Gibt es Gott? – heute die Debatte im Live-Stream

OnGuardHeute diskutieren in München zwei Philosophen über die Frage: Existiert Gott?. Prof. Ansgar Beckermann, der in seinem Buch Glaube die Vernünftigkeit der Religion und insbesondere des Christentums hinterfragt, streitet mit Prof. William Lane Craig, der etliche Bücher zur Gottesfrage herausgegeben hat. Sein Buch On Guard ist gerade in einer deutschen Übersetzung erschienen und auf dem Büchertisch in München zu erwerben.

Nun noch ein wichtiger Hinweis: Die Debatte wird heute ab 19.30 Uhr über das Internet als Live-Stream übertragen. Und zwar hier: www.cvmd.eu.

„Halloween war mein Lieblingsfest“

„Viele glauben, dass Halloween ein harmloses Gruselfest ist. Aber damit wäre ich vorsichtig. Ich selbst war jahrelang in Satanismus verstrickt und für mich war Halloween ein religiöses Highlight …“, erzählt Gina Marisa Sarlin. Sie schreibt:

Es erstaunt mich schon, dass viele Schulen Kreuze abhängen und Weihnachten plötzlich «Winterfest» nennen. Aber Halloween feiern sie, obwohl man weiss, dass dieses Fest einen okkulten Ursprung hat. Doch ich warne davor, die dunklen Mächte zu verniedlichen. Denn ich habe Erfahrungen gemacht, vor denen ich gerne jeden bewahren würde.

…

Ich kaufte mir eine Satans-Bibel und betete Tag und Nacht zu Satan. Immer wieder bekam ich jetzt krampfartige Anfälle, aber irgendwie stand ich drauf. Es gab mir das Gefühl, von der dunklen Macht beachtet und geliebt zu werden. Immer wenn ich mich nach Liebe sehnte, flehte ich den Teufel um einen Anfall an.

Ich verstrickte mich tiefer in Zauberei, nahm Drogen, fing an zu ritzen und bekam tiefe Depressionen. Aber ich genoss jeden Moment davon, weil mir bewusst war, dass Satan Macht über mich hatte. Er interessierte sich für mich!

Dabei realisierte ich gar nicht, wie kaputt ich war und wie verlogen und zerstörerisch diese dunkle Macht wirkte.

Mehr: www.jesus.ch.

Jesus, mein Smartphone und ich

Es lohnt, bei Wortzentriert.at vorbeizuschauen. In dem Artikel „Jesus, mein Smartphone und ich“ heißt es:

Das Smartphone kann zur Tendenz verleiten, nicht einmal mehr verbal kommunizieren zu wollen (d.h. zu telefonieren) sondern nur noch “unpersönlich” per Messaging. Es kann dazu verleiten, jede “ungenutzte” Minute mit Spielen, Sozialen Medien, Nachrichten, Videos oder Musik beschäftigt zu sein, statt Menschen um einen herum und ihre Nöte wahrzunehmen. Wie eine jüngste Studie aufgezeigt hat, können Smartphones Stress und Abhängigkeit verursachen — und das schon bei unseren jüngsten Schulkindern — weil man sich ständig gezwungen fühlt, mit all der Information auf dem Laufenden zu bleiben, die einem das Smartphone liefert.
Diese aufgezeichneten Tendenzen stehen eindeutig in Konkurrenz zu der erneuerten Gesinnung, die wir als Nachfolger Christi haben. Weil das Smartphone die Tendenz mit sich bringt, dass es meine ganze Aufmerksamkeit vereinnahmt, will ich als Christ umso bewusster darauf achten, dass ich aus Liebe zu meinem Nächsten (Joh 13,35; Röm 12,9-10), meine Aufmerksamkeit auf ihn und die Nöte um mich herum lenke (1Kor 10,24). Als Nachfolger Christi will ich bewusst der Tatsache entsprechend leben, dass Gott Menschen in mein Leben stellt und mir über den Weg laufen lässt, den ich dienen kann und soll (Phil 2,3-5). Dieser Gedanke gilt insbesondere für die Aufmerksamkeit, die ich meinem Ehepartner, Kindern, Arbeitskollegen und Geschwistern in der Gemeinde zuwende, statt mich vom Smartphone vereinnahmen zu lassen (Eph 5,28).

Mehr: www.wortzentriert.at.

– – –

Siehe dazu auch: „Wider die digitale Scheinwelt“.

