Biblischer Kapitalismus

Der DLF nutzt die Berufung von Michael Pence als US-Vize-Präsident, um vor der Unmenschlichkeit eines – wie sie sagen – „biblischen Kapitalismus“ zu warnen.

Der neue US-Vize-Präsident, Michael Pence, gehört zu einem Kreis, der sich „Radical Christian Right“ nennt. Diese radikale christliche Rechte kämpft gegen Abtreibung und bestreitet den Klimawandel. Und sie propagiert einen biblischen Kapitalismus: Wer glaubt, wird reich und wer reich ist, gilt als von Gott gesegnet. Für Arme ist da wenig Platz.

Mit mindestens zwei Behauptungen wird der Redakteur der Sendung recht haben: 1) Das Wohlstandsevangelium ist ein falsches Evangelium. 2) Das Wirtschaftssystem in den USA funktioniert schon längst nicht mehr nach den Gesetzen des freien Marktes, da wichtige Entscheidungen in multinationalen Konzernzentralen getroffen werden (Was ist mit der FED?).

Bei aller begreiflichen Sorge bezüglich der neuen US-Regierung: Dass ein freier Markt zu mehr Armut führt, ist ein Gerücht.

Hier der Beitrag:

 

Politische Korrektheit führt zur geistigen Knechtschaft

Unter dem Deckmantel der Politischen Korrektheit wird die Meinung an die Moral gebunden. Damit wird die Gesellschaft zum Opfer eines politisch motivierten „Tugendterrors“.

Nachfolgend einige Zitate aus einem Beitrag, den Norbert Bolz am 4. Januar 2017 im TAGESSPIEGEL veröffentlicht hat:

… man wird politisch aggressiv, wenn man theoretisch nicht mehr weiter weiß. Unsere Gesellschaft wird so zum willenlosen Opfer eines Tugendterrors, der in Universitäten, Redaktionen und Antidiskriminierungsämtern ausgebrütet wird.

Die neuen Ingenieure der Seele arbeiten mit Sprachcodes, Gruppenidentitätszuschreibungen und Trainingscamps für „sensitivity“ und „awareness“. Hier ist die offene Diskussion freier Individuen längst durch Zensur, Einschüchterung und Indoktrination ersetzt worden. In der Vergangenheit diskriminierte Gruppen sollen durch positive Gegendiskriminierung Wiedergutmachung erfahren. Wer widerspricht, wird nicht widerlegt, sondern zum Schweigen gebracht. Abweichende Meinungen werden heute schärfer sanktioniert als abweichendes Verhalten. Diese Sanktionen laufen zumeist nicht über Diskussionen, sondern über Ausschluss.

Es gibt keine Freiheit des Denkens ohne die Möglichkeit einer öffentlichen Mitteilung des Gedachten. Und das gilt nicht nur für die wenigen Schreiber, sondern gerade auch für die vielen Leser. Gedankenfreiheit bedeutet für die meisten Menschen nämlich nur die Möglichkeit, zwischen einigen wenigen Ansichten zu wählen, die von einer kleinen Minderheit öffentlich Redender und Schreibender verbreitet worden sind. Deshalb zerstört das Zum-schweigen-bringen abweichender Meinungen die Gedankenfreiheit selbst.

Deshalb gibt es auch keine großen Denker mehr. Abweichende Meinungen, die sich doch noch aus der Deckung wagen, werden sozial bestraft.

Mehr: causa.tagesspiegel.de.

Eine Gemeinde für das 21. Jahrhundert

D Jackman Eine Gemeinde fuer das 21 JahrhundertDas 21. Jahrhundert stellt christliche Gemeinden vor enorme Herausforderungen. In einem Vortrag, der zum Ausgang des 20. Jahrhunderts auf einer Konferenz in England gehalten wurde, weist David Jackman auf Fehlentwicklungen innerhalb der evangelikalen Bewegung hin und mahnt zur Besinnung auf das Wesentliche. Sein Ruf nach evangeliumszentrierten Gemeinden, solider biblischer Lehre, mehr Vielfalt in den Strukturen, einer opferbereiten Diensteinstellung und geistlichen Realismus ist im wahrsten Sinne des Wortes „auferbauend“ und „erfrischend“.

