommt.

In manchen Stadtteilen und Townships ist die Gewalt so alltäglich, dass sich die Polizei zurückgezogen hat. So konnte sich in den vergangenen Jahren die Selbstjustiz etablieren.

Hier ein erschütternder DLF-Bericht:

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1.600 Predigten von Martyn Lloyd-Jones

Martyn Lloyd-Jones Redording Trust hat entschieden, das Predigtarchiv online zu stellen. Von nun an können 1.600 Predigten und Vorträge von Lloyd-Jones über das Internet heruntergeladen werden, ohne das dafür Gebühren anfallen. Derzeit ist die Seite oft überlastet. Das sollte sich aber in einigen Tagen erledigt haben.

Es ist also die Zeit gekommen, die alten Magnetbänder wegzuwerfen. Wir haben Martyn Lloyd-Jones Redording Trust zu danken!

Hier eine Kostprobe:

Hier die Internetseite mit dem Archiv: http://www.mlj.org.uk.

N.T. Wright: Wie Gott König wurde

201204120533.jpgIn seinem neusten Buch How God Became King: The Forgotten Story of the Gospels votiert N.T. Wright für ein radikales Überdenken des Evangeliums. „Seit Jahren habe ich zunehmend den Eindruck, dass der Großteil der westlichen christlichen Tradition einfach vergessen hat, was die Evangelien sind“ (S. vii), schreibt er in dem für ihn charakteristisch selbstsicheren Stil. Wo liegt das Problem? Während die Glaubensbekenntnisse den Schwerpunkt darauf legen, dass Jesus Gott ist, zeigen die Evangelien, wie Gott König wird (vgl. S. 20). Es gilt, die politische Dimension des Evangeliums zu entdecken. Wright wird sehr politisch. Warum mussten wir bloß 2000 Jahre warten, bis endlich jemand erklärt, wie das Evangelium zu verstehen ist?

Matthew Barrett und Michael A.G. Haykin schreiben in ihrer Rezension:

God’s kingdom is not only in heaven but on earth. Therefore, Christianity cannot be just a religion. At the climax of his argument is this simple truth: first-century Jews would have balked at the separation of church and state. Consequently, though this is a word many fear, Wright believes we need to resurrect the word theocracy if we are to make proper sense of the Gospels and the reign of King Jesus on earth. Wright says, “It is, of course, the absence of any equivalent to Temple or Torah in our contemporary culture that makes our own way of posing the political questions so very different from those of the Jews of Jesus’s day” (173). And again, “Theocracy, a genuine Israel-style theocracy, will occur only when the other ‘lords’ have been overthrown” (206). A “new empire,” a “new theocracy” has been inaugurated that trumps Caesar’s empire. Exactly what this theocracy should look like, however, is undefined. Wright is clear, however, that it has no barriers between church and state and no government that bears the sword. But the divine right of rulers is reinstated.

…

In other words, for Wright the cross is not so much about vicarious substitution for the forgiveness of sins but bringing to earth social justice and a new and improved political agenda. “Those who are put right with God through the cross are to be putting-right people for the world. … From this there flows both a new missiology, including an integrated political theology, and the new ecclesiology that will be needed to support it, a community whose very heart will be forgiveness” (244). However, the NT never advocates such an “integrated political theology” supported by the church. To the contrary, the primary application of the cross is about “how to have your sins forgiven” (Acts 2:38). The gospel Christians proclaim to the nations is not a political one, but a message of salvation for sinners (Mark 16:15).

To conclude, Wright does a lot of blaming. The early church fathers, the orthodox creeds, evangelicals, democracy, Western Christianity, and others all get blamed for messing up Jesus. But fear not, Wright has come to the rescue after 2,000 years of misunderstanding and butchering Jesus to show us the true meaning of the life of Jesus that we have all missed. One begins to get the feeling by the end of the book that in Wright’s mind, everyone else has got it wrong. However, as this review has briefly sought to demonstrate, Wright’s way of looking at Jesus and the kingdom is not so much a return to the biblical text but the agenda of an Anglican churchman seeking to apply a political theology to the Gospel narratives.

Hier: thegospelcoalition.org.

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