Pfarrer werden oder nicht werden – das ist die Frage

Während die meisten jungen Menschen heute mit der Kirche nicht mehr viel anfangen können, binden angehende Pfarrer ihre gesamte berufliche Existenz an die Kirche. Der Dokumentarfilm Pfarrer werden begleitet junge Männer und Frauen aus dem Osten Deutschlands durch das einjährige Vikariat, eine Art „Probezeit“ nach dem Studium.

Der Film eröffnet Einblicke in die Seelenzustände der Vikare und in den Aufbau der Ausbildung. Was den Film besonders macht, ist – neben der ästhetische Kameraführung und dem grandiosen Schnitt – die Tatsache, dass die Filmemacher Atheisten sind und den angehenden Pastoren einige kritische Fragen stellen.

Nun ist das so eine Sache mit den Dokumentationen. Die Macher haben bekanntermaßen ein journalistisches Erkenntnisinteresse, wollen oft eine herbeigewünschte Welt abbilden. Die Macher dieses Films versuchen – so jedenfalls mein Eindruck – sich offen auf die Welt der Studenten einzulassen. So ergeben sich helle, bewegende und wundervoll ehrliche Momente (z.B. ab 01:05), freilich eben (möglicherweise unfreiwillig) auch Skizzen einer geistlichen und geistigen Krise innerhalb der Kirche.

Besonders bitter fand ich die Versuche, das Evangelium in bestimmte Situationen hineinzusprechen (ca. ab 00:50). Die Antworten auf die Fragen des Journalisten waren – das muss ich leider so sagen –, gänzlich frei vom Evangelium. Ehrlich, aber tief traurig ebenfalls der Moment, indem einer der Studierenden seine Zweifel an der Allmacht Gottes ausspricht.

Naja – so denkt jetzt vielleicht jemand: das sind die Landeskirchler in Sachsen oder Thüringen! Nicht so vorlaut, mein Freund! Bestellt euch doch mal findige Atheisten in eure Gemeinde oder in euren Studentenkreis. Nur zu!

Zurück zum Film. In der Beschreibung der Dokumentation heißt es:

… Warum entscheidet sich ein junger Mensch für ein langwieriges, anspruchsvolles Studium, um schließlich für eine kleine Gemeinde in der Provinz rund um die Uhr erreichbar zu sein? Was sind das für Männer und Frauen, die in einem Talar auf der Kanzel stehen werden, von denen Trost und Zuversicht erwartet wird und deren persönlicher Lebenswandel Vorbildfunktion haben soll?

Die Macher der Dokumentation sind selbst nicht gläubig. Gerade deshalb waren sie von den angehenden Pfarrern und Pfarrerinnen fasziniert. Sie haben einekleine Gruppe während der letzten und entscheidenden Phase ihrer Ausbildung begleitet: durch das Vikariat. Bisher haben sie auf der Universität theoretisches Wissen gesammelt – tote Sprachen, Dogmatik. Jetzt werden sie das erste Mal in real existierenden Kirchengemeinden mit der Arbeitswelt eines Pfarrers konfrontiert, müssen ihren Glauben mit Worten und Gesten zu vermitteln lernen.

In regelmäßigen Abständen kommen sie im Predigerseminar in Wittenberg zusammen, um ihr Wissen zu vertiefen und diese Erfahrungen zu verarbeiten. Die Filmemacher sind dabei: Wenn der Segen geübt, eine Predigt erarbeitet wird, aber auch bei gemeinsamen Festen und privaten Momenten. Ein intensiver Einblick in eine von Traditionen geprägte Welt. Die filmische Begleitung über mehr als ein Jahr beschreibt den Enthusiasmus und die Begeisterung der zukünftigen Pfarrer und Pfarrerinnen, aber auch die Irritationen und Krisen, die sie zu meistern haben.

Hier gibt es den Trailer:

Für ein paar Tage kann der gesamte Film noch bei arte abgerufen werden: www.arte.tv.

VD: CH

Mediennutzung junger Erwachsener

Der im März verstorbenen Mediensoziologe Professor Kurt Imhof hat vor einigen Jahren zusammen mit einer Forschergruppe begonnen, dass Medienverhalten junger Erwachsener in der Schweiz zu untersuchen. Die Ergebnisse werden im Jahrbuch Qualität der Medien publiziert. Die Hauptbefunde der diesjährigen Untersuchung lauten:

  • Die Digitalisierung erhöht die Bedeutung von Soft­news;
  • Die Digitalisierung des Mediensystems schwächt die Informationsmedien auch  finanziell;
  • Aufwertung publizistikfremder Bereiche, mehr Kon­zentration und weniger Vielfalt;
  • Gesteigerte Konkurrenzwahrnehmung;
  • Die Strukturschwäche im Informationsjournalismus wirkt sich messbar negativ auf die Medieninhalte aus.