David Jackman meint:

„Wenn wir sehen wollen, wie das Evangelium in Kraft verkündigt wird und wie der Herr Jesus in unserem Land verherrlicht, angebetet und verehrt wird, dann wird die Gemeinde des 21. Jahrhunderts eine Gemeinde sein, die niederkniet vor dem Kreuz, vereint mit Christus in seinem Tod, damit wir mit ihm auferweckt werden in seiner Kraft. Es wird eine Gemeinde der Buße sein, vollkommen von dem Gott der Gnade abhängig; eine Gemeinde, … die sich unter die gewaltige Hand Gottes demütigt, damit er sie erhöhen möge zur rechten Zeit (seiner, nicht ihrer).“

Der Vortrag von David Jackman wurde mit freundlicher Genehmigung des Christian Focus Verlags von Evangelium21 ins Deutsch übersetzt und kann hier heruntergeladen werden:
D.Jackman_Eine_Gemeinde_fuer_das_21_Jahrhundert_(Edition-E21).pdf.

David Jackman ist Hauptreferent auf der E21-Regionalkonferenz in der Schweiz vom 20.–21. Januar 2017.

Das „Wahrheitsministerium“

Der Ruf nach einem „Wahrheitsministerium“ wird lauter. Volker Kauder sagte im November 2016 der WELT AM SONNTAG: „Wenn das Netz weiter lügt, ist mit Freiheit Schluss.“

Eine Art Stiftung Warentest für Kommunikation im Netz kann allerdings – so meint Jürgen Kaube heute – nicht funktionieren: Das Problem sei im Fall der Fake-News nicht ihre Produktion, sondern die Empfänglichkeit für sie. Das ist zumindest mal die halbe Wahrheit. Recht hat Kaube jedenfalls, wenn er wie ein Schelm die Tatsachenbehauptung aufstellt, die Lüge sei erst mit dem Internet gekommen:

Überhaupt sagten bis soeben noch alle die Wahrheit: die Eheleute einander, die Bürger dem Finanzamt, die Eltern den Kindern, die Chefs den Beschäftigten und diese ihnen, die Kirche den Gläubigen und die Sportler den Dopingkommissionen. Darum konnten auch die Massenmedien, allein schon um nicht negativ aufzufallen, gar nicht anders, als ihrerseits stets bei den Tatsachen zu bleiben. Bis vor kurzem gab es beispielsweise gar keine „Bild“-Zeitung. Lange war sie eine Erfindung von Günter Wallraff. Der hat – wahrscheinlich, wir wollen ja nichts Falsches behaupten – im neunzehnten Jahrhundert auch das Wort „Ente“ erfunden. Dann aber kam am Ende des zwanzigsten das Internet, und mit ihm kam die Lüge. Das falsche Gerücht, die erfundene Neuigkeit hielten Einzug, und wurden immer schneller verbreitet und verwirrten immer mehr Leute. Seitdem leben wir im postfaktischen Zeitalter, in der Epoche der „Fake-News“ wie es spätestens seit diesem Wochenende überall heißt, weil der amerikanische Präsident das Wort verwendet hat.

Köstlich!

Mehr hier: www.faz.net.

Sollte Gott gesagt haben?

R Kubsch Sollte Gott gesagt haben 1Der niederländische Theologe Herman Bavinck sagte vor rund 100 Jahren über seine Kollegen Folgendes:

„Oft haben sie nichts mehr zu predigen, weil die [Kritik] ihnen Kraft und die Herrlichkeit des Evangeliums geraubt hat … Unzufrieden mit ihrer Lage, suchen viele einen Ausweg, indem sie sich in die Politik, in die Diakonie oder in humanitäre Projekte einbringen und in genau diesem Maße aufhören, Diener des Wortes und Verwalter der Geheimnisse Gottes zu sein.“

Viele Prediger glauben auch heute nicht an die Kraft des göttlichen Wortes und verkündigen deshalb ihre eigenen Ideen und zielen auf Weltverbesserung, Lebenshilfe, Unterhaltung und billigen Trost ab.

