Hartmut Rosa wünscht sich seit vielen Jahren mehr Resonanz (vgl. Resonanz: Eine Soziologie der Weltbeziehung). Er versteht darunter eine gelingende, lebendige Beziehung zwischen Subjekt und Welt, die sich von bloßem Haben, Kontrollieren oder Konsumieren unterscheidet. In einem aktuellen FAZ-Interview erwähnt er, dass unsere Optimierung- und Kontrollsehnsucht der Rezonanz eher im Weg steht. Das klingt so:
Wir suchen oft nicht mehr den direkten Kontakt zu Menschen, sondern über Apps. Um Freunde zu finden oder etwa Lebenspartner. Damit wollen wir Enttäuschung minimieren und den Erfolg maximieren. Gerade dieser Optimierungs- und Kontrollversuch verhindert aber oft Resonanz. Die Optimierungsgesellschaft zeigt sich auch im Verhältnis zu mir selbst – etwa wenn ich meine Schritte zähle und meine Ernährung anpasse, um bestimmten Idealen zu entsprechen. Nach der Logik der Effizienzgesellschaft ist es irrational, sich auf Resonanz einzulassen, weil es dann als unkontrollierbar und ineffizient gilt.
Und auf die Frage: „Stimmt das überhaupt? Wenn ich ein Produkt kaufe, geht es doch um ein Angebot, das individuell zu mir passt. Die Wirtschaft wirbt doch mit Resonanzerfahrungen“, antwortet Rosa:
Ja, aber das ist eine Täuschung. Uns wird vorgegaukelt, dass diese eine Creme, diese eine Kreuzfahrt, dieses eine T-Shirt genau zu mir passen und Ausdruck meiner Selbstverwirklichung sind. Unternehmen verkaufen aber keine Produkte und Dienstleistungen, um uns zufrieden zu machen, sondern in erster Linie, um Geld zu verdienen. Gerade, weil sich dabei Resonanz oft nicht einstellt und wir unzufrieden sind, kaufen wir das nächste Produkt, damit sich das hoffentlich bald ändert. Resonanz und ein gelingendes Leben lassen sich aber nicht kaufen.
Mehr: www.faz.net.
Der forschende Soziologe muss von irgendwem bezahlt werden, damit er seinem Orgelhobby nachgehen kann. Dafür sind wohl genau die jungen, gestressten Menschen zuständig, die laut FAZ angeblich immer weniger Arbeitszeit zu leisten hätten. Damit diese auch mal „Resonanz“ erleben können, fordert der Soziologe gleich mal die Rente für alle (bedingungsloses Grundeinkommen), ohne sagen zu können, wer die Beiträge dafür aufbringen soll.
Fazit: Kompletter Realitätsverlust bei den Eliten. Vergleichbare Beispiele aus der Antike dürften sich zahlreich finden lassen.
Naja, ich weiss nicht, … Hr Rosa ist vermutlich Antikapitalist (also gegen Marktwirtschaft)? Und Degrowth-Anhaenger? zu „Nur wenn wir in einer bestimmten Zeit immer mehr schaffen, wenn wir Wirtschaftswachstum erzeugen, ist unsere Gesellschaft stabil.“ Das ist fuer sich alleine betrachtet zu einfach. Es hat mE mit kultureller Identitaet, Religion, Homogenitaet, u.an. zu tun. Vielleicht ist Japan ein Bsp, wie es trotz wenig Wachstum relativ stabil ist? Oder Communities wie die Hutterer? Wer sich dafuer interessiert, warum Wachstum nix Schlimmes sein muss, kann zB hier nachlesen: https://gerd-kommer.de/blog/steigen-aktienkurse-ewig/ Als Christen haben wir alle Moeglichkeiten (Identitaet in Christus, nicht in Hab & Gut, Beruf & Stellung) den „Stress“ auf Abstand zu halten. Es hat viel mit Entscheidung zu tun. „Resonante“ Beziehungen sind geradezu die Steilvorlage fuer Christen: „Ich habe ein echtes, von mir selbst kommendes [christl.: von Christus-herruehrendes] Interesse an Menschen, Lebewesen, Dingen und Tätigkeiten.“ Apps sind jetzt Alltag. Technologie ist immer neutral. Man kann sie zu Gutem und Schlechtem verwenden. Nicht „die… Weiterlesen »