Die NZZ schreibt zur gestern vorgestellten Studie:

Gerade für die Anbieter von Hintergrundinformationen wird nach Ansicht des Fög die Lage schwieriger – dies angesichts der wachsenden Bedeutung von Facebook und der mobilen Mediennutzung via Smartphones. Die Social Media dienen zunehmend als primäre Informationsquelle – dies macht der «Reuters Digital News Report» (2015) als international dominierenden Trend aus. Gemäss dem Institut Pew Research konsumieren in den USA bereits über 60% der jungen Erwachsenen Nachrichten hauptsächlich über soziale Netzwerke.

Über diese Plattformen wird wiederum vor allem leichtgewichtiger Informationsstoff weitergereicht. Von den 200 Beiträgen, die im vergangenen Jahr am meisten verlinkt oder mit einem «Like» versehen wurden, sind laut den Zürcher Forschern 61% der Kategorie Soft News zuzuordnen, und 80% haben nur episodischen Charakter; sie bieten also keine Einordnung eines Themas. Wenn sich die Medienunternehmen zunehmend am viralen Erfolg ihrer Informationsprodukte orientieren, würden umso mehr leichtgewichtige, unterhaltende Angebote an Bedeutung gewinnen, heisst es im Jahrbuch.

Kurz und gut: Unter den jungen Erwachsenen wächst die Gruppe der «News-Deprivierten», die gar oder fast keine Informationen mehr nutzen und vorwiegend Unterhaltungsangebote aufsuchen. Diese Entwicklung bezeichnen die Forscher in demokratiepolitischer Hinsicht als alarmierend.

Mehr: www.nzz.ch.

Pascal über Götzendienst

Blaise Pascal schrieb 1648 gemeinsam mit seiner Schwester Jacqueline an Gilbert Périer (Briefe I: Die privaten Briefe, Berlin: Matthes & Seitz, 2015, S. 42-43):

Daher sieht man, dass man ihnen in der Finsternis der Welt durch eine übermächtige Verblendung folgt, sich an sie bindet und aus ihnen den Endzweck seiner Begierden macht, was man nicht tun kann, ohne einen Frevel zu begehen, denn nur Gott darf der Endzweck sein, wie auch er allein der wahre Ursprung ist. So groß nämlich die Ähnlichkeit der erschaffenen Natur mit ihrem Schöpfer sein mag, selbst wenn die geringsten Dinge und die kleinsten und niedrigsten Teile der Welt wenigstens durch ihre Einheit jene vollkommene Einheit darstellen, die nur in Gott besteht, darf man ihnen rechtmäßig nicht die höchste Achtung entgegenbringen, denn in den Augen Gottes und der Menschen ist nichts so abscheulich wie der Götzendienst, weil man mit ihm dem Geschöpf jene Ehre erweist, die man allein dem Schöpfer schuldet. Die Heilige Schrift spricht oft von der Vergeltung, die Gott an solchen Frevlern geübt hat, und das erste Gebot, das alle anderen enthält, verbietet vor allem, seine Bilder anzubeten. Aber da er weitaus eifriger auf unsere Liebe als auf unsere Achtung bedacht ist, erweist sich deutlich, dass für ihn kein Frevel schimpflicher und abscheulicher ist, als wenn man die Geschöpfe über alles liebt, obwohl sie ihn abbilden.

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Die Verborgenheit Gottes bei Siegfried Zimmer

Siegfried Zimmer hat es bei den Evangelikalen in Deutschland wie Rob Bell geschafft, populär zu werden. Dabei ist es interessant, wie sehr Zimmer die Verborgenheit Gottes „hervorhebt“. Ein Zitat aus meinem Aufsatz „Bibel und Bibelkritik“ (Daniel Facius (Hg.), Der Bibel verpflichtet: Mit Herz und Verstand für Gottes Wort, 2015, S. 277–279):

Letztlich ist Siegfried Zimmer – wie viele andere – auf der Suche nach einer metaphorischen oder symbolischen Wahrheit. Die Texte sind auf einen tieferen Sinn, auf einen allgegenwärtigen sensus plenior hin zu untersuchen. Wird die tiefere Wahrheit, also der Geist der Schrift im Gegensatz zu ihren bloßen Buchstaben, offengelegt, kann dies der Kirche geistliches Leben stiften.