In einem Booklet, das auf ein während der E21-Konferenz 2016 in Hamburg gehaltenes Seminar zurückgeht, skizziere ich die Entwicklung der neuzeitlichen Bibelkritik von den Anfängen bis zum Beginn des 21. Jahrhunderts. Ich gehe dabei auf aktuelle Versuche ein, zwischen Vertretern und Gegnern der Bibelkritik zu vermitteln.

Ein Auszug:

Die spätmoderne Bibelkritik verlor unter dem Einfluss der neuen Hermeneutik den Wirklichkeitsbezug der biblischen Überlieferung und konzentrierte sich auf linguistische Auslegung. Herausstechendes Kennzeichen ihres Ertrages ist – neben begrüßenswerten Beobachtungen zur Sprache – die Vielstimmigkeit der Deutungen. Es kann keine verbindliche Interpretation
eines Bibeltextes mehr geben (vgl. Abb. 2).

Heute distanzieren sich etliche Ausleger sowohl von radikaler Kritik als auch vom Deutungspluralismus und schlagen eine geistlich-symbolische Lesart der biblischen Offenbarung vor. Auf einem „dritten Weg“ suchen sie nach dem Geist der Texte. Doch auch ihnen ist es nicht gelungen, den garstigen Graben zu überbrücken. Es zeigen sich ähnliche Schwierigkeiten, wie wir sie aus der alexandrinischen Schule (Clemens u. Origenes) kennen. Da der symbolische Gehalt in der Regel jenseits des wörtlichen Textsinns gewonnen wird, ist der Willkür Tür und Tor geöffnet und obendrein wird der historische Sitz der Erzählungen desavouiert oder bleibt zumindest offen.

Das E21-Booklet kann hier als PDF-Version heruntergeladen werden: R.Kubsch_Sollte_Gott_gesagt_haben_(Edition-E21).pdf.

Gedruckte Booklets gibt es bei der E21-Regionalkonferenz in der Schweiz oder in Leipzig am nächsten Wochenende oder können hier als Druckerzeugnis bestellt werden.

Gender in Hamburg

Manche Politiker lieben es, ihre Bürger zu erziehen. Dass sie Interessenvertreter sind und sich gesellschaftliche Mehrheitsinteressen in der Politik wiederfinden sollten, geht leider zu oft unter. Jetzt hat der Hamburger Senat unter Olaf Scholz beschlossen, den Bürgern der Stadt eine Genderkur zu verpassen. Zum Anlass teilt der Senat in seinem 63 Seiten zählenden Aktionsplan mit:

Die Belange und Interessen von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, sowie von Trans*- und Inter* (LSBTI*) sind selbstverständlicher Teil einer modernen Gleichstellungspolitik. In Hamburg sollen alle Menschen jeder geschlechtlichen Identität und jeder sexuellen Orientierung gleiche Anerkennung und Teilhabe erfahren und selbstbestimmt leben können. Um die aktuellen Herausforderungen zur Gleichstellung der geschlechtlichen Identitäten und sexuellen Orientierungen anzugehen, ist in dem Koalitionsvertrag „Zusammen schaffen wir das moderne Hamburg“ über die Zusammenarbeit in der 21. Legislaturperiode der Hamburgischen Bürgerschaft die Entwicklung eines Aktionsplans zur Akzeptanz und Anerkennung der geschlechtlichen und sexuellen Vielfalt vereinbart worden.

Mathias von Gersdorff kommentiert:

Der Hamburger Senat hat am 10. Januar 2017 einen sogenannten „Aktionsplan für Akzeptanz geschlechtlicher und sexueller Vielfalt“ beschlossen. Wie der Name schon sagt, ist die Implementierung der Akzeptanz sexueller Vielfalt – also Gender – wichtigstes Ziel des Erlasses.

