Morgen, am 3. Juli 2026, schließt die Kirchliche Hochschule (KiHo) Wuppertal. Die Hochschule wurde 1935 gegründet, um – so hat es Jürgen Moltmann mal formuliert – eine „vom Staat freie, dem politischen Zugriff der Regierungen entzogene kirchliche Theologie zu ermöglichen“. Moltmann selbst war Professor für Systematische Theologie an der Kirchlichen Hochschule Wuppertal ca. von 1957/58 bis 1963.
Warum wurde die Hochschule geschlossen? Hier die Antwort:
Die Entscheidung zur Schließung hatte die Synode der Evangelischen Kirche im Rheinland bereits vor einigen Jahren getroffen. Ausschlaggebend waren vor allem die seit Jahren sinkenden Studierendenzahlen im Pfarramtsstudium, der deutlich zurückgehende Bedarf an Pfarrerinnen und Pfarrern sowie die angespannte finanzielle Lage der Landeskirche. Künftig soll der theologische Nachwuchs für den Pfarrdienst an staatlichen Universitäten ausgebildet werden, die bereits heute den überwiegenden Teil der evangelischen Theologiestudierenden aufnehmen. Die kirchliche Ausbildung wird dort durch Begleitprogramme der Landeskirche ergänzt.
Was von dem theologischen Bildungscampus zu erwarten ist, der nun dort entstehen soll, kann hier nachgelesen werden: landessynode.ekir.de.
„Die Hochschule wurde 1935 gegründet, um … eine „vom Staat freie, dem politischen Zugriff der Regierungen entzogene kirchliche Theologie zu ermöglichen“. … „sinkenden Studierendenzahlen“. Ja, früher, vor Woke und Anbiedern an Staat und Gesellschaft, hätte man noch von sinkenden Studentenzahlen und nicht von „Studierenden…“ gesprochen. Nun, mit ganz fein Gendersprech, gehen alle Kennzahlen (Einnahmen, Pfarrstellen, Bedarf, …) zurück. Man könnte auch noch überlegen, warum in 1935 eine derartige Gründungsarbeit, die gegen eine politische Gleichschaltung ausgerichtet war, erfolgreich möglich war im damaligen politischen System, heutzutage aber die Fortführung dieser Arbeit nicht mehr möglich zu sein scheint, bzw. lieber daran gespart wird als an Verwaltungswasserköpfen in der Kirche und an Referenten für Gedöns, währenddessen die Pfarrsprengel immer größere Gebiete umfassen müssen. Ich habe hier aus dem Bekanntenkreis Fotos von einer kürzlich durchgeführten Taufe im Düsseldorfer Raum, Pfarrerinnen und Helferinnen mit Regenbogenstolen über den Talaren. Man muss gar nicht wissen, dass das kirchenrechtlich nicht zulässig ist. Die Tatsache, dass die Kirchenleitung dabei nicht… Weiterlesen »
Die gescheiterte Kirchliche Hochschule (KiHo) Wuppertal Nachdem einige Jahrzehnte zuvor der Ostblock gefallen ist, stürzt jetzt auch die westliche Gesellschaftsordnung zusammen, welche sich zuvor selbstgefällig zum Gewinner deklariert hat. Der Zusammenbruch beginnt immer mit dem Rückzug der Menschen aus den Institutionen der gescheiterten Gesellschaftsordnung, denn die Institutionen repräsentierten das Scheitern. Das betrifft deshalb natürlich auch und vorrangig die Großkirchen mitsamt ihrem völlig aus der Zeit gefallenem Lebensentwurf. Das ist aber letztlich überhaupt kein theologisches Thema, sondern eines der Anthropologie: Eine überholte und anpassungunfähige Gesellschaftsform aus dem 19. Jahrhundert ist mit den Herausforderungen der Gegenwart überfordert, deshalb überaltert sie, verliert ökonomische und militärische Konflikte und verschwindet schließlich komplett. Am Ende wird nichts übrig bleiben von den Groß- und Freikirchen und anderen Überresten des europäischen Spätfeudalismus. Ein Blick nach Asien zeigt: Es geht auch ohne diesen. Das ist bedauerlich für Leute, die an dieses menschengemachte System glauben, aber die Theologie wird das problemlos überleben. Die Religionen der Zukunft und ihre Schriften werden… Weiterlesen »