Nun ist überhaupt nichts dagegen einzuwenden, in der Bibel nach mehr als nur nach historischen Wahrheiten zu suchen. Die Bibel enthält viele Erzählungen, Lieder, Gebete, Gleichnisse, Visionen usw. Das Ernstnehmen dieser Gattungen fördert zweifelsohne die ertragreiche Lektüre. Eine hervorstechende Leistung der vom Strukturalismus beflügelten Exegese ist es, Eigenarten von Textformen bis ins kleinste Detail zu beobachten und dadurch oft übersehene Feinheiten zutage zu fördern. Verfänglich wird es dann, wenn literarische Beobachtungen gegen die historische Verankerung von Erzählungen (so sie denn vorliegt) ausgespielt oder Denkfiguren einer doppelten Wahrheit eingeführt werden. Wir nehmen nach Zimmer die Bibel erst dann wirklich ernst, wenn wir (viele) ihrer Geschichten von ihrem Geschichtsbezug entbinden und symbolisch deuten. Der Graben zwischen der „Welt der Geschichte“ und der „Welt der Bibel“ bleibt also bestehen, ja es wird der Eindruck erweckt, Jesustreue ist daran abzulesen, dass dieser Graben akzeptiert wird. Auf der einen Seite haben wir die geschehene Offenbarung, auf der anderen die in der Heiligen Schrift aufgezeichneten Offenbarungszeugnisse.

Wir werden freilich mit den Schiffen oder Brücken der Symbolik, Allegorese oder Liturgie den garstigen Graben nicht queren. Wie soll aber Gott da noch klar reden? Führt das nicht zwangsläufig in die Unwirklichkeit Gottes? Ich finde es bemerkenswert, wie stark Zimmer die Verborgenheit Gottes herausstellt. Gottes „Wirken ist geheimnisvoll und unberechenbar“. Je „näher ich“ Gott „komme, desto geheimnisvoller wird er“. „Gott ist ein Geheimnis.“ „Auch in seiner Offenbarung bleibt Gott der verborgene Gott …“ „Wer sich dem verborgenen Gott anvertraut, wird erfahren, wie Gott durch die Bibel wirkt.“ „Es ist ein wichtiges Kriterium für die geistliche Qualität einer christlichen Gruppe, ob sie die Verborgenheit Gottes gebührend ernst nimmt, gerade auch in ihrem Verständnis der Bibel.“

Wie anders redet doch Paulus. Natürlich kennt auch er den unausforschlichen, verborgenen Gott (vgl. Röm 9, vgl. Jes 45,15). Doch weiß er, dass sich dieser unsichtbare Gott in seinen Werken allen Menschen so unzweideutig offenbart, dass sie keine Entschuldigung für ihren Undank haben (vgl. Röm 1,18–22). Vor allem aber hat Gott ihm und anderen Aposteln und Propheten durch den Geist das Geheimnis des Christus, welches früheren Generationen verborgen blieb, offenbart (vgl. Eph 3,3–9). Der Apostel ist eingesetzt, das Wort Gottes auszurichten, nämlich „das Geheimnis, das seit Urzeiten und Menschengedenken verborgen war – jetzt aber seinen Heiligen offenbart worden ist“ (Kol 1,26). In Jesus, in dem gekreuzigten Christus, im Evangelium also, ist Gott offenbar und wird von den Seinen im Glauben erkannt. Der verborgene Wille Gottes – so hat Luther es einmal gesagt – ist „nicht zu erforschen“, sondern als ein Geheimnis „in Ehrfurcht anzubeten“. Erkannt und verkündigt wird Gott im Evangelium, bei dem allein wir Menschen Rettung und Trost finden (vgl. 1Kor 1,18–2,16). Jenen, die gerettet werden, ist dieses Evangelium Gottes Kraft und herrliche Freude (1Kor 1,18; 1Petr 1,8). „Was kann denn in der Schrift noch Erhabenes verborgen sein“ – schreibt Luther, „nachdem die Siegel gebrochen sind und der Stein von der Tür des Grabes weggewälzt worden ist? Womit das höchste Geheimnis an den Tag gekommen ist, dass nämlich Christus, der Sohn Gottes, Mensch geworden ist, dass Gott dreieinig ist und ein einziger, dass Christus für uns gelitten hat und in Ewigkeit herrschen wird.“ „Gott selbst wäre uns fern und verborgen, wenn uns Christus nicht mit seinem Glanz umstrahlte“, schreibt Calvin. Aber der „Vater hat alles, was er hatte, dem Eingeborenen gegeben, um sich uns in ihm zu offenbaren“. Deshalb ist in Christus „Gottes Herrlichkeit für uns sichtbar“.

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