„Ein geschlechtergerechter Puff für unsere Kleinen!“

Der Soziologe Gerhard Amendt hat die Debatte um die Sexualerziehung an den Schulen bemerkenswert eigenständig und mutig kommentiert. Amendt, der noch unter Adorno und Horkheimer studierte und in den 80er Jahren „pro familia“ unterstützte, schreibt:

Grenzen einreißen und Unterschiede verleugnen, das sind zwei Seiten einer Medaille. Ganz in der Tradition des Sexualpädagogen Helmut Kentlers und der Pädophiliepropaganda kulminiert das bei Sexualpädagogen wie E. Tuider etc. im Plädoyer für Grenzenlosigkeit, die Übergriffigkeit voraussetzt, den Beliebigkeit kann nur platzgreifen, wenn zuvor die Strukturen der Unterschiede zerstört wurden. So werden stets die Grenzen zwischen den Generationen und den Geschlechtern in Frage gestellt, um sie letzlich schleifen zu können. Weil keine Gesellschaft offenen Auges das zulassen wird, was Tuider, Kentler und Apologeten des Pädophilen klar ist, sagen sie nie offen, was ihnen vorschwebt. Sie bringen es stets hinterrücks ins Spiel. So wird – zum Beispiel – bei Prof. Tuider über die erste Menstruation geredet, auch die von lesbischen Frauen und plötzlich ist die Rede vom Gruppensex. Wie es zu dieser eigentümlichen Verknüpfung kommt, ist nicht nachvollziehbar. Was hier verknüpft wird, folgt dem geheimen höchst verquere[n] Wunsch der Verfasser.

Lässt man die selbsternannten „Sexualpädagogen“ an die Schulen, was sie anstreben, dann rechtfertigen sie das damit, dass sie bessere Sexualpädagogen als Eltern und Lehrer seien. Schamgefühle hätten sie keine, denn die seien nur hinderlich und repressiv. Dass Sexualpädagogen Jugendliche vor verletzenden Beschämungen bewahren sollen, können sie sich nicht vorstellen. Das Professionelle , das solche reflektierte Distanz möglich macht, das kennen und wollen sie nicht. Was immer hinterrücks an Kinder herangetragen wird, wird in den 60iger Jahren als Schwarze Pädagogik benannt. In der Sexualpädagogik weisen sie auch auf ideologischen Entwürfen einer freien Gesellschaft, zumeist aber weisen sie auf ungelöste psychosexuelle Konflikte ihrer Erfinder hin. Statt ihre Konflikte selber zu lösen, sollen stattdessen die anderen sich verändern, damit die eigene Verstörtheit nicht mehr störend erlebt werden muss. Das ist nicht nur magisches Denken, sondern ein Indiz preisgegebener Selbstverantwortung.

Warum sehnen sich die Advokaten sexueller Subkulturen so vehement nach öffentlicher Anerkennung? Dahinter steckt – so Amendt – mangelnde Selbstgewissheit, die auch durch die Wertschätzung anderer nicht hergestellt werden kann:

Alle Sexualpraktiken mit einem „Gleichwertigkeitszertifikat“ zu versehen, entspringt einer anderen Motivation. Heterosexuelle kennen diesen Wunsch nach öffentlicher Anerkennung ihrer Sexualpraktiken nicht. Sie tun, was ihnen gefällt und unterlassen, was ihnen missfällt. Auch leiten sie ihre Identität nicht daraus ab, denn die gründet auf mehr als der Art des Sexualverkehrs. Gleichwertigkeit sich zertifizieren zu lassen, deutet wohl auf mangelnde Selbstgewissheit von sexuellen Subkulturen hin. Die Mehrheit soll ihnen bestätigen, was jedoch nur durch persönliche Gewissheit hergestellt werden kann. Deshalb wollen sie jenseits von Toleranz und Anti-Diskriminierungsgesetz die Wertschätzung der anderen. In Demokratien kann Diskriminierungsfreiheit erwartet werten. Wertschätzung hingegen nicht, denn die gehört der privaten Sphäre jedes Einzelnen an. Das Recht, nach eigener Art sexuell glücklich zu werden, begründet keinen Anspruch auf Wertschätzungen durch die Mehrheit. Das aber strebt die Sexualpädagogik der Vielfalt nach Tuider et al. letzlich an. Aus diesem Grund geht es ihnen nicht um die psycho-sexuelle Entwicklung der Kinder. Die ist ihnen nur Mittel zum Zweck. Sie werden mit „Sexstellungen“ überflutet, damit sie sich daran früh daran gewöhnen und später nichts dagegen einzuwenden haben. Auch hier die Ähnlichkeiten zur pädophilen Selbstdarstellung! Denn nur weil die Eltern ihre Kinder „verderben“ würden, seien sie für pädophile Werbung und sexuelle Randgruppen nicht aufgeschlossen. Also frühe Neutralisierung der Eltern, damit Wertschätzung der Randgruppen daraus entstehen möge! Die Beschreibung der Pädagogik der Vielfalt als ein Umerziehungsprogramm trifft deshalb den Kern der Sache. Was in die Verantwortung der Eltern fällt, wollen Randgruppen übernehmen. Die Übergriffigkeit, die ein Zeichen allen Missbrauchs ist, zwingt Kinder, Sexpraktiken einzuüben, die sie als Erwachsene vielleicht einmal entdecken werden. Mit ihrer Entwicklung, ihren Phantasien und vor allem mit ihren Versuchen, erste Verliebtheit und sexuelles Begehren zum anderen Geschlecht zusammenzufügen, hat das nichts zu tun. Es geht allein darum, dass die Mehrheit die Ungewissheit der wenigen über deren Sexualität beseitigen möge.

Hier die beachtliche Analyse: agensev.de.

2 Apps für’s Gebet

Obwohl ich meine, dass der Digitalisierung des Lebens Grenzen gesetzt werden müssen, will ich kurz auf zwei Apps hinweisen, die das Gebetsleben unterstützen können. Christen, die mit einem kleinen Notizheft oder einem Zettelkasten gut zurechtkommen, sollten die Empfehlungen fröhlich ignorieren. Christen, die Schwierigkeiten damit haben, das Gebetsleben zu strukturieren und sowieso ein Smartphone nutzen, können sich die kleinen „Helfer“ mal anschauen.

Die App Prayermate funktioniert wie eine Brieftasche, in der man alle Informationen aufnehmen kann, also beispielsweise Gebetsbriefe, persönliche Anliegen oder Fürbitten; auch ein „Gebetsdienst“ wie der von Operation World lässt sich abonnieren. Anschließend kann man die Anliegen bestimmten Kategorien zuweisen. Kategorien wie „Familie“ oder „Kirche“ sind vordefiniert, beliebig viele andere lassen sich einfügen. Besonders hilfreich ist, dass festgelegt werden kann, wie oft ein Anliegen gezeigt werden soll. So kann beispielsweise immer am Montag Payermate dazu auffordern, für eine bestimmte Missionsgesellschaft zu beten, während am Sonntag vor allem Anliegen, die die Gemeinde betreffen, genannt werden.

Prayermate gibt es für iOS und Android. Über die Dropbox können die Daten zwischen verschiedenen Geräten synchronisiert werden. Das Programm wird gratis zur Verfügung gestellt. Die Entwickler können durch Spenden unterstützt werden.

Hier ein kleines Vorstellungsvideo:

Ich selbst nutze Prayer Notebook. Die App arbeitet nach einem ähnlichen Konzept. Ich kann alle Anliegen sammeln, mit Notizen versehen und verschiedenen Kategorien und Zeiten zuordnen. Bestimmte Dienste lassen sich ebenfalls abonnieren. Hat Gott Gebete erhört, kann ich den Status ändern und die Anliegen archivieren.

Prayer Notebook gibt es nur für iOS. Das Progamm kann für ca. Euro 2 im App Store erworben werden. Für das Antesten gibt es eine Lightversion gratis. Die Daten können über die Apples iCloud synchronisiert werden.

Hier ebenso ein kleines Video:

Nützlich Helfer. Wer allerdings hofft, dass durch sie das regelmäßige Gebet zu einer leichten Übung wird, dürfte enttäuscht werden. Das ernstliche Gebet bleibt umkämpft. Deshalb wohl auch die vielen biblischen Mahnungen wie Kol 4,2: „Haltet fest am Gebet, wachen Sinnes und voller Dankbarkeit!“ oder 1Petr 4,7: „Das Ende aller Dinge ist nahe. Seid besonnen und nüchtern, widmet euch dem Gebet!“

Ein Interview

Stefan Beyer hat für Inara mit mir über TheoBlog.de gesprochen, da Hanniel mich für den „Liebster Award“ vorgeschlagen hatte. Bei dem „Liebster Award“ werden Blogs nominiert, die einem gefallen. Diese werden durch den Award weiterempfohlen, um sie einem breiteren Publikum bekannter zu machen.

Zu lesen ist in dem Interview beispielsweise:

Der Evangelist Francis Schaeffer ist für mich ein Vorbild im Blick auf die „Retterliebe“. Er hat die Menschen mit ihren Fragen und Nöten ernst genommen, ohne dabei die Wahrheitsfrage zu suspendieren. Leider werden heute oft Wahrheit und Liebe gegeneinander ausgespielt. Durch Schaeffer habe ich gelernt, dass beides notwendig zusammengehört. Im deutschsprachigen Raum ist Klaus Bockmühl jemand gewesen, der es mit seinem unvorstellbar großen Weitblick verstand, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Aus heutiger Perspektive bin ich dankbar, einige sehr persönliche Begegnungen mit John Stott gehabt zu haben.

Was die Theologie der Gegenwart angeht, schätze ich J.I. Packer und Paul Helm. Blicken wir weit in die Kirchengeschichte zurück, sind gewiss Augustinus, Luther und Calvin Leute, denen ich viel verdanke. Bei diesen „Doktoren der Gnade“ gehe ich gern in die Schule. Was das geistliche Leben angeht, lerne ich freilich viel von ganz einfachen und treuen Leuten, z. B. von Eltern, die ihr behindertes Kind mit unverbrüchlicher Zuwendung begleiten, obwohl sie oft völlig erschöpft sind. Mehrere ältere, eher unscheinbare Menschen, die ich kennenlernen durfte, waren oder sind unfassbar treue Beter. Sie beten nicht nur, sie beten in Jesu Namen (vgl. Joh 14,13–14), also für das, was Gott verherrlicht. Sie gehören im Himmelreich gewiss zu den Großen (vgl. Mt 5,19). Nicht zu vergessen: Meine Frau ist mir ein großes Vorbild!

Wer mehr über TheoBlog.de erfahren möchte oder wissen will, wie ich Christ geworden bin, sollte bei Inara vorbeischauen: inara.tv.

Vielen Dank, Stefan und Hanniel!

Vorlesung mit Vaughan Roberts in München

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Wir freuen uns, zu einer Vorlesung mit Vaughan Roberts in München einladen zu können. Vaughan Roberts studierte Rechtswissenschaften am Selwyn College in Cambridge, wo er Präsident der CICCU (Cambridge Christian Union) war. Nach einer kurzen Studienzeit in Südafrika zog er nach Oxford, um Theologie zu studieren. Seitdem lebt er in Oxford und arbeitete erst als Vikar in der St. Ebbe Kirche und wurde dann 1998 zum Rektor ernannt.

Vaughan hat etlicher Bücher veröffentlich, darunter God’s Big Picture, das auch in Deutsch als Gottes Plan – kein Zufall! beim 3L-Verlag erschienen ist. Im Jahr 2013 war er einer der Hauptredner auf der Evangelium21-Konferenz in Hamburg.

Am 13. Dezember 2014 wird Vaughan Roberts in München über die Bedeutung des vollzeitlichen Dienstes sprechen. Gasthörer sind herzlich willkommen. Es wird an diesem Tag keine Gebühr erhoben, jedoch eine Kollekte gesammelt, um die Ausgaben für die Veranstaltung zu decken.

Weiter Informationen finden sie im Flyer: roberts_2_web.pdf.

Anmelden können Sie sich hier: www.bucer.de.

Wie steht’s um die Diskursfreiheit?

Was passieren kann, wenn ein Literaturprofessor in einem Essay davon erzählt  wie strapaziös es für ihn war, bei lesbischen „Eltern“ aufgewachsen zu sein, ist in einem aktuellen Beitrag der Zeitschrift FIRST THINGS nachzulesen. Was Robert Oscar Lopez dort beschreibt, möchte man fast nicht glauben. Da „outet“ sich jemand, berichtet also selbstoffenbarend, wie schwer es war, in der Gegenwart zweier Müttern eine männliche Identität zu entwickeln. Das Ergebnis ist, er muss nun als „Homophober“ nicht nur mit viel Häme, sondern mit einschneidenden Repressalien, leben.

On August 14, 2012, the campaign reached my workplace in a whole new way when my dean informed me that I would have to turn over all emails from January 2009 onward that had anything to do with Mark Regnerus and his research team, Witherspoon Institute, Bradley Foundation, NOM, U.S. elected officials, the Romney campaign, Republican National Committee, and University of Texas officials.

A team of IT workers and student employees were allowed to access emails and turn them over to my off-campus accusers.

For a year, the provost’s office, dean’s office, and president’s office at Northridge were barraged with angry emails denouncing me and demanding that the university take action.

Das stimmt sehr bedenklich!

Sexualität: Die Gesellschaft soll umerzogen werden

Ich empfehle den TheoBlog-Lesern, heute in den Kiosk zu gehen und die FAZ zu kaufen. Erfreulicherweise berichtet dort Martin Voigt über das große Umerziehungsprogramm, dass an den öffentlichen Schulen installiert worden ist und im Namen des Genderdenkens und der Antidiskriminierung konsequent vorangetrieben wird. Voigt schreibt unter anderem (FAZ vom 23.10.2014, Bildungswelten 6):

Geht es um Antidiskriminierung oder eher darum, die Kernfamilie mit heterosexuellen Eltern und leiblichen Kindern zu „entnaturalisieren“, wie es im Aufsatz „Gender Mainstreaming im Kontext einer Sexualpädagogik der Vielfalt“ heißt (2001, Online Forum Sexualaufklärung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung)? Der Verfasser ist Uwe Sielert, Professor für Sozialpädagogik an der Universität Kiel, Mitbegründer der Gesellschaft für Sexualpädagogik (GSP) und ihr Vordenker. Er hat auch in der Ad-hoc-Kommission „Sexualethik“ der Evangelischen Kirche in Deutschland mitgearbeitet. „Eine ernstzunehmende Erziehungswissenschaft muss die Dominanzkultur zunächst in Frage stellen, um dann langsam menschenfreundliche und das Individuum berücksichtigende Inhalte zu konstruieren, die dann eben parlamentarisch auch eine Mehrheit kriegen müssen, um in die schulischen Curricula zu kommen“, meint Sielert.

Vom ersten Bilderbuch bis zum Abitur soll die Vorstellung von Vater/Mutter/Kind „entnormalisiert“ werden.

Sielert kommt aus der „neoemanzipatorischen Sexforschung“, die der umstrittene Sozialpädagoge Helmut Kentler begründet hat. Im Rahmen eines staatlich geförderten Modellprojekts brachte Kentler von 1969 an Straßenkinder bei vorbestraften Pädophilen unter, und als Sachverständiger in Missbrauchsfällen sorgte er dafür, dass die von ihm bearbeiteten Fälle mit Einstellung des Verfahrens oder Freispruch beendet wurden. Unter neuen, wohlklingenden Namen wie „sexualfreundliche Erziehung“ werden die Grenzen zwischen Pädophilie und vermeintlicher sexueller Befriedigung von Kindern auch heute noch verwischt. Ein Vorstandsmitglied der GSP, Stefan Timmermanns, erklärte 2013 auf einer Tagung des evangelischen Modellprojekts „Mehr Männer in Kitas“ die Vorteile der frühzeitigen Sexualerziehung: Zum Beispiel könnten Erzieher mit Kindern besser über verschiedene Umgangsweisen mit Sexualität reden als Eltern. Auf die sexuellen Ausdrucksformen der Kinder sollten sie freundlich reagieren und ihnen hilfreich zur Seite stehen, um die Lebensenergie Sexualität und die Entwicklung der Geschlechtsidentität zu fördern. So könnten Kinder ihre Körper gegenseitig in Kuschelhöhlen erforschen. Den Ängsten der Eltern soll mit Transparenz begegnet werden. Timmermanns ist Fachbeirat in Schwulenverbänden.

Endlich werden mal in einer großen Tageszeitung Beobachtungen vorgestellt, die Dale O’Leary 1995 auf der Weltfrauenkonferenz in Peking gemacht hat. Dale O’Leary war überrascht darüber, welche Geister sich damals dort trafen und fasste in ihrem  Buch The Gender Agenda (1997) fünf Thesen zusammen, die „im UN-Establishment die Mehrheit haben“:

1. In der Welt braucht es weniger Menschen und mehr sexuelle Vergnügungen. Es braucht die Abschaffung der Unterschiede zwischen Männern und Frauen sowie die Abschaffung der Vollzeit-Mütter.

2. Da mehr sexuelles Vergnügen zu mehr Kindern führen kann, braucht es freien Zugang zu Verhütung und Abtreibung für alle und Förderung homosexuellen Verhaltens, da es dabei nicht zur Empfängnis kommt.

3. In der Welt braucht es einen Sexualkundeunterricht für Kinder und Jugendliche, der zu sexuellem Experimentieren ermutigt; es braucht die Abschaffung der Rechte der Eltern über ihre Kinder.

4. Die Welt braucht eine 50/50- Männer/Frauen-Quotenregelung für alle Arbeits- und Lebensbereiche. Alle Frauen müssen zu möglichst allen Zeiten einer Erwerbsarbeit nachgehen.

5. Religionen, die diese Agenda nicht mitmachen, müssen der Lächerlichkeit preisgegeben werden.

Damit die Gender-Ideologie zum Mainstream mit totalitärem Anspruch wird, ist sie in „wunderbare Worte wie Gleichheit, Rechte, Familien, reproduktive Gesundheit und Fairness verpackt“, schreibt sie in dem Buch. Also, FAZ kaufen!

Wahre Prophetie ist christozentrisch

Manfred Dreytza schreibt in „Prophet gegen Prophet: Zu Dtn. 18 und anderen Texten“ (Herbert Klement (Hg.), Theologische Wahrheit und die Postmoderne, 2000, S. 188–207, hier S. 205):

Alle wahre Prophetie – auch die alttestamentliche – ist ihrem Wesen nach Christologie und lebt von Jesus Christus selbst als Ermöglichungsgrund, als Inhalt und Ziel. Das ist nicht vordergründig zu verstehen, als müsse jede Weissagung eine formale Aussage über den Messias enthalten, sondern material. „Mose hat von mir geschrieben“ (Joh 5,46). Auf unser Thema angewandt heißt das: Unwahrer Prophetie fehlt das Christuszeugnis. Sie maßt es sich nur an: „Siehe, hier ist der Christus! oder da!“ (Mt 24,23).

Mutige Ausbotschafter

Meine Beobachtung ist, dass sich geistlich nachhaltig etwas bewegt, wo sich Hirten und Prediger unter das Wort stellen, sich von dem Wort in den Dienst nehmen lassen und es treu und mutig verkündigen. Nicht dort, wo die Predigt auf fünfzehn Minuten „Storytelling“ zusammenschrumpft, tut sich etwas, sondern dort, wo die Schrift sorgfältig ausgelegt wird.

Die bleibende Aufgabe des Predigers ist es, das Wort Gottes selbst sprechen zu lassen. Erinnern wir uns: Das eigentliche Subjekt der Rede vom Kreuz ist Gott. Gott spricht Menschen an, wo Prediger sein Wort verkündigen. Deshalb brauchen wir in unseren Gemeinden die Auslegungspredigt, die nicht dadurch lebendig wird, dass sich der Prediger um einen maximalen Unterhaltungswert bemüht und etwas „auflegt“, sondern indem er das Evangelium auslegt. Der Prediger drängt sich nicht mittels der Schrift inszenierend in den Vordergrund, sondern tritt hinter die Botschaft zurück, damit das Evangelium leuchten kann. Dann redet Gott, auch durch schwache Gefäße.

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