Der Erlass sieht in 11 Handlungsfeldern von der Kindheit bis ins Alter über 90 Einzelmaßnahmen vor, um Gender in der Gesellschaft zu verankern. Katharina Fegebank, Senatorin für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung, erklärte hierzu: „Wir wollen aktiv eine Kultur der Anerkennung und Offenheit für vielfältige Lebensformen fördern.“

Die Umsetzung der vereinbarten Maßnahmen soll regelmäßig ausgewertet und fortgeschrieben werden. Man wird also nicht locker lassen, solange die Hamburger Bürger nicht die geforderte „Akzeptanz sexueller Vielfalt“ verinnerlichen. Der Aktionsplan sieht im Grunde eine regelrechte Gehirnwäsche vor.

Mehr: mathias-von-gersdorff.blogspot.de.

Fachtagung für Philosophie

Die Arbeitsgemeinschaft Wort & Wissen bietet vom 13. bis 15. Januar 2017 wieder eine „Fachtagung Philosophie“ an. Folgende Themen sind geplant:

  • Prof. Dr. Daniel von Wachter: Wie freie Personen (und Tiere) Vorgänge in Gang setzen können (Libertäre Theorie der Willensfreiheit)
  • Dr. Markus Widenmeyer: Warum der Mensch nicht physikalisch determiniert sein kann
  • Dr. Thomas Jahn: Warum der freie Wille (k)ein Problem ist
  • Roderich Nolte: Kant und die Gottesbeweise
  • Dr. Reinhard Junker: Entstehung von Vogelfeder und Vogelflug – Sind evolutionäre Hypothesen testbar?

Die Gesamtleitung hat Dr. Thomas Jahn.

Mehr Informationen hier: Programm_FT_Phil_2017.pdf.

Seelsorge Aufbaukurs II (3/2017)

Im Seelsorge Aufbaukurs II vom 12.-17. März 2017 am Bodensee sind folgende Themen geplant:

  1. Das seelsorgerliche Gespräch (Referent: Ron Kubsch)
  2. Gesprächsführung und Fallbeispiele (Referenten: Thomas Jeising u. Ron Kubsch)
  3. Resilienz und Stresskompetenz (I u. II) (Referentin: Rahel Sondheimer)
  4. Seelsorge im Angesicht von Krankheit und Tod (Referent: Thomas Jeising)
  5. Seelsorge an Jugendlichen (I–III) (Referent: Pfarrer Heinz Bogner)

Den Flyer gibt es hier: Aufbau_maerz2017.pdf

Noch sind ein paar Plätze frei.

Zu unbiblischen Tendenzen nicht schweigen

Ein klares Statement von Friedemann Wunderlich, dem Leiter der Mission für Süd-Ost-Europa (Freudenberg bei Siegen):

Wer Judenmission ablehne und vor Vertretern des Islam und vor der Weltöffentlichkeit das Kreuz ablege, „der verweigert Jesus Christus den Gehorsam“, so Wunderlich. Mit dieser bibelkritischen Haltung zerstöre sich jede Kirche und Gemeinde. Wer zu diesen Entwicklungen schweige, mache sich mitschuldig: „Aber Gott lässt sich seine Ehre auch nicht von christlichen Kirchen, Freikirchen und Verbänden nehmen.“ Laut Wunderlich haben Verantwortliche aus der Evangelischen Allianz, den Gemeinschaftsverbänden und von freikirchlichen Werken einst „in stürmischen Zeiten klare geistliche Signale“ gegeben. Heute führe die offen zur Schau getragene Bibelkritik zu zunehmender Entfremdung der Gläubigen gegenüber diesen Organisationen und oft auch gegenüber den örtlichen Gemeinden. Aber an der Basis gebe es „noch viele einfache, normale Jesus-Nachfolger, die jeden Tag die Bibel so lesen, wie es Christen über Jahrhunderte getan haben und die kritiklos diesem Wort vertrauen“. Wunderlich: „Wir brauchen keine postmodernen, postfaktischen oder historisch-kritische Lesebrillen.“ Das uneingeschränkte Vertrauen in Gottes Wort sei die Überlebensgrundlage für alle Mitarbeiter in der Weltmission: „Christliche Organisationen, die Gottes Wort infrage stellen, sind Irrlichter für die Gläubigen.“

Mehr: www.idea.